Montag, 06. März 2023Der Börsen-Tag

Heute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
17:36 Uhr

DAX mit erfolgreichem Wochenstart - nebenbei gibt's ein Jahreshoch

Nach dem kräftigen Zuwachs am Freitag ist es mit den deutschen Aktienindizes auch zu Wochenbeginn weiter nach oben gegangen. Unterstützung kam dabei von den freundlich tendierenden Anleihen, die Rendite der Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren fiel um sechs Basispunkte auf 2,66 Prozent.

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"Der Schwung vom Freitag setzte sich auch in der neuen Woche fort, wohl wissend, dass die Zinssorgen jederzeit zurückkommen können", sagte ntv-Börsenreporter Frank Meyer: "Schließlich haben die großen Zentralbanken das Einfangen der Inflation mit höheren Zinsen zu ihrem Thema gemacht. Die Gefahr dabei wird realer, dass sie damit auch die Wirtschaft abwürgen können."

Überall in Europa blickten die Anleger auch nach China, vor allem auf den dort tagenden Volkskongress. Das Wachstumsziel von fünf Prozent wurde an der Börse als schwach empfunden. Entsprechend standen die Rohstoffpreise und die Aktien der Minenbetreiber unter Druck.

Der DAX ging mit einem Zuschlag von 0,5 Prozent auf 15.655 Punkte aus dem Handel. Der Leitindex erreichte heute mit 15.678 Punkten ein Jahreshoch. Der EUROSTOXX50 notierte 0,4 Prozent höher bei 4314 Stellen.

Rheinmetall verteuerten sich um 3,5 Prozent, wohl auch wegen der DAX-Aufnahme. Sie verdrängen mit Wirkung zum 20. März die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC), die heute um 2,8 Prozent zulegten. Die Rheinmetall-Papiere seien zwar nach der jüngsten Aufwärtswelle überkauft, ein größerer Rückschlag aber nur bei einem Waffenstillstand in der Ukraine zu erwarten, hieß es im Handel. Ähnliches gelte für Hensoldt, die in den MDAX aufsteigen und um 2,4 Prozent stiegen.

Eine Welle von Kaufempfehlungen und erhöhten Kurszielen trieb Lufthansa um 5,7 Prozent nach oben. Die Airline befindet sich nach Einschätzung der LBBW im Aufwind. Die Jahresziele seien erwartungsgemäß erreicht worden, und die Ertragswende sei vollzogen.

17:18 Uhr

VW ruft wegen Airbag-Risiken Hunderttausende Autos zurück

Volkswagen muss einen weiteren Rückruf für mehr als 270.000 Autos wegen Sicherheitsrisiken in Airbags organisieren. Wie der DAX-Konzern bestätigte, geht es dabei um eine neue Tranche von Modellen, in denen Technik des japanischen Herstellers Takata eingebaut ist. In Deutschland sind derzeit nach entsprechenden Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) keine Fahrzeuge betroffen - einige könnten laut VW aber ins Land gelangt sein.

Die Flensburger Behörde nannte "Fehler im Gasgenerator der Front-Airbags" als Grund. Dies könnte "zu unkontrollierter Entfaltung und zum Lösen von Metallfragmenten führen, die die Insassen verletzen können".

16:59 Uhr

Schweiz hat auch ein Inflationsproblem - SNB muss gegensteuern

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(Foto: picture alliance / Schweizerisch)

Ein überraschender Teuerungsschub hat die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Zinserhöhungen in der Schweiz gedämpft. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,4 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) in Bern mitteilte. Ökonomen dagegen hatten im Schnitt einen Rückgang der Jahresteuerung auf 3,1 Prozent von 3,3 Prozent im Januar erwartet.

"Auch in der Schweiz bleibt also das Thema Inflation von Relevanz", erklärte VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel. "Die SNB wird deshalb keineswegs die geldpolitischen Hände in den Schoss legen können." Am Finanzmarkt wird aktuell eine 91-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung um weitere 50 Basispunkte durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) eingepreist. Die nächste Zinsentscheidung der Notenbank wird am 23. März erwartet.

