Dax schließt knapp unter Marke von 25.000 Zählern
Inmitten der heißen Phase der Quartalsbilanzen haben Friedenssignale im Iran-Krieg und der Boom mit Künstlicher Intelligenz (KI) die Börsen kräftig nach oben getrieben. Stark gesunkene Ölpreise von zeitweise unter 100 US-Dollar ließen Anleger aufatmen, sie gingen wieder ins Risiko.
Ein Bericht des US-Nachrichtenportals Axios, wonach die Vereinigten Staaten kurz vor einer Einigung mit dem Iran über ein Abkommen zur Beendigung des Krieges stehen sollen, schob die Kurse deutlich an. Allerdings wies Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai den Bericht als überzogen zurück. Auch US-Präsident Donald Trump dämpfte zuletzt die Erwartungen laut Berichten etwas.
Der Dax steigt um 2,12 Prozent und schließt mit 24.918,69 Punkten. Zwischenzeitlich schaffte es der deutsche Leitindex erstmals seit Ende Februar wieder über die Marke von 25.000 Zählern. Auch zum Rekordhoch von Mitte Januar fehlt dem Dax nun nicht mehr viel.
Der MDax mit den mittelgroßen Börsentiteln kletterte um 2,08 Prozent nach oben auf 31.779,41 Zähler hinauf. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zog mit 2,7 Prozent noch stärker an.
Aktien von AMD heben um 16 Prozent ab
Für Zuversicht im Chipsektor sorgte ein optimistischer Ausblick von Advanced Micro Devices. Der Halbleiterhersteller rechnet im zweiten Quartal dank der starken Nachfrage nach seinen Chips für Rechenzentren mit einem Umsatz über den Erwartungen. Die Aktien hoben um 16 Prozent ab und markierten ein Rekordhoch.
Der Markt könne der Euphorie um KI-Investitionen nicht entkommen, sagte Kevin Gordon, Leiter für Makro-Research und Strategie beim Schwab Center for Financial Research. Alphabet legten um 1,8 Prozent zu und verringerte damit den Abstand zu Nvidia im Wettlauf um den Titel des weltweit größten Unternehmens nach Marktwert.
Fußball-WM als Investmentchance?
Die FIFA Fußball-WM 2026 setzt neue Maßstäbe – mehr Teams, mehr Spiele, Milliardenumsätze. Doch wer profitiert von diesem Mega-Event und welche Auswirkungen hat das Turnier auf Umsätze und Aktienkurse? Wie Anleger die WM nutzen können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Volker Meinel von BNP Paribas.
Hoffnung auf Kiegsende treibt Wall Street nach oben
Die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Krieges treibt die Wall Street nach oben. Der Hauptimpuls kommt von stark fallenden Ölpreisen, nachdem US-Präsident Donald Trump wieder einmal Hoffnungen auf eine Beilegung des Nahost-Konflikts geschürt hat.
"Es wurden große Fortschritte auf dem Weg zu einer vollständigen und endgültigen Einigung mit Vertretern des Iran erzielt", erklärte Trump. Gestützt werden die Trump-Aussagen auch von Berichten, wonach die USA und Iran laut pakistanischen Vermittlerkreisen kurz vor einer Vereinbarung für ein Kriegsende stehen. Trump stellte auch die Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht. Der Dow-Jones-Index klettert um 1 Prozent auf 49.780 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite um 0,8 bzw. 1,1 Prozent. Die Nasdaq markiert ein weiteres Allzeithoch.
Bericht über Milliardendeal mit Anthropic stützt Alphabet
Ein Medienbericht über ein milliardenschweres Geschäft mit dem KI-Startup Anthropic gibt Alphabet Rückenwind. Die Aktien der Google-Mutter legen im vorbörslichen US-Handel um rund zwei Prozent zu. Anthropic habe sich verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren 200 Milliarden Dollar für die Cloud-Dienste und Chips von Google auszugeben, berichtet das Technologieportal "The Information".
