Der Börsen-TagGasspeicher-Poker rächt sich: Staat kauft jetzt teuer nach und die Verbraucher zahlen
Die Bundesregierung vollzieht einen späten Kurswechsel bei der Gasspeicher-Befüllung: Bei einem historisch niedrigen Füllstand von nur 55,9 Prozent greift der Staat jetzt angeblich doch direkt ein, um bis November mindestens 70 Prozent zu garantieren.
Das Problem: Der Einkauf kommt teuer. Wegen Iran-Krieg und Sperrung der Straße von Hormus ist der Gaspreis an der Börse auf ein Drei-Jahres-Hoch von über 80 Euro/MWh geklettert.
Warum so spät? Der Aufschub war Absicht. Die Regierung wollte im Sommer nicht selbst die Preise treiben - wie in Italien und den Niederlanden geschehen - und setzte auf den Markt. Der versagte: LNG war wegen der Golf-Krise schon im Sommer zu teuer, private Händler speicherten kaum ein.
Jetzt zahlt der Verbraucher: Neukunden-Tarife liegen im September bei 11,0 bis 12,6 Cent/kWh - fast ein Cent mehr als im August und 24 Prozent über Vorjahr. Für ein Einfamilienhaus (20.000 kWh) heißt das 2200 bis 2400 Euro nur fürs Heizen. Für Mieter kommt der Schock zeitverzögert über die Nebenkostenabrechnung 2027.