Dienstag, 05. Januar 2021Der Börsen-Tag

17:38 Uhr

Dax "jammert auf hohem Niveau"

Erst neue Allzeithochs am Montag, nun scheint die Kauflaune der Anleger am deutschen Aktienmarkt bereits am zweiten Handelstag des neuen Börsenjahres erst einmal verflogen. Der Dax verabschiedet sich mit einem Minus von 0,6 Prozent und 13.651 Punkten aus dem Handel. Zwischenzeitlich konnte eine positive Wall-Street-Eröffnung stützen.

"Die Luft ist raus. Es fehlen die positiven Impulse", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Susanne Althoff die Situation auf dem Frankfurter Parkett. "Der dritte Lockdown in Großbritannien, dazu die steigenden Infektionszahlen aufgrund der mutierten Virusvariante, und auch hierzulande zeichnet sich eine Verlängerung des Lockdowns ab, sogar eine Verschärfung: Das drückt auf die Kauflaune", erklärt sie, stellt aber auch klar: "Wir jammern auf hohem Niveau."

Dax
Dax 13.815,06

Bei den Einzelwerten führen erneut Delivery Hero die Gewinnerliste im Dax an - mit einem Aufschlag von zeitweise mehr als fünf Prozent. Aber auch defensive Werte wie FMC oder Fresenius sind gefragt. Zu den Verlierern zählen dagegen die Versorger Eon und RWE.

Delivery Hero
Delivery Hero 129,85

17:28 Uhr

Stoppt Daimler die Auslieferung von AMG-Modellen?

Der deutsche Autokonzern Daimler hat die Auslieferung bestimmter leistungsstarker Benziner-Modelle laut einem Magazinbericht gestoppt und plant einen Rückruf für weltweit 20.000 Fahrzeuge. In einer internen E-Mail an Verkaufsdirektoren und Verkaufsleiter heißt es: "Wir weisen Sie an, die betroffenen Fahrzeuge nicht an Kunden auszuliefern, bis eine entsprechende Abhilfe in den Servicebetrieben verfügbar ist", wie das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" berichtet.

Hintergrund der Notbremse ist nach Informationen des Magazins eine fehlerhafte Programmierung des Ottopartikelfilters (OPF). Die Einrichtung dient bei Benzinern dazu, die Anzahl der Partikel in den Abgasen zu reduzieren. Seit der Umstellung auf den praxisnahen Testzyklus WLTP werden Ottopartikelfilter vermehrt eingesetzt, um die Grenzwerte der Partikelanzahl einzuhalten.

16:56 Uhr

Israel impft, Moderna-Kurs steigt

Die Aktien des US-Konzerns Moderna gehören an der Wall Street mit einem Kursplus von rund drei Prozent zu den Gewinnern. Israel hatte zuvor den Coronavirus-Impfstoff des Biotechnologieunternehmens zugelassen. Am Mittwoch will die europäische Gesundheitsbehörde EMA über eine Freigabe beraten.

Moderna Inc.
Moderna Inc. 102,54

*Datenschutz

16:40 Uhr

US-Industrie dreht trotz Corona-Krise auf

Die US-Industrie hat inmitten der Corona-Krise ihr hohes Wachstumstempo überraschend gesteigert. Der Einkaufsmanager-Index stieg im Dezember auf 60,7 Punkte von 57,5 Zählern im November, wie aus der Firmenumfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht. Das ist das höchste Wachstumstempo seit August 2018. Von Reuters befragte Experten hatten hingegen mit einem Rückgang auf 56,6 Punkte gerechnet. Mit einem Wert von weit über 50 Zählern signalisiert das Barometer kräftiges Wachstum.

"Die US-Industrie hat trotz der weiterhin sehr angespannten Corona-Lage im Land zum Ausklang des Jahres 2020 ihren Wachstumskurs beschleunigt", stellt LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert fest. Die Hoffnung auf baldige entlastende Wirkungen der Impfkampagne halte zusammen mit dem Ende Dezember beschlossenen zweiten Fiskalpaket und der Nachfrage aus Asien die Stimmung hoch. "Dies liefert, für sich genommen, günstige Aussichten für einen dynamischen Aufschwung im neuen Jahr."