Die hohe Nachfrage nach seiner KI-Modellfamilie Claude zwingt Anthropic dazu, sich mit milliardenschweren Verträgen Rechenkapazität zu sichern. Das Unternehmen hat auch Vereinbarungen mit CoreWeave und Amazon geschlossen. Google ist einer der größten Investoren bei Anthropic, steht aber im Wettlauf um die Technologieführerschaft bei Künstlicher Intelligenz (KI) auch in direkter Konkurrenz zu dem Startup. Die Muttergesellschaft Alphabet schickt sich indes an, den Chipriesen Nvidia als wertvollstes Unternehmen der Welt abzulösen. Angetrieben wird der Höhenflug an der Börse von den Fortschritten bei der KI und dem florierenden Cloud-Geschäft.
Neue Strategie bei Kraft Heinz zeigt erste Erfolge
Anleger von Kraft Heinz zeigen sich von überraschend positiven Quartalszahlen angetan: Die Aktien des US-Lebensmittelkonzerns legen vorbörslich um 2,2 Prozent zu. Die Turnaround-Strategie des neuen Firmenchefs Steve Cahillane zeigte im Quartal erste Erfolge - der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf mit 58 Cent die Schätzungen der Analysten um acht Cent.
Der Umsatz lag bei 6,05 Milliarden Dollar, während Analysten LSEG-Daten zufolge nur mit 5,89 Milliarden gerechnet hatten. Der Konzern, der für Markenprodukte wie Heinz Ketchup oder Philadelphia Frischkäse bekannt ist, bestätigte zudem seine Jahresprognose.
Brichta erklärt Index-Wachstum: 50.000 Punkte beim Dax "ist näher, als man denkt"
Aller internationalen und inneren Krisen zum Trotz überschreitet der Dax heute die Marke von 25.000 Punkten. Für Raimund Brichta stellt sich die Frage, wann die nächste Schallmauer durchbrochen wird - denn die ist gar nicht so weit weg, wie der ntv-Börsenexperte erklärt.
Schmuckhersteller Pandora dämpft Gewinnrückgang
Bei dem von der schwachen Konsumstimmung geplagten Modeschmuckhersteller Pandora sind Umsatz und Gewinn im ersten Quartal weniger stark geschrumpft als befürchtet. Wie das dänische Unternehmen mitteilte, sank das Betriebsergebnis (Ebit) auf 1,49 Milliarden Kronen von 1,64 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mit höheren Marketingkosten gerechnet und deswegen nur 1,28 Milliarden Kronen erwartet. Der Umsatz schrumpfte auf 7,11 Milliarden Kronen von 7,35 Milliarden vor einem Jahr und damit ebenfalls nicht so stark wie befürchtet. Die Pandora-Aktie legte um neun Prozent zu.
Die neue Pandora-Chefin Berta de Pablos-Barbier kämpft mit einer schwachen Konsumstimmung in den USA und Europa vor dem Hintergrund des Iran-Krieges. Kunden mit mittlerem und niedrigem Einkommen hielten sich zurück, was zu einem Umsatzrückgang von zwei Prozent in Nordamerika führte. Die Erlöse in Europa, dem Nahen Osten und Afrika sanken ebenfalls um zwei Prozent. Ein starkes Wachstum in Lateinamerika und Asien glich diese Schwäche jedoch teilweise aus. De Pablos-Barbier bezeichnete 2026 als Übergangsjahr.
Anleger greifen auch bei Gold zu
Goldpreis im Höhenflug: Das Edelmetall verteuerte sich um mehr als drei Prozent. "Ein Friedensabkommen, das eine Normalisierung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus ermöglicht, würde den Inflationsdruck mindern und es der US-Notenbank Federal Reserve ermöglichen, die Zinsen im Jahr 2026 zu senken", erläuterte ActivTrades-Analyst Ricardo Evangelista. Niedrigere Zinssätze kurbeln die Nachfrage nach Gold an, das keine Zinsen abwirft, und stützen so den Preis.
In einem solchen Szenario dürften zudem der Dollar und die Anleiherenditen fallen. Ein solches Szenario könnte es dem Edelmetall ermöglichen, über 5000 Dollar zu steigen und sich bis zum Jahresende der Marke von 5500 Dollar zu nähern, sagte Evangelista. Eine schwächere US-Devise macht in Dollar gehandelte Rohstoffe billiger und stützt damit zusätzlich die Nachfrage.
