DAX ist keine lange Erholung beschieden - wieder unter 14.000
Das kräftige Plus vom Freitag ist Geschichte, zum Wochenauftakt holten den deutschen Aktienmarkt wieder die knallharten Tatsachen ein. Der DAX pendelt erneut zunächst um die Marke bei 14.000 Punkten, drehte dann aber etwas deutlicher nach unten ab. Übergeordnet belasteten weiterhin der Ukrainekrieg und die Sorgen vor Energieengpässen in Europa.
Zudem verursachte China unverändert Konjunktursorgen und Lieferkettenprobleme. So belasteten schwache Wirtschaftsdaten aus der Volksrepublik. Dort ging die Industrieproduktion im April entgegen den Erwartungen zurück, und die Einzelhandelsumsätze sind noch stärker eingebrochen als ohnehin befürchtet. Auch aus den USA kamen am Nachmittag schwache Daten.
So verlor der DAX heute 0,5 Prozent auf 13.964 Punkte. Fresenius und Porsche SE wurden ex Dividende gehandelt. Der EUROSTOXX50 notierte 0,7 Prozent tiefer bei 3678 Zählern.
Unternehmensseitig war an der Frankfurter Börse nicht so viel los. Mit der Vodafone-Funkturmgesellschaft Vantage Towers und dem IT-Dienstleister Adesso legten Unternehmen aus der zweiten Reihe endgültige Geschäftszahlen vor. Vantage konnte die Anleger nicht überzeugen: Mit einem Kursrückgang um 4,2 Prozent setzten die Aktien den jüngsten Abwärtstrend fort und waren damit die schwächsten im MDAX.
Adesso berichtete über ein gutes erstes Quartal, blieb aber wegen einer möglichen Eintrübung des wirtschaftlichen Umfelds bei seiner Jahresprognose. Die Anleger zeigten sich dennoch zufrieden: Die im Nebenwerte-Index SDAX gelisteten Papiere verteuerten sich um 4,2 Prozent und konnten sich damit weiter vom jüngst erreichten Tief seit August erholen.
Thyssenkrupp verloren 0,8 Prozent. Dessen U-Boot- und Marineschiff-Sparte Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) will Teile der insolventen MV-Werften in Mecklenburg-Vorpommern übernehmen und strebt eine Führungsrolle bei der Konsolidierung der Werftindustrie in Deutschland und Europa an.
WTI-Öl fast so teuer wie Brent-Öl
Mit den Ölpreisen ist es am Nachmittag weider deutlich nach oben gegangen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 111,56 US-, das waren 1,2 Prozent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 2,3 Prozent auf 111,12 Dollar. Damit ist WTI-Öl fast genauso teuer wie Brent.
Konjunkturdaten aus China fielen schwach aus und belasteten zeitweise Stimmung am Erdölmarkt. Als Hoffnungsschimmer wurde am Markt auf die etwas weniger angespannte Infektionslage in Shanghai verwiesen. Damit steigt die Hoffnung, dass die Wirtschaftsmetropole bald nicht mehr so stark von den Corona-Beschränkungen belastet wird.
Brent Rohöl
Twitter-Aktie sackt weiter kräftig ab
Die Twitter-Aktie hat auch zu Wochenbeginn ihre Talfahrt fort. Der Kurznachrichtendienst verbilligte sich in der Spitze um 6,3 Prozent und büßt damit die Kursgewinne wieder ein, die die Titel seit Anfang April erzielt haben, als Tesla-Chef Elon Musk seine Beteiligung an der Social-Media-Firma bekannt gegeben hat.
Bereits am Freitag hatte die Aktie knapp zehn Prozent im Minus geschlossen. Musk hat die 44 Milliarden Dollar schwere Übernahmen zunächst auf Eis gelegt und dies mit noch fehlenden Informationen zur Zahl der Spam- und Falschkonten begründet.
Sri Lanka hat kein Geld für Öl mehr
Dramatische Lage im Pleite-Inselstaat Sri Lanka: Dort gibt es nämlich kein Erdöl mehr. Das Land habe keine Devisen mehr, um die Einfuhr von Öl zu bezahlen, sagte der neue Regierungschef Ranil Wickremesinghe in einer Ansprache an die Bevölkerung. "Wir haben nur noch Vorräte für einen einzigen Tag."
