Der Börsen-TagEZB-Zinssätze "müssen womöglich in den restriktiven Bereich vordringen"
Die EZB muss die Zinsen laut EZB-Ratsmitglied Martins Kazaks im Kampf gegen die Inflation womöglich noch weiter behutsam anheben. "Die Argumente für eine weitere Straffung mehren sich", sagte er Reuters. Der lettische Notenbankchef sieht dabei noch Luft nach oben. Die EZB hat mit ihrer jüngsten Zinserhöhung auf 2,5 Prozent zwar das obere Ende eines neutralen Bereichs erreicht, der die Wirtschaft weder ankurbelt noch bremst. Doch dies sei nicht als Limit anzusehen, wie Kazaks sagte: "Die Zinssätze müssen womöglich in den restriktiven Bereich vordringen." Er äußerte sich damit ähnlich wie Bundesbankchef Joachim Nagel. Dieser hatte nicht ausgeschlossen, dass der Leitzins auf ein Niveau steigen könne, das die zurzeit überraschend robuste Wirtschaft etwas dämpfen würde.
Kazaks ist dafür, graduell vorzugehen. Dank früherer Schritte könne man ohne "Hast und Hektik" agieren. Die EZB hatte am Donnerstag ihre Leitzinsen zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. Zugleich warnten die Währungshüter vor anhaltendem Preisdruck, was Spekulationen über eine weitere Straffung der Geldpolitik bereits im nächsten Monat befeuerte. Kazaks wollte sich nicht dazu äußern, ob schon auf der nächsten Sitzung Ende Oktober eine weitere Zinserhöhung folgen könnte.