Ölpreise fallen, Dax weitet Gewinne aus
Die Aussicht auf Fortschritte bei den Bemühungen um ein Ende des US-Iran-Konflikts drückt den Ölpreis und sorgt damit für Aufbruchstimmung an den Börsen.
Nordsee-Rohöl der Sorte Brent und US-Leichtöl WTI verbilligen sich um rund sechs und sieben Prozent auf 102,99 und 95,15 Dollar je Fass (159 Liter). Nach unten geht es auch für den Dollar-Index, der 0,7 Prozent einbüßt. Der Dax und der EuroStoxx50 weiten indes ihre leichten Gewinne aus und steigen um jeweils rund 2,5 Prozent. Zwischenzeitlich wurde auch die Marke von 25.000 Punkten übersprungen.
Die einst utopische Billion ist neuer Maßstab an der Börse
Die Marke von einer Billion US-Dollar ist an der Börse längst keine Ausnahme mehr. Immer mehr Konzerne erreichen diese Dimension und verschieben damit die Kräfteverhältnisse der globalen Märkte spürbar. Was steckt hinter dieser Entwicklung?
Novo Nordisk hebt dank neuer Abnehmpille ab
Novo Nordisk blickt dank eines starken Verkaufsstarts seiner neuen Abnehmpille optimistischer auf das Gesamtjahr und treibt damit seine Aktien an. Die Titel des dänischen Pharmakonzerns springen an der Börse in Kopenhagen um 7,5 Prozent nach oben. "Wir stehen nun seit etwa einem Monat im Wettbewerb mit unserem Rivalen, und bisher läuft es gut", sagte Konzernchef Mike Doustdar.
Novo hatte seine Wegovy-Pille im Januar auf den US-Markt gebracht und besaß damit zunächst das Monopol für diese Darreichungsform. Dieses endete jedoch Anfang April, als Eli Lilly die Zulassung für sein Konkurrenzprodukt Foundayo erhielt. Laut den Experten der Saxo Bank stellen Novos Ergebnisse für das erste Quartal nach einer längeren Serie negativer Nachrichten eine lang ersehnte gute Nachricht dar. Vor allem die überraschend starken Umsätze der Pille Wegovy in den USA "könnten die Zahl sein, die den Ausschlag gibt", sagt Nordnet-Analyst Per Hansen.
Bayer schluckt Augenheilkunde-Spezialisten
Bayer kauft in den USA zu und will damit seine Kompetenzen in der Augenheilkunde ausbauen. Die Transaktion zur Übernahme des Augenspezialisten Perfuse Therapeutics habe ein gesamtes potenzielles Volumen von bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar, teilte der Konzern mit. Dieses umfasse eine Vorauszahlung in Höhe von 300 Millionen US-Dollar sowie zusätzliche Entwicklungs-, Zulassungs- und kommerzielle Meilensteinzahlungen.
Perfuse Therapeutics sei ein biopharmazeutisches Unternehmen, das Pionierarbeit in der Forschung zur Behandlung bestimmter Augenerkrankungen leiste. Bayer erhalte mit der Übernahme die vollen Rechte an einem Medikament, das sich derzeit in der klinischen Entwicklung der Phase II zur Behandlung von Glaukom (grünem Star) und der Augenerkrankung diabetischer Retinopathie (DR) befinde.
Curevac-Gründer attackiert Biontech
Nach der Übernahme des Biotechunternehmens Curevac durch Biontech wirft Curevac-Gründer Ingmar Hoerr dem Konkurrenten Täuschung vor. Hintergrund sind die Schließungspläne von Biontech für den Standort Tübingen kurz nach der Übernahme. "Ich finde es total unlauter. Das ist fast schon Trickserei meiner Meinung nach, weil wir alle im guten Glauben gehandelt haben, dass die Übernahme im Sinne von Curevac sei und dadurch ein gemeinsames, starkes Unternehmen wird", sagte Hoerr der dpa.
