Dax40-Geburt während heftiger Turbulenzen - tiefroter Tag
Ein gelungener Start sieht anders aus: Der neue Dax40 hat heute - wie der gesamte europäische Aktienmarkt unter erheblichem Abgabedruck gestanden. Die Stimmung am Gesamtmarkt wurde von den Turbulenzen um den chinesischen Immobilienkonzern Evergrande belastet, dessen drohender Zahlungsausfall in Hongkong nicht nur die gesamte Branche nach unten gerissen hat, sondern auch auf die Titel der Banken und auf die Versicherungswerte drückte.
So fiel der Dax um 2,3 Prozent auf 15.132 Punkte, damit verlor er rund 360 Punkte. Kurze Zeit sah es danach aus, dass der Leitindex die 15.000-Punkte-Marke unterschreiten könnte, doch bei 15.019 Stellen war Schluss mit dem Absturz. Marktteilnehmer sprachen von einer "schweren Geburtsstunde" für den neuen Dax. Der EuroStoxx50 gab um 2,2 Prozent auf 4042 Zähler nach.
Daneben waren die Anleger wegen des erwarteten Taperings vorsichtig. Möglicherweise wird die US-Notenbank Fed bereits auf ihrer Sitzung am Mittwoch einen ersten Zeitplan für die Rückführung der monatlichen Anleihekäufe vorlegen. Und schließlich belastetete auch der Streit um die US-Schuldengrenze die Entwicklung an den Börsen.
Durch den drohenden Evergrande-Zusammenbruch litten die Finanzwerte. So fielen Deutsche Bank um 7,7 Prozent und Commerzbank um 7,9 Prozent. Allianz gaben um 3,6 Prozent nach. Kräftig verloren heute auch die Autowerte.
Einen guten ersten Tag im Dax verzeichneten Qiagen mit plus 1,7 Prozent. Airbus verloren dagegen 1,3 Prozent.
Vestas stellt Produktion in Lauchhammer ein
Der Windkraftanlagenhersteller Vestas Wind Systems richtet sein Produktionsnetzwerk neu aus. Der Anpassung an das sich ändernde Produktportfolio fallen drei europäische Werke des dänischen Konzerns zum Opfer, darunter auch eins in Deutschland. Das bedeutet, dass die Produktion im brandenburgischen Lauchhammer, in Viveiro in Spanien und in Esbjerg in Dänemark eingestellt wird.
In Lauchhammer beschäftigt Vestas knapp 460 Mitarbeiter, in Viveiro rund 115 und in Esbjerg 75. Vestas will nach eigenen Angaben Möglichkeiten prüfen, um betroffene Mitarbeiter an andere Standorte des Konzerns zu verlagern.
Aktienkurse von Fluggesellschaften heben ab
Und nun endlich einmal eine positive Nachricht: Die Aussicht auf Lockerungen in den USA bei Reisebeschränkungen für geimpfte Passagiere aus der EU und Großbritannien hat die Aktienkurse von Fluggesellschaften angetrieben. Die Anteilsscheine der British Airways-Mutter IAG stiegen um bis zu 11,8 Prozent, Lufthansa-Titel um bis zu 8,9 Prozent und Air France-KLM-Aktien um bis zu sieben Prozent.
Einem Insider zufolge sollen die Lockerungen ab November gelten sowie die neuen Regeln Teil einer umfassenderen Politik für internationale Reisen sein.
Autowerte schmieren ab - Branchenindex sehr trüb
Auf eine massive Eintrübung im Chart des Stoxx-Auto-Index haben Marktteilnehmer hingewiesen. Der Index habe nun die sogenannte Nackenlinie einer Kopf-Schulter-Formation durchbrochen. "Das deutet auf eine weiter holprige Wegstrecke hin", sagte ein Börsianer.
Dies werde auch Auswirkungen auf den autolastigen Dax haben. Der Stoxx-Auto-Index verlor fast vier Prozent auf 591 Punkte. In Frankfurt liefen die Autowerte in einem sehr angespannten Umfeld schlecht. Die Aktien von Index-Neuling Porsche verbilligten sich am Nachmittag um fünf Prozent. Daimler verloren 3,8, Continental 5,8, VW 4,8 und BMW 3,6 Prozent
Geplatzter U-Boot-Deal trifft auch Thyssenkrupp-Tochter
Von dem geplatzten U-Boot-Geschäft zwischen Frankreich und Australien ist nach Angaben aus dem Europaparlament auch eine Tochter des deutschen Rüstungskonzerns Thyssenkrupp betroffen. Der Vorsitzende des Ausschusses für internationale Handelspolitik, Bernd Lange, sagte in Brüssel, die Aufkündigung des milliardenschweren Deals habe "Konsequenzen für ein deutsches Unternehmen: die Thyssenkrupp-Tochter Atlas Elektronik", so der SPD-Politiker.