16:23 Uhr

US-Senatswahl hält Wall Street in Bann

Die Senats-Stichwahlen im US-Bundesstaat Georgia halten Investoren an der Wall Street im Bann. Der Leitindex Dow Jones tritt zunächst auf der Stelle, bevor er etwas Boden zum Montag gutmachte auf 30.353 Punkte. Der breit gefasste S&P-500 und der technologielastige Nasdaq kommen im frühen Handel kaum vom Fleck. Sie notieren bei 3698 beziehungsweise 12.700 Zählern.

"Das Wahlergebnis ist entscheidend dafür, wie viel Freiraum der künftige Präsident Joe Biden bei der Durchsetzung seines Programms hat", sagt Matthias Scheiber, Manager bei der Vermögensverwaltung der Bank Wells Fargo. Sollten Bidens Demokraten die beiden zur Wahl stehenden Sitze in Georgia erobern, würden sie neben dem Repräsentantenhaus auch im Senat die Oberhand gewinnen. Experten rechnen in diesem Fall mit zusätzlichen staatlichen Ausgabenprogrammen.

 

15:50 Uhr

Corona-Krise drückt Strom-Großhandelspreise

Die Corona-Krise hat die Strom-Großhandelspreise laut Experten erheblich unter Druck gesetzt. Im Jahr 2020 lag der mittlere Großhandelspreis mit 30,47 Euro pro Megawattstunde um mehr als 7 Euro unter dem Vorjahreswert, teilt das Energiewissenschaftliche Institut an der Universität Köln (EWI) mit. Ursache waren sowohl niedrigere Brennstoffkosten, eine geringere Stromnachfrage und mehr Strom aus erneuerbaren Energien.

Die nationalen Corona-Beschränkungen und die weltweite Rezession ließen die Stromnachfrage in Deutschland laut EWI um knapp 16 Terawattstunden (3,2 Prozent) sinken. Die Nachfrage sei insbesondere während des ersten Lockdowns im April eingebrochen, aber auch darüber hinaus niedrig geblieben. Erst im August habe sie wieder Vorjahresniveau erreicht. Die Auswirkungen des Lockdowns im November und Dezember seien dagegen nur gering gewesen.

15:28 Uhr

Fiat Chrysler hat Indien im Visier

Der Autohersteller Fiat Chrysler (FCA) baut seine Präsenz in Indien aus. Dazu würden in den kommenden zwei Jahren 250 Millionen Dollar investiert, teilt der Konzern mit. Unter anderem solle vor Ort ein SUV hergestellt sowie die Modelle Jeep Wrangler und Jeep Cherokee montiert werden. FCAs Marktanteil in Indien liegt bei Passagierfahrzeugen unter einem Prozent.

15:03 Uhr

Erstmals mehr E-Autos als Verbrenner verkauft

In Norwegen sind im vergangenen Jahr erstmals mehr Elektro-Autos verkauft worden als Fahrzeuge mit Benzin-, Diesel- oder Hybridmotoren. 2020 machten Elektrofahrzeuge 54,3 Prozent aller verkauften Neuwagen im Land aus - ein Weltrekord, wie der norwegische Straßenverkehrsverband mitteilt. Im Jahr davor lag der E-Anteil bei den Neuzulassungen noch bei 42,4 Prozent. Am stärksten gefragt waren Elektro-Modelle des Volkswagen-Konzerns, der damit seinen US-Rivalen Tesla ausstach.

Norwegen fördert den Verkauf von E-Autos schon länger und hat sich zum Ziel gesetzt, ab 2025 keine Verbrenner mehr zuzulassen. "Unsere vorläufige Prognose ist, dass Elektroautos im Jahr 2021 einen Marktanteil von 65 Prozent erreichen werden", sagt Christina Bu von der Norwegian Electric Vehicle Association, einer Lobbygruppe für E-Mobilität. "Wenn wir das schaffen, wird das Ziel, im Jahr 2025 nur noch emissionsfreie Autos zu verkaufen, in Reichweite sein."

