Marktberichte

Brexit treibt Kurse nach unten Dax stürzt auf Zweijahrestief

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Auf Jahressicht befindet sich der Dax tief im roten Bereich.

(Foto: REUTERS)

Im britischen Unterhaus verschiebt Premierministerin May die wichtige Abstimmung über den Brexit. Das Hick-Hack bringt nicht nur das britische Pfund ins Strudeln, sondern auch den deutschen Aktienmarkt: Deutsche Banken präsentieren sich schwach.

Das Hick-Hack um die Brexit-Abstimmung, konjunkturelle Belastungsfaktoren und eine schwache Wall Street haben dem deutschen Aktienmarkt einen klar negativen Wochenstart eingebrockt. Der Dax verlor 1,5 Prozent und schloss mit 10.622 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus damit rund 18 Prozent. Der EuroStoxx50 büßte ebenfalls 1,5 Prozent auf 3012 Zähler ein. An der Wall Street konnte der Dow Jones seine Verluste am Abend auf 0,7 Prozent begrenzen.

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"Die Liste der marktbelastenden Themen ist lang", sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Market. Er verwies unter anderem auf die Hängepartie rund um den Brexit und die Vorlage des neuen italienischen Haushalts an diesem Mittwoch. Kopfschmerzen bereitete Anlegern auch das insgesamt enttäuschende Wachstum chinesischer Exporte.

Zuvor hatte die britische Premierminister Theresa May die Abstimmung über das Brexit-Abkommen im britischen Parlament verschoben. Ursprünglich sollten die Abgeordneten am Dienstagabend darüber entscheiden. Bevor es dazu kommt, will May nun den Austrittsvertrag mit ihren Amtskollegen aus den EU-Staaten und den Spitzen der Europäischen Union nachverhandeln. Angesichts dieser Entwicklungen fiel das britische Pfund Sterling auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 1,2505 Dollar.

Banken verlieren, BASF warnt

Aus Branchensicht präsentierten sich Bankenwerte besonders schwach. Die Papiere der Deutschen Bank fielen um rund 5,6 Prozent. Im MDax waren die Titel der Deutsche Pfandbriefbank mit einem Minus von mehr als 9 Prozent klares Schlusslicht. Commerzbank-Aktien sanken um 3,2 Prozent.

Die Papiere von BASF knickten nach einer Gewinnwarnung um 3,8 Prozent ein. Das Dax-Schwergewicht begründete die gekappte Jahresprognose mit den Folgen des niedrigen Rheinpegels und des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Das Niedrigwasser im Rhein hatte im Herbst den Transport von Gütern per Schiff teilweise unmöglich gemacht. Im Sog von BASF verloren die Aktien des Chemiekonzerns Covestro gut 4 Prozent. Spitzenreiter im schwachen Dax waren Fresenius-Aktien mit einem Plus von 2,3 Prozent.

An der Wall Street verloren die Papiere von Apple 2,1 Prozent. Der Chip-Hersteller Qualcomm erwirkte in einem Patentstreit vor einem chinesischen Gericht ein vorläufiges Verkaufsverbot für bestimmte iPhone-Modelle. Apple betonte allerdings, dass die gesamte Smartphone-Palette in China weiterhin verfügbar sei.

Wieder was gelernt

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Quelle: ntv.de, chr/rts/dpa

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