Die Firma mit Hauptsitz in Bremen sollte Sonartechnik für die U-Boote liefern. Das geplatzte Geschäft sei deshalb "nicht nur eine sicherheitspolitische Frage, sondern auch eine industriepolitische", sagte Lange weiter. Wegen des Vertragsbruchs würden für Australien nun gegebenenfalls Konventionalstrafen fällig.
Wall Street startet mit deutlichen Abschlägen
Auch die US-Börsen haben zum Handelsstart zum Teil kräftige Verluste erlitten. Vorrangiger Grund ist die Krise um den chinesischen Immobilienriesen Evergrande. Außerdem drücken die Unklarheit bei der weiteren US-Geldpolitik und das Ringen um die US-Schuldenobergrenze auf die Stimmung.
Der Dow-Jones-Index verlor 1,4 Prozent auf 34.099 Punkte, der S&P-500 gab ebenfalls 1,4 Prozent ab und der Nasdaq-Composite 1,7 Prozent.
Bankenwerte reagierten sensibel auf die Probleme in China. Goldman Sachs fielen um 3,4 Prozent und Bank of America um drei Prozent. Energiewerte litten unter dem fallenden Ölpreis. Occidental Petroleum verloren fünf Prozent, Devon Energy 4,9 Prozent und Marathon Oil 4,3 Prozent.
Dax40 ist da - Greifen Anleger jetzt noch stärker zu?
Es ist soweit: Seit heute zählt der Dax zehn Titel mehr und umfasst damit insgesamt 40 Unternehmen. Was genau ist bei der Umstellung eigentlich passiert und was bedeutet sie für Anleger? Ob die neuen Dax-Mitglieder frischen Rückenwind bringen könnten und warum der Dax weiterhin ein spannender und beliebter Basiswert bleibt, darüber spricht Bianca Thomas mit Anouch Wilhelms von der Société Générale.
Ex-VW-Betriebsratschef beim Untreue-Prozess
Im Untreue-Prozess gegen VW-Manager hat der langjährige Betriebsratschef Bernd Osterloh als Zeuge über mehrere Angebote für hoch dotierte Management-Positionen berichtet. Unter anderem sei es um den Personalvorstand des Konzerns mit einem Millionengehalt gegangen, sagte Osterloh in der Braunschweiger Stadthalle.
Im Prozess des Landgerichts geht es um mutmaßlich überhöhte Gehälter und Bonuszahlungen an leitende Betriebsräte von Volkswagen. Angeklagt sind drei ehemalige und ein noch amtierender Personalmanager des VW-Konzerns, darunter auch die beiden Ex-Konzernpersonalchefs Horst Neumann und Karlheinz Blessing. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, für Osterloh und andere einflussreiche Betriebsratsangehörige beim Autobauer zwischen 2011 und 2016 unangemessen üppige Bezüge freigegeben zu haben. Der Vorwurf lautet Untreue, teils auch in besonders schweren Fall. Dem Konzern soll daraus ein Schaden von mehr als fünf Millionen Euro entstanden sein.
Massive Unruhe auch am Kryptowährungsmarkt
Die trübe Stimmung auf den Finanzmärkten hat zum Wochenstart auch Kryptowährungen wie Bitcoin erheblich belastet. Der Bitcoin-Kurs fiel auf der Handelsplattform Bitstamp um etwa acht Prozent auf rund 43.200 Dollar. Anfang September hatte die älteste und nach Marktwert größte Digitalwährung noch mehr als 50.000 Dollar gekostet.
Nicht nur der Bitcoin, auch andere Kryptoanlagen wie Ether, XRP oder Dogecoin gerieten kräftig unter Druck. Teilweise gaben die Kurse prozentual zweistellig nach. Der Marktwert aller derzeit knapp 12.000 Digitalwährungen fiel unter die Marke von zwei Billionen Dollar. Der im Frühjahr erzielte Rekordwert von rund 2,5 Billionen Dollar ist derzeit außer Reichweite.
Dax verliert rund 470 Punkte - noch hält die 15.000er-Marke
Rutscht der Dax noch unter die 15.000-Punkte-Marke? Der Leitindex hat mit 15.019 Punkten sein bisheriges Tagestief erreicht. Der Leitindex verlor dabei rund 470 Punkte oder drei Prozent.
Bereits am Morgen war der frisch auf 40 Mitglieder aufgestockte deutsche Leitindex auf den tiefsten Stand seit Juli gefallen. Schwache Vorgaben von den Überseebörsen und die Sorge um die sich zuspitzende Krise um den chinesischen Immobilienkonzern Evergrande drückten die Kurse. Auch aus den Vereinigten Staaten kommen rote Signale.
Britische Regierung erwägt Hilfen für Gasversorger
Ungewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Die britische Regierung erwägt nämlich nach dem starken Anstieg der Gaspreise auf dem Weltmarkt Hilfen für Energieversorger. Laut BBC wird über subventionierte Kredite nachgedacht.
