Der Börsen-Tag
23. Februar 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
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12:46 Uhr

Trump hätte Zollurteil "viel schlauer wenden können"

Trump setzt seine Strafzölle immer wieder als Druckmittel ein. Mit dem jüngsten Urteil setzt der Supreme Court dem zumindest vorerst eine Grenze. Der US-Präsident reagiert prompt und kündigt neue Zölle an. Dabei hätte er die Situation "schlauer spielen können", sagt Martin Lück, Geschäftsführer von Macro Monkey.

Trump hätte Zollurteil "viel schlauer wenden können"
12:26 Uhr

Neues vom Geldmarkt

Die Sätze am europäischen Geldmarkt werden zu Wochenbeginn breiter gestellt. Am Freitag hat der Oberste Gerichtshof in den USA einen Großteil von US-Präsident Donald Trumps Zöllen für unrechtmäßig erklärt, was für Unsicherheit an den Märkten sorgt. "Wenn die US-Regierung nun den bestehenden Handelsdeals zwischen der EU und den USA nicht einhält, könnte der Zoll für einige Waren wie Autos steigen. Die Unsicherheit über Zölle ist zurückgekehrt und dürfte für einige Zeit bestehen bleiben", heißt es bei der Commerzbank. Eine zentrale, aber offene Frage für Exporteure der Europäische Union ist nun, ob der "Turnberry-Deal" zwischen den USA und der EU vom Sommer 2025 weitergeführt wird.

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(Foto: IMAGO/Zoonar)

Tagesgeld: 1,80 - 2,10 (1,90 - 2,07), Wochengeld: 1,80 - 2,10 (1,93 - 2,10), 1-Monats-Geld: 1,89 - 2,26 (1,95 - 2,13), 3-Monats-Geld: 1,95 - 2,30 (2,02 - 2,20), 6-Monats-Geld: 2,02 - 2,37 (2,07 - 2,26), 12-Monats-Geld: 2,09 - 2,44 (2,17 - 2,35), Euribors: 20.02. 19.02. 3 Monate: 2,0240 2,0240, 6 Monate: 2,1410 2,1370, 12 Monate: 2,2050 2,1980

Neues vom Geldmarkt
12:07 Uhr

US-Zollbehörde stoppt Erhebung

Mehr als drei Tage nach dem Urteil des Supreme Courts gegen bestimmte von US-Präsident Donald Trump verhängte Zölle will die Zollbehörde CBP die Erhebung dieser Abgaben einstellen. Ab Dienstag würden alle Zollcodes für die im Zusammenhang mit dem Notstandsgesetz IEEPA verhängten Abgaben deaktiviert, schreibt die Behörde an Logistikunternehmen. Der Oberste Gerichtshof hatte diese bestimmte Art von Zöllen am Freitag für unrechtmäßig erklärt. Trump verhängte daraufhin auf einer anderen rechtlichen Grundlage umgehend neue Zölle in Höhe von 15 Prozent.

US-Zollbehörde stoppt Erhebung
11:56 Uhr

Dax gräbt sich ein

Update von der Frankfurter Börse: Die Unsicherheiten hinsichtlich der US-Zollpolitik hat den deutschen Aktienmarkt ausgebremst. Der Dax verlor am Mittag 0,5 Prozent auf 25.136 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte kaum verändert bei 6129 Stellen. Der Euro lag etwas fester bei 1,1799 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI stiegen geringfügig um je 0,2 Prozent.

Dax gräbt sich ein
11:23 Uhr

Bitcoin unter 60.000 Dollar - war's das wirklich schon?

Am Kryptomarkt geht es weiter turbulent zu. Die Kurse von Bitcoin und Co. trudeln seit Monaten abwärts, springen dann wieder kurzfristig nach oben, um dann doch wieder abzurutschen. Nicht wenige hoffen zumindest auf einen Seitwärtsmarkt - wenn auch mit starken Schwankungen. Wie können Anleger, die an Kryptowährungen interessiert sind, sich jetzt aufstellen? Friedhelm Tilgen diskutiert darüber mit Dirk Heß von nxtAssets und Endrit Çela von AMF Capital.

