Montag, 04. Januar 2021Der Börsen-Tag

Heute mit Thomas Badtke
17:38 Uhr

Nach fulminantem Start fehlt Dax die zweite Luft

Besser hätte der Start in das neue Börsenjahr am deutschen Aktienmarkt nicht ausfallen können: Am Vormittag feiern Dax, MDax und SDax neue Rekordstände. Der deutsche Börsenleitindex schraubt seinen Rekord aber nur um vier Punkte auf 13.907 Zähler nach oben. Danach geht ihm die Puste aus, auch weil die Wall Street nicht so recht liefern will und schnell deutlich ins Minus dreht. Aus dem Handel geht der Dax 0,1 Prozent fester mit 13.727 Stellen.

ntv-Börsenkorrespondentin Susanne Althoff ist dennoch zuversichtlich: "Die Anleger sind optimistisch ins neue Börsenjahr gestartet, die Stimmung ist positiv." Sie unterstreicht: "Am Ende überwiegen Gewinnmitnahmen."

Dax
Dax 13.815,06

Größter Gewinner im Dax sind wieder einmal Delivery Hero. Die Aktien gehen mehr als fünf Prozent fester aus dem Handel. Auch Bayer und Covestro präsentieren sich stark. Dagegen weisen Daimler und Deutsche Bank Abschläge von etwa zwei Prozent auf.

Delivery Hero
Delivery Hero 129,85

17:29 Uhr

28 Prozent Kursaufschlag: Flir ist Käufer acht Milliarden wert

Der US-Industriekonzern Teledyne kauft den Wärmebildkamera-Anbieter Flir Systems für acht Milliarden Dollar. Die Transaktion werde in bar und in Aktien durchgeführt, teilt Teledyne mit. Dabei wird Flir mit 56,14 Dollar je Anteilsschein bewertet, was einen Aufpreis von rund 28 Prozent auf den Schlusskurs des Papiers vom Donnerstag entspricht. Aktuell notieren Flir etwa 20 Prozent fester bei 52,30 Dollar.

FLIR Systems
FLIR Systems 44,66

 

16:59 Uhr

"Gutes Omen für die Margen": Tesla-Kurs zieht an

Ein überraschend hoher Fahrzeug-Absatz 2020 gibt Tesla Auftrieb. Die Aktien des Elektroauto-Pioniers steigen mehr als vier Prozent auf 736 Dollar. In Deutschland kletterte der Kurs zwischenzeitlich mehr als zehn Prozent auf ein Allzeithoch von 606,80 Euro.

Tesla
Tesla 694,50

Das Unternehmen habe mehr Model S und Model X verkauft als angenommen, kommentiert Analyst Jeffrey Osborne vom Vermögensverwalter Cowen. "Das ist ein gutes Omen für die Margen."

16:10 Uhr

Erst Rekord, dann Vorsicht an der Wall Street

Am ersten Handelstag an der Wall Street im neuen Jahr zeigen sich die Anleger vorsichtig. Nach neuen Rekordhochs gleich zum Handelsbeginn setzten schnell kleine Gewinnmitnahmen ein, sodass die frühe Tendenz knapp behauptet lautet. Der Dow-Jones-Index wird vor allem von der Boeing-Aktie gebremst. Er gibt 0,4 Prozent ab auf 30.496 Punkte, der S&P-500 gibt 0,2 Prozent nach, und der Nasdaq-Composite tendiert behauptet.

Nach der jüngsten Rekordjagd nähmen viele Anleger nun Gewinne mit, heißt es. Insgesamt sei aber die Stimmung nicht schlecht. "Es gibt weiter schlechte Nachrichten zu dem Virus, aber die Märkte blicken wegen des Impfstoffs bereits weiter", sagt Chief Investment Officer Fahad Kamal von Kleinwort Hambros. Er verweist auf die erwartete Erholung der Wirtschaft, die historisch niedrigen Zinsen, die hohen Staatsausgaben und die lockere Geldpolitik als positive Faktoren.

Dazu kommen neue Konjunkturdaten aus den USA. Der von Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex der US-Industrie für Dezember ist nach oben revidiert worden. Zuvor hatten bereits neue Konjunkturdaten den Optimismus in Asien und Europa weiter geschürt. Dort zeigte sich das Verarbeitende Gewerbe in guter Form.

15:53 Uhr

Hat Mehrwertsteuersenkung Konsum stimuliert?

