Freitag, 22. Januar 2021Der Börsen Tag

Heute mit Thomas Badtke
17:38 Uhr

Zwei Schwergewichte retten den Dax

Über mangelnde positive Impulse können sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt im Freitagshandel nicht beklagen. Allein sie reichen nicht aus, um dem Dax einen versöhnlichen Wochenabschluss zu bescheren, schließlich hatte der deutsche Börsenleitindex in dieser Woche sein Allzeithoch auf 14.132 Punkte nach oben geschraubt. Ins Wochenende verabschiedet er sich nun mit einem Stand von 13.874 Zählern und einem Minus von 0,2 Prozent.

Dax
Dax 13.879,33

"Bei 14.000 Punkten scheint beim Dax erst einmal der Deckel drauf zu sein", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Die Sorgen der Anleger werden größer. Sie können die Corona-Krise doch nicht ausblenden", erläutert sie. "Das Infektionsgeschehen drückt auf die Stimmung, auch weil sich eine konjunkturelle Erholung dadurch verzögern könnte."

"Das Minus wäre aber viel größer gewesen, wenn Siemens und VW nicht gestützt hätten", führt Marggraf weiter aus. "Beide Konzerne hätten mit ihren positiven Einblicken in die Geschäfte überzeugt." Siemens gewinnen um sieben Prozent, VW mehr als 1,5 Prozent. Topverlierer sind die Titel der Deutschen Bank und von Conti mit einem Abschlag von jeweils mehr als zwei Prozent.

Siemens
Siemens 130,18
VW Vorzüge
VW Vorzüge 171,08

 

17:21 Uhr

Automobilsektor fährt allein im Plus

Als einziger Sub-Index handelt der europäische Automobilsektor mit 0,4 Prozent im Plus. Den Auslöser der Aufwärtsbewegung lieferte VW mit einem überzeugendem operativen Gewinn. Kurz danach folgte dann noch Traton, die ebenfalls wie VW von einem guten 4. Quartal berichteten. Nun wird an der Börse darauf gesetzt, dass auch weitere Wettbewerber ein gutes Schlussquartal hatten.

16:47 Uhr

Verkäufe bestehender Häuser steigen auf 14-Jahreshoch

Der Verkauf bestehender Häuser in den USA ist 2020 auf den höchsten Stand seit 2006 gestiegen. Ultraniedrige Zinsen und die Telearbeit vieler Arbeitnehmer während der Pandemie ließen die Nachfrage steigen.

Die Verkäufe bestehender Häuser kletterten allein im Dezember gegenüber November um 0,7 Prozent auf eine saisonbereinigte Jahresrate von 6,76 Millionen, wie die National Association of Realtors (NAR) mitteilt. Die Verkäufe im Dezember legten im Jahresvergleich um 22 Prozent zu.

16:20 Uhr

Intel und IBM drücken auf Wall-Street-Stimmung

Den rekordverwöhnten US-Börsen ist zum Wochenschluss die Puste ausgegangen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notiert im frühen Handel 0,6 Prozent schwächer bei 30.990 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verliert 0,3 Prozent auf 3840 Zähler. Der Nasdaq-Index gibt 0,1 Prozent auf 13.515 Punkte nach. "Die Stimmung hat sich kurz vor dem Wochenende leicht eingetrübt", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Jens Korte. "Teilweise alarmierend steigende Infektionszahlen und zunehmende Lockdown-Diskussionen belasten."

Strategen rechnen allerdings nur mit einem kurzfristigen Durchhänger an den Börsen. In den Tagen zuvor hatte die Aussicht auf weitere Konjunkturhilfen unter dem neuen Präsidenten Joe Biden die Indizes auf neue Bestmarken getrieben. "Die kurzfristige Dynamik wird sich wahrscheinlich fortsetzen", sagt Investmentstratege Mark Heppenstall vom Vermögensverwalter Penn Mutual Asset Management. "Mit einer Fed, die aufs Gas tritt, und sehr wahrscheinlichen fiskalischen Impulsen in naher Zeit, hat man das Gefühl, dass es immer noch eine Menge Liquidität gibt."