Bitcoin unter 60.000 Dollar - war's das wirklich schon?
11:01 Uhr

Deutsche Wirtschaft bleibt auf dem Podest

Deutschland hat trotz anhaltender Konjunkturflaute seine Stellung als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt behauptet: Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) für Reuters summierte sich das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr auf umgerechnet 5052 Milliarden Dollar. Damit wurde das lange Zeit drittplatzierte Japan erneut auf den vierten Platz verwiesen (4431 Milliarden Dollar). Unangefochtene Nummer eins blieben 2025 die USA mit einer Wirtschaftsleistung von 30.779 Milliarden Dollar, gefolgt von China mit 19.513 Milliarden Dollar.

"Japan kämpft mit ähnlichen Problemen wie Deutschland: weltweit zunehmendem Protektionismus etwa durch höhere Zölle, wachsende Konkurrenz durch China und Alterung der Bevölkerung", sagte IW-Konjunkturchef Michael Grömling und fügte hinzu: "Sowohl Deutschland als auch Japan verlieren den Anschluss an die beiden größten Volkswirtschaften, die schon seit geraumer Zeit viel dynamischer wachsen."

Deutsche Wirtschaft bleibt auf dem Podest
10:37 Uhr

Versorger-Aktie vollzieht Kurssprung

Mit einem Kurssprung um 5,5 Prozent reagiert die Enel-Aktie auf diverse Nachrichten vom Kapitalmarkttag. Der italienische Versorger will im Rahmen eines Dreijahresplans die Ausgaben in allen Geschäftsbereichen erhöhen und die Renditen für die Aktionäre erhöhen. Danach sollen die Bruttoinvestitionen auf rund 53 Milliarden Euro steigen - ein Plus von rund zehn Milliarden Euro gegenüber dem vorherigen Dreijahresplan. Außerdem soll die Dividende steigen und Enel legt ein Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro auf.

Versorger-Aktie vollzieht Kurssprung
10:12 Uhr

Ifo-Index deutlich über den Erwartungen

Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich im Februar etwas deutlicher als erwartet aufgehellt. Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg auf 88,6 (Januar: 87,6) Punkte. Volkswirte hatten einen Anstieg auf 88,1 prognostiziert. Der Index der Lagebeurteilung stieg auf 86,7 (85,7) Punkte. Erwartet worden waren 86,3 Punkte. Der Index der Erwartungen erhöhte sich auf 90,5 (Januar revidiert: 89,6) Punkte. Die Prognose hatte auf 90,0 gelautet. Vorläufig waren 89,5 Punkte gemeldet worden.

"Es scheint ein weiteres Indiz für ein Konjunkturerwachen vorzuliegen. Lage und Erwartungen bessern sich, wozu der gewachsene Auftragsbestand beigetragen haben dürfte", analysierte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe: "Das Fiskalpaket zeigt also erste positive Wirkungen. Eine grundlegende Stimmungsverbesserung ist aber noch nicht festzustellen. US-Zölle, chinesische Dumpingpreise und schwierige Standortbedingungen bleiben eine Belastung. Unternehmen dürften Kapazitäten daher vorerst nur besser auslasten statt diese zu erweitern. Bis zu einer richtig tragenden Investitionsoffensive ist der Weg also noch weit. Solange sich die aktuelle Lage nicht merklich bessert, ist die Konjunkturerholung wackelig."

Ifo-Index deutlich über den Erwartungen
09:52 Uhr

Autozulieferer mit Ergebnisplus

Forvia Hella hat im abgelaufenen Geschäftsjahr bei stabilem Umsatz sein Ergebnis verbessert. Der währungsbereinigte Umsatz habe 2025 mit acht Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres gelegen, teilte der Autozulieferer mit. Unter Berücksichtigung negativer Wechselkurseffekte reduzierte sich der Umsatz um 2,1 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Operating Income) verbesserte sich auf 474 Millionen Euro von 446 Millionen Euro im Vorjahr, die operative Marge erhöhte sich auf 6,0 von 5,6 Prozent.