Inwiefern hat die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer die Konsumausgaben stimuliert? Dieser Frage ist das Münchner Ifo-Institut nachgegangen. Die Antwort: kaum. Umfragen legten nahe, dass damit das erklärte Ziel des Staates nicht erreicht worden sei, Bürger zu größeren Anschaffungen zu bewegen, so das Ifo-Institut. Die Steuer habe 6,3 Milliarden Euro an zusätzlichem Konsum gebracht, diese stünden zu den Kosten in Höhe von 20 Milliarden Euro in keinem Verhältnis. Ifo nutzte Daten von Forsa-Umfragen. An den Befragungen nahmen jeweils etwa 30.000 Personen teil.

Nur zwei Prozent der Befragten, die im Zeitraum von Juli bis Oktober eine größere Anschaffung getätigt hatten, gaben demnach dabei an, dass sie ohne die Steuersenkung auf diese Anschaffung verzichtet hätten. Von jenen, die bis Jahresende noch größere Anschaffungen planten, gaben nur zwölf Prozent im Oktober an, dass sie ohne Mehrwertsteuersenkung darauf verzichten würden. Im November war es dann mit 29 Prozent ebenfalls eine Minderheit, die angab, dass die Mehrwertsteuersenkung bei ihren Konsumabsichten eine Rolle gespielt habe.

15:05 Uhr

Rückversicherungs-Preise für die Luftfahrt steigen deutlich

Die Versicherung von Flugzeugen dürfte im neuen Jahr massiv teurer werden. Die Rückversicherungspreise in der Luftfahrt seien in der jährlichen Erneuerungsrunde um bis zu 250 Prozent nach oben geschnellt, berichtet der Versicherungsbroker Willis Re. Die Gründe dafür seien zum einen die Folgen des Absturzes zweier Boeing-737-MAX-Maschinen vor zwei Jahren, zum anderen die massiven Reisebeschränkungen und Flugverbote während der Corona-Pandemie. Denn die Versicherer litten unter massiven Prämienverlusten, weil die Verträge mit den Fluggesellschaften in der Regel nach geflogenen Kilometern abgerechnet werden, sagte der Chef von Willis Re International, James Vickers, der Nachrichtenagentur Reuters.

Wegen der beiden 737-Max-Abstürze, die 346 Menschenleben gekostet haben, dürften auf Versicherer und Rückversicherer Schadenersatzansprüche aus Kasko- und Produkthaftungs-Policen von mehr als zwei Milliarden Dollar zukommen. Das sei viel Geld für eine relativ kleine Sparte, sagt Vickers.

15:17 Uhr

DIW-Chef Fratzscher plädiert für Lockdown-Verlängerung

Eine Verlängerung des harten Lockdown ist aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und dessen Präsidenten Marcel Fratzscher "unvermeidbar und richtig, auch aus wirtschaftspolitischer Perspektive". "Für die Wirtschaft gilt, was für die Gesundheit richtig ist: Oberste Priorität muss eine möglichst schnelle Kontrolle und Eindämmung der zweiten Infektionswelle haben", so Fratzscher. "Die Restriktionen sind für die betroffenen Branchen natürlich schmerzhaft und mit hohen Kosten verbunden. Ohne Lockdown-Verlängerung wären die wirtschaftlichen Kosten einer lang anhaltenden zweiten Infektionswelle jedoch deutlich höher", sagt er. "Ich befürchte, deutliche Restriktionen werden auch weit über Ende Januar hinaus notwendig sein. Aus wirtschaftlicher Perspektive sollte die Öffnung von Schulen und Kitas bei Lockerungen oberste Priorität haben, denn die wirtschaftlichen Kosten sind durch die verlorene Arbeitszeit enorm und belasten vor allem junge Familien und Mütter."

*Datenschutz

14:51 Uhr

Bitcoin-Rally gestoppt

Gewinnmitnahmen bereiten der Bitcoin-Rally vorerst ein Ende: An der Börse Bitstamp fällt der Kurs der ältesten und wichtigsten Cyber-Devise zeitweise um fast neun Prozent auf 30.261 Dollar. Danach pendelt er sich im Bereich von 31.000 Dollar ein. In knapp drei Monaten hatte sich der Kurs der Kryptowährung mehr als verdreifacht, am Morgen noch einen neuen Rekord aufgestellt.

14:29 Uhr

Drohender Lockdown drückt Pfund-Kurs deutlich

Die wahrscheinliche Verschärfung der Pandemie-Beschränkungen in Großbritannien setzen dem Pfund Sterling zu. Die Währung verliert ein knappes Prozent auf 1,1099 Euro. Daher habe das Pfund trotz der Erleichterung über den Brexit-Deal derzeit kaum noch Luft nach oben, sagt Devisenhändler John Goldie vom Finanzdienstleister Argentex.