Es war laut Hoerr vereinbart, ein gemeinsames Unternehmen zu schaffen, das sich gegenseitig befruchtet. "Und das wurde jetzt über den Haufen geschmissen. Dadurch sind alle nachweislich getäuscht worden. Die Übernahme hätte nie erfolgen dürfen."
Hoerr vermutet hinter dem Vorgehen, dass Biontech Patentstreitigkeiten mit Curevac umgehen will. "Die Investoren haben sich mit Versprechungen einlullen lassen. Das könnte Biontechs Strategie von Anfang an gewesen sein."
Nach Ebay-Deal: Gamestop will massiv Stellen streichen
Der Chef des Videospiele-Händlers Gamestop, Ryan Cohen, plant im Falle eines Erfolgs seines Kaufangebots für Ebay drastische Stellenkürzungen bei der Online-Handelsplattform. "Ich könnte dieses Geschäft von meinem Haus aus betreiben", sagte Cohen in einem Interview des Podcasts "TBPN". "Sie haben 11.500 Beschäftigte - und das ergibt keinen Sinn." Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen habe, desto langsamer werde es. Kostensenkungen seien der einzige Weg, das Geschäft von Ebay effizienter zu machen. Ebay hatte nach jüngsten Angaben zum Ende vergangenen Jahres 12.300 Mitarbeiter, davon 7.200 in den USA.
Gamestop hatte am Wochenende ein rund 56 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot für Ebay vorgelegt. Es soll laut Cohen zur Hälfte in bar und zur Hälfte in Aktien beglichen werden. Details der Finanzierung blieben jedoch zunächst unklar. Unter anderem müsste Gamestop sehr viele neue Aktien ausgeben, um zum aktuellen Kurs auf einen Wert von 28 Milliarden Dollar zu kommen. Cohen sprach nun bei "TBPN" von einer Bündelung der Aktien beider Unternehmen.
Ölpreise kommen zurück
Die Rohölpreise geben ihren gestrigen Anstieg teilweise wieder ab. So verbilligt sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 1,6 Prozent auf 108,07 Dollar je Barrel (159 Liter) und das US-Öl WTI notiert 1,5 Prozent schwächer bei 100,70 Dollar.
Zölle fressen BMW-Marge
BMW hat zum Jahresauftakt einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Nettogewinn verringerte sich um fast ein Viertel auf 1,67 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Die für das Unternehmen wichtige Gewinnmarge im Autogeschäft lag bei fünf Prozent und damit in der Mitte der für das Gesamtjahr erwarteten Spanne von vier bis sechs Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit einer Marge von 4,7 Prozent gerechnet. Die Zölle in den USA und der EU hätten dabei die Marge um 1,25 Prozentpunkte gedrückt, hieß es. Die Belastung sei damit deutlich stärker ausgefallen als vor Jahresfrist, als allein die EU-Importzölle auf Elektroautos aus China angefallen seien. Der Umsatz verringerte sich zugleich um 8,1 Prozent auf 31 Milliarden Euro und damit stärker als von Analysten erwartet.
Für das Gesamtjahr zeigt sich BMW zuversichtlich, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Zugute kommt den Münchnern dabei die starke Nachfrage insbesondere nach Elektroautos in Europa. Von Januar bis März sammelte das Unternehmen mehr als 60 Prozent mehr Bestellungen ein als vor Jahresfrist. Allein das im September vorgestellte Modell iX3 verkaufte sich mehr als 50.000 Mal.
Zahlen, Zahlen, Zahlen
Der Dax macht da weiter, wo er gestern aufgehört hat: Der deutsche Börsenleitindex legt zum Start ins heutige Geschäft zu, notiert aktuell im Bereich von 24.680 Punkten. Der gestrige Schlusskurs lag bei 24.402 Zählern und damit 1,7 Prozent über dem Handelsende vom Wochenstart.
"Im Blick haben die Anleger heute neben der Lage rund um die Straße von Hormus vor allem die Berichtssaison", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Unter anderem legten Infineon, Zalando, Daimler Truck und BMW Zahlen vor."