Für 2026 erwartet der Scheinwerferspezialist einen währungsbereinigten Umsatz in der Bandbreite zwischen rund 7,4 und 7,9 Milliarden Euro. Die operative Marge dürfte zwischen rund 5,4 und 6,0 Prozent liegen.

Autozulieferer mit Ergebnisplus
09:32 Uhr

Kurstreiber Trump: Goldpreis klettert auf Dreiwochenhoch

Die Unsicherheit nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA zu den Zöllen von US-Präsident Donald Trump treibt den Goldpreis an. Eine Feinunze verteuert sich um bis zu 1,4 Prozent auf 5176 Dollar, dem höchsten Stand seit drei Wochen. Der Supreme Court hatte Trumps weitreichende Zölle am Freitag gekippt, die er auf Grundlage eines Gesetzes für nationale Notfälle durchgesetzt hatte. Trump kündigte daraufhin auf einer anderen rechtlichen Grundlage einen Globalzoll von zehn Prozent an, den er noch am Wochenende auf 15 Prozent hochsetzte.

Die Unsicherheit lasse Händler zu Goldbarren greifen, sagten Analysten. "Ob der Goldpreis in naher Zukunft wieder über 5400 Dollar steigen kann, könnte davon abhängen, wie lange die Unsicherheit bezüglich der Zölle anhält und ob die USA militärische Maßnahmen gegen den Iran ergreifen", sagte Tim Waterer, Analyst vom Handelshaus KCM Trade.

Kurstreiber Trump: Goldpreis klettert auf Dreiwochenhoch
09:18 Uhr

"Der Entertainment-Faktor bleibt hoch"

Der Dax gibt zum Handelsstart nach. Der deutsche Börsenleitindex, der sich am Freitag mit 25.261 Punkten und damit fester ins Wochenende verabschiedet hatte, notiert aktuell im Bereich von 25.060 Zählern.

ntv-Börsenkorrespondent Friedhelm Tilgen verweist auf die "Trumpsche Zollpolitik". "Nachdem er Gegenwind vom Obersten Gerichtshof erfahren hat, droht Trump mit globalen Abgaben", erläutert Tilgen. "Das sorgt für Unsicherheit. Und Unsicherheit mögen Investoren nicht. Kurum: Der Entertainment-Faktor bleibt hoch."

"Der Entertainment-Faktor bleibt hoch"
08:59 Uhr

Aktie von Deutschlands größtem Baukonzern unter Druck

Ein Analystenkommentar schickt einem Händler zufolge Hochtief auf Talfahrt. Die Aktien von Deutschlands größtem Baukonzern fallen vorbörslich 2,8 Prozent. Die Analysten von Santander stuften Hochtief dem Händler zufolge auf "Neutral" von zuvor "Outperform" herab.

Aktie von Deutschlands größtem Baukonzern unter Druck
08:39 Uhr

Schnäppchenjäger sind auf der Pirsch

Die asiatischen Aktienmärkte zeigen sich tendenziell mit Aufschlägen, auch wenn das US-Zollthema für Verunsicherung sorgt. In Festlandschina wird weiterhin wegen des chinesischen Neujahrsfests nicht gehandelt, in Japan ruht der Handel wegen des Geburtstags des Kaisers.

Am Freitag hatte der Oberste Gerichtshof der USA die Trump-Zölle für unrechtmäßig erklärt, weil das dafür bemühte Notstandsgesetz den Präsidenten nicht dazu ermächtige. Inzwischen hat Trump darauf reagiert und neben Schimpftiraden gegen das Gericht angekündigt, den globalen Zollsatz auf 15 Prozent zu erhöhen. Dieser soll viele der Zölle ersetzen, die vom Supreme Court für illegal erklärt wurden. Volkswirte weisen derweil darauf hin, dass die Ankündigungen von Trump manche asiatische Volkswirtschaften in Südostasien nun zunächst sogar besser dastehen lassen als zuvor, weil diese mit besonders hohen Zöllen belegt waren. Die generelle Unsicherheit sei dennoch ein Problem.