Wickremesinghe stellte die Bevölkerung auf weitere Härten in den kommenden Monaten ein. Sri Lanka mit seinen 22 Millionen Einwohnern steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1948. Ein wesentlicher Auslöser der Krise war der Einbruch des internationalen Tourismus infolge der Corona-Pandemie. Der bisherigen Regierung war außerdem Misswirtschaft vorgeworfen worden.
Roter Handelsbeginn an der Wall Street
US-Anleger haben sich nach schwachen Konjunkturdaten aus China zum Wochenstart von Aktien getrennt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab zur Eröffnung um 0,2 Prozent auf 32.136 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,4 Prozent auf 4010 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte ein Prozent auf 11.675 Punkte ein.
Bei den Einzelwerten trieb ein feindliches Übernahmeangebot des Rivalen JetBlue die Titel von Spirit Airlines in den ersten Handelsminuten um neun Prozent. JetBlue-Titel fielen dagegen um rund zwei Prozent. Dagegen zeigten sich die Anleger von McDonald's Ausstieg aus dem Russland-Geschäft zunächst nur wenig beeindruckt. Die Aktien der US-Fast-Food-Kette gaben rund 0,5 Prozent nach.
Porsche gründet Tochtergesellschaft in Norwegen
Der Sportwagenhersteller Porsche wird künftig mit einer Tochtergesellschaft im Nicht-EU-Land Norwegen vertreten sein. Mit dem örtlichen Geschäftspartner Autozentrum Sport AS werde ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das am 1. Januar kommenden Jahres starten soll, teilte die VW-Tochter mit.
Einzelheiten zur finanziellen Seite der Transaktion wurden nicht mitgeteilt. Diese müsse noch von den Behörden gebilligt werden. Vertriebsvorstand Detlev von Platen sagte, Norwegen sei den meisten anderen Ländern bei der Elektrifizierung von Autos um einige Jahre voraus. Rund 94 Prozent der Neuwagen seien dort elektrifiziert.
Pharma-Aktie geht baden - EU will Covid-Kontrakt kündigen
Für die Aktie von Valneva ist es rasant um 20 Prozent nach unten gegangen. Auslöser war die Ankündigung, dass die EU ihre Vorabkaufvereinbarung für den Anti-Covid-Impfstoff des französischen Pharmaunternehmens aufkündigt.
In dem mit der EU-Kommission geschlossenen Kaufvertrag war dieser das Recht eingeräumt worden, den Vertrag kündigen zu können, sollte der Impfstoff bis Ende April keine Zulassung von der EU-Arzneimittelbehörde erhalten haben. Valneva hat nun nach eigenen Angaben seit dem 13. Mai 30 Tage Zeit, um eine Marktzulassung noch zu bekommen oder einen akzeptablen Sanierungsplan vorzuschlagen.
Schwierige Lage am Markt: Wie Investieren trotzdem gelingt
Blind Aktien kaufen oder bei Rückschlägen einfach einsteigen - das mag im vergangenen Jahr in vielen Fällen funktioniert haben. Doch der Wind hat sich gedreht: Inzwischen sind viele Kurse unter ihre 200-Tage-Linie gerutscht. Warum dies ein wichtiger Gradmesser ist und wie sich Anleger darauf einstellen können, darüber spricht Raimund Brichta mit Franz Georg Wenner von Feingold Research.
New Yorker Konjunkturindex macht überraschend eine Grätsche
Kein gutes Omen für den heutigen US-Handel: Die Geschäftsaktivität des verarbeitenden Gewerbes im Großraum New York ist im Mai überraschend stark gesunken. Der von der Fed New York ermittelte Index für die allgemeine Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe des Distrikts fiel auf minus 11,6 Punkte und damit in den negativen Bereich. Volkswirte hatten einen leichteren Rückgang auf plus 15,0 prognostiziert. Im Vormonat hatte der Index bei plus 24,6 gelegen.
Der New Yorker Konjunkturindex ist meist der erste regionale Indikator, der von den Fed-Filialen in einem Monat veröffentlicht wird. Ökonomen betrachten ihn ebenso wie den Indikator der Philadelphia Fed als vergleichsweise verlässlichen Vorläufer für den viel beachteten ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe der USA.
Pharmakonzern Bristol Myers scheitert mit Blasenkrebs-Arznei
Der US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb hat einen Rückschlag mit zwei Krebsmittel-Kandidaten erlitten. Wie das Unternehmen mitteilte, haben die beiden Medikamente zur Behandlung von nicht-operablem oder metastasierendem Urothelkarzinom den primären Endpunkt in einer Studie der Phase 3 verfehlt.
