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Wall Street: Biotech ist in Corona-Lockerungen locken Anleger

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Ein Impfstoff gegen den neuartigen Coronavirus? Da lockt nicht nur Prestige.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Auch am Dienstag legen die Kurse an der Wall Street zu. Gefragt sind etwa Biotechnologieunternehmen, die sich im Wettrennen um einen Corona-Impfstoff befinden. Aber auch die geplanten Lockerungen mehrerer Bundesstaaten sorgen für gute Stimmung.

Die Lockerung der Coronavirus-Restriktionen in mehreren Staaten hat Anleger am Dienstag zum Wiedereinstieg in den US-Aktienmarkt ermuntert. Zuversichtlich stimmte Investoren außerdem der Anstieg des Ölpreises. Der Dow Jones schloss 0,6 Prozent höher auf 23.883 Punkten. Der Nasdaq Composite rückte 1,1 Prozent auf 8809 Punkte vor. Der breit gefasste S&P-500 legte 0,9 Prozent auf 2868 Punkte zu. Der Dax gewann 1,6 Prozent hinzu.

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An der Börse setze sich die Einschätzung durch, dass die Weltwirtschaft ihre Talsohle erreicht hat, sagte Jasper Lawler, Chef-Analyst des Online-Brokers LCG. "Dem zufolge kann es nur besser werden, wenn die Restriktionen gelockert und Medikamente entwickelt werden." Mut schöpften Investoren dabei aus dem Barometer für die Stimmung der US-Einkaufsmanager. Er brach zwar so stark ein wie noch nie seit Umfragebeginn 1997. Der Rückgang fiel aber nicht so stark aus wie befürchtet.

Der anstehende US-Arbeitsmarktbericht könnte aber einen Stimmungsumschwung auslösen, warnte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan. Am Mittwoch veröffentlicht die private US-Arbeitsagentur ADP Beschäftigungszahlen, die einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag liefern. Experten rechnen für April mit einem Abbau von gut 20 Millionen Stellen. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2009 lag bei 835.000 gestrichenen Jobs.

Wettrennen um Corona-Impfstoff

Gefragt waren auch die in den USA notierten Aktien von BioNTech, die sich um mehr als neun Prozent verteuerten. Die Mainzer Biotechfirma und ihr US-Partner Pfizer testen einen möglichen Coronavirus-Impfstoff nun auch in den USA. Pfizer-Titel legten 2,4 Prozent zu.

Die Titel von Norwegian Cruise Line brachen dagegen um mehr als 22 Prozent ein. Der Kreuzfahrt-Anbieter sieht wegen der Virus-Krise das eigene Überleben in Gefahr. Das Unternehmen habe nicht genügend Mittel, um seine finanziellen Verpflichtungen der kommenden Wochen zu erfüllen. Daher will es durch die Ausgabe von Aktien und Anleihen insgesamt 1,6 Milliarden Dollar einsammeln. Im Sog von Norwegian verloren die Aktien der Konkurrenten Carnival ("Aida") und Royal Caribbean ("Mein Schiff") bis zu zehn Prozent.

Quelle: ntv.de, bad/rts