 

14:42 Uhr

Grenke wird teilweise abgestraft

Wegen eines rückläufigen Neugeschäfts steigen Anleger bei Grenke aus. Die Aktien der Leasingfirma fallen gut 1,5 Prozent, in der Spitze mehr als zwei Prozent. Aufgrund der Corona-Pandemie ging das Neugeschäft 2020 laut Grenke um fast 30 Prozent zurück. Das Neugeschäft belief sich 2020 auf knapp zwei Milliarden Euro und damit auf 71 Prozent des Vorjahreswerts.

Grenke
Grenke 38,30

14:24 Uhr

Ölsektor rückt in den Fokus

Mit Aufschlägen von rund einem Prozent führt der Öl- und Gassektor angesichts steigender Ölpreise die Gewinnerliste in Europa an. Die Beschlagnahmung eines südkoreanischen Tankers durch den Iran wegen angeblicher Umweltverstöße sorgt für Unruhe. Der Iran hatte zudem am Montag bekannt gegeben, Uran auf 20 Prozent angereichert zu haben. Dadurch dürften die Spannungen mit Israel und den USA weiter steigen. Daneben blicken die Anleger auf die Opec+, die die Gespräche am Dienstagnachmittag wieder aufnehmen wird.

13:59 Uhr

Kurssprünge bei US-Aktien von chinesischen Telekomfirmen

Mit Erleichterung reagieren Anleger auf den Verbleib großer chinesischer Telekomfirmen an der US-Börse. Die dort notierten Aktien von China Telekom, China Mobile und China Unicom steigen vorbörslich um bis zu 14 Prozent. Zuvor hatte der Börsenbetreiber Nyse seinen Plan verworfen, diese Anteilsscheine vom Handel auszuschließen.

13:45 Uhr

Tui-Aktionäre stimmen Kapitalerhöhung zu

Die Aktionäre des angeschlagenen Reisekonzerns Tui eben den Weg für die geplante Kapitalerhöhung aus dem dritten Rettungspaket. Bei der außerordentlichen Hauptversammlung votieren Anteilseigner mit großer Mehrheit für diesen Schritt, wie Aufsichtsratschef Dieter Zetsche bei der Online-Veranstaltung bekannt gibt. Durch die Kapitalerhöhung sollen Tui rund eine halbe Milliarde Euro zufließen.

Tui
Tui 4,49

Der Bezugspreis für die neuen Aktien liegt bei 1,07 Euro. Der größte Tui-Aktionär Unifirm um die russische Milliardärsfamilie Mordaschow hatte bereits zugesagt, mindestens im Umfang seiner Beteiligung von knapp 25 Prozent neue Papiere zu zeichnen.

13:24 Uhr

Miniplus an der Wall Street?

Auf minimale Gewinne zum Handelsstart deuten die Futures auf die Indizes an der Wall Street am Dienstag hin. Die Teilnehmer dürften zunächst in den Wartemodus gehen, denn am Dienstag findet in Georgia die Senatswahl statt, deren Ergebnis über die Mehrheitsverhältnisse im US-Senat entscheidet. Mit einem Sieg könnte der designierte US-Präsident Joe Biden angesichts einer faktischen Mehrheit in beiden Kongress-Häusern "durchregieren". Dies dürfte einerseits zwar für zusätzliche staatliche Stimuli sorgen, was gut für die Aktienkurse wäre. Andererseits könnte eine demokratisch dominierte Agenda auch Steuererhöhungen und ein Mehr an Regulierungen beinhalten.

Ein ambitioniertes US-Joint-Venture im Bereich betrieblicher Gesundheitsversorgung, das Amazon, Berkshire Hathaway und JP Morgan Chase gemeinsam vor knapp drei Jahren gegründet haben, steht vor dem Aus. Das Joint Venture Haven Health, das die Gesundheitsversorgung der zusammen mehr als 1,5 Millionen Mitarbeiter der drei Unternehmen managen und über das Bündeln von Ressourcen und Technologie die Kosten für die Konzerne senken sollte, wird im Februar den Betrieb einstellen, ohne diese Ziele erreicht zu haben. JPM verlieren vorbörslich 0,2 Prozent, Amazon legen leicht zu, Berkshire verteuern sich um 1,2 Prozent.

