Der Börsen-TagEin Kursrutsch als Stimmungsbremse
Der Dax steuert auf einen deutlichen Wochengewinn zu. Lediglich zur Wochenmitte musste der deutsche Börsenleitindex bislang - und auch nur wenige Punkte - Verluste hinnehmen. Gestern schloss der Dax mit einem Stand von 25.612 Zählern 0,6 Prozent im Plus. Der Aufschlag hätte noch größer ausfallen können, allerdings reagierte Adidas mit einem Kursrutsch auf frische Geschäftszahlen. Ein unter den Erwartungen gelegenes Ergebnis verschreckte die Anleger.
Zum Wochenschluss gibt die Bank of Japan (BOJ) ihre Zinsentscheidung bekannt. Dabei dürfte die Notenbank eine Zinspause einlegen. Die Währungshüter hatten den geldpolitischen Schlüsselsatz im Juni auf 1,0 Prozent geschraubt und damit auf den höchsten Stand seit 1995. Nun könnten sie vorerst innehalten und erst im Herbst nachlegen, wenn die Experten richtig liegen. Viele sehen die Zentralbank in einem Dilemma: Hält sie die Zinsen niedrig, könnte dies die durch den schwachen Yen befeuerte Inflation verstärken. Eine zu rasche Anhebung birgt hingegen die Gefahr, die brüchige wirtschaftliche Erholung zu bremsen.
Indes dürfte der Preisauftrieb in der Eurozone wieder zugenommen haben. Für die anstehenden Verbraucherpreisdaten im Juli erwarten Experten einen Anstieg der Teuerungsrate auf 2,9 Prozent, nach 2,8 Prozent im Juni. Zuletzt hatte das Wiederaufflammen des Iran-Krieges die Ölpreise erneut nach oben getrieben, was die Verbraucher auch an der Tankstelle zu spüren bekamen. Die Europäische Zentralbank (EZB) blickt genau auf die Teuerungsrate im Euroraum, die sich nunmehr weiter von ihrem Stabilitätsziel von 2,0 Prozent entfernen dürfte. Viele Volkswirte erwarten, dass die EZB nach der Zinserhöhung vom Juni im September nachlegen wird.
Und unternehmensseitig rückt Siemens Healthineers in den Fokus: Bei der Medizintechnik-Tochter von Siemens sind viele Fragen offen: Wann macht Siemens Healthineers mit einem Verkauf des Laborstraßen-Geschäfts ernst? Und wann bekommt Siemens grünes Licht von den Steuerbehörden dafür, weitere 30 Prozent an Healthineers an die eigenen Aktionäre weiterzureichen? Und wenn der Münchner Technologiekonzern seinen Anteil auf weniger als 50 Prozent abbaut, legt dann auch Healthineers den Namen Siemens ab? Operativ interessiert die Anleger bei der Vorlage der Zwischenbilanz nach dem dritten Quartal 2025/26 vor allem, ob und wie stark der chinesische Markt wieder anzieht.
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