Britisches Pfund / Euro
Britisches Pfund / Euro 1,12
Euro / Britisches Pfund
Euro / Britisches Pfund 1,12

 

14:00 Uhr

Firmen rechnen durch Corona mit Produktivitätsschub

Viele Unternehmen aus dem Euro-Raum erwarten laut einer Umfrage der EZB, durch stärkere Nutzung digitaler Technologien und Homeoffice-Möglichkeiten schlagkräftiger aus der Virus-Krise hervorzugehen. Mehr als 75 Prozent der Firmen stimmten der Aussage zu, durch das während der Pandemie gewonnene Wissen effizienter und durch die Veränderungen widerstandsfähiger zu werden, teilt die Europäische Zentralbank (EZB) mit. Fast 40 Prozent der Firmen zählten eine beschleunigte Digitalisierung zu den erwarteten langfristigen Folgen. Zudem rechneten über 40 Prozent damit, dass auch künftig mehr Beschäftigte von zu Hause aus arbeiten werden.

13:36 Uhr

"bwin"-Eigner erhält milliardenschweres Angebot

Der österreichische Internet-Sportwettenanbieter "bwin" und die "Ladbrokes"-Wettbüros in Großbritannien könnten in amerikanische Hände kommen. Der Casino-Betreiber MGM Resorts bietet 8,1 Milliarden Pfund – etwa 9,0 Milliarden Euro - in eigenen Aktien für den britischen Wettkonzern Entain (früher GVC). Entain weist die Offerte, nach der das Unternehmen aus Las Vegas 0,6 MGM-Aktien je Entain-Papier bietet, aber als "deutlich zu niedrig" zurück. Es sei nicht der erste Vorstoß von MGM bei Entain gewesen. Die Amerikaner hätten aber angedeutet, dass man den Aktionären statt MGM-Aktien zum Teil auch Bargeld bieten könne. Beide Unternehmen arbeiten seit 2018 beim Aufbau einer Internet-Wettplattform in den USA zusammen.

13:21 Uhr

Wall Street steht vor Fortsetzung der Rekordjagd

Am ersten Handelstag an der Wall Street im neuen Jahr bleiben die Anleger in Kauflaune. Die neuen Gründe für die Risikofreude sind die alten: die Hoffnung auf andauernde staatliche Unterstützung der Wirtschaft und auf die weltweiten Impfkampagnen gegen Corona. Bereits in den vergangenen Wochen profitierten die Aktien von solchen Hoffnungen, obwohl die Corona-Pandemie weiter wütet, gerade auch in den USA. Die Zahl der im Krankenhaus versorgten Corona-Patienten ist in den USA am Sonntag auf einen neuen Höchststand geklettert.

"Es gibt weiter schlechte Nachrichten zu dem Virus, aber die Märkte blicken wegen des Impfstoffs bereits weiter", sagt Chief Investment Officer Fahad Kamal von Kleinwort Hambros. Er verweist auf die erwartete Erholung der Wirtschaft, die historisch niedrigen Zinsen, die hohen Staatsausgaben und die lockere Geldpolitik - alles positive Faktoren für die Aktienmärkte.

Auch neue Konjunkturdaten befeuern den Optimismus. So zeigt sich das Verarbeitende Gewerbe in Asien und Europa den Einkaufsmanagern zufolge in guter Form. Kurz nach Handelsstart wird es hierzu auch aus den USA Daten geben.

12:24 Uhr

Nach Absatzeinbruch: Hyundai steht vor richtungsweisendem Jahr

Der südkoreanische Automobilhersteller Hyundai hat im vergangenen Jahr 3,74 Millionen Fahrzeuge verkauft und lag damit deutlich unter dem gesetzten Ziel von 4,58 Millionen Autos. Im Gesamtjahr 2020 ging der Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent zurück, wie Hyundai mitteilt. Für 2021 peilt der Autobauer einen Absatz von 4,16 Millionen Fahrzeugen an.

Konzernchef Chung Euisun erklärt das Jahr 2021 zu einem "Wendepunkt", der das künftige Wachstum bestimmen wird. Analysten nannten die Prognose realistisch, obwohl Hyundai und Kia schon seit sechs Jahren ihre jährlichen Absatzziele verfehlt hatten.


11:58 Uhr

Banken machen Rally als einzige nicht mit

Trotz der Rally an den europäischen Börsen zum Jahresstart bilden Banken weiter das Schlusslicht. Der Sektor-Index notiert 0,1 Prozent im Minus, während der marktbreite Stoxx-600-Index um 1,5 Prozent zulegt. Kursbremsend wirken besonders die britischen Banken und Finanzinstitute, die unter anderem unter dem nun vollzogenen Brexit leiden. Natwest Group fallen 3,4 Prozent, Lloyds 2,5 Prozent und Bank of Ireland 2 Prozent. In Mailand fallen Unicredit 1,4 Prozent. Auch Deutsche Bank geben 1,1 Prozent nach, während der Dax 1,3 Prozent steigt.