Rally bei Chip-Aktien
-Im Fahrwasser steigender Kurse und neuer Indexrekorde an der Wall Street geht es an den Börsen in Ostasien nach oben. Dabei helfen auch leicht gesunkene Ölpreise, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärte, dass die USA die Eskortierung des kommerziellen Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus, die die Spannung mit dem Iran nochmals erhöht hatte, aussetzen werden und dass ein Abkommen kurz bevorstehe. Trump sagte, es seien "große Fortschritte" in Richtung eines "vollständigen und endgültigen Abkommens" mit dem Iran erzielt worden.
Spektakulär gestaltet sich das Geschehen am stark technologielastigen Aktienmarkt im südkoreanischen Seoul. Dort schießt der Kospi in einem neuerlichen Hausse-Schub um 7,0 Prozent nach oben auf ein erneutes Rekordhoch und baut das Plus seit Beginn des Jahres auf über 75 Prozent aus. Hintergrund ist eine KI-getriebene Rally bei Technologiewerten, die am Vortag bereits diverse Technologieaktien, vor allem aus dem Chipsektor, angetrieben hatte. Für neuerlichen Optimismus sorgt der Chipriese AMD, der am Vortag nachbörslich in den USA starke Quartalszahlen vorgelegt und einen optimistischen Ausblick für die Branche gegeben hatte. In Shanghai geht es nach der jüngsten Feiertagspause um 1,3 Prozent nach oben, in Hongkong legt der HSI um 0,8 Prozent zu. Auch im australischen Sydney dominieren Käufe, der S&P/ASX-200 erholt sich um 1,1 Prozent.
Unter den Einzelwerten schnellen in Seoul die Chipaktien Samsung Electronics um 15,1 Prozent und SK Hynix um 10,4 Prozent in die Höhe. Die Marktkapitalisierung von Samsung übersteigt damit erstmals die Marke von 1 Billion Dollar. In Hongkong verteuern sich die Halbleitertitel Hua Hong um 12,6 und SMIC um 9,4 Prozent.
Dax bleibt im Aufwärtsmodus
Der Dax wird mit Gewinnen in den Handel starten. Gestern hatte der deutsche Leitindex 1,7 Prozent höher bei 24.401,70 Punkten geschlossen. Nach einer Reihe überraschend starker Konzernbilanzen drehten die großen Börsen ins Plus. Die Wall Street verzeichnete dabei neue Allzeithochs. Anhaltende Sorgen über die Lage im Nahen Osten grenzten die Gewinne jedoch ein.
In der Nacht setzte US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben die militärischen Eskorten für Handelsschiffe in der Straße von Hormus vorübergehend aus. Er begründete den Schritt mit Fortschritten auf dem Weg zu einer umfassenden Vereinbarung mit dem Iran, betonte jedoch, dass die US-Blockade iranischer Häfen vollständig aufrechterhalten werde.
Auf Unternehmensseite geht es mit den Quartalsbilanzen weiter. Die Anleger blicken unter anderem auf die Finanzberichte von Infineon, Zalando, Daimler Truck, BMW und der Lufthansa.
54-Prozent-Gewinneinbruch bei Daimler Truck
Daimler Truck hat im ersten Quartal unter der Schwäche seines wichtigsten Marktes USA gelitten. Das bereinigte Betriebsergebnis des Konzerns brach von Januar bis März um 54 Prozent auf 498 Millionen Euro ein, wie der LKW-Bauer mitteilte. In der lange Zeit profitabelsten Region Nordamerika verdiente der Dax-Konzern nur noch 209 Millionen Euro, ein Rückgang um 73 Prozent. Der Absatz war um 25 Prozent, der Umsatz um 29 Prozent geschrumpft. Analysten hatten entsprechend schwache Zahlen bereits erwartet.
Daimler leidet zum einen direkt unter den Einfuhrzöllen der USA gegenüber Mexiko, wo Fahrzeuge für die US-Marke Freightliner gebaut werden. Zum anderen herrscht Flaute im amerikanischen Logistiksektor, sodass Speditionen weniger Neufahrzeuge nachfragen. Der Auftragseingang lässt aber auf eine Wende hoffen: Er stieg in Nordamerika um 86 Prozent gegenüber dem Vorjahresturnus.
