Marktberichte

US-Börsen ignorieren Virus-Angst Apple-Aktie steigt auf neues Rekordhoch

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Coronavirus? An der Wall Street nicht mehr das bestimmende Thema.

(Foto: imago images/UPI Photo)

Die Berichtssaison hält die Wall Street in Atem. Nach starken Zahlen klettert die Apple-Aktie weiter nach oben und markiert ein neues Allzeithoch. Doch nicht allen großen US-Unternehmen können zahlenmäßig überzeugen. Der Dow Jones verharrt im Niemandsland.

Die Erholung der Wall Street hat sich nach den Verlusttagen am Freitag und Montag nicht fortgesetzt. Trotz erneut alarmierender Schlagzeilen zum Coronavirus mit weiter steigenden Fallzahlen bei Todesopfern und Infizierten zeigten sich Anleger zunächst relativ entspannt. Denn Apple überzeugte auf ganzer Linie. Überhaupt läuft die Berichtssaison rund: Annähernd 72 Prozent der Unternehmen aus dem S&P-500, die bereits berichtet haben, haben die Markterwartungen geschlagen.

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Im späten Handel kamen die Aktienkurse allerdings zurück - die Gewinne lösten sich auf, nachdem die US-Notenbank ihren geldpolitischen Kurs sowie das Leitzinsniveau bestätigt hatte. Zugleich bekräftigten die Währungshüter den Ausblick, wonach die Zinsen für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau bleiben dürften. Der Dow-Jones-Index gewann 12 Zähler auf 28.735 Punkte, der S&P-500 verlor 0,1 Prozent und der Nasdaq-Composite erhöhte sich um 0,1 Prozent.

Apple profitierte im ersten Geschäftsquartal von einer starken Nachfrage nach ihren iPhones, Apps und den neuen drahtlosen Kopfhörern. Bereinigt übertraf der Technologiegigant die Marktschätzungen deutlich. Die Aktie gewann 2,1 Prozent und erklomm ein Rekordhoch. Auch die Analysten überschlügen sich mit positiven Kommentaren.

Boeing-Aktie überraschend im Plus

Das anhaltende Flugverbot für den Problemflieger 737 Max bescherte Boeing im vierten Quartal einen kräftigen Verlust. Auch im laufenden Jahr dürfte die Max-Krise das Unternehmen weiter stark belasten. Der um Sonderposten bereinigte Verlust je Aktie lag deutlich höher als die Befürchtungen des Marktes. Die Aktie legte dennoch um 1,7 Prozent zu. Die Schätzungen einiger Analysten seien von einem noch höheren Verlust ausgegangen, hieß es. Zudem sei mit der jüngsten Talfahrt bereits vieles eingepreist worden.

Die Fastfoodkette McDonald's übertraf im vierten Quartal die Erwartungen bei Wachstum und Gewinn je Aktie. Die Aktie stieg um 1,9 Prozent. AT&T verloren 4 Prozent. Der Telekomkonzern verbuchte bei nur leicht geringerem Umsatz im vierten Quartal einen Einbruch des Nettogewinns. Analysten hatten umsatzseitig zudem mehr erwartet.

AMD verloren 6 Prozent. Der Konzern verdiente im vierten Quartal dank eines Umsatzanstiegs und höherer Bruttomargen mehr als viermal so viel wie im Vorjahr. Allerdings sprachen Analysten von einem enttäuschenden Umsatzausblick des Intel-Konkurrenten. Intel sanken im Schlepptau um 1,5 Prozent. Ein Minus von 4,5 Prozent verbuchte die Ebay-Aktie. Der Online-Marktplatz setzte zwar mehr um und verdiente auch mehr als von den Analysten geschätzt, doch auch hier enttäuschte der Umsatzausblick.

Gold weiter als "sicherer Hafen" gefragt

Der Goldpreis stieg, die Feinunze verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 1.577 Dollar. Da es weiterhin keine Entspannung beim Coronavirus gebe, bleibe der "sichere Hafen" gefragt, hieß es. Die Risikoneigung bleibe sehr verhalten, das stütze Gold - ebenso die Fed-Aussagen.

Die Ölpreise zeigten sich uneinheitlich. Die Berichte häuften sich, wonach das Erdölkartell Opec ihre Fördermengenbegrenzung ausdehnen könnte. Die Rohöllagerbestände in den USA hatten sich in der Vorwoche derweil stärker als erwartet ausgeweitet. Es war der höchste wöchentliche Lageraufbau seit November. Die Daten lieferten damit ein bärisches Signal für US-Rohöl. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sank daher um 0,3 Prozent auf 53,33 Dollar, für die global gehandelte Sorte Brent ging dagegen es um 0,5 Prozent auf 59,81 Dollar nach oben.

Quelle: ntv.de, kst/DJ