Deutsche Bank
Deutsche Bank 9,32

11:14 Uhr

Dax nimmt Kurs auf 14.000 - auch MDax und SDax mit Allzeithochs

Kauflaune zum Jahresstart: Am ersten Handelstag des neuen Jahres setzen die deutschen Indizes ihre Rekordjagd fort. Der Dax zieht bis auf 13.906 Punkte im Tageshoch und markiert damit ebenso ein neues Allzeithoch wie zuvor bereits MDax und SDax. Der MDax steigt auf 31.281 Punkte - Allzeithoch. Der Kleinwerteindex SDax klettert auf 14.945 Zähler im Tageshoch - Rekord.

"Das Geld der Notenbanken ist da und bleibt", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Ob der Lockdown verlängert wird und für wie lange, ob er vielleicht sogar bis ins Frühjahr läuft, interessiert derzeit an der Börse nicht", erklärt er. "Gespielt werden wieder die Profiteure der Krise - im Dax etwa Delivery Hero, die mehr als vier Prozent zulegen können."

10:53 Uhr

Konjunkturhoffnung treibt Bau- und Rohstoff-Sektoren

Die Hoffnung auf eine kräftige Konjunkturerholung in Europa treibt zum Jahresstart die entsprechenden Branchen. Bei den Rohstoffwerten geht es um 3,5 Prozent nach oben, im Bausektor um 2,1 Prozent. Der Optimismus blickt über die aktuelle Diskussion über Lockdown-Verlängerungen hinaus und setzt klar auf eine erfolgreiche Durchimpfung der Bevölkerung. Daher legen auch die Reiseaktien um 3,1 Prozent zu. Im Minus zeigt sich nur die Bankenbranche mit 0,2 Prozent.

10:08 Uhr

Profitiert K+S vom Optimismus für Düngerpreise?

Positiv auch für K+S werten Händler die bullishen Aussagen der Citi zum globalen Düngermarkt. Sie rechnen mit einer besseren Nachfrageentwicklung und erhöhen die Aktien des K+S-Konkurrenten Yara auf "Kaufen". Höhere Gaspreise in Europa könnten aufgefangen werden. Der Kali-Preis pro Tonne könnte auf 300 Dollar steigen, da das Angebot bis 2023 nur mäßig wachsen werde.

K+S
K+S 9,77

09:32 Uhr

Bitcoin haussiert - aus gutem Grund

Die Hausse bei der Kunstwährung Bitcoin setzt sich zum Jahresbeginn fort. Sie wird bei rund 33.500 Dollar gehandelt. Investoren zieht es zu der Kryptowährung, da sich der Dollar abgeschwächt hat und die Notenbank die Zinsen voraussichtlich für mehrere Jahre nahe Null belassen wird, wie es von Marktteilnehmern heißt. Zudem tragen bekannte Namen zur Attraktivität von Bitcoin bei: Für den jüngsten Aufwärtsschub sorgte auch die Entscheidung des Bezahldienstes Paypal, sich für den Handel mit Kryptowährungen zu öffnen. Das Unternehmen kündigte an, ab Anfang 2021 werde es auch möglich sein, mit digitalem Geld zu zahlen.

09:08 Uhr

Dax zieht Richtung Allzeithoch

Der erste Handelstag im neuen Jahr lässt sich für den deutschen Aktienmarkt gut an: Der Dax, der am letzten Handelstag 2020 ein leichtes Minus von 0,3 Prozent bei 13.719 Punkten verbucht hatte, legt zum Start am Montag zu. Er notiert 1,0 Prozent im Plus bei 13.856 Zählern. Das erst Ende Dezember erreichte Allzeithoch von 13.903 Punkten rückt wieder näher.

"Die Börse rennt von einem Rekord zum nächsten. Sie spiegelt derzeit aber nicht die Wirtschaft wieder, sondern die Geldpolitik", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Zudem ist nach einem Ende der Pandemie mit wirtschaftlichen Nachholeffekten zu rechnen. Eine sich abzeichnende Verlängerung des Lockdowns hierzulande ist derzeit nur ein Randthema", so Meyer weiter.