12:17 Uhr

Airbus oder Boeing: Wer kommt besser durch die Krise?

Airbus hat Insidern und Branchendaten zufolge sein internes Auslieferungsziel übertroffen und bleibt damit im Corona-Jahr 2020 der größte Flugzeugbauer der Welt. Das französisch-deutsche Unternehmen habe mehr als die angepeilten 560 Flugzeuge an die Kunden übergeben, heißt es in Branchenkreisen, die Zahlen müssten aber noch einmal überprüft werden. 560 Maschinen wären etwa ein Drittel weniger als im Rekordjahr 2019, in dem Airbus den Erzrivalen Boeing mit 863 ausgelieferten Flugzeugen überholt hatte. Der US-Konzern, der unter dem 20-monatigen Flugverbot für den Verkaufsschlager 737 MAX litt, hatte bis Ende November gerade 118 Flugzeuge an die Kunden übergeben - da waren es bei Airbus schon 477.

Airbus
Airbus 92,13
Boeing
Boeing 174,42

 

11:47 Uhr

"Die Spatzen pfeifen es schon von den Dax-Tafeln"

"Der deutsche Aktienmarkt tritt auf der Stelle", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer die Situation auf dem Frankfurter Parkett am Dienstagmittag. Der Dax verliert ganze sieben Punkte und notiert bei 13.720 Zählern. Themen gibt es dabei reichlich: "Senats-Stichwahl in Georgia, Sorgen vor steigenden Infektionszahlen in Japan und vor der mutierten Virusvariante in Großbritannien beispielsweise - auch die Verlängerung des Lockdowns in Deutschlands", erläutert Meyer. "Die Spatzen pfeifen es aber schon von der Dax-Tafel, dass der harte Lockdown verlängert wird. Die Frage ist wie lange, vielleicht über den Januar hinaus?"

11:33 Uhr

In Mode: Next-Aktien springen auf Fünfjahreshoch

Ein besser als erwartet ausgefallenes Weihnachtsgeschäft hievt die Aktien von Next auf ein Fünfjahreshoch. Die Papiere des Modehändlers steigen in London um knapp neun Prozent auf 7522 Pence. Dank seines starken Online-Geschäfts gewinne Next offenbar Marktanteile, lobt Analyst James Grzinic von der Investmentbank Jefferies. Trotz der verschärften Coronavirus-Restriktionen in Großbritannien seien die Aussichten für das laufende und das kommende Geschäftsjahr gut.

Next
Next 91,00

11:10 Uhr

Besser als der Markt: Dialog-Aktien ziehen deutlich an

Die Aussicht auf einen Quartalsumsatz über Markterwartungen gibt Dialog Semiconductor Auftrieb. Die Aktien des Chip-Designers klettern gut sechs Prozent. Vorläufigen Berechnungen zufolge lagen die Erlöse im abgelaufenen Quartal bei 436 Millionen bis 441 Millionen Dollar. Ursprünglich hatte das Unternehmen 380 bis 430 Millionen Dollar angepeilt. Dialog verdanke dies wohl vor allem der Nachfrage seines wichtigen Kunden Apple, kommentierte Analyst Matthew Ramsay vom Vermögensverwalter Cowen.

Dialog Semiconductor
Dialog Semiconductor 51,36

10:44 Uhr

Pfund steht mit neuem Großbritannien-Lockdown unter Druck

Mit der Verhängung eines neuerlichen landesweiten harten Lockdowns in Großbritannien gerät das Pfund unter Druck. Wegen der Ausbreitung der neuen Virus-Mutation werden die Corona-Maßnahmen wieder verschärft. Dies gilt zunächst für sechs Wochen. Vor allem gegenüber dem Euro wertet das Pfund ab, merkt Devisen-Analystin Esther Reichelt von der Commerzbank an. Grund dafür seien die andauernden Spekulationen, dass die Bank of England (BoE) ihren Leitzins doch noch in den negativen Bereich senken könnte. Diese würden auch dadurch relevanter, dass die Brexit-Unsicherheit nun erst einmal aus dem Weg geschafft sei und die BoE sich ganz auf die heimische Wirtschaft konzentrieren könne. Sie müsse kein geldpolitisches Pulver mehr vorhalten, um die Folgen eines eventuellen No-Deal Brexit abzupuffern.