In Hongkong befglügeln nach einer Woche Pause wegen der Neujahresfeierlichkeiten die Hoffnungen auf niedrigere Zölle eher. Dazu deuten Daten zu den chinesischen Neujahrsfeiertagen auf eine allgemein robuste Binnennachfrage hin, wie die Citi-Analysten anmerken. Der HSI zieht um 2,2 Prozent an und stellt den Index mit den höchsten Aufschlägen der Region - angeführt von Technologiewerten. Nach den zuletzt starken Verlusten seien Schnäppchenjäger aktiv, heißt es. In Südkorea trieben Aktien mit KI-Fantasie den Kospi zunächst auf Rekordhoch, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten. Aktuell gewinnt der Index 0,5 Prozent - lag aber bereits deutlich höher. Das Schwergewicht Samsung Electronics zieht um 1 Prozent an. Laut einem Bericht steht Samsung wahrscheinlich kurz vor einem großen Auftrag durch Nvidia. Der Kospi könnte auf bis zu 8000 Punkte steigen, spekulieren derweil die Nomura-Analysten. Die Analysten haben ihr Ziel für den Kospi im ersten Halbjahr auf 7500 bis 8000 Punkte angehoben.

Schnäppchenjäger sind auf der Pirsch
08:22 Uhr

Trumpsche Zollpolitik sorgt für Verunsicherung

Die europäischen Aktienmärkte werden zum Handelsstart zunächst im Minus erwartet. Anleger sind erst einmal verunsichert angesichts des Zollchaos nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs am Freitag und warten ab, bis sich möglicherweise mehr Klarheit ergibt. Der Dax wird zunächst bei 25.070 Punkten gesehen nach einem Xetra-Schluss am Freitag mit 25.261. Damit würde er die Gewinne aus dem späten Handel am Freitag in Reaktion auf das Urteil wieder abgeben.

Nach der Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofes, dass Präsident Trump mit der Einführung pauschaler Importzölle auf Basis eines Notstandsgesetzes seine Befugnisse überschritten habe, verkündete Trump direkt neue Handelsbarrieren. Dies werde nun zum Start in die Woche eingepreist, heißt es. Trump beruft sich nun auf Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 und erhebt einen globalen Basiszoll von 15 Prozent, der zunächst 150 Tage eingesetzt werden kann, um außenwirtschaftliche Ungleichgewichte zu korrigieren.

Trumpsche Zollpolitik sorgt für Verunsicherung
08:03 Uhr

Öl-Investoren setzen auf neue Runde in Atomgesprächen

Die Ölpreise geben zunächst nach, nachdem für Donnerstag eine neue Runde der Atomgespräche zwischen den USA und dem Iran angesetzt wurde. Dies lindert die Sorgen vor einer militärischen Eskalation in der Region. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligt sich um ein Prozent auf 71,02 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI fällt 1,1 Prozent auf 65,75 Dollar.

Öl-Investoren setzen auf neue Runde in Atomgesprächen
07:48 Uhr

Neue Trump-Zölle: Das sind die Folgen

Der neue globale Zoll der Trump-Regierung von 15 Prozent könnte erneut vorgezogene Lieferungen in Asien auslösen. Davon gehen die Analysten der Citi aus. Sie erwarten, dass der durchschnittliche effektive US-Zollsatz nur geringfügig, wenn überhaupt, sinken wird, nachdem der Oberste Gerichtshof die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle aufgehoben hat. Während auf die gegenseitigen Zölle im Jahr 2025 oft vorübergehende Waffenstillstände folgten, die vorgezogene Lieferungen begünstigten, könnte der neue 15-prozentige Zoll eine Verschiebung oder Vorverlagerung von Importen bewirken, so die Citi. Dieser sei auf einer alternativen Rechtsgrundlage eingeführt worden und solle Ende Juli auslaufen.