16:36 Uhr

Geringe Anstiege an der Wall Street

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(Foto: REUTERS)

Vor einem mit Spannung erwarteten Auftritt von US-Notenbankchef Jerome Powell haben sich an der Wall Street weitere Anleger in Stellung gebracht. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 zogen zum Handelsstart jeweils leicht auf 33.406 und 4053 Punkte an. Der Index der Technologiebörse Nasdaq machte mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 11.742 Zähler den größten Satz nach vorn.

Bei den Einzelwerten legten Apple um 2,5 Prozent zu, nachdem die Analysten von Goldman Sachs die Einstufung des iPhone-Herstellers mit der Empfehlung "Buy" aufgenommen hatten. Dagegen gaben die in den USA notierten Aktien der chinesischen Onlinehändler Alibaba und Pinduoduo mehr als ein Prozent nach, nachdem China ein überraschend niedriges Ziel für das Wirtschaftswachstum von etwa fünf Prozent ausgegeben hatte.

16:17 Uhr

Russlands Haushalt läuft aus dem Ruder

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Machthaber Wladimir Putin bekommt nun auch ein Etatproblem.

(Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Der Ukraine-Krieg kommt Angreifer Russland sehr teuer. Der Föderation droht ein noch größeres Haushaltsloch in diesem Jahr als ohnehin befürchtet. Der russische Staatshaushalt weise nach den Monaten Januar und Februar bereits ein Defizit von 2,581 Billionen Rubel (32,3 Milliarden Euro) auf, teilte das Finanzministerium in Moskau mit.

Das sind schon jetzt fast 90 Prozent des für das Gesamtjahr eingeplanten Defizits von 2,925 Billionen Rubel (36,6 Milliarden Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte Russland noch einen Überschuss von 415 Milliarden Rubel (5,2 Milliarden Euro) erzielt. Problematisch für den russischen Haushalt ist vor allem der Einbruch bei den Öl- und Gaseinnahmen.

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15:57 Uhr

Dank Öl und Gas: Norwegen verdreifacht 2022 Einnahmen

Norwegen hat von den infolge des Ukraine-Kriegs stark gestiegenen Öl- und Gaspreisen mächtig profitiert: Die entsprechenden Einnahmen des Staates stiegen nach Schätzungen des Statistikinstituts SSB auf 1,46 Billionen Kronen (131 Milliarden Euro) und damit auf ein Rekordhoch. Im Vergleich zu 2021 verdreifachten sich die Einnahmen.

Norwegen ist nach der Reduzierung der russischen Gaslieferungen zum größten Lieferanten in Europa aufgestiegen. Die Preise für Gas hatten im Sommer 2022 Rekorde erreicht. Den Vorwurf, "Kriegsgewinnler" zu sein, weist die Regierung in Oslo zurück. Sie habe im vergangenen Jahr für zivile und militärische Hilfen an die Ukraine eine Milliarde Euro gegeben.

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Johan-Sverdrup-Ölfeld in der Nordsee.

(Foto: picture alliance/dpa/NTB scanpix)

15:31 Uhr

Rückschlagpotenzial 10-15 Prozent - Aktienmärkte zu optimistisch?

Sind die Aktienmärkte zu optimistisch? Trotz vieler Unsicherheiten befindet sich der Dax weiter auf einem durchaus hohen Niveau. Wie Anlegerinnen und Anleger einen Sicherheitspuffer einbauen können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Patrick Kesselhut von der Société Générale.

15:07 Uhr

Immobilien-Dienstleister Apleona übernimmt Gegenbauer-Gruppe

Der Immobilien-Dienstleister Apleona will durch eine Übernahme weiterwachsen. Das Unternehmen mit Sitz im hessischen Neu-Isenburg habe eine Übereinkunft zum Zusammenschluss mit der Gegenbauer-Gruppe unterzeichnet, teilte Apleona mit. Diese hatte zuletzt mit rund 18.000 Beschäftigten einen Umsatz von knapp 900 Millionen Euro erzielt.

Mit dem Zusammenschluss werde Apleona ein Dienstleistungsunternehmen mit mehr als 40.000 Mitarbeitern in ganz Europa, davon 28.000 in Deutschland, und einem Jahresumsatz von rund 3,5 Milliarden Euro. Die Kartellbehörden müssen den Plänen noch zustimmen. Apleona ist eine frühere Bilfinger-Tochter, die der Konzern 2016 verkauft hat.