Anders als im Falle der Europäischen Zentralbank (EZB) geht der Devisenmarkt also nicht davon aus, dass die BoE bereits ihre effektive Zinsuntergrenze erreicht hat, so die Analystin weiter. Aus Sicht der Commerzbank ist der Leitzins, von Devisenmarktinterventionen abgesehen, das geldpolitische Instrument mit der stärksten unmittelbaren Auswirkung auf den Wechselkurs. Daher werde durchaus weiteres Abwertungspotenzial für das Pfund gesehen, sollten sich die Anzeichen für eine weitere BoE-Zinssenkung verdichten, während der EZB zumindest zinstechnisch die Hände gebunden seien.

Der Euro steigt auf ein Tagessicht - um 0,9 Prozent auf 0,9047 Pfund. Zum Dollar fällt das Pfund auf 1,3570, nach einem Vortageshoch bei 1,3704 Dollar.

Britisches Pfund / Euro
Britisches Pfund / Euro 1,12
Euro / Britisches Pfund
Euro / Britisches Pfund 1,12

 

10:11 Uhr

Arbeitslosigkeit steigt erstmals seit 2013

Die Corona-Krise hat die Arbeitslosigkeit in Deutschland erstmals seit 2013 steigen lassen. Im Jahresdurchschnitt 2020 kletterte die Zahl um 429.000 auf knapp 2,7 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilt. "Der Einbruch am Arbeitsmarkt vom Frühjahr wirkt noch nach", sagt BA-Chef Detlef Scheele. Die Folgen der Corona-Pandemie und der Maßnahmen zu ihrer Eindämmung seien weiter sehr deutlich sichtbar. "Die stabilisierende Wirkung der Kurzarbeit hat jedoch Beschäftigung gesichert und eine höhere Arbeitslosigkeit verhindert."

Allein im Dezember kletterte die Arbeitslosigkeit zum Vormonat leicht um 8000 auf 2,7 Millionen. Binnen Jahresfrist war dies ein Anstieg von 480.000. "Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Dezember gestiegen - aber nicht so stark wie sonst in diesem Monat", erläutert Scheele. Saisonbereinigt fiel die Arbeitslosenzahl demnach im Monatsvergleich um 37.000, Ökonomen hingegen hatten mit einem Plus von 10.000 gerechnet. "Die Anzeigen für Kurzarbeit haben wieder zugenommen – jedoch nur in begrenztem Umfang", sagt Scheele zur Entwicklung im Dezember.

09:38 Uhr

Trübe Lage in der deutschen Autoindustrie

Die Geschäfte der deutschen Autohersteller und ihrer Zulieferer sind einer Umfrage zufolge Ende 2020 schlechter gelaufen. Im Dezember bewerteten sie ihre aktuelle Lage mit minus 5,4 Punkten, nach plus 5,0 Punkten im November, wie das Ifo-Institut mitteilt. Gleichzeitig erwarten die befragten Firmen für die nächsten sechs Monate aber eine Verbesserung der Situation: Der Wert für die Erwartungen stieg auf plus 10,1 Punkte, nach minus 1,6 Punkten im November. "Die Autobauer und ihre Zulieferer spüren den neuerlichen Lockdown, sie setzen aber auf Nachholeffekte", sagt Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Die Produktionserwartungen der Unternehmen stürzten ab, und zwar von minus 0,7 auf minus 20,6 Punkte. Die Exporterwartungen stiegen dagegen leicht von minus 4,0 auf minus 2,5. Die Zahl der Jobs dürfte weiter sinken: Dieser Indikator gab auf minus 35,2 Punkte nach.