JetBlue-Offerte lässt Spirit-Airlines-Kurs hochschießen
Ein feindliches Übernahmeangebot des Rivalen JetBlue beschert Spirit Airlines einen der größten Kurssprünge der Firmengeschichte. Die Aktien des Billigfliegers steigen im vorbörslichen US-Geschäft um gut 15 Prozent auf 19,60 Dollar. JetBlue-Titel fallen dagegen um mehr als zehn Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von neun Dollar.
Das Unternehmen bietet den Angaben zufolge 30 Dollar je Spirit-Aktie. Man sei aber offen dafür, die ursprünglich angebotenen 33 Dollar, die Spirit wegen kartellrechtlicher Bedenken abgelehnt hatte, zu zahlen. Spirit will stattdessen mit dem Konkurrenten Frontier fusionieren, der 21,66 Dollar je Aktie bietet.
Bärische Vorzeichen an der Wall Street
Nach der Erholung zum Wochenschluss scheint die Wall Street in ihre Schwächephase zurückzukehren. Der Aktienterminmarkt lässt auf eine etwas leichtere Eröffnung am Kassamarkt schließen. In den vergangenen sechs Wochen hatte der S&P-500 Abschläge verbucht und steht damit kurz vor dem Bärenmarktmodus - einem 20-prozentigen Einbruch seit dem jüngsten Hoch.
Die aktuell sich andeutende Schwäche erklären Händler zum Teil mit schwachen Daten aus China. Die chinesische Industrieproduktion und auch der Einzelhandelsumsatz enttäuschen klar. Angesichts der geldpolitischen Straffungen werden die Daten als weiteren Beleg für die sich anbahnende Stagflation gewertet. Auch aus Europa kommen konjunkturelle Warnsignale, die EU-Kommission hat ihre Wachstumserwartungen deutlich gesenkt.
McDonald's hat genug von Russland - Rückzug ist richtig teuer
Die US-Fast-Food-Kette McDonald's gibt infolge der russischen Aggression gegen die Ukraine ihr Geschäft in Russland auf. Nach über 30 Jahren in dem Land will McDonald's die Filialen an einen russischen Käufer verkaufen, wie der Konzern in Chicago mitteilte.
Das Unternehmen sei zum Schluss gekommen, dass das Eigentum an den russischen Aktivitäten nicht mehr haltbar und auch nicht mehr im Sinne der Unternehmenswerte sei. Für den Rückzug aus Russland wird McDonald's nach eigenen Angaben Sonderkosten in Höhe von 1,2 bis 1,4 Milliarden Dollar verbuchen, unter anderem für Abschreibungen und Fremdwährungsverluste.
Ryanair-Chef geht Boeing-Management frontal an
Der Billigflieger Ryanair hat ihren Haupt-Lieferanten Boeing scharf kritisiert. "Boeing braucht einen Neustart im Management", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary bei CNBC. Man sei sehr enttäuscht über die vergangenen zwölf Monate mit späten Auslieferungen. Man habe zudem von den US-Amerikanern nichts mehr zu der Langversion Boeing 737-MAX-10 gehört, zu der Verhandlungen im September vergangenen Jahres abgebrochen worden waren.
Die Boeing 737 ist in verschiedenen Versionen der Standard-Jet der Iren, die nach Boeing-Angaben größter Kunde in Europa sind. Für den Sommer stammen von 505 Jets ihrer Flotte nur 29 bei der Tochter Lauda vom Konkurrenten Airbus. Von der leicht modifizierten 737-MAX hat Ryanair 210 Exemplare bestellt.
Begehrter Weizen - Özdemir warnt vor Preisexplosionen
Eine extreme Hitzewelle und ein durch den Ukraine-Krieg angespannter Getreidemarkt zwingen Indien zu einem Export-Stopp von Weizen. Landwirtschaftsminister Özdemir "sieht das sehr kritisch", eine Drosselung könnte die Preise zusätzlich anschieben.
DAX lungert unterhalb 14.000 herum
Der DAX ist mit dem Versuch einer weiteren Erholung gescheitert. Nach einem schwachen Start drehte der deutsche Leitindex nur kurz ins Plus. Gegen Mittag büßte er 0,6 Prozent auf 13.947 Punkte ein. Der EUROSTOXX50 verlor ebenfalls 0,6 Prozent auf 3683 Zähler.
Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar bei RoboMarkets sieht aktuell vor allem Konjunkturdaten aus China als Belastung: "Die dicken Minuszeichen bei Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätzen sprechen eine eindeutige Sprache: Das Reich der Mitte fällt aktuell als Konjunkturmotor einer schon strauchelnden Weltwirtschaft aus."
"Mangelteuerung ist Problem der nächsten Monate"
Internationale Krisen offenbaren derzeit gravierende Schwachstellen der Globalisierung. Handelsketten stocken und führen durch Schwächung der Angebotsseite zu einer Mangelteuerung. ntv-Börsenreporter Frank Meyer berichtet über die Folgen für Konjunktur und Zinspolitik.
Tesla verschiebt Hochfahren der Produktion in Shanghai
Der Elektroautopionier Tesla verschiebt den geplanten Hochlauf seiner Produktion in Shanghai auf das Niveau von vor dem Corona-Lockdown um mindestens eine Woche. Dies geht aus einem internen Memo hervor, aus dem Reuters zitiert. Demzufolge soll der Betrieb dort mindestens eine Woche länger bei einer einzigen Schicht mit einer gedrosselten Tagesproduktion von 1200 Fahrzeugen bleiben.
Zuvor hatte Tesla angekündigt, die Produktion in seinem Shanghai-Werk ab dem 16. Mai auf 2600 Autos pro Tag erhöhen. Tesla müsse noch die Anzahl der Arbeiter verdoppeln, die in der Nähe der Produktionslinien leben und schlafen, um den sogenannten "geschlossenen Kreislauf" aufrechtzuerhalten, erläuterte ein Insider.
Möbelhändler-Aktienkurs rauscht in den Keller
Ein Umsatzrückgang und gekappte Gesamtjahresziele haben Made.com den größten Kurssturz der Firmengeschichte eingebrockt. Die Aktie des auch in Deutschland aktiven Online-Möbelhändlers fiel in London um 22 Prozent und war mit 49,55 Pence so billig wie noch nie seit dem Börsengang vor einem Jahr.
Die Umsätze gingen den Angaben zufolge zum Jahresauftakt um zehn Prozent zurück. Vor diesem Hintergrund rechnet das Unternehmen für 2022 nur noch mit Erlösen von umgerechnet 1,4 Milliarden Euro.
EU-Kommission drückt Wachstumsprognose für Europa
Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognose für die europäische Wirtschaft wegen des Krieges in der Ukraine drastisch nach unten korrigiert. Die Wirtschaft der EU sowie der Euro-Länder werde in diesem Jahr nur um 2,7 Prozent wachsen statt wie bisher erwartet um vier Prozent, wie aus der in Brüssel vorgelegten Frühjahrsprognose der Behörde hervorgeht.
Experte Dudenhöffer erwartet weiter steigende Neuwagen-Preise
Autos sind aktuell Mangelware. Die Hersteller kämpfen mit massiven Produktionsproblemen. Eine aktuelle Untersuchung kommt zu dem Ergebnis: Dieses Jahr werden weltweit so wenig Neuwagen verkauft, wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Und: Für Kunden wird es teuer.
Einstieg des arabischen Rivalen e& beflügelt Vodafone
Der 4,4 Milliarden US-Dollar schwere Einstieg des Telekom-Konzerns e& aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hat Vodafone kräftig Auftrieb gegeben. Der Aktienkurs des Mobilfunkers stieg in London um vier Prozent, e&-Titel gewannen in Abu Dhabi 6,3 Prozent. Er rechne nicht damit, dass der neue Eigner mit einem knapp zehnprozentigen Anteil auf Veränderungen der Geschäftsstrategie drängen werde, erklärte Analyst Jerry Dellis von der Investmentbank Jefferies. Er sehe e& vielmehr als Gegengewicht zu aktivistischen Investoren.
Starker Dollar setzt dem Goldpreis zu
Auch im sogenannten sicheren Hafen herrscht mal Wind: Gold steht an den internationalen Finanzmärkten weiter unter Druck. Der Preis für eine Feinunze fiel an der Rohstoffbörse in London bis auf 1799,92 US-Dollar. Bereits am Freitag wurde die Marke von 1800 Dollar bereits kurzzeitig unterschritten. In Dollar notiert der Goldpreis derzeit in der Nähe seines tiefsten Standes seit gut drei Monaten. In Euro gerechnet kostete eine Feinunze Gold am Montag 1737 Euro und damit in etwa so viel wie am Freitag.