14:39 Uhr

Westen hat "erhebliches Drohpotenzial" gegen China

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(Foto: picture alliance / SULUPRESS.DE)

Die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von China ist groß - umgekehrt aber ist auch die Volksrepublik stark auf Importe aus dem Westen angewiesen. 2021 machten Einfuhren etwa aus Europa, Kanada, den USA oder Japan und Südkorea 53 Prozent aller Importe nach China aus, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) berechnete. Bei den 20 wertmäßig wichtigsten Importgütern kamen demnach durchschnittlich 52 Prozent aus westlichen Ländern. Der Westen hätte im Konfliktfall also "erhebliches Drohpotenzial".

Die Abhängigkeit Chinas ist der Studie zufolge vor allem bei Technologieprodukten groß. Die Volksrepublik habe 2021 etwa Halbleiter im Wert von 433 Milliarden US-Dollar importiert. Bei der Luft- und Raumfahrttechnik hatten die Importe zu 99 Prozent einen westlichen Anteil, bei Autos 97 Prozent und bei Arzneimitteln 94 Prozent.

14:23 Uhr

Telecom-Italia-Aktie sehr fest - Staatsbank bietet mit

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(Foto: REUTERS)

Die Aktie der Telecom Italia (TI) ist an der Mailänder Börse um rund fünf Prozent nach oben gegangen. Mit der staatlichen CDP-Bank gibt es nun einen weiteren Bieter für die Netzwerk-Bereiche. Ein Konsortium mit Macquarie bietet für die geplante neue Gesellschaft, in der Telecom Italia sein Netzwerk-Management und seine Infrastruktur-Vermögenswerte bündeln will.

Bisher hat bereits der Finanzinvestor KKR ein Gebot vorgelegt, das aber von TI als unzureichend bezeichnet wurde.

14:02 Uhr

TTF-Gaspreis so tief wie seit einem Jahr nicht mehr

Der Gaspreis fällt und fällt. Mit einem Minus von 4,7 Prozent auf 42,85 Euro markiert der TTF-Future den niedrigsten Stand seit über einem Jahr. Aus technischer Sicht gilt mit dem nahenden Frühling und den relativ vollen Lagern ein weiterer Rückgang in Richtung 30 Euro als möglich.

13:38 Uhr

Wall Street wird wohl wenig verändert starten

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(Foto: imago/UPI Photo)

Mit einer wenig veränderten Tendenz dürfte die Wall Street zu Wochenbeginn in den Handel starten. Der Future auf den S&P-500 tritt aktuell auf der Stelle. Teilnehmer sprechen von Zurückhaltung vor den im weiteren Wochenverlauf anstehenden Terminen. Leicht gestützt wird das Sentiment von den weiter nachgebenden Renditen. Die Rendite zehnjähriger Papiere liegt bei 3,91 Prozent, nach 3,96 Prozent am Freitag.

So stehen am Dienstag und Mittwoch die Anhörungen von US-Notenbankchef Jerome Powell vor dem Bankenausschuss des Senats und dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses auf der Agenda. Die Agenda zu Wochenbeginn ist übersichtlich. Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn steht lediglich der Auftragseingang der Industrie für Januar zur Veröffentlichung an. Hier wird mit einem Rückgang um 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat gerechnet.

12:57 Uhr

Arzneimittelkonzern profitiert von gutem Russland-Geschäft

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(Foto: picture alliance / Frank Rumpenh)

Kräftige Zuwächse bei rezeptfreien Medikamenten und starke Geschäfte in Russland treiben den Arzneimittelhersteller Stada an. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 17 Prozent auf knapp 3,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Bad Vilbel mitteilte. Dabei kamen Stada unter anderem Wechselkurseffekte durch den russischen Rubel zugute, der trotz der Sanktionen gegen das Land kräftig zum Euro aufgewertet hatte. Währungsbereinigt stiegen die Erlöse um elf Prozent.

Stada erzielt rund 15 Prozent des Umsatzes in Russland. Der Konzern hatte sich trotz des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine nicht aus Russland zurückgezogen und dies mit der medizinischen Versorgung der Menschen begründet. Das Geschäft in Russland sei wie Stada insgesamt im niedrigen zweistelligen Bereich gewachsen, hieß es.