09:15 Uhr

Dax stellt Börsenjahr wieder auf null

Nach einem volatilen Start in das neue Börsenjahr kehrt zum Start in den Dienstagshandel am deutschen Aktienmarkt etwas Ruhe ein. Am Montag hatte der Dax zunächst ein neues Allzeithoch bei 13.907 Punkten erreicht, war danach ins Minus gerutscht und mit einem Miniplus aus dem Handel gegangen. Der deutsche Börsenleitindex liegt kurz nach dem Handelsstart 0,1 Prozent im Minus bei 13.710 Zählern.

Stützend wirkt etwa, dass die Wall Street im späten Handelsverlauf ihre Verluste noch deutlich eingedämmt hatte. Stützend wirken Händlern zufolge auch die Bewegung des Dax-Futures: Im Bereich der 13.700er-Marke werde wieder gekauft, heißt es von Marktteilnehmern. Der März-Kontrakt des Dax-Futures steigt um 28 auf 13.717 Punkte. Das Tageshoch liegt bislang bei 13.744 Zählern.

08:50 Uhr

Eurokurs legt zu - Blicke ruhen auf Georgia

Der Kurs des Euro steigt. Die Gemeinschaftswährung notiert bei 1,2270 Dollar und damit etwas höher als am Montagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,2296 Dollar festgesetzt.

Wie bereits an den vergangenen Handelstagen wird das Geschehen vor allem durch eine breitangelegte Dollar-Schwäche bestimmt, die dem Euro am Morgen im Gegenzug etwas Auftrieb verlieh. Am Devisenmarkt richtet sich der Blick verstärkt auf die weitere politische Entwicklung in den USA.

Die Wähler im südlichen US-Bundesstaat Georgia entscheiden im Tagesverlauf bei zwei Stichwahlen über die künftigen Machtverhältnisse im einflussreichen US-Senat. Vom Ergebnis der Abstimmungen hängt ab, ob die Republikaner ihre Mehrheit im Senat verteidigen können oder ob die Demokraten neben dem Repräsentantenhaus künftig auch die andere Kongresskammer in Washington dominieren werden.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,21

08:38 Uhr

Einzelhandel erreicht im Corona-Jahr Rekordumsatz - wer profitiert?

Die deutschen Einzelhändler haben ihren Umsatz im vergangenen Jahr trotz der Corona-Krise so kräftig gesteigert wie noch nie. Sie nahmen voraussichtlich 5,3 Prozent mehr ein als 2019, wie das Statistische Bundesamt schätzt. Das ist der kräftigste Zuwachs seit Beginn dieser Statistik 1994 und das elfte Jahr in Folge mit einem Plus. Preisbereinigt (real) gab es ebenfalls ein Plus, und zwar von 4,1 Prozent. "Diese Schätzungen berücksichtigen den Lockdown in der zweiten Dezemberhälfte und die Einzelhandelsumsätze für die Monate Januar bis November 2020", hieß es.

Zu den Profiteuren der Corona-Krise gehörte der Online- und Versandhandel, auf den viele Verbraucher angesichts der Lockdowns auswichen. Er kam in den ersten elf Monaten auf ein Umsatzwachstum von 24,0 Prozent. Viele andere Einzelhändler wurden dagegen von der Corona-Krise kalt erwischt: So brach der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren von Januar bis November um 21,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum ein.

08:15 Uhr

Schaut der Dax auf den Corona-Gipfel?

Kurz vor den Beratungen über die Coronavirus-Beschränkungen wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Dienstag niedriger starten. Insidern zufolge werden Bund und Länder eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 31. Januar beschließen. Strittig ist noch die Frage der Wieder-Eröffnung von Schulen und Kitas. Vor diesem Hintergrund richten Börsianer ihre Aufmerksamkeit auf die deutschen Einzelhandelsumsätze. Experten erwarten für November ein Minus von zwei Prozent.