Seit Mitte April geht es mit dem Goldpreis in der Tendenz nach unten. Fachleute nennen vor allem den steigenden Dollarkurs als Belastung. Der Dollar erhält derzeit viel Rückenwind durch die straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed, die sich mit deutlichen Zinsanhebungen gegen die hohe Inflation stemmt.
Lage in Indien verschärft Lage bei Getreidepreisen noch mehr
Das indische Verbot für den Export von Weizen hat die Getreidepreise weiter nach oben getrieben. Der US-Future steigt um sechs Prozent auf ein Zweieinhalb-Monats-Hoch von 12,475 Dollar je Scheffel. "Indien erlebt eine Hitzewelle und versucht, die Versorgungssicherheit an Weizen sicherzustellen", sagt Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Durch den kriegsbedingten Ausfall ukrainischer Lieferungen werde der weltweite Angebotsengpass verschärft.
Wie stark ist der Abwärtstrend?
Das Verhalten der Anleger hat sich erheblich verändert. Immer öfter setzen sie auf sinkende Aktienwerte. Zu Recht: Die wichtigen Indizes in Deutschland und den USA haben in den vergangenen Monaten deutlich Verluste hinnehmen müssen. Wie stabil dieser Bärenmarkt ist, darüber streiten die Experten. Manche sehen Anzeichen, die allmählich Hoffnung auf eine Wende machen. Andere warnen, sehen wenige Gründe für eine Trendwende und befürchten eine Rezession. Was für und gegen beide Ansichten spricht, darüber diskutiert Friedhelm Tilgen mit Volker Meinel von BNP Paribas und dem Finanzexperten Egmond Haidt.
Holcim verkauft Indien-Geschäft
Der Schweizer Baustoffkonzern Holcim veräußert sein Geschäft in Indien. Für einen Barerlös von insgesamt rund 6,4 Milliarden Schweizer Franken gingen die Beteiligungen an Ambuja Cement und ACC an die Adani Group, gibt Holcim bekannt. Die Transaktion unterliege der Genehmigung durch die lokalen Behörden und werde voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 abgeschlossen. Die Adani Group ist ein indisches Unternehmen mit einem Portfolio, das von Infrastruktur bis Energie reicht.
DAX notiert knapp unter 14.000 - China belastet
Der deutsche Aktienmarkt ist uneinheitlich in den Handel gestartet. Der DAX verlor in den ersten Minuten 0,2 Prozent auf 13.999 Punkte. Auch der SDAX verlor leicht. Dagegen verzeichneten MDAX und TECDAX geringfügige Gewinne.
Auf die Stimmung drücken sehr schwache Wirtschaftsdaten aus China: Dort ging die Industrieproduktion im April entgegen den Erwartungen zurück, und die Einzelhandelsumsätze sind noch stärker eingebrochen als erwartet. "Das dürfte vor allem Unternehmen mit starkem China-Exposure belasten", so ein Marktteilnehmer.
Deutsche Großhandelspreise explodieren
Die Preise im Großhandel in Deutschland sind im April mit Rekordtempo gestiegen. Sie lagen um 23,8 Prozent höher als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das war der stärkste Anstieg innerhalb eines Jahres seit Beginn der Erhebung 1962.
Der Ukraine-Krieg heizte vor allem die Verkaufspreise bei Rohstoffen und Energie im Großhandel an, aber auch verschiedene Lebensmittel verteuerten sich deutlich. Im März war die Rate insgesamt bereits um 22,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Den größten Einfluss im April hatte den Angaben zufolge der Preiszuwachs im Großhandel mit Mineralölerzeugnissen (plus 63,4 Prozent).
Nikkei schließt im Plus - Yamaha-Aktie schmiert ab
Hin- und hergerissen zwischen enttäuschenden Konjunkturdaten aus China und der Aussicht auf ein Ende der dortigen Lockdowns gehen asiatische Anleger auf Richtungssuche. Die Börse Shanghai gab 0,2 Prozent auf 3077 Punkte nach, während der japanische Nikkei gestützt auf die Kursgewinne der Wall Street vom Freitag 0,5 Prozent auf 26.547 Zähler zulegte. Wegen der Pandemie-Beschränkungen schrumpften Konsum und Industrieproduktion in China deutlich. Parallel dazu kündigten die Behörden eine Lockerung des Lockdowns für die Wirtschaftmetropole Shanghai an.