Infineon hebt Jahresziele an
Eine Erholung der Nachfrage hat Infineon zu einem Umsatz- und Gewinnplus verholfen. "Der KI-Boom weitet sich aus und unsere Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren sind äußerst gefragt", sagte Jochen Hanebeck, der Chef des Chipkonzerns. "Der Ausbau der Energieinfrastruktur gewinnt an Fahrt und ist ein zunehmender Wachstumstreiber für unser Industriegeschäft." Daher hebe er die Ziele für das Gesamtjahr an.
Im abgelaufenen Quartal stiegen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 3,81 Milliarden Euro. Das Segmentergebnis kletterte um neun Prozent auf 653 Millionen Euro. Für 2026 peilt das Unternehmen nun einen deutlich statt moderat wachsenden Umsatz an. Die Segmentergebnis-Marge werde voraussichtlich bei etwa 20 Prozent statt im hohen Zehner-Prozentbereich liegen. Im vergangenen Vierteljahr erreichte diese Kennziffer 17,1 Prozent.
Deutscher Rüstungskonzern feiert Auftragsrekord
Die Aufrüstung in Deutschland sorgt beim Sensor- und Radar-Spezialisten Hensoldt für einen Auftrags-Rekord. Im ersten Quartal gingen Aufträge über 1,48 Milliarden Euro ein, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor, wie Hensoldt mitteilte. Darunter waren Aufträge für die Ausstattung der Schützenpanzer "Schakal" und "Puma". Der Auftragsbestand lag Ende März bei 9,8 Milliarden Euro, das waren 41 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz schnellte um 25 Prozent auf 496 Millionen Euro, davon waren 15 Prozent Wachstum im Kerngeschäft. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg um 47 Prozent auf 44 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr rechnet Hensoldt weiterhin mit einem Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro, die bereinigte operative Umsatzrendite soll bei 18,5 bis 19,0 Prozent liegen. Im ersten Quartal war sie mit 8,9 Prozent nur halb so hoch.
Commerzbank-Übernahme: Verdi sagt Unicredit den Kampf an
Die Gewerkschaft Verdi lehnt die Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit ab. "Dies tun wir mit Blick auf die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und insbesondere auf die Arbeitsplätze in Deutschland in beiden Häusern, Hypovereinsbank und Commerzbank", sagte Jan Duscheck, Verdi-Bundesfachgruppenleiter Banken, der "Rheinischen Post". "Große Anleger, insbesondere der Bund mit einer Beteiligung von zwölf Prozent, tragen nun Verantwortung für den deutschen Mittelstand, für Millionen Privatkunden und nicht zuletzt für Tausende Beschäftigte."
Weiter betonte Duscheck: "Eine eigenständige Commerzbank ist die beste Ausgangslage für sichere Arbeitsplätze und eine starke Zukunft beider Häuser." Verdi stehe an der Seite der Beschäftigten und kämpfe für den Erhalt von Arbeitsplätzen, für eine starke Präsenz durch Filialen in der Fläche und für betriebliche Mitbestimmung auf Augenhöhe.
Intel- und Nvidia-Rivale mit starken Zahlen
Getragen von einem anhaltend hohen Bedarf an Hochleistungsprozessoren für Rechenzentren hat AMD das zehnte Quartal in Folge einen überraschend hohen Umsatz erzielt. Das Wachstum dieses Geschäftsbereichs werde sich dank größerer Fertigungskapazitäten beschleunigen, prognostizierte die Chefin des Chipkonzerns, Lisa Su. Zudem überträfen die Investitionsziele der Kunden ihre ursprünglichen Erwartungen. AMD-Aktien stiegen daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall Street um 5,5 Prozent.