Auf dem Terminplan steht außerdem das Barometer für die Stimmung der Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe der USA. Hier sagen Analysten für Dezember einen leichten Rückgang auf 56,6 Punkte voraus. Unabhängig davon fiebern Investoren der Nachwahl für den US-Senat entgegen. "Zuletzt ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die Demokraten beide Sitze gewinnen, womit sie nach dem Repräsentantenhaus auch die Mehrheit im Senat hätten", sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. "Dies würde die geplante expansive Fiskalpolitik des neu gewählten US-Präsidenten Joe Biden erleichtern."

07:58 Uhr

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise fallen zunächst. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostet 50,74 US-Dollar. Das sind 35 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fällt 26 Cent auf 47,36 Dollar.

Am Ölmarkt richtet sich das Interesse der Investoren auf die Förderpolitik des Ölkartells Opec und seiner Kooperationspartner, die in dem Verbund Opec+ zusammengefasst sind. Seit Montag laufen Gespräche über die Fördermengen der Mitglieder im Februar. Nachdem sie am Montag unerwartet unterbrochen worden waren, werden die Verhandlungen am Dienstag fortgesetzt.

Zuletzt hatte das führende Opec-Mitglied Saudi-Arabien vor einer frühzeitigen weiteren Ausweitung der Ölförderung gewarnt, die von Russland unterstützt wird. Die Opec+ müsse angesichts zuletzt gestiegener Ölpreise der Versuchung widerstehen, schon jetzt die Produktionsbegrenzungen noch mehr zu lockern, sagte der saudische Energieminister Abdulasis bin Salman.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 55,93
Rohöl WTI
Rohöl WTI 53,35

 

07:22 Uhr

Starinvestor Buffet beendet Gesundheitsvorsorgeprojekt

Berkshire Hathaway
Berkshire Hathaway 352.473,99

Die US-Großkonzerne Amazon und JPMorgan Chase sowie die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway von Starinvestor Warren Buffett beenden ihr gemeinsames Gesundheitsvorsorgeprojekt Haven Healthcare nach nur rund drei Jahren schon wieder. Das Geschäft wird Ende Februar eingestellt, wie Haven nach entsprechenden US-Medienberichten in Boston bestätigte. Die drei Schwergewichte der US-Wirtschaft hatten im Januar 2018 angekündigt, die Kräfte zu bündeln, um die Vorsorgekosten für ihre Mitarbeiter zu senken. "Die steigenden Gesundheitskosten fressen sich wie ein Bandwurm durch die US-Wirtschaft", erklärte Buffett damals.

Das US-Gesundheitssystem leidet unter steigenden Versicherungskosten und gilt als eines der teuersten und ineffizientesten weltweit. Doch die großen Hoffnungen in das Projekt der finanzstarken Konzerne erfüllten sich nicht, bereits im Mai hatte Vorstandschef Atul Gawande seinen Rücktritt eingereicht. Woran das Projekt genau scheiterte, dazu machten die Unternehmen bislang keine Angaben. Amazon, JPMorgan und Berkshire Hathaway erklärten, die gewonnenen Erkenntnisse auch künftig zu nutzen, um bei der Entwicklung von Vorsorgeprogrammen für ihre Mitarbeiter zu kooperieren - allerdings informell.

07:06 Uhr

Covid und Georgia-Stichwahl belasten asiatische Börsen

Nikkei
Nikkei 28.509,57

Die Börse in Tokio zeigt sich zunächst uneinheitlich. Experten verwiesen auf die Diskussion über etwaige neue Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie in Japan und Unsicherheit über den Ausgang der Stichwahlen im US-Bundesstaat Georgia. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,1 Prozent tiefer bei 27.232 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index blieb dagegen unverändert und lag bei 1795 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,4 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,1 Prozent.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 1,1 Prozent. Im asiatischen Devisenhandel blieb der Dollar fast unverändert bei 103,06 Yen und gab 0,5 Prozent auf 6,4305 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er 0,2 Prozent niedriger bei 0,8798 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,2 Prozent auf 1,2274 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0803 Franken an. Das Pfund Sterling gewann 0,2 Prozent auf 1,3591 Dollar.