Wirtschaft
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Dienstag, 26. Juni 2018

Handelskrieg belastet weiter: Dow Jones macht kaum Boden gut

Nach den Verlusten zum Wochenstart erholen sich die US-Börsen nur geringfügig. Weiterhin sorgen die Handelskonflikte der USA für Sorgen unter Anlegern. Sonst stärker beachtete Konjunkturdaten spielen daher kaum eine Rolle.

Eine kleine Erholungsbewegung hat die US-Indizes nach dem kräftigen Rückschlag zu Wochenbeginn etwas nach oben geführt. Zunächst kletterte der Dow Jones wieder minimal über die 200-Tagelinie, fiel im späten Geschäft jedoch wieder darunter. Der Dow-Jones-Index gewann 0,1 Prozent auf 24.283 Punkte. Der S&P 500 stieg um 0,2 Prozent und der Nasdaq-Composite um 0,4 Prozent.

Das fundamental belastende Hauptthema, die globalen Handelskonflikte, ist nicht ausgeräumt, die scharfe