12:45 Uhr

Traton-Aktienkurs mit starkem Auftrieb - Chartausbruch

Sehr stark hat sich bislang die Traton-Aktie präsentiert. Das im Kleinwerte-Index SDAX notierte Papier verteuerte sich um 5,3 Prozent. "Das sind Chart-orientierte Käufe nach dem Sprung auf neue Jahreshochs", so ein Marktteilnehmer. Der Titel sei aber stark konjunkturabhängig: Damit sei die Aktie auf dem derzeitigen Niveau darauf angewiesen, dass es keine oder nur eine kurze Rezession gebe.

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12:30 Uhr

Sentix-Barometer für Eurozone geht stärker runter als erwartet

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die Börsianer blicken überraschend wieder skeptischer auf die Konjunktur in der Eurozone. Das von der Investment-Beratungsfirma Sentix veröffentlichte Barometer sank im März um 3,1 auf minus 11,1 Punkte. Experten hatten mit einem Anstieg auf minus 6,3 Zähler gerechnet.

"Der Gegenwind nimmt wieder zu", sagte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner: "Auch wenn eine Rezession zunächst abgewendet werden konnte, bleibt die Gesamtsituation fragil." Dass die kommenden Monate noch härter werden könnten, zeige auch der Einbruch der Konjunkturerwartungen der rund 1300 von Sentix befragten Anleger.

12:11 Uhr

DAX über 15.600 - Covestro nach Herabstufung am Indexende

Es grünt weiter am deutschen Aktienmarkt. Der DAX hat nach positiver Kursentwicklung an den US-Börsen die Marke von 15.600 Punkten überwunden. Der Leitindex gewann am Mittag 0,3 Prozent auf 15.624 Zähler. Der EUROSTOXX50 stieg um 0,4 Prozent auf 4310 Stellen.

Die vor einer Woche in den DAX aufgenommenen Aktien der Commerzbank waren unter den Spitzenwerten und legten um 1,2 Prozent zu. In den Fokus rückten außerdem Umstufungen: So sieht die französische Bank Exane BNP für die Aktie des Kunststoffherstellers Covestro kein weiteres Erholungspotenzial mehr und stufte sie von "Outperform" auf "Neutral" ab. Das sorgte für einen Kursverlust von 2,4 Prozent, womit Covestro sich am DAX-Ende wiederfand.

Covestro
Covestro 37,77

Commerzbank
Commerzbank 9,54

11:51 Uhr

Investor will Autozulieferer an die Börse bringen

Der Münchner Mittelstands-Investor Mutares fasst drei Beteiligungen aus der Autozulieferbranche zusammen und will das fusionierte Unternehmen an die Börse bringen. Die auf Spritzguss-Kunststoffteile für die Auto- und Nutzfahrzeug-Industrie spezialisierte Amaneos werde ihren Sitz in Frankfurt haben und komme auf rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz sowie 7500 Mitarbeiter, sagt Mutares-Vorstandsmitglied Johannes Laumann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Wir bereiten die Gesellschaft definitiv so vor, dass dies der nächste große Börsengang der Mutares wird. Ich denke, wir brauchen zwei Jahre, um die Gesellschaft börsenreif zu machen."

Amaneos besteht aus drei Firmenteilen, die Mutares in den vergangenen drei Jahren von internationalen Konzernen gekauft hatte. Pläne, sie zu bündeln, hatte Mutares schon 2022 angedeutet, als der Finanzinvestor das heute unter MoldTecs firmierende Kunststoffteile-Geschäft des Filterherstellers Mann+Hummel mit 500 Millionen Euro Umsatz und 1500 Beschäftigten gekauft hatte. Mutares hat sich auf die Fahnen geschrieben, mittelständische Firmen in Umbruchsituationen zu erwerben, sie wieder auf Vordermann zu bringen und später gewinnbringend weiterzuverkaufen. Insgesamt wollte Mutares mit seinen Beteiligungen 2022 auf einen Umsatz von rund vier Milliarden Euro kommen.

11:25 Uhr

Vergleichsportal: Bauzinsen gehen kräftig hoch

In 2023 werden sich die Bauzinsen voraussichtlich nicht mehr so stark steigen, erwarten Experten.

(Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Die Zinsen zur Finanzierung von Bauvorhaben steigen derzeit stark an. "Wir nähern uns der Vier-Prozent-Marke", erklärte Ingo Foitzik vom Vergleichsportal Check24. Derzeit liegen demnach die durchschnittlichen Zinsen für zehnjährige Finanzierungen mit 3,32 Prozent pro Jahr rund 0,3 Prozentpunkte höher als zum Jahresbeginn.

Foitzik riet dazu, nicht auf bald fallende Zinssätze zu setzen: Eine Trendumkehr sei vorerst nicht zu erwarten. "Bei weiteren Zinsschritten der Europäischen Zentralbank sind sogar Zinssätze über vier Prozent wahrscheinlich", erklärte er.

10:52 Uhr

Großaktionär komplett bei Credit Suisse ausgestiegen

Der langjährige Credit Suisse-Aktionär Harris Associates ist komplett bei der krisengeplagten Schweizer Bank ausgestiegen. Harris habe mit der Reduzierung des Anteils im Oktober begonnen und sich nun vollständig davon getrennt, sagt Harris-Vize-Chef David Herro der "Financial Times". Der Zeitung zufolge hat Harris noch im vergangenen Jahr bis zu zehn Prozent der CS-Aktien besessen. "Es stellt sich die Frage nach der Zukunft des Geschäftsbereichs. Es hat große Abflüsse aus dem Wealth Management gegeben", sagte Herro.

Die Credit Suisse hatte in den vergangenen Monaten mit einem Vertrauensverlust der Kunden zu kämpfen und im Geschäftsjahr 2022 mit 7,3 Milliarden Franken den höchsten Verlust seit der Finanzkrise eingefahren. Harris sagte der "Financial Times", es gebe viele andere Möglichkeiten zu investieren. "Steigende Zinssätze bedeuten, dass viele europäische Finanzwerte in die andere Richtung gehen. Warum sollte man in etwas investieren, das Kapital verbrennt, wenn der Rest des Sektors es jetzt erwirtschaftet?" Zum Umbau der Credit Suisse sagte er, der Plan zur Umstrukturierung der Investmentbank sei zwar eine edle Sache. Er sei "aber schwerfällig und in Bezug auf den Cash-Burn weitaus kostspieliger, als wir erwartet haben. (...) Wir waren auch nicht zufrieden mit dem, was wir an Erlösen aus dem Verkauf von verbrieften Produkten erhalten haben."

10:33 Uhr

Kurs von Aston Martin schießt hoch

Steil nach oben ist es mit der Aktie von Aston Martin gegangen. Das Papier verteuerte sich an der Londoner Börse um 20 Prozent. "Das ist ein Spike ohne Neuigkeiten", so ein Marktteilnehmer. Die Aktie sei hochvolatil. Sie habe sich zwar zuletzt stark erholt, liege aber immer noch weit unter den Ständen vor einem Jahr.

10:17 Uhr

Anleger greifen bei Rüstungsaktien zu

Hoch ist es mit der Rheinmetall-Aktie gegangen, sie legte um 2,2 Prozent zu. Die Titel werden von der DAX-Aufnahme gestützt. Sie verdrängen mit Wirkung zum 20. März die Aktien von FMC. Die Aktien seien zwar nach der jüngsten Aufwärtswelle überkauft, ein größerer Rückschlag aber nur bei einem Waffenstillstand in der Ukraine zu erwarten, hieß im Handel. Ähnliches gelte für Hensoldt, die in den MDAX aufsteigen. Die Hensoldt-Aktie verteuerte sich um 2,1 Prozent.

Hensoldt
Hensoldt 34,00

Rheinmetall
Rheinmetall 261,00

09:49 Uhr

Indisches Militär ordert bei SFC Energy

SFC Energy hat gemeinsam mit ihrem Partner FC TecNrgy einen Großauftrag aus Indien erhalten. Wie SFC mitteilte, hat das indische Militär 450 tragbare Methanol-Brennstoffzellensysteme bestellt. Der Auftrag beinhalte die Lieferung für einen anfänglichen Auftragswert von mehr als 16 Millionen Euro sowie die Wartung und Instandhaltung der Systeme über einen Zeitraum von fünf Jahren.

