Der Börsen-TagZEW-Index für Deutschland niedriger als erwartet
Die Erwartungen von Finanzinvestoren für die deutsche Konjunktur haben sich im September entgegen den Erwartungen kaum aufgehellt, wobei sich die Lagebeurteilung deutlicher als erwartet besserte. Der vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index der Konjunkturerwartungen stieg auf plus 34,7 (August: 34,2) Punkte, wie das ZEW mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 40,0 Punkte gerechnet. Der Index zur Beurteilung der Konjunkturlage erhöhte sich auf minus 47,1 (minus 61,1) Punkte. Ökonomen hatten einen Anstieg auf minus 52,0 Punkte prognostiziert. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sanken auf plus 25,8 (plus 31,4) Zähler. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage stieg dagegen auf minus 13,9 (minus 21,5) Zähler.
"Friede, Freude, Eierkuchen aus den Vormonaten halten an. Die Verschlechterung bei den Energiepreisen scheinen Analysten nahezu auszublenden", sagte der Chefvolkwirt von Bethmann HAL, Alexander Krüger. "Ein Tritt auf die Euphoriebremse ist aber mehr als angebracht. Die neuerliche Eskalation in Nahost spricht für einen länger anhaltenden Kaufkraftverlust. Die Blockade von Schifffahrtswegen deutet auf steigende Produktionskosten hin. Das bedeutet, dass die Wirtschaft viel länger als erwartet unter Belastungen leiden wird. Es liegt auf der Hand, dass dies im zweiten Halbjahr Wachstumspunkte kosten wird."