Bei den japanischen Aktienwerten stachen Yamaha mit einem Minus von neun Prozent heraus. Ein Rückgang des operativen Gewinns um 17 Prozent auf umgerechnet 299 Millionen Euro brockte dem Motorrad-Bauer den größten Tagesverlust seit drei Jahren ein.
Diese US-Aktie stürzte nachbörslich ab
Zosano Pharma haben am Freitag nachbörslich mit einem Kursrückgang um rund 9 Prozent auf die Mitteilung reagiert, dass das Unternehmen eine Kapitalspritze benötigt, um sein Geschäft weiter betreiben zu können. Zosano hatte einen Quartalsverlust von 33,4 Millionen Dollar vermeldet, nachdem es Wertberichtigungen im Umfang von 25,9 Millionen Dollar hatte vornehmen müssen - für Immobilien, Ausrüstung, aber auch ein ausgesetztes Forschungsprogramm. Zosano kündigte außerdem an, den Board zu verkleinern.
Werften-Thema ein Kursfaktor für Thyssen-Aktie?
"Ein Ausbau des Marine-Geschäfts wäre positiv", so ein Händler zu Thyssen. Der Konzern hat Interesse an neuen Produktionsanlagen, so auch an Teilen der insolventen MV-Werften in Wismar. Der Bereich hat mit der Aufrüstung gute Aussichten", so der Marktteilnehmer. Der eigentliche potenzielle Kurstreiber sei aber die Umstrukturierung des Stahlgeschäfts hin zu "grünem" Stahl. Zum Wochenstart könnte der Kurs allerdings erst einmal unter schwachen chinesischen Konjunkturdaten leiden, denn diese belasteten insbesondere für Basic Resources die Stimmung.
Ryanair peilt wieder Gewinn an
Der Billigflieger und Lufthansa-Konkurrent Ryanair Holdings hat seinen Nettoverlust im vierten Quartal verringert. Das Unternehmen erwartet, im Geschäftsjahr 2022/23 in die Gewinnzone zurückzukehren. Ryanair teilte mit, dass der Nettoverlust für das abgelaufene Geschäftsjahr per Ende März 240,8 Millionen Euro betrug, verglichen mit einem Nettoverlust von 1,01 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Die Konsensschätzung einer Factset-Umfrage unter 11 Analysten ging von einem Nettoverlust von 356,5 Millionen Euro aus. Der Umsatz stieg auf 4,80 Milliarden Euro, verglichen mit 1,64 Milliarden im Vorjahr. Der Konsens für den Jahresumsatz lag bei 4,9 Milliarden Euro. Die Auslastung der Flugzeuge lag nach Angaben des Unternehmens bei 82 Prozent gegenüber 71 Prozent im Vorjahr.
Die Billigfluggesellschaft kündigte an, dass aufgrund der Pandemie und des Krieges in der Ukraine die Preisgestaltung für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2023 weiterhin stimuliert werden muss. Es gebe aber einen Nachholbedarf nach Flügen und Ryanair sei optimistisch, dass die Spitzentarife im Sommer 2022 höher sein werden als im gleichen Zeitraum 2019. Ryanair traut sich aber nicht zu, eine Gewinnprognose für das Jahr abzugeben, da das Risiko aus der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine weiter besteht.
Schwache China-Daten bremsen Asien-Börsen
Schwach ausgefallene Konjunkturdaten aus China geben die Richtung an den Börsen in Ostasien und Australien vor und machen sehr starke US-Vorgaben vom Freitag weitgehend zunichte. Nach anfänglichen soliden Indexgewinnen geht es in Shanghai und Hongkong sowie in Seoul inzwischen moderat nach unten um bis zu 0,5 Prozent, während Sydney und Tokio zumindest noch knapp im Plus liegen. Der Nikkei-Index in Tokio gewinnt 0,4 Prozent auf 26.537 Punkte.
Die chinesische Industrieproduktion zeigt für April ein Minus gegenüber dem Vorjahr von 2,9 Prozent. Ökonomen hatten dagegen ein Plus von 1,0 Prozent erwartet. Zum Vormonat beträgt das Minus 7,1 Prozent. Außerdem sackte der Einzelhandelsumsatz um über 11 Prozent ab. Zugleich sind die Anlageinvestitionen der Städte in den ersten vier Monaten zwar um 6,8 Prozent gestiegen, hier war aber ein etwas größeres Plus erwartet worden. Hauptgrund für die schwachen Daten ist die von Peking verfolgte strikte Null-Covid-Strategie mit der Folge von Lockdowns wichtiger Metropolen wie beispielsweise Schanghai.
Allerdings sollen beginnend am Berichtstag in Shanghai nun vorsichtig wieder Einkaufszentren, Restaurants und Frisöre öffnen, wie die Analysten von KGI Securities bemerken. Zumindest für etwas Unterstützung insbesondere bei Aktien aus dem Immobiliensektor sorgt derweil, dass die chinesische Notenbank am Wochenende Kredite für Erstkäufer von Wohnimmobilien verbilligt hat.
US-Benzinpreis klettert auf Rekordhoch
Schwindende Benzin-Lagerbestände treiben die Treibstoffpreise in den USA auf ein Rekordhoch. Der entsprechende Future steigt um 1,3 Prozent auf 4,0111 Dollar je Gallone. Wegen der geringeren Importe von Rohöl-Produkten aus Europa müsse mit weiteren Preissteigerungen gerechnet werden, sagt Kazuhiko Saito, Chef-Analyst des Brokerhauses Fujitomi. Wieder aufgeflammte Rezessionsängste als Reaktion auf enttäuschende chinesische Konjunkturdaten drücken dagegen die Preise für die Rohöl-Sorten Brent und WTI um jeweils zwei Prozent auf 109,32 beziehungsweise 108,48 Dollar je Barrel.
Brent Rohöl I
DAX tanzt um die Marke
Zum Auftakt der neuen Börsenwoche wird der DAX Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Montag niedriger starten. Der deutsche Börsenleitindex wird aktuell mit Kursen um 13.985 Punkte taxiert und damit etwa 0,3 Prozent schwächer als zum Schluss der vorherigen Handelswoche.
Am Freitag hatte der deutsche Leitindex nach einer Achterbahnfahrt an den vorangegangenen Tagen 2,1 Prozent fester bei 14.027,93 Punkten geschlossen. Konjunktur- und Zinserhöhungssorgen beschäftigen Börsianer erneut. Vor diesem Hintergrund warten sie unter anderem auf die Veröffentlichung der deutschen Großhandelspreise für April. Im März waren sie im Vergleich zum Vorjahresmonat um 22,6 Prozent gestiegen. In den USA steht das Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von New York auf dem Terminplan. Experten erwarten für Mai einen Rückgang auf 17 Punkte von 24,6 Zählern. Außerdem legen der Funkturm-Betreiber Vantage Tower und die IT-Firma Adesso Geschäftszahlen vor. Im Ausland öffnet unter anderem der Billig-Flieger Ryanair seine Bücher.
Elon Musk hat Ärger mit Twitter-Anwälten
Tesla-CEO Elon Musk liegt offenbar im Clinch mit der Rechtsabteilung des Social-Media-Unternehmens Twitter. "Die Rechtsabteilung von Twitter hat gerade angerufen, um sich darüber zu beschweren, dass ich ihre Geheimhaltungsvereinbarung verletzt habe", so Musk. Er habe enthüllt, dass die Stichprobengröße für die Kontrollen der Social-Media-Plattform zu automatisierten Nutzern 100 beträgt. Der Unternehmer hatte am Freitag angekündigt, den 44 Milliarden Dollar schweren Übernahme-Deal mit Twitter vorübergehend auf Eis gelegt zu haben. Er erwarte, dass das Social-Media-Unternehmen zunächst einmal Daten über den Anteil seiner gefälschten Konten zur Verfügung stelle, wolle aber weiterhin an dem Geschäft festhalten.
s
Euro fällt unter 1,04er-Marke
Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,2 Prozent auf 128,89 Yen und stagniert bei 6,7891 Yuan. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent höher bei 1,0028 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,2 Prozent auf 1,0395 Dollar und notiert kaum verändert bei 1,0426 Franken. Das Pfund Sterling verliert 0,2 Prozent auf 1,2241 Dollar.
Euro / Dollar o
Tokioter Börse sucht klare Richtung
Die asiatischen Aktienmärkte reagieren uneinheitlich auf die schwachen Daten aus China zur Industrieproduktion und zum Einzelhandel. Die Einzelhandelsumsätze fielen in China im April um 11,1 Prozent und damit fast doppelt so stark wie prognostiziert. Die Industrieproduktion ging um 2,9 Prozent zurück, Analysten hatten mit einem leichten Anstieg gerechnet. Die Nachricht, dass die chinesische Finanzmetropole Shanghai einige seiner Beschränkungen lockert, war für die Anleger nur ein schwacher Trost.
Der Nikkei gewinnt zunächst 0,2 Prozent auf 26.492 Punkte. Der breiter gefasste Topix gibt dagegen 0,1 Prozent auf 1862 Zähler ab. Der Shanghai Composite büßt 0,5 Prozent ein. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verliert 0,7 Prozent.
Omikron-Ausbruch legt Chinas Industrie lahm
Corona-Beschränkungen und anhaltende Lieferengpässe haben die chinesische Industrieproduktion im April ausgebremst. Die Produktion in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt schrumpften im abgelaufenen Monat im Jahresvergleich um 2,9 Prozent, wie Daten des Nationalen Statistikamtes zeigen. Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Anstieg von 5,0 Prozent im März. Von Reuters befragte Analysten hatten ein Wachstum von 0,4 Prozent erwartet. Die Unternehmen in China kämpfen infolge strikter Lockdowns zur Eindämmung eines Omikron-Ausbruchs erneut mit Lieferengpässen und höheren Kosten. Auch der Einzelhandel kann nicht als Wachstumsmotor dienen: Der Konsum schrumpfte im April um 11,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Rückgang um 6,1 Prozent gerechnet, nach einem Abschwung von 3,5 Prozent im Juni. Die Regierung in Peking hat die sozialen Beschränkungen zur Eindämmung des Virus verschärft, was vor allem den Dienstleistungssektor belastet.
Neue Woche, neue Kursturbulenzen? Das wird für den Dax wichtig
Turbulenzen werden die Anleger Experten zufolge auch in der neuen Handelswoche begleiten. "Die Kombination aus Ukraine-Krieg und Null-Covid-Politik in China schwächen die Konjunktur", warnt Patrick Linden, Partner beim Vermögensverwalter Clartan. "Das Geflüster um eine mögliche Rezession in Europa wird lauter." Gleichzeitig lasse die Unterstützung durch Firmenbilanzen nach, gibt Marc Decker, stellvertretender Aktien-Chef der Privatbank Quintet, zu bedenken. "Während die Berichtssaison im ersten Quartal bisher sehr stark war, gehen wir davon aus, dass sich das Wachstum verlangsamt und der Druck auf die Gewinnspannen auch aufgrund der Inflation zunimmt, sodass sich die Gewinnaussichten ab jetzt deutlich eintrüben könnten."
Anders als in früheren Krisen würden die Notenbanken diesmal den Börsen auch nicht als "weiße Ritter" zur Hilfe eilen, sagt Anlagestratege Marcus Hüttinger vom Vermögensverwalter Gane. Es sei unwahrscheinlich, dass sie von ihrem Kampf gegen Inflation abließen und die Finanzmärkte wieder mit Geld fluteten.
Für Aktien spreche dagegen, dass die Realzinsen - Leitzins minus Inflation - weiterhin negativ seien, wirft Portfoliomanager Oliver Grass von der Fürst Fugger Privatbank ein. "Ein vollständiger Inflationsausgleich plus zusätzliche Rendite ist beim Investieren in Aktien perspektivisch nicht nur möglich, sondern auch realistisch. Dafür müssen die Anleger jedoch auch in unsicheren Märkten Ruhe bewahren." In den vergangenen Handelstagen war davon aber wenig zu spüren. Der DAX schwankte stark, konnte jedoch den sechsten Wochenverlust in Folge vermeiden. Am Freitag war er 2,1 Prozent fester mit 14.022 Punkten aus dem Handel gegangen. Auch an der Wall Street hatten die Notierungen auf breiter Basis zugelegt. Aktuell wird der deutsche Börsenleitindex mit Kursen um 13.975 Zähler wieder leicht niedriger und unterhalb der 14.000er-Marke taxiert.
Vonseiten der nach wie vor laufenden Berichtssaison und auch von der Konjunkturagenda gestaltet sich der Wochenstart ruhig: Im Fokus der Anleger dürften die Zahlen des Lufthansa-Konkurrenten Ryanair stehen. Daneben legen auch Vantage Towers und Synlab Zahlen vor. Die EU-Handelsbilanz am Mittag und der Empire State Manufacturing Index aus den USA am Nachmittag könnten Hinweise auf die konjunkturelle Entwicklung geben.