SFC Energy
SFC Energy 21,20

09:20 Uhr

200-Tage-Linien haben unterstützt

Positiv bewertet ein Marktteilnehmer die jüngste Entwicklung an der Wall Street. "Sowohl im S&P-500 als auch im Nasdaq sind die Rücksetzer auf die 200-Tage-Linien zum Kauf genutzt worden", sagt er. Damit seien die Chancen auf einen weiteren Kursanstieg nun gut.

09:06 Uhr

DAX zieht Richtung Zwölfmonatshoch

Der DAX kann zum Start in die neue Handelswoche zunächst an seine deutlichen Gewinne aus dem Freitagsgeschäft anknüpfen. Der deutsche Börsenleitindex liegt kurz nach Handelsbeginn 0,2 Prozent im Plus bei Kursen um 15.610 Zähler. Aussagen von US-Notenbankern in Richtung eines sich abzeichnenden US-Zinspeaks stützen.

DAX
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08:44 Uhr

Studienabbruch schickt Incyte-Kurs in den Keller

Die Pharmaaktie Incyte hat am Freitag nach US-Börsenschluss 3,3 Prozent an Wert verloren. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, eine Studie für ein Medikament zur Behandlung einer Knochenmarkserkrankung abzubrechen, weil sie primäre Endpunkte nicht erreichen dürfte.

08:37 Uhr

DAX-Abstieg belastet FMC - Conti atmet durch

Der Abstieg aus dem DAX dürfte FMC drücken, so ein Marktteilnehmer. Die Aktien werden mit Wirkung zum 20. März von Rheinmetall verdrängt. Leicht positiv wird die Entwicklung dagegen für Conti eingeschätzt: Hätten Rheinmetall den Aufstieg im März verpasst und erst im Juni geschafft, wären möglicherweise Conti statt FMC der Absteiger. Nun zeichnet sich für Juni aber keine Veränderung ab.

FMC
FMC 37,65
Continental
Continental 66,08

 

08:22 Uhr

Nun rücken Ausblicke in den Vordergrund

"Die vorläufigen Zahlen sind weitgehend durch, nun kommen die finalen Zahlen", so ein Marktteilnehmer mit Blick auf den Verlauf der Berichtssaison in den kommenden Tagen. Damit rückten nun die Ausblicke ins Zentrum der Überlegungen. "Hier ist die Frage, inwieweit noch Anpassungsbedarf bei den Gewinnschätzungen besteht", sagt er.

08:05 Uhr

Handwerk fordert Staatshilfen gegen Betriebspleiten

Angesichts wegen hoher Zinsen zunehmend verschobener Bauprojekte fordert der Zentralverband des Deutschen Handwerks Schutz für krisenbedrohte Betriebe. "Wenn die Zinserhöhung dazu führt, dass uns weiter dringend benötigte Kapazitäten im Baubereich wegbrechen, dann muss der Staat eingreifen", sagt Handwerkspräsident Jörg Dittrich der Zeitung "Augsburger Allgemeinen". "Ich denke, das wird er auch tun." Es müsse darüber gesprochen werden, wie der Abbau von Kapazitäten verhindert werden könne, die dringend etwa für die Transformation, die energetische Sanierung und den sozialen Wohnungsbau gebraucht werden.

Unabhängig der sich abzeichnenden Krise am Bau verschärfe sich der Fachkräftemangel in zahlreichen Handwerksbereichen. "Die Zuwanderung in Arbeit wird nicht die alleinige Lösung der Fachkräftefrage sein. Aber sie ist ganz sicher ein wichtiger Baustein." Zugleich forderte Dittrich mehr Leistungsbereitschaft von der jungen Generation. Er halte zwar grundsätzlich nichts von einer pauschalen Kritik der älteren an der jüngeren Generation, "aber die Prämisse von vielen jungen Leuten, dass es vorrangig um Nachhaltigkeit und um Work-Life-Balance gehen muss, die halte ich auch für falsch". "Wenn mir jemand sagt, er möchte nur vier Tage arbeiten und trotzdem dasselbe Geld haben wie die Eltern früher mit einer Fünf-Tage-Woche, dann habe ich eine Frage und die lautet: Hätten ihre Eltern sich das damals leisten können? Wenn es heute solche Forderungen gibt, dann ist das eine Freiheit auf Grundlage des erarbeiteten Wohlstands."