Zu den größten Verlierern zählen die Aktien von IBM mit einem Minus von rund zehn Prozent. Eine Verunsicherung bei Kunden in der Corona-Krise hatte dem US-Computerkonzern im Quartal einen Umsatzrückgang eingebrockt. Die Aktien von Intel fallen mehr als fünf Prozent. Anlegern missfällt, dass der weltgrößte Chipkonzern nun doch seine Prozessoren weiterhin größtenteils in eigenen Fabriken herstellen will. "Sie sitzen das Problem aus", sagt Analyst Patrick Moorhead vom Beratungshus Moor Insights & Strategy.

IBM
IBM 101,60
Intel
Intel 48,90

 

15:50 Uhr

Shiseido will Günstig-Sparte verkaufen

Das japanische Kosmetikunternehmen Shiseido will ihr Geschäft mit günstigen Hautpflegeprodukten und Shampoos verkaufen. Man sei dazu in Gesprächen mit dem Finanzinvestor CVC Capital Partners, teilt Shiseido mit. Ein Verkauf solle im ersten Halbjahr über die Bühne gehen, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, soll der Wert des Deals im Bereich zwischen von 1,45 bis 1,93 Milliarden Dollar liegen. Um sich mehr auf das Geschäft mit Premium-Kosmetik zu konzentrieren, überlegt Shiseido, nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte zu verkaufen. Shiseido-Aktien gewinnen mehr als vier Prozent.

Shiseido
Shiseido 62,86

15:12 Uhr

Conti-Tochter plant zweiten Anlauf aufs Parkett

Continental
Continental 119,80

Der zu Continental gehörende Autozulieferer Vitesco will nach dem im vergangenen Jahr abgeblasenen Börsengang im zweiten Halbjahr einen neuen Anlauf wagen. "Wir waren wirklich gut unterwegs, dann kam Corona" sagt Vitesco-Chef Andreas Wolf der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Jetzt streben wir eine Abspaltung im zweiten Halbjahr an, vorausgesetzt die Continental-Hauptversammlung stimmt Ende April zu."

Der Autozulieferer Continental hatte sich im Herbst 2019 entschieden, die Anteile an Vitesco an die Aktionäre zu verschenken und damit auf alle Einnahmen aus dem Börsengang zu verzichten. Bei einer vollständigen Abspaltung entspreche die Aktionärsstruktur von Vitesco zunächst der von Continental, sagte Wolf. Ankeraktionär werde daher die Schaeffler-Holding sein.

Derzeit erwirtschafte Vitesco mehr als 90 Prozent seines Umsatzes von insgesamt 7,8 Milliarden Euro mit Verbrennungsmotoren. Wolf kündigte aber an, das Geschäft mit Elektromobilität auszubauen. In etwa fünf Jahren seien hier auch Gewinne zu erwarten: "Den Break-even wollen wir mittelfristig schaffen", sagte Wolf. Im alten Geschäft mit Einspritzdüsen oder Hochdruckpumpen für Benzin- und Dieselfahrzeuge werde es dagegen Einschnitte geben.  

14:55 Uhr

Volkswagens Lkw-Tochter liefert schwarze Zahlen

Die Volkswagen-Tochter Traton hat sich trotz der Corona-Krise im abgelaufenen Jahr in die schwarzen Zahlen gerettet. Das operative Ergebnis lag bei etwa 135 Millionen Euro, wie der Nutzfahrzeug-Hersteller mit den Marken MAN und Scania auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilt. Der Umsatz betrage etwa 22,6 Milliarden Euro. Daraus ergebe sich eine Umsatzrendite von etwa 0,6 Prozent. Der Absatz habe sich im vierten Quartal stark erholt und habe deutlich über dem des Sommers gelegen, so das im Kleinwerteindex SDax notierte Unternehmen. Im vergangenen Jahr hatte Traton 26,9 Milliarden Euro Umsatz und eine operative Rendite von sieben Prozent erwirtschaftet. Traton-Papiere geben rund ein Prozent ab.