Neue Trump-Zölle: Das sind die Folgen
07:29 Uhr

EZB-Chefin Lagarde bleibt vage

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat einen Medienbericht über einen angedachten vorzeitigen Rückzug erneut nicht klar zurückgewiesen. Lagarde sagte dem US-Sender CBS, man habe bei der EZB viel erreicht und das müsse konsolidiert werden. "Meine Grundannahme ist, dass dies bis zum Ende meiner Amtszeit dauern wird", fügte sie hinzu. Lagarde war gefragt worden, ob sie möglicherweise vor Ablauf ihrer Amtszeit im Oktober 2027 zurücktreten werde, damit ihr Nachfolger noch vor den französischen Wahlen gewählt werden könne, die eine rechtspopulistische Partei an die Macht bringen könnten.

Die "Financial Times" hatte in der vergangenen Woche berichtet, die Französin wolle ihr Amt als EZB-Präsidentin vorzeitig niederlegen, um dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron ein Mitspracherecht bei der Bestimmung ihrer Nachfolge zu geben. Lagardes reguläre Amtszeit läuft bis Ende Oktober 2027. In Frankreich wird im April nächsten Jahres gewählt.

EZB-Chefin Lagarde bleibt vage
07:10 Uhr

Chemiebranche ringt um Lösung

In Wiesbaden gehen die bundesweiten Tarifverhandlungen für die 585.000 Beschäftigten in der chemischen und pharmazeutischen Industrie in die zweite Runde. Die erste Runde war Anfang Februar ergebnislos vertagt worden. Die Gewerkschaft IGBCE fordert wegen der hohen Inflation der vergangenen Jahre deutlich mehr Geld für die Beschäftigten und lehnt eine Nullrunde ab. Die Arbeitgeber verweisen dagegen auf eine tiefe Branchenkrise. Es gebe auf absehbare Zeit keine Zuwächse zu verteilen.

Chemiebranche ringt um Lösung
06:54 Uhr

"Unsicherheit ist keine gute Nachricht"

Die Verunsicherung über die US-Zollpolitik lässt die asiatischen Aktienmärkte uneinheitlich tendieren. Während die Börse in Japan wegen eines Feiertags geschlossen bleibt, geben die Nikkei-Futures um ein Prozent nach. Demgegenüber legt der breiter gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans um 0,8 Prozent zu. Die Börse in Südkorea und der Leitindex in Taiwan setzen ihre Rekordjagd mit einem Plus von jeweils 1,2 Prozent fort. Die Märkte in Shanghai und Shenzhen bleiben ebenfalls geschlossen.

Auslöser der Nervosität war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, nach einer Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof einen neuen weltweiten Zollsatz von 15 Prozent zu erheben. "Die Zolllandschaft ist jetzt unsicherer als zuvor, und Unsicherheit ist für keine Wirtschaft oder keinen Markt eine gute Nachricht", sagt Rodrigo Catril, Devisenstratege bei der NAB. China kündigte eine "vollständige Bewertung" der Lage an und forderte Washington auf, die "einseitigen Zollmaßnahmen" aufzuheben.

Zu den Gewinnern zählen Technologiewerte in Südkorea und Taiwan, die von der jüngsten Rally im KI-Sektor profitierten. Die Anleger blicken jedoch gespannt auf die Quartalszahlen des Chip-Giganten Nvidia im weiteren Wochenverlauf, die als wichtiger Test für den gesamten Sektor gelten.

"Unsicherheit ist keine gute Nachricht"
06:37 Uhr

Dollar mit spürbaren Abgaben

Am Devisenmarkt gerät der Dollar angesichts der politischen Unsicherheit in den USA unter Druck. Er verliert 0,5 Prozent auf 154,34 Yen und notiert zur Schweizer Währung 0,5 Prozent niedriger bei 0,7722 Franken. Zum chinesischen Yuan gibt er leicht auf 6,9080 nach. Im Gegenzug steigt der Euro um 0,3 Prozent auf 1,1818 Dollar.