In den vergangenen Monaten waren weltweit die Gaspreise im Zuge des Wiederanfahrens der Wirtschaft gestiegen. So schränkte die anziehende Nachfrage nach Flüssiggas in Asien das Angebot in Europa ein. Der Preisstieg zwang vier kleinere Versorger im Vereinigten Königreich, den Handel einzustellen.
Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng hatte deswegen eine Krisensitzung mit den führenden Energieversorgern National Grid, Centrica, EDF und der Regulierungsbehörde Ofgem am Wochenende anberaumt. Die Konzerne fürchten Risiken durch die Übernahme von Kunden der Pleite gegangenen Mitbewerber. Für diese Kunden müsste Gas zu den aktuellen, hohen Preisen eingekauft werden. Diese Kosten könnten den Preisdeckel für Endkunden übersteigen.
Warum aus China kein Lehman-Beben droht
Der chinesische Immobilienriese Evergrande steht vor dem Kollaps. Anleger fürchten ein Finanzbeben wie nach der Lehman-Pleite. Doch der Immobilienmarkt in China weist gravierende Unterschiede zu seinem US-amerikanischen Pendant auf, beruhigt China-Experte Frank Sieren.
Gaspreise steigen auf Rekordhoch
Hier einmal eine kleine Meldung etwas abseits vom Börsengeschehen: Die Gaspreise für private Haushalte haben ein Rekordhoch erreicht. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden zahle aktuell im Schnitt 1516 Euro jährlich für Gas, teilte das Verbraucherportal Check24 mit.
Grund sind vor allem die stark gestiegenen Einkaufspreise: Der Börsenpreis für Gas liege auf einem Allzeithoch. Von September 2020 bis September 2021 stieg der Preis pro Megawattstunde demnach von 7,99 Euro auf 44,03 Euro, ein Anstieg um 451 Prozent.
Gründe für die steigenden Preise sind laut Check24 die anziehende Nachfrage nach dem Ende vieler Coronabeschränkungen sowie die derzeit leeren Gasspeicher in Europa. Für den Anstieg des Preises für Verbraucher sei "nicht zuletzt" auch die steigende CO2-Abgabe verantwortlich, erklärte Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check24.
Dax bekommt weiter Prügel - Kurve von "Angstbarometer" steigt
Momentan werden am Aktienmarkt höhere Risikoprämien gefordert. Dies ist auch am VDax-New abzulesen, der um 16 Prozent auf gut 27 in die Höhe sprang. Auf diesem Niveau notierte das "Angstbarometer" zuletzt im Mai dieses Jahres, zu dieser Zeit fand der Dax seine Unterstützung bei 15.000 Punkten. Auch die Prämien der Credit Default Swaps (CDS) zogen an, vor allem bei denen der Banken. So sprang der Fünf-Jahres-CDS von Barclays auf 54 nach einem Wert von 46 am Freitag.
Der Dax gab indes am frühen Nachmittag weiter nach und verlor 2,4 Prozent auf 15.119 Punkte. Der EuroStoxx50 sackte um 2,3 Prozent auf 4033 Stellen ab.
Merck plant Milliardeninvestitionen in Electronics-Geschäft
Der Pharma- und Life-Science-Konzern Merck nimmt Milliarden zum Ausbau seines Geschäfts mit Produkten für die Elektronikindustrie in die Hand. In den nächsten fünf Jahren sollen deutlich mehr als drei Milliarden Euro in den Unternehmensbereich Electronics investiert werden, wie das Darmstädter Dax-Unternehmen mitteilte.
Mehr als zwei Milliarden Euro sollen für langfristige Anlagegüter ausgegeben werden. Merck rechnet mit einem zunehmenden Bedarf an Elektronik-Materialien, insbesondere bei Halbleitern, und will deshalb seine Produktionskapazitäten erweitern. Aber auch ergänzende Zukäufe zieht das Unternehmen in Betracht.
Evergrande-Schieflage schlägt Investoren in die Flucht
Die Krise des Immobilienkonzerns China Evergrande schlägt an den Märkten hohe Wellen. Die Anleger sind nervös. Der Dax verzeichnet den größten Kursrutsch seit zwei Monaten. Gleiches gilt für den EuroStoxx50. Die Hintergründe und mögliche Folgen erläutert ntv-Börsenreporterin Sabrina Marggraf.
Rote Vorzeichen an der Wall Street
Deutliche Verluste dürfte auch die Wall Street zum Handelsstart erleiden, belastet von der Krise um den chinesischen Immobilienkonzern Evergrande. An der Börse in Hongkong standen die Immobilienwerte erneut unter massivem Abgabedruck, die Evergrande-Aktie verlor weitere 13,8 Prozent. Die Talfahrt nährte Befürchtungen, dass Evergrande kurz vor einem Zahlungsausfall stehe. Marktbeobachter waren der Ansicht, dass eine direkte Rettungsaktion der chinesischen Regierung für Evergrande unwahrscheinlich ist.