Für das laufende Quartal peilt der US-Konzern einen Umsatz von 10,9 bis 11,5 Milliarden Dollar an. Gemessen am Mittelwert bedeute dies ein Plus von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die bereinigte operative Gewinnmarge werde voraussichtlich bei 56 Prozent liegen. In den vergangenen drei Monaten kletterten die Erlöse weiteren Angaben zufolge um 38 Prozent auf 10,25 Milliarden Dollar und die Umsatzrendite um einen Prozentpunkt auf 55 Prozent. Der Reingewinn stieg um mehr als 40 Prozent auf 1,37 Dollar je Aktie. Alle diese Kennziffern lagen über den Analystenprognosen. AMD ist der weltweit zweitgrößte Anbieter von KI-Prozessoren hinter Nvidia. Gleichzeitig feiern klassische Zentralprozessoren (CPUs) in Rechenzentren ein Comeback.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 157,81 Yen und gibt 0,1 Prozent auf 6,8195 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent niedriger bei 0,7817 Franken. Parallel dazu steigt der Euro 0,2 Prozent auf 1,1716 Dollar und zieht leicht auf 0,9158 Franken an.
Diese Tech-Aktie knackt die Billionen-Marke
Samsung Electronics hat mit seinem Börsenwert die Marke von einer Billion Dollar übertroffen. Die Aktien des weltgrößten Herstellers von Speicherchips stiegen im Handel in Seoul um zwölf Prozent, womit die Marktkapitalisierung auf 1500 Billionen Won - etwa 1,03 Billionen Dollar - kletterte. Damit ist Samsung nach dem taiwanischen Konkurrenten TSMC das zweite asiatische Unternehmen, das diesen Meilenstein erreicht hat. Die Papiere profitierten von starken Kursgewinnen der Aktien von US-Technologiekonzernen wie Intel am Vorabend. An der Wall Street hatten gute Quartalszahlen sowie eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran die Kurse von KI-Unternehmen angetrieben.
Die Kauflaune fährt vor
Es geht doch: Sinkende Energiepreise haben dem Dax im gestrigen Geschäft einen Kursgewinn von 1,7 Prozent auf 24.402 Punkte beschert. Die Sorgen rund um die Lage an der Straße von Hormus sind allerdings auch weiterhin noch nicht ausgeräumt. Positiv wirkten sich auch einige Quartalsberichte aus, so etwa von Rheinmetall.
Und auch zur heutigen Wochenmitte liegt das Augenmerk zudem auf der Berichtssaison. Frische Zahlen kommen dabei etwa von Zalando, Daimler Truck – und BMW. Der Münchener Autobauer leidet so wie die anderen deutschen Hersteller unter den gestiegenen US-Importzöllen und einem schwachen China-Geschäft. Im ersten Quartal ist der Vorsteuergewinn nach der Analystenprognose gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 29 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro abgesackt. Die PKW-Marge taxieren sie auf 4,7 Prozent.
Bei den Quartalsergebnissen des Chipkonzerns Infineon richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf das Geschäft mit Leistungshalbleitern. Dieses war in den vergangenen Quartalen der Wachstumstreiber für Infineon. Darüber hinaus hoffen Börsianer wie beim Rivalen STMicro auf eine Erholung der Nachfrage aus der Automobilindustrie.
Chancen und Risiken durch den Iran-Krieg, Belastungen durch Streiks und die Sanierung der kriselnden Kernmarke - die Lufthansa ist zurzeit starken Turbulenzen ausgesetzt. Für das erste Quartal erwarten Analysten im saisonal schwächsten Turnus einen operativen Verlust von 659 Millionen Euro, eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent, bei knapp 8,8 Milliarden Euro Umsatz (Vorjahr: 8,1 Milliarden Euro).
Und dann gibt es da auch noch das europäische Börsenschwergewicht Novo Nordisk: Der dänische Pharmakonzern legt seine Zahlen für das erste Quartal vor. Im Fokus der Anleger steht dabei die Frage, ob die starke Nachfrage nach der neuen Abnehmpille des Unternehmens den zunehmenden Preiskampf in den USA ausgleichen kann. Novo Nordisk steht unter Druck, nachdem der US-Rivale Eli Lilly Anfang April die Zulassung für ein Konkurrenzprodukt erhalten hat und die Preise für Adipositas-Medikamente sinken. Novo Nordisk war zuletzt nach enttäuschenden Studien und einem massiven Börsenwertverlust in die Defensive geraten. Investoren erhoffen sich nun Aufschluss darüber, ob die hohen Verschreibungszahlen der günstigen Einstiegsdosis auch zu einem entsprechenden Umsatzwachstum führen.
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