07:47 Uhr

Kein Störfeuer für den DAX in Sicht

Mit einer etwas höheren Eröffnung an den europäischen Aktienmärkten rechnen Marktteilnehmer zum Auftakt in die neue Börsenwoche. Der DAX dürfte über 15.600 steigen und damit in Richtung des oberen Endes der gut vier Wochen alten Seitwärtsspanne zwischen etwa 15.200 und 15.650 Punkten. "Nachdem zuletzt mehrere Attacken auf der Unterseite gescheitert sind, ist jetzt ein Test der Oberseite möglich", so ein Marktteilnehmer. Er verweist allerdings darauf, dass in den vergangenen Wochen auch Attacken der Oberseite im Sande verliefen.

DAX
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Die Vorlagen aus Asien sind zwar mit Ausnahme von Shanghai gut, dürften aber nach dem starken Freitag erst einmal keine Impulse liefern. Euro und Bund-Future können sich noch etwas erholen. "Aktuell ist zumindest kein Störfeuer für den DAX in Sicht", so ein weiterer Marktteilnehmer.

Impulse könnten vom Sentix-Konjunkturindex am Vormittag ausgehen, er gilt als Indikator für den ifo. Bereits vorbörslich werden in der Schweiz Daten zur Verbraucherpreisentwicklung bekannt gegeben. "Die stärkeren Impulse kommen aber erst im Wochenverlauf", so der Marktteilnehmer mit Blick auf deutsche Auftragseingänge am Dienstag und den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.

07:30 Uhr

Leichte Enttäuschung an China Börsen

Freundlich gestaltet sich der Börsenstart in die neue Woche in Ostasien und Australien. Wie bereits an der Wall Street am Freitag sprechen Marktteilnehmer von etwas abebbenden Sorgen vor weiter steigenden Zinsen angesichts positiver Signale aus der Wirtschaft, dass die bislang erfolgten Zinserhöhungen einigermaßen gut weggesteckt wurden.

Im südkoreanischen Seoul, wo der Kospi 1,1 Prozent zulegt, stützt außerdem ein etwas unter Erwarten ausgefallener Preisanstieg im Februar, weil dies die Spekulation nährt, dass die Notenbank des Landes ihren Zinserhöhungszyklus pausieren könnte. Bei Barclays verweist man dazu auch darauf, dass die Regierung die geplante Erhöhung der Energiepreise auf die zweite Jahreshälfte verschoben habe.

In Tokio geht es für den Nikkei im Sog der sehr festen US-Vorgaben sogar um 1,2 Prozent auf 28.262 Punkte nach oben. Dass der Yen im Vergleich zum Freitag deutlich aufgewertet hat, bremst nicht. Die Börse in Sydney hat mit einem Plus von 0,6 Prozent den Handel bereits beendet.

An den chinesischen Börsen fallen die Bewegungen geringer aus, Shanghai und Hongkong tendieren behauptet. Händlern zufolge ist das auf dem am Sonntag begonnenen Nationalen Volkskongress ausgegebene Wachstumsziel für die Wirtschaft des Landes von rund 5 Prozent eher vorsichtig bis konservativ ausgefallen. Laut den Ökonomen von Macquarie, die weiter mit einem 5,5-prozentigen Wachstum rechnen, ist die Wahrscheinlichkeit für ein großes Stimulierungsprogramm damit gering, wenn man sehe, wie stark sich die Wirtschaft nach der Wiederöffnung bereits erholt habe.

07:13 Uhr

Tesla senkt Preise für zwei Modelle

Tesla will seinen Absatz in den USA mit günstigeren Angeboten ankurbeln. Der Elektroautohersteller senkte seine Preise für das Model S und das Model X. Laut Tesla wurde der Preis für die Limousine Model S um 5.000 US-Dollar gesenkt. Die Basisversion kostet nun 89.990 Dollar. Die Premium-Variante Plaid ist ab 109.990 Dollar zu haben. Tesla senkte überdies den Preis für das SUV Model X um 10.000 Dollar, sodass die Basisversion nun 99.990 Dollar kostet. Für die Plaid-Variante müssen die Kunden 119.990 Dollar auf den Tisch legen.