Chefmarktanalyst Naeem Aslam von Avatrade nennt neben China noch andere Gründe für die Marktschwäche, so sinkende Prognosen für die Unternehmensergebnisse und die Unsicherheit rund um die Geldpolitik. Der Markt werde darauf achten, ob die US-Notenbank Fed am Mittwoch Hinweise für das Tapering, die Reduzierung der Anleihekäufe, geben wird. Auch die Schuldenobergrenze in den USA bleibt ein Thema. Dem Kongress ist es bislang nicht gelungen, sie anzuheben.
Märkte erwarten Fed-Entscheid - Abkehr vom Krisenmodus?
Die US-Notenbank steht vor einer wichtigen Vorentscheidung beim geplanten Ausstieg aus dem Krisenmodus. Manche Experten erwarten, dass die Fed angesichts rasant gestiegener Preise und der Erholung am Arbeitsmarkt nach der Corona-Krise auf der Zinssitzung am Mittwoch ein klares Signal für ein Zurückfahren ihrer milliardenschweren Anleihekäufe geben wird. Fed-Chef Jerome Powell hatte auf der Notenbankenkonferenz von Jackson Hole Ende August ein solches Manöver für dieses Jahr in Aussicht gestellt, jedoch noch keinen Zeitplan vorgelegt.
Ob die Fed nun auf dieser Basis schon einen Beschluss zum Abbau des Kaufprogramms im Volumen von derzeit 120 Milliarden Dollar im Monat fassen wird, ist jedoch fraglich: "Ich gehe davon aus, dass die US-Währungshüter die wirtschaftliche Entwicklung noch etwas länger beobachten wollen und rechne daher mit einem endgültigen Entschluss erst beim nächsten Notenbanktreffen im November", so die KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.
Dies sieht auch Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer so, der für Mittwoch zumindest "ein klares Signal" für eine bald anstehende Verringerung der Käufe erwartet: "Spätestens Anfang 2022 dürfte die Fed dann tatsächlich beginnen, das Kaufvolumen mehr und mehr herunterzufahren."
Dax-Katastrophenstart in neue Ära - 15.000er-Marke rückt näher
Kein guter Start des Dax in eine neue Ära: Nunmehr 40 Unternehmen schwer, baute der Leitindex seine ohnehin schon schweren Verluste gegen Mittag noch weiter aus. Der Dax notierte 2,2 Prozent leichter bei 15.147 Punkten. Der um zehn Werte geschrumpfte MDax gab um 1,5 Prozent auf 34.764 Zähler nach. Der TecDax verringerte sich "nur" um 1,3 Prozent auf 3834 Punkte. Der EuroStoxx50 verlor 2,1 Prozent auf 4045 Stellen.
Der Dax hat bereits drei Wochen mit Kursabschlägen hinter sich. An der Wall Street hatten sich die Indizes am Freitag nach dem großen Verfallstag an den Terminbörsen ebenfalls schwach gezeigt. Die Börse in Hongkong folgte heute mit schweren Verlusten aufgrund der sich zuspitzenden Krise des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande.
Nur drei der 40 Dax-Werte (Qiagen, Deutsche Wohnen, RWE) lagen leicht im Plus. Die größten Verluste verbuchten Porsche Holding und Deutsche Bank mit minus 5,1 beziehungsweise minus 4,9 Prozent.
Haben politische Börsen kurze Beine?
Insiderhandel: Kryptobörse unter Verdacht
Die globale Kryptobörse Binance steht offenbar unter dem Verdacht, Insiderhandel und Marktmanipulation zu betreiben. Wie die Agentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertrauten Person berichtet, leiten die USA deswegen nun entsprechende Untersuchungen ein. Es gehe darum herauszufinden, ob Binance oder seine Mitarbeiter Kunden ausgenutzt und dann davon profitiert hätten, so die Agentur. "Bei Binance haben wir eine Null-Toleranz-Politik für Insiderhandel und einen strengen ethischen Kodex in Bezug auf jede Art von Verhalten, das einen negativen Einfluss auf unsere Kunden oder die Branche haben könnte", sagt das Unternehmen in einer Erklärung. Binance sieht sich bereits mit Warnungen von Finanzaufsichtsbehörden aus Großbritannien, Deutschland und Japan konfrontiert, die über die Verwendung von Kryptowährungen für Geldwäsche und Risiken für die Verbraucher besorgt sind.
Stärkster Anstieg der deutschen Erzeugerpreise seit 1974
Der Preisauftrieb in Deutschland legt von bereits hohem Niveau aus weiter zu. Im August erhöhten sich die Preise, die Hersteller für ihre Waren erhalten, gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der höchste Zuwachs seit Ende 1974, als die Erzeugerpreise während der ersten Ölkrise stark gestiegen waren. Im Juli dieses Jahres hatte die Steigerungsrate 10,4 Prozent betragen, im Juni waren es 8,5 Prozent gewesen. Schon das waren ungewöhnlich hohe Zuwächse.
Entscheidend für die Entwicklung sind den Angaben zufolge kräftige Preissteigerungen von Energie und Vorleistungsgütern. Energie war im August durchschnittlich fast ein Viertel teurer als ein Jahr zuvor. Besonders deutlich stiegen die Preise für Erdgas, die um gut 44 Prozent zulegten. Daneben verteuerten sich viele Vorleistungsgüter wie Holz erheblich.
Grünes im roten Zahlenmeer - Lufthansa-Kurs legt zu
Die rund zwei Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung belastet die Aktie der Lufthansa nur kurz. Die Aktien der Fluggesellschaft stiegen nach anfänglichen Verlusten um 3,1 Prozent auf 8,46 Euro.
Die beschleunigte Rückzahlung der Staatshilfen sollte dem Unternehmen mehr Freiheit geben, kommentiert Analyst Gerald Khoo von der Investmentbank Liberum. Zudem stellte der MDax-Konzern für das laufende Quartal einen operativen Gewinn in Aussicht.
Kapitalerhöhung schlägt Prudential-Anleger in die Flucht
Eine geplante Kapitalerhöhung vergrätzt die Anleger von Prudential. Der Aktienkurs des stark in Asien engagierten Versicherers fiel in London um 5,5 Prozent und steuerte auf den größten Tagesverlust seit einem knappen Dreivierteljahr zu. Das Unternehmen will an der Hongkonger Börse 2,9 Milliarden US-Dollar bei Investoren einsammeln.
Mehr als 300 Punkte verloren - Dax rauscht gen 15.000 runter
Der deutsche Aktienmarkt ist in der ersten Handelsstunde voll auf Tauchstation gegangen. Der nunmehr 40 Mitglieder umfassende Dax rauschte weiter runter und verringerte sich nunmehr um zwei Prozent auf 15.180 Punkte - damit verlor er im Vergleich zum Freitag-Schlussstand mehr als 300 Zähler. MDax und TecDax gaben um je 1,5 Prozent nach. Der EuroStoxx50 notierte 1,8 Prozent tiefer bei 4056 Stellen.
Vor allem vom wankenden chinesischen Immobilienriesen Evergrande geht massive Unruhe aus. Im Gefolge dessen sind die Kurse an der Hongkonger Börse in den Keller gegangen.
Wie ergeht es den neuen Dax-Werten? In diesem miserablen Umfeld nicht gut. Airbus verloren zum Beispiel 2,9 Prozent, Sartorius 2,7 Prozent. Alle Werte im Leitindex lagen im Minus. Am Index-Ende lagen Deutsche Bank mit minus 4,3 Prozent. Im MDax trugen Commerzbank mit minus 3,8 Prozent die Rote Laterne.
Kursmassaker in Hongkong - Evergrande drückt gewaltig
Der erneute Kurssturz von China Evergrande hat den Leitindex der Börse Hongkong auf den niedrigsten Stand seit rund einem Jahr gedrückt. Der Hang Seng fiel zeitweise um bis zu 4,2 Prozent auf 23.872 Punkte. Die Titel von Evergrande stürzten zeitweise sogar um fast 19 Prozent auf ein Elf-Jahres-Tief von 2,06 Hongkong-Dollar ab und standen vor dem größten Tagesverlust seit mehr als sechs Jahren. Insgesamt blieben die Handelsumsätze aber dünn, weil die Börsen in Tokio, Shanghai und Seoul wegen Feiertagen geschlossen waren.
Anleger befürchteten, dass der hoch verschuldete Immobilien-Konzern fällige Zahlungen nicht bedienen kann. Das Unternehmen hat einen 305 Milliarden US-Dollar schweren Schuldenberg aufgetürmt. Insidern zufolge bilden einige Gläubiger Rückstellungen für Kreditausfälle, während andere Fristverlängerungen einräumen. In den kommenden Tagen werden allein bei zwei Anleihen mit Laufzeiten bis 2022 und 2024 Zinsen im Volumen von insgesamt rund 130 Millionen US-Dollar fällig.
Die Talfahrt des Mutterkonzerns setzte auch Evergrande-Beteiligungen zu. So verlor die Immobilienverwaltungssparte bis zu 13 Prozent und die Streaming-Tochter Hengten etwa 14 Prozent. Rivalen des Immobilien-Konzerns wie Sunac oder Greentown rutschten um jeweils rund zehn Prozent ab.
RWE verdient gut an steigenden CO2-Preisen
Der Energiekonzern RWE verdient gut an den steigenden CO2-Preisen. RWE habe sich im Gegensatz zu anderen Unternehmen bis 2030 langfristig gegen das Risiko abgesichert, berichtet das "Handelsblatt". RWE habe schon 2017 begonnen, sich langfristig einzudecken. Damals kostete ein CO2-Zertifikat, das zur Emission einer Tonne des Treibhausgases berechtigt, noch wenige Euro. Aktuell sind es 60 Euro. Schwankungen des CO2-Preises hätten keine wesentliche Auswirkung auf die Erträge von RWE, zitierte das Blatt eine Konzernsprecherin. Der Handel mit CO2-Zertifikaten, die zum Ausstoß des klimaschädlichen Gases berechtigen, soll eigentlich dazu führen, dass Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Trotz Kohleausstieg und Klimadebatte liefen die Kohlekraftwerke des Konzerns im ersten Halbjahr auch auf Hochtouren.
Schwere Geburtsstunde für den neuen Dax - dickes Minus
Ganz mieser Start für den Dax40: Der um zehn Werte aufgestockte Leitindex ist mit einem kräftigen Abschlag von 1,3 Prozent auf 15.283 Punkte in die neue Woche gegangen. Der EuroStoxx50 verlor 1,4 Prozent auf 4071 Stellen.
Belastet wird die Stimmung von den Turbulenzen um den chinesischen Immobilienkonzern Evergrande, dessen drohender Zahlungsausfall in Hongkong nicht nur die gesamte Branche nach unten reißt, sondern auch die Banken- und Versicherungswerte belastet.
Daneben sind Anleger wegen des erwarteten Taperings vorsichtig. Möglicherweise wird die US-Notenbank Fed bereits auf ihrer Sitzung am kommenden Mittwoch einen ersten Zeitplan für die Rückführung der monatlichen Anleihekäufe vorlegen.
Und schließlich belastet auch der Streit um die US-Schuldengrenze die Entwicklung an den Börsen. Der Markt hofft zwar laut Teilnehmer darauf, dass die für diese Woche angesetzte Abstimmung zur Erhöhung der Schuldengrenze positiv ausgehen wird, Marktteilnehmer warten aber erst einmal ab.
Ölpreise geben erneut nach
Die Ölpreise starten mit weiteren Abschlägen in die neue Handelswoche. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet 74,81 US-Dollar. Das sind 53 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fällt 59 Cent auf 71,38 Dollar. Belastung kommt am Ölmarkt seit einigen Tagen vom US-Dollar. Weil der Dollar aufwertet, wird Erdöl für viele Nachfrager teurer. Grund ist, dass Rohöl wie auch viele andere Rohstoffe in der US-Währung gehandelt wird. Währungseffekte können daher eine große Rolle in der Preisbildung spielen.
An den Finanzmärkten richten sich in dieser Woche die Blicke auf die amerikanische Geldpolitik. Am Mittwoch wird die US-Notenbank Federal Reserve die Ergebnisse ihrer Zinssitzung mitteilen. Mit Spannung wird erwartet, ob die Fed konkretere Signale für die um die Jahreswende herum erwartete geldpolitische Wende sendet. Die Ausrichtung der Fed gilt für viele andere Notenbanken und die Finanzmärkte als richtungsweisend.
Brent Rohöl I
Lufthansa beschließt milliardenschwere Kapitalerhöhung
Die Deutsche Lufthansa hat eine milliardenschwere Kapitalerhöhung beschlossen. Dabei peilt die Fluggesellschaft nach eigenen Angaben einen Bruttoemissionserlös von rund 2,1 Milliarden Euro an. Die Kapitalerhöhung werde von einem Konsortium aus 14 Banken vollständig garantiert. Die Maßnahme solle der Stärkung der Eigenkapitalbasis des Konzerns dienen. Die Airline wolle unter anderem den Nettoerlös zur Rückzahlung der Stillen Einlage I des Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesrepublik Deutschland (WSF) von 1,5 Milliarden verwenden. Der WSF hält gegenwärtig 15,94 Prozent am Grundkapital der Gesellschaft. Der WSF war eingerichtet worden, um wichtigen Unternehmen über die Corona-Krise hinwegzuhelfen. Der Lufthansa stand er allein mit sechs Milliarden Euro bei. Neben dem Aktienpaket gewährte der Bund ihr stille Einlagen von 5,7 Milliarden Euro, die die Fluggesellschaft erst zum Teil in Anspruch genommen hat.
Lufthansa
Weiterer tödlicher Unfall mit Tesla: US-Behörde alarmiert
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA will nach einem tödlichen Unfall mit einem Tesla in Florida eine Untersuchung durchführen. Wie die Polizei erklärt, ist bisher unklar, ob der Tesla Model 3, der in den Unfall verwickelt war, das Fahrerassistenzsystem des Elektrofahrzeugherstellers nutzte oder nicht. Bei dem Unfall kamen zwei Menschen ums Leben. Die NTSB, die zwar Sicherheitsempfehlungen ausspricht, aber keine Regulierung der Autohersteller vornimmt, will ihre Untersuchung auf den Betrieb des Fahrzeugs und das Feuer nach dem Unfall konzentrieren. Der Tesla war nach dem Aufprall auf einen Baum verbrannt.
Euro fällt weiter
Der Euro weitet seine Verluste der vergangenen Woche aus und ist auf einen einmonatigen Tiefstand gefallen. Die Gemeinschaftswährung kostet im Tief 1,1710 US-Dollar und damit so wenig wie seit knapp einem Monat nicht mehr. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag noch auf 1,1780 Dollar festgesetzt.
Zum Wochenstart stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm, an denen Anleger ihre Entscheidungen ausrichten können. Höhepunkt der Woche ist die Zinssitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Sie will die Ergebnisse am Mittwochabend bekanntgeben. Entscheidend wird sein, ob die Fed konkretere Hinweise für eine um die Jahreswende herum erwartete geldpolitische Wende gibt.
Airbus setzt auf mehr deutsche Investoren
Der europäische Flugzeugbauer Airbus erwartet durch den Aufstieg in den Leitindex Dax mehr Zuspruch von Anlegern aus Deutschland, aber auch mehr Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Politik. Die verstärkte Wahrnehmung sei das Wichtigste daran für Airbus, sagt Finanzchef Dominik Asam. "Wir haben an der einen oder anderen Stelle wenig Gehör gefunden, weil es hieß, wir seien nur im MDax." Airbus ist der schwergewichtigste Neuling im Dax; nach dem Börsenwert rangiert der Konzern mit Sitz in Toulouse auf Platz fünf der künftig 40 Werte. Dass Airbus bisher im Blue-Chip-Index nicht vertreten war, lag daran, dass rund 90 Prozent der Airbus-Aktien an der Pariser Börse gehandelt wurden. An der Frankfurter Börse führt Airbus bisher ein Schattendasein.
Neuer Dax, alte Probleme
Zum Auftakt der neuen Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Montag niedriger starten. Am Freitag war der Leitindex ein Prozent tiefer bei 15.490 Punkten aus dem Handel gegangen. Für den Dax bricht am Montag ein neues Zeitalter an: der Kreis der Mitglieder der ersten deutschen Börsenliga wird auf 40 von 30 erweitert. Ihren Platz im deutschen Leitindex beziehen unter anderem der Sportausrüster Puma, die Biotechfirma Qiagen und der Online-Modehändler Zalando. Die Deutsche Börse verschärfte auch die Regeln für eine Dax-Mitgliedschaft. Damit soll verhindert werden, dass es erneut zu einem Skandal um ein Dax-Mitglied wie beim Zusammenbruch des Zahlungsdienstleisters Wirecard kommen kann.
Evergrande lässt Hang-Seng absacken
Die sich immer weiter verschärfende Lage um den chinesischen Immobilien-Konzern China Evergrande sorgt zu Wochenbeginn an den Aktienmärkten in Ostasien und Australien für teils deutliche Abgaben. Allerdings findet an den Börsen in China (Kernland), Japan und Südkorea aufgrund von Feiertagen kein Handel statt.
In Hongkong knickt die Aktie von China Evergrande um weitere 16,9 Prozent ein und reißt auch den Hang-Seng-Index (HSI) mit nach unten. Dieser verliert 3,9 Prozent und markiert den tiefsten Stand seit elf Monaten. Das angeschlagene Immobilien-Unternehmen versuche Geld aufzutreiben, um die zahlreichen Kreditgeber, Zulieferer und Investoren zu bezahlen, heißt es. Die Aufsichtsbehörden warnten derweil erneut davor, dass die Verbindlichkeiten des Konzerns in Höhe von 305 Milliarden Dollar zu größeren Risiken für das Finanzsystem des Landes führen könnten, wenn der Konzern nicht stabilisiert werde. Marktbeobachter sind aber der Ansicht, dass eine direkte Rettungsaktion der Regierung für China Evergrande unwahrscheinlich ist.
Die Entwicklungen um Evergrande setzen den Immobilien-Sektor in Hongkong deutlich unter Druck. Die Aktien von Henderson Land brechen um 12,4 Prozent ein, Sun Hung Kai Properties und New World Development verlieren 9,1 bzw. 11,4 Prozent. Die Titel von CK Asset Holdings geben um 7,9 Prozent nach. Die Regierung in Peking habe lokale Immobilien-Konzerne aufgefordert, die Interessen der Zentralregierung zu unterstützen und bei der Lösung des Wohnungsmangels zu helfen, berichtet Reuters.
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Euro verliert zu Dollar und Franken
Im asiatischen Devisenhandel bleibt der Dollar fast unverändert bei 109,92 Yen und legt 0,1 Prozent auf 6,4655 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er kaum verändert bei 0,9324 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,1 Prozent auf 1,1714 Dollar und gibt 0,1 Prozent auf 1,0922 Franken nach. Das Pfund Sterling verliert 0,2 Prozent auf 1,3713 Dollar.
Euro / Dollar o
Evergrande will Investoren mit Immobilien auszahlen
Der angeschlagene chinesische Immobilienriese Evergrande will Investoren in seine Vermögensverwaltungsprodukte mit Immobilien auszahlen. Man habe mit diesem Vorgehen bereits begonnen, teilt eine Unternehmenssparte mit. Über den Messengerdienst WeChat erklärte der Konzern am Samstag, dass Anleger, die an der Rückgabe von Vermögensverwaltungsprodukten gegen Sachwerte interessiert sind, sich an ihre Anlageberater wenden oder eine lokale Niederlassung aufsuchen sollten. Laut dem Finanzmagazin Caixin stehen bei Evergrande Vermögensverwaltungsprodukte im Volumen von schätzungsweise 40 Milliarden Yuan (rund 5,3 Milliarden Euro) aus. Solche Produkte werden in der Regel von Kleinanlegern gehalten.
Spezifische Zahlungsmethoden und Details seien abhängig von den örtlichen Bedingungen, sagte ein Vertreter des Kundendienstes am Sonntag. Einem Vorschlag zufolge, der Reuters bereits zuvor vorlag, von Evergrande aber nicht bestätigt wurde, können die Anleger für die Rückzahlung zwischen vergünstigten Wohnungen, Büros, Einzelhandelsflächen oder Parkplätzen wählen. Am Samstag hatte der Konzern zudem Fehlverhalten einiger Führungskräfte eingeräumt. Sie hätten Investmentprodukte des Unternehmens vorzeitig abgelöst. Die Vorgänge seien sehr ernst und die Manager aufgefordert worden, die vorzeitig erhaltenen Gelder zurückzuzahlen.
Der zweitgrößte Immobilienentwickler in China bemüht sich händeringend, frische Mittel aufzutreiben, um seine zahlreichen Banken, Zulieferer und Anleihegläubiger fristgerecht bezahlen zu können. Er ächzt unter einer Schuldenlast von mehr als 300 Milliarden Dollar. Evergrande war im Juni mit Zinszahlungen für Anleihen in Verzug geraten. Darauf folgende Herabstufungen der Bonitätsnote durch Ratingagenturen hatten den Aktienkurs einbrechen lassen. Die chinesische Zentralbank und die Finanzaufsicht riefen im August das Evergrande-Management dazu auf, Schulden zu reduzieren und den Konzern zu stabilisieren.
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Dax30 hat ausgedient: Das sollen Anleger heute im Blick haben
Zum Wochenschluss hat der Dax es richtig krachen lassen: Am Großen Verfallstag, "Hexensabbat", wies der deutsche Börsenleitindex eine Spanne von fast 340 Punkten auf. Ins Wochenende war er aber mit einem deutlichen Abschlag von mehr als 160 Zählern oder 1,0 Prozent und 15.490 Punkten gegangen. Und auch der Start in die neue Handelswoche verspricht keine Langeweile. Der Grund: Der Dax erlebt die größte Reform seiner Geschichte.
34 Jahre nach seiner Einführung wird der Index der wichtigsten Aktien in Deutschland zum Handelsstart an der Frankfurter Börse von 30 auf 40 Werte erweitert. Das größte Schwergewicht unter den zehn Neulingen ist der französisch-deutsche Flugzeugbauer Airbus, dessen Anteilsscheine aber überwiegend an der Pariser Börse gehandelt werden. Allein drei Dax-Werte tragen nach dem Aufstieg des Medizintechnik-Konzerns Siemens Healthineers den Namen Siemens. Die geplante große Feier auf dem Frankfurter Börsenparkett fällt allerdings wegen der Corona-Pandemie aus.
Börsianer hatten die Dax-Aufstockung schon länger gefordert, weil die meisten Leitindizes der großen europäischen Volkswirtschaften aus mehr Werten bestehen. Der Nebenwerteindex MDax schrumpft im Gegenzug von 60 auf 50 Werte. Mit der Dax-Erweiterung verbunden ist auch eine Verschärfung der Regeln für Index-Unternehmen. Damit zieht die Deutsche Börse die Konsequenz aus dem Skandal um das vormalige Dax-Mitglied Wirecard.
Augenmerk dürften die Anleger aber auch auf Konjunkturdaten legen. So werden bereits um 8.00 Uhr die deutschen Erzeugerpreise veröffentlicht. Steigen diese erneut deutlich, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass die wirtschaftliche Erholung letzten Endes abgebremst werden könnte. Über die Themen Inflation und Geldpolitik der Notenbank dürfte dann auch wieder stärker diskutiert werden. Daneben veröffentlichen die Statistiker noch Daten zum Umsatz im Gastgewerbe.