08:52 Uhr

Ifo: Kurzarbeit in der Industrie nimmt ab

Die Kurzarbeit in Deutschland ist einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge im Dezember vor allem wegen des Aufschwungs in der Industrie leicht gesunken. Zum Jahresende waren demnach 1,95 Millionen Menschen davon betroffen, nach 1,98 Millionen im November. Das ergibt die von den Münchner Forschern veröffentlichte Umfrage unter rund 7000 Unternehmen. "Hinter der Fassade der Stabilität verbergen sich jedoch größere Verschiebungen", sagte Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link. "In der Industrie ist die Kurzarbeit über alle Branchen gesunken. Gestiegen ist sie jedoch im Einzelhandel und im Gastgewerbe, die besonders vom aktuellen Lockdown betroffen sind."

Im Einzelhandel nahm die Kurzarbeiterzahl demnach sprunghaft zu auf 150.000, nachdem es im November noch 97.000 waren. Im Gastgewerbe sind sogar 414.000 Beschäftigte in Kurzarbeit, nach 374.000 im November. Im Großhandel nahm die Zahl dagegen ab, und zwar von 101.000 auf 84.000. Bei den Autohändlern und Werkstätten gab es einen Rückgang von 26.000 auf 22.000. In der Industrie sank die Zahl der Kurzarbeiter auf 583.000, von 680.000 im November. Besonders im Maschinenbau sind demnach noch viele Beschäftigte davon betroffen.

08:29 Uhr

Ölpreise legen deutlich zu

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 56,29

Die Ölpreise haben zu Beginn des neuen Jahres deutlich zugelegt. Händler nannten die gute Stimmung an den asiatischen Finanzmärkten als Grund. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete am Morgen 52,98 US-Dollar. Das waren 1,18 Dollar mehr als am Donnerstag (31.12.2020). Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg ebenfalls spürbar um 1,01 Dollar auf 49,53 Dollar.

Wie über weite Strecken des vergangenen Jahres werden die Ölpreise auch im neuen Jahr durch die Entwicklung der Corona-Pandemie beeinflusst. Für Auftrieb sorgt schon seit einiger Zeit die Aussicht auf flächendeckende Impfungen. Damit einher geht die Hoffnung auf eine merklich robustere Konjunktur mit höherem Erdölverbrauch. Dementsprechend bewegen sich die Ölpreise derzeit in der Nähe ihrer Höchststände seit der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020. Der Fortgang der Pandemie ist jedoch ungewiss. Daher hat sich der Ölverbund Opec+ auf ein vorsichtiges Vorgehen verständigt. Zu Jahresbeginn wurde die tägliche Rohölförderung um 500 000 Barrel erhöht. An diesem Montag will der Verbund beraten, wie ab Februar vorgegangen werden soll.

07:53 Uhr

Euro hält sich auf erhöhtem Niveau

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,22

Der Euro hält sich zu Beginn des neuen Jahres auf erhöhtem Niveau. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,22 US-Dollar. Ende vergangenen Jahres war der Euro mit gut 1,23 Dollar auf den höchsten Stand seit April 2018 gestiegen. Zum Wochenstart profitierte der Euro vor allem von einem auf breiter Front schwächeren Dollar. Die amerikanische Währung wurde durch die überwiegend gute Stimmung an den asiatischen Finanzmärkten belastet. Die Hoffnung auf flächendeckende Corona-Impfungen in diesem Jahr sowie die starke finanzielle Unterstützung durch Notenbanken und Staaten stützt die Stimmung.

07:17 Uhr

Furcht vor Lockdown belastet Tokioter Börse

Nikkei
Nikkei 28.523,26

Überwiegend mit Aufschlägen zeigen sich die Aktienmärkte in Ostasien und Australien zu Wochenbeginn. Nur der Nikkei-225 in Tokio verliert 0,7 Prozent auf 27.251 Punkte. Marktteilnehmer verweisen auf einen Medienbericht, wonach Premierminister Yoshihide Suga erwägt, noch in dieser Woche den Ausnahmezustand für Tokio und drei umliegende Präfekturen auszurufen. Damit bleibt die Coronavirus-Pandemie in Tokio das dominierende Thema, heißt es.

Für den Schanghai-Composite geht es dagegen um 0,9 Prozent auf 3.504 Punkte nach oben. Die Analysten von Central China Securities gehen von einer Verstärkung des positiven Momentums in den kommenden Wochen aus. Zudem dürften die Unternehmensergebnisse für das erste Quartal ein solides Wachstum zeigen infolge der anziehenden Konjunktur in China. Auch scheine sich das geopolitische Umfeld zu verbessern, nachdem sich China und die EU in der vergangenen Woche auf ein Investitionsabkommen geeinigt haben, heißt es.