Tesla
Tesla 181,86

Im Januar hatte Tesla bereits die Preise für das Model 3 und das Model Y reduziert. Während einige Anleger dies als ein Zeichen für eine schwächelnde Nachfrage werteten und niedrigere Margen fürchteten, sagten die Analysten von Piper Sandler, dass Tesla mit dem Schritt seinen Absatz und seinen Marktanteil erhöhen könnte.

Vergangene Woche beim Investorentag sagten Tesla-Manager, dass das Unternehmen die Produktionskosten und die Preise für die Verbraucher senken wolle.

06:46 Uhr

US-Zinsaussagen elektrisieren Asiens Tech-Werte

Die Märkte in Japan können ihre Sorgen vor einer Überstraffung der Geldpolitik der US-Notenbank Fed abschütteln: Die zinssensiblen Technologiewerte entwickelten sich in Japan besser als ihre US-Pendants am Freitag, nachdem der Fed-Chef von Richmond, Thomas Barkin, erklärt hatte, dass die Inflation "wahrscheinlich ihren Höhepunkt überschritten hat". Tags zuvor hatte der Chef der Fed von Atlanta, Raphael Bostic, angedeutet, dass der Höhepunkt der Zinsen im Sommer erreicht sein könnte. Der Chipausrüstungsriese Tokyo Electron sprang um drei Prozent nach oben, Sony legte um 2,9 Prozent zu. Der Startup-Investor SoftBank kletterte ebenfalls um rund drei Prozent nach oben - angetrieben von der Nachricht, dass seine Tochtergesellschaft Arm mit dem Sprung aufs Börsenparkett der Wall Street mindestens acht Milliarden Dollar einfahren will.

Der Nikkei eröffnet oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 28.000 Punkten und kletterte zum ersten Mal seit dem 1. Dezember im Verlauf 1,2 Prozent höher auf 28.256 Punkte. Der Topix-Index steigt ein Prozent auf 2039 Zähler.

An den Märkten in China gibt es eine gewisse Enttäuschung, dass die Regierung in Peking seine Wachstumsaussichten mit einem Ziel von fünf Prozent nach unten korrigiert hat, statt der vom Markt favorisierten 5,5 Prozent und mehr. Der Shanghai Composite liegt 0,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verliert 0,6 Prozent.

Nikkei
Nikkei 27.419,61

06:36 Uhr

Dollar verliert zu Yen und Euro

Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,3 Prozent auf 135,47 Yen und legt 0,1 Prozent auf 6,9080 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er kaum verändert bei 0,9356 Franken. Parallel dazu steigt der Euro 0,1 Prozent auf 1,0643 Dollar und notiert kaum verändert bei 0,9959 Franken. Das Pfund Sterling stagniert bei 1,2042 Dollar.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,09
US-Dollar / Euro
US-Dollar / Euro ,92

 

06:25 Uhr

US-Zinspeak erreicht? DAX-Anleger frohlocken

Der Fokus der Anleger in der neuen Börsenwoche richtet sich auf die künftige Geldpolitik der großen Notenbanken. In der alten Woche setzten hohe Teuerungsraten aus den USA und aus dem Euroraum den Börsen zu, schreiben Experten der Helaba. Der Preisdruck erwies sich als hartnäckiger als zunächst erwartet, was Sorgen um mögliche weitere starke Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) schürte. Trotzdem haben Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung in China nach jüngsten starken Wachstumsdaten die Kursverluste im Dax mehr als ausgeglichen.

Der DAX schloss am Freitag mit 15.578 Punkten 1,6 Prozent fester. Auf Wochensicht gewann der deutsche Börsenleitindex mehr als zwei Prozent. Aktuell wird er mit Kursen über 15.600 taxiert und damit nahe seines Zwölfmonatshochs von 15.659 Zählern. Wall Street und die Tokioter Börse stützen. Positive Aussagen von US-Notenbankern zum Thema Zinsen trieben und treiben die Kurse.

Zudem warten die Investoren heute auf das Barometer der Investment-Beratungsfirma Sentix zu den Konjunkturerwartungen der Börsianer für März. Ökonomen erwarten einen Anstieg des Index auf minus 6,5 Punkte von minus 8,0 Zählern.

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