Traton
Traton 23,18

14:19 Uhr

Glyphosat: Investoren klagen in Deutschland gegen Bayer

Bayer
Bayer 51,67

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat handelt Bayer einen weiteren Rechtsstreit ein. Die beiden Kanzleien Hausfeld und Tilp klagten im Auftrag verschiedener Investoren vor dem Landgericht Köln gegen den Konzern, berichtet die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf die Kanzleien. Demnach hätte Bayer bei der milliardenschweren Übernahme des Glyphosat-Entwicklers Monsanto das Klagerisiko erkennen und die Aktionäre entsprechend informieren müssen, lauten die Vorwürfe der beiden Kläger. Prozessbeobachter rechneten damit, dass es erst gegen Ende 2021 zu einer mündlichen Verhandlung kommt.

Der Agrarchemie- und Pharmakonzern teilt in einer Stellungnahme mit: "Wir halten die Klagen für unbegründet und werden uns entsprechend verteidigen." Man sei überzeugt, jederzeit im Einklang mit den Verpflichtungen und gemäß den geltenden Gesetzen gehandelt zu haben. Das hätten auch die Untersuchungen unabhängiger Experten bestätigt.

Seit der Monsanto-Übernahme sieht sich Bayer mit diversen Klagen konfrontiert und arbeitet in den USA derzeit am Abschluss eines Vergleichs. Der Dax-Konzern hatte sich Ende Juni im Rechtsstreit um Glyphosat mit einem Großteil der Kläger geeinigt und war damals davon ausgegangen, dass für den Vergleich und mögliche künftige Fälle bis zu 10,9 Milliarden Dollar fällig werden. Dies dürfte aber wohl nicht reichen.

13:45 Uhr

BMW schafft CO2-Flottenziel der EU

BMW hat dank starker Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen die Klimaschutzvorgaben der EU bei den CO2-Emissionen der verkauften Neuwagen im vergangenen Jahr geschafft und muss deshalb keine Strafzahlungen leisten. "Nach unseren vorläufigen Berechnungen haben wir statt der geforderten 104 Gramm pro Kilometer einen Wert von 99 Gramm erreicht", sagt Vorstandschef Oliver Zipse. "Auch für die Vorgaben in 2021 sind wir gut vorbereitet."

Die Kunden in Europa hätten 2020 so viele elektrifizierte BMW und Mini gekauft wie nie zuvor, so Zipse. Und bei konventionell angetriebenen Fahrzeugen helfe die eingesetzte Motorentechnik bei der Senkung der Verbrauchswerte.

BMW
BMW 71,50

13:24 Uhr

Corona-Krise halbiert VW-Betriebsgewinn

Der Gewinn von Volkswagen hat sich in der Corona-Krise halbiert. Der Konzern teilt mit, das operative Ergebnis vor Diesel-Sondereinflüssen habe im abgelaufenen Jahr bei rund zehn Milliarden Euro gelegen. Im Jahr davor hatte der weltgrößte Autokonzern einen vergleichbaren Gewinn von 19,3 Milliarden Euro ausgewiesen. Trotz der anhaltenden Pandemie habe sich Volkswagen im zweiten Halbjahr 2020 als recht robust erwiesen, heißt es von Seiten des Konzerns. Die Auslieferungen an Kunden hätten sich im vierten Quartal weiter stark erholt und sogar die Auslieferungen des dritten Quartals übertroffen, was zu einem starken Konzernumsatz geführt habe. Weitere Details sollten zur Bilanzpressekonferenz am 16. März veröffentlicht werden. VW-Aktien gehören mit einem Aufschlag von rund vier Prozent zu den Topgewinnern im Dax.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 171,08

13:04 Uhr

US-Anleger verlässt der Mut

Nach der jüngsten Rekordjagd dürfte die Wall Street mit Abgaben in den letzten Handelstag der Woche starten. Nachdem es im Januar bislang überwiegend nach oben gegangen sei, nehme der Markt nun eine kleine Auszeit, heißt es. Bereits am Vortag war den Indizes im späten Handel etwas die Luft ausgegangen. Der Future auf den S&P-500 verliert aktuell 0,7 Prozent.