Dollar mit spürbaren Abgaben
06:20 Uhr

EU-Politiker will US-Zoll-Deal auf Eis legen

Nach der Gerichtsschlappe für die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump will der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange, die Umsetzung des Zolldeals mit den USA aussetzen. Niemand wisse, ob die Vereinigten Staaten sich nun überhaupt noch an getroffene Abmachungen halten könnten, teilte Lange mit. "Bevor weitere Schritte unternommen werden können, brauchen wir Klarheit und Rechtssicherheit", forderte der SPD-Europaabgeordnete. Er wolle dem zuständigen Verhandlungsteam im EU-Parlament daher bei einer extra einberufenen Sondersitzung die Aussetzung vorschlagen.

Im Sommer hatten sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Trump darauf verständigt, dass für die meisten EU-Importe in die USA ein maximaler Zoll von 15 Prozent nicht überschritten werden soll. Das daraufhin mit den USA ausgearbeitete rechtlich bindende Abkommen muss noch vom EU-Parlament angenommen werden.

EU-Politiker will US-Zoll-Deal auf Eis legen
06:00 Uhr

Wenn die Geopolitik verrücktspielt

Die Furcht vor einer Eskalation des US-Iran-Konflikts dürfte die Börsianer auch in dieser Woche nicht loslassen. "Nach einem raschen Durchbruch in den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran sieht es im Augenblick nicht aus", sagt Christian Henke, Analyst vom Broker IG. US-Präsident Donald Trump hat den Druck auf den Iran erhöht und die Führung in Teheran zu einer zügigen Einigung gedrängt. Sollte keine Lösung im Atomstreit erzielt werden, würden "schlimme Dinge" passieren, warnte Trump in Washington. Er nannte in diesem Zusammenhang eine Frist von zehn Tagen, ohne näher darauf einzugehen. Während die USA ihre Truppenpräsenz im Nahen Osten weiter verstärken, wächst international die Sorge vor einem neuen Krieg. Für diesen Donnerstag sind wohl neue Gespräche anberaumt.

Spekulationen auf mögliche Lieferengpässe trieben die Ölpreise in der alten Woche um rund 5,5 Prozent nach oben. Steil nach oben ging es auch für den europäischen Gaspreis. Die größte Sorge der Investoren ist laut Analysten, dass eine Eskalation des US-Iran-Konflikts den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus beeinträchtigen könnte. Ein großer Teil des weltweiten Öl- und Gasverbrauchs wird über diese Wasserstraße abgewickelt. Die Börsen schlugen unterdessen einen Zickzackkurs ein, doch eine Flucht aus Risikoanlagen in "sichere Häfen" blieb vorerst aus. Am Freitag verabschiedete sich der deutsche Börsenleitindex mit einem Stand von 25.261 Prozent ins Wochenende. "Anleger bevorzugen Sicherheit, wenn auch mit Abschlägen", fassen die Experten der Helaba zusammen.

Im Blick bleibt zugleich der Zickzackkurs des Technologiesektors. Nach der Markteinführung mehrerer neuer Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) fürchten viele Anleger, dass der Boom der neuen Technologie die Geschäftsmodelle etablierter Software- und Datenunternehmen untergraben könnte. Dies löste zuletzt in mehreren Branchen eine Korrektur aus. Benjamin Melman, Chefanleger beim Vermögensverwalter Edmond de Rothschild, bezeichnet diese Reaktion jedoch als überzogen: "Wenn KI die Entwicklung effizienter und günstiger macht, könnte die Nachfrage nach Software eher steigen als schrumpfen."

Im Fokus bei den Unternehmen stehen unter anderem die Bilanzen von Fresenius, Fresenius Medical Care, MTU Aero Engines, EON, Heidelberg Materials, Deutsche Telekom, Allianz, Hensoldt, Aixtron, Puma und Delivery Hero. In den USA öffnet Nvidia als letzter der als "Magnificent Seven" bekannten größten Technologiekonzerne die Bücher. Weitere Hinweise zur Konjunkturlage in Deutschland bietet zum Start der neuen Woche der IFO-Index für Februar, der laut Experten zulegen dürfte.

Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Wenn die Geopolitik verrücktspielt