Dazu tragen auch die Ergebnisausweise von Intel und IBM bei. Intel übertraf zwar mit einem Rekordumsatz die Erwartungen, blieb allerdings einen Jahresausblick schuldig. Bei IBM sank im vierten Quartal der Umsatz stärker als von Analysten erwartet, während der Gewinn besser als geschätzt ausfiel. Der Jahresgewinn war damit aber dennoch bereits das siebte Jahr in Folge rückläufig. Für die Intel-Aktie geht es vorbörslich um 3,7 Prozent nach unten, IBM verlieren 7,4 Prozent. Gerade der Technologie-Sektor war zuletzt sehr gut gelaufen.

Die Investoren wurden in den vergangenen Tagen durch einen soliden Start in die Berichtssaison ermutigt, obwohl einige besorgt sind, dass die hohen Bewertungen in Teilen des Marktes die Aktien in den kommenden Monaten anfällig machen werden. "Da es an neuer Munition mangelt, halten sich die Leute einfach zurück", sagt Lars Skovgaard Andersen, Investmentstratege bei Danske Bank Wealth Management. Die Investoren seien zudem zurückhaltend, neue Positionen vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve und den Quartalszahlen von Unternehmen wie Facebook, Apple und Microsoft in der kommenden Woche aufzubauen.

12:19 Uhr

Prognose angehoben: Bastei Lübbe-Kurse legt deutlich zu

In dem schwachen Gesamtmarktumfeld haussieren Bastei Lübbe nach einer Anhebung der Prognose für das Geschäftsjahr 2020/21 mit Aufschlägen von zeitweise bis zu elf Prozent. Der Verlag erwartet nun Umsätze von rund 90 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis zwischen sieben und acht Millionen Euro. Insbesondere das neue Ergebnisziel liegt deutlich über der Warburg-Schätzung von 6,8 Millionen Euro. Bei den Umsätzen gehen die Analysten von 88 Millionen Euro aus. Die Schätzungen sprechen für Revisionsbedarf bei den Marktprognosen.

Bastei Lübbe
Bastei Lübbe 4,10

11:54 Uhr

BASF sichert sich Zugriff auf Peptide

BASF hat ein globales und exklusives Lieferabkommen mit Caregen über vier kosmetische Peptide unterzeichnet. Mit der Erweiterung ihres Portfolios plant BASF im Laufe des Jahres 2021 vier Peptide mit Anti-Aging- und Anti-Pigmentierungs-Eigenschaften für atopische sowie für zu Akne neigender Haut einzuführen, wie das Unternehmen mitteilt. Das Abkommen biete beiden Unternehmen die Basis für eine gute und langfristige Zusammenarbeit. Mit den hochwirksamen synthetischen Peptiden von Caregen ergänze BASF ihr Personal Care Portfolio, zu dem biologische Wirkstoffe sowie weitere kosmetische Lösungen und Inhaltsstoffe gehören. BASF-Aktien geben in einem schwachen Marktumfeld rund 1,7 Prozent nach.

BASF
BASF 67,98

11:25 Uhr

EZB-Experten kippen Wachstumsprognose

Geldpolitische Experten der Europäischen Zentralbank (EZB) haben wegen der zweiten Corona-Welle ihre Prognose für das Wachstum der Eurozone in diesem Jahr gesenkt. Die Volkswirte erwarten für 2021 jetzt nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 4,4 Prozent, wie die EZB mitteilt. Noch im Oktober hatten sie eine Erholung von 5,3 Prozent nach dem vorjährigen Konjunktureinbruch in der Corona-Krise vorausgesagt. Dann kam es aber in Europa wegen eines massiven Anstiegs der Infektionszahlen zu neuen Lockdown-Maßnahmen. Die EZB befragt vier Mal im Jahr Ökonomen zu deren Wachstums- und Inflationsprognosen. Die Ergebnisse der Umfrage spielen bei den geldpolitischen Überlegungen der Währungshüter stets eine wichtige Rolle.

10:51 Uhr

Google-Mutter begräbt Loon-Pläne

Bei den Loon-Internet-Ballons ist die Luft raus: Der Google-Mutterkonzern Alphabet gibt das Projekt auf, das Menschen in entlegenen Gegenden aus der Stratosphäre mit Internet versorgen sollte. Alphabet begründet die Entscheidung mit zu hohen Kosten. Facebook hat ein ähnliches Programm mit seinen Aquila-Drohnen bereits vor einiger Zeit wieder eingestampft.

Loon war 2011 gegründet worden und setzte auf solargetriebene tennisplatzgroße Helium-Ballons, um Menschen ans Netz anzuschließen. Allerdings mussten diese Ballons, die zuletzt im kenianischen Rift-Tal aktiv waren, alle fünf Monate ausgetauscht werden. Auch deswegen fand Loon kaum Mobilfunkkonzerne als Kunden. Es sei nicht gelungen, die Kosten so zu drücken, um ein langfristiges, nachhaltiges Geschäft aufbauen zu können, schreibt Loon-Chef Alastair Westgarth in einem Blogartikel. Einer der Mitgründer des Projekts, Rich DeVaul, sagt, angesichts der hohen Nachfrage seien die Kosten für Funkmasten schneller gesunken als erwartet.

Loon, das 2019 rund 200 Mitarbeiter zählte, gab bekannt, möglicherweise die Technologie mit Mobilfunkbetreibern, Regierungen oder gemeinnützigen Organisationen teilen zu wollen, um die Verbreitung von Hochgeschwindigkeits-Internet voranzubringen. Die Firma gehörte zu Googles "Other Beats" genannten Zukunftsprojekten, aus denen jetzt nur noch das Drohnen-Projekt Wing herausragt, das Warenlieferungen aus der Luft kommerzialisieren will.

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10:24 Uhr

Dax reißt Unterstützung

Der Dax baut die Verluste aus und liegt 0,8 Prozent auf 13.793 Punkte hinten. Sollte die Unterstützung bei 13.805 Punkten nachhaltig unterschritten werden, droht nach Einschätzung von CMC eine größere Korrektur. "Die Börse hat vieles der sich hoffentlich verbessernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in diesem Jahr vorweggenommen, jetzt müssen zunächst einmal die Beweise in Form von Zahlen und Fakten her, die diesen Optimismus bestätigen", heißt es.

Dax
Dax 13.879,33

10:09 Uhr

Aufgestockte Übernahme-Offerte gibt Siltronic Auftrieb

Siltronic gewinnen 2,3 Prozent auf 143,45 Euro. Sie notieren damit über dem gerade angehobenen Gebot von Globalwafers von 140 Euro je Anteilsschein. Damit scheinen einige Anleger darauf zu setzen, dass auch das neue Gebot möglicherweise nicht ausreichen wird, um ausreichend viele Aktionäre dazu zu bewegen, ihre Anteile anzudienen.

Siltronic
Siltronic 138,50

09:53 Uhr

Euro verteidigt sein Niveau

Der Euro kann die Gewinne vom Donnerstag weitgehend behaupten. Er wird mit 1,2160 Dollar gehandelt, nachdem er am Tag der EZB-Sitzung kontinuierlich von rund 1,2110 auf 1,2166 gestiegen war.

Gegen Ende der Pressekonferenz von EZB-Chefin Christine Lagarde habe diese auf die Frage nach der Euro-Stärke gesagt, dass die EZB die Wechselkursentwicklung "sehr genau, sehr genau" beobachte, bemerkt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann zur Euro-Stärke am Vortag. Außerdem habe sie gesagt, dass alle Instrumente angepasst werden könnten und nichts ausgeschlossen sei. Das sei die klare Botschaft gewesen, dass wenn die Devisenhändler es nicht unterlassen, den Euro weiter nach oben zu handeln als es dem Geschmack der EZB entspricht, die EZB ihren Leitzins senken könne.

Die EZB reihe sich damit ein in die Riege derjenigen Zentralbanken, die - weil heimische Instrumente weitgehend erschöpft sind - den Wechselkurs als "Instrument" der Geldpolitik entdeckten. Gerade zu einem Zeitpunkt, wo die neue designierte US-Finanzministerin die USA wieder zum Verteidiger marktbestimmter Wechselkurse mache, falle Lagarde ihr in den Rücken, befindet der Analyst. Die EZB untergrabe multilaterale Arrangements, die die neue US-Administration gerade wieder zum langfristigen Vorteil aller stärken wolle.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,22
US-Dollar / Euro
US-Dollar / Euro ,82

 

09:28 Uhr

Hamburg plant Mega-Projekt im Hafen

Die Stadt Hamburg will zusammen mit Partnern aus der Energiewirtschaft und der Industrie ein Vorzeigeprojekt zur Erzeugung von grünem Wasserstoff auf die Beine stellen. Geplant ist eine mit Strom aus Windkraft gespeiste Elektrolyse-Anlage mit einer Leistung mit mindestens 100 Megawatt, wie die Hansestadt und die Unternehmen Shell, Vattenfall und Mitsubishi Heavy Industries mitteilen. Dazu sei eine Absichtserklärung unterzeichnet worden. Vorbehaltlich einer finalen Investitionsentscheidung solle die Wasserstofferzeugung am Kraftwerksstandort in Hamburg-Moorburg im Jahr 2025 starten. Damit wäre die Anlage eine der größten in Europa.

Die Partner bemühen sich um Fördermittel, mit denen die EU Projekte von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI) anschiebt. Der Antrag dafür soll mit einer ersten Projektskizze noch im ersten Quartal gestellt werden. Der Standort in Moorburg hat aus Sicht der vier Partner über ideale Voraussetzungen für die weitere Nutzung. Er sei sowohl an das nationale Strom-Übertragungsnetz als auch an das Netz der Stadt Hamburg angeschlossen. Außerdem könnten Überseeschiffe dort anlegen und die Kai- und Hafenanlage als Importterminal nutzen.

"Das Gasleitungsnetz im Hafen und rund um Moorburg wird ab sofort ausgebaut für Wasserstoff, um Industrie und große Betriebe zu beliefern", erklärt Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) sagt: "Über den 380-kV-Anschluss und die Verbindung zu Brunsbüttel haben wir direkten Zugriff auf die Versorgung mit grünem Strom aus der Windkraft – und damit die Möglichkeit, tatsächlich grünen Wasserstoff in relevanten Mengen zu produzieren." Im Umkreis seien zahlreiche potenzielle Abnehmer angesiedelt. Ziel sei, Hamburg als Startpunkt für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland zu entwickeln. Denkbar sei dort außerdem eine Energieerzeugung aus Biomasse.

09:06 Uhr

"Biden-Party ist vorbei": Katerstimmung beim Dax

Am deutschen Aktienmarkt kehrt zum Wochenschluss Ernüchterung ein. Nachdem der Dax am Donnerstag noch einmal über die psychologisch wichtige Marke von 14.000 Punkten geschaut, am Ende aber im Minus geschlossen hatte, notiert der deutsche Börsenleitindex auch zum Start in den Freitagshandel schwächer. Er verliert 0,4 Prozent auf 13.847 Punkte. "Auf diesem hohen Niveau geht einigen Anlegern der Atem aus. Es werden Gewinne realisiert", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil. "Auch in Amerika scheint die Biden-Party vorerst vorbei zu sein."

08:52 Uhr

Dax-Stütze Siemens überrascht in Corona-Krise

Siemens stützen vorbörslich den Dax. Die Titel des Schwergewichts liegen mehr als zwei Prozent im Plus. Der Grund: Siemens hat im ersten Quartal 2020/21 im Kerngeschäft deutlich besser abgeschnitten als erwartet und den Umsatz trotz der Corona-Pandemie gesteigert. Vor allem in der Sparte Digital Industries lief es mit einem um Währungseffekte bereinigten Umsatzzuwachs von fünf Prozent zwischen September und Dezember deutlich besser als Analysten es dem Münchner Technologiekonzern zugetraut hatten.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) lag in der Industrieautomatisierungs-Sparte mit 848 Millionen Euro sogar 43 Prozent über dem Schnitt der Analystenprognosen. Auch die Infrastruktur-Sparte lag beim bereinigten Ebita klar über den Erwartungen, in der Zug-Sparte Mobility leicht darunter. Dort schossen die Aufträge um zwei Drittel nach oben.

Siemens
Siemens 130,18

"Maßgeblich gestützt von starken Entwicklungen in den Automatisierungs- und Softwaregeschäften von Digital Industries sowie von einem höher als erwarteten Wachstum in China lagen die operativen Ergebnisse deutlich über den Werten des Vorjahreszeitraums", teilte Siemens mit. Konsolidierte Zahlen - mit den Ergebnissen der Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers - will der Konzern zur Hauptversammlung am 3. Februar nennen. Dann könnte auch die Prognose für 2020/21 (per Ende September) nach oben geschraubt werden. Siemens werde "den Ausblick überprüfen", hieß es in der Mitteilung. Im November hatte der Konzern einen "moderaten" Umsatzzuwachs von drei bis fünf Prozent in Aussicht gestellt, der Nettogewinn soll im selben Maß steigen - wobei die Zuwächse eher in der zweiten Jahreshälfte zu erwarten seien.

Siemens Healthineers
Siemens Healthineers 45,89

08:22 Uhr

Asien-Anleger nehmen Gewinne mit

Einige Asien-Anleger nutzen die jüngsten Höchststände für Gewinnmitnahmen. Vor der anlaufenden Bilanzsaison in der kommenden Woche wolle sich niemand aus dem Fenster lehnen, sagte Analyst Hideyuki Ishiguro vom Brokerhaus Daiwa. Der japanische Nikkei-Index fiel 0,4 Prozent auf 28.631 Punkte, nachdem er am Donnerstag ein 30-Jahres-Hoch erreicht hatte. Die Börse Shanghai büßte zum Wochenschluss 0,6 Prozent auf 3609 Zähler ein.

Die Grundstimmung der Aktienanleger bleibe dank der Aussicht auf weitere staatliche Konjunkturhilfen aber positiv, sagte Linus Yip, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses First Shanghai Securities. In Tokio verhalf eine geplante Übernahme durch Nippon Steel den Aktien von Tokyo Rope zum größten Tagesgewinn seit gut zwölf Jahren. Die Papiere des Stahlkabel-Herstellers schlossen 28 Prozent im Plus auf einem Zweieinhalb-Jahres-Hoch. Die Titel von Nippon Steel fielen dagegen um 3,5 Prozent. Gefragt waren auch die Papiere von Shiseido, die sich um 4,4 Prozent verteuerten. Die Kosmetikfirma will ihr Shampoo- und Hautpflege-Geschäft an den Finanzinvestor CVC verkaufen.

Nikkei
Nikkei 29.312,55

08:03 Uhr

Corona-Lage drückt auf Ölpreise

 Die Ölpreise geben zunächst nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet 55,45 US-Dollar. Das sind 65 Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fällt 68 Cent auf 52,45 Dollar.

Nach wie vor werden die Ölpreise vor allem durch die Corona-Pandemie bewegt. Für Belastung sorgt schon seit längerem die angespannte Infektionslage in vielen Ländern. Die damit verbundenen Einschränkungen sprechen für eine schwächere Nachfrage nach Erdöl und Ölprodukten wie Benzin oder Diesel.

Hoffnung macht dagegen der vielerorts angelaufene Impfprozess. Analysten rechnen mit einer deutlichen konjunkturellen Beschleunigung, sobald ausreichende Impfungen eine Öffnung der Wirtschaft ermöglichen. Allerdings weisen sie auch auf Risiken auf diesem Weg hin, etwa Engpässe in der Impfstoffproduktion.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 66,67
Rohöl WTI
Rohöl WTI 63,35

 

07:45 Uhr

Dax inmitten der Bilanzsaison im Plus erwartet

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(Foto: picture alliance/dpa)

Zum Abschluss der Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Donnerstag hatte er knapp im Minus bei 13.906,67 Punkten geschlossen. Börsianer richten ihre Aufmerksamkeit heute auf die Veröffentlichung der Stimmungsbarometer für die deutschen und europäischen Einkaufsmanager. Experten erwarten für Januar jeweils einen leichten Rückgang.

Daneben geht die Bilanzsaison in eine neue Runde. Im Tagesverlauf öffnen unter anderem der Spirituosen-Hersteller Remy Cointreau und der Ölindustrie-Dienstleister Schlumberger ihre Bücher. Schlusskurse europäischer Indizes Stand am vorangegangenen Handelstag:

Dax: 13.906,67
Dax-Future: 13.881,00

Dow Jones: 31.176,01
Nasdaq: 13.530,92

Nikkei: 28.679,45
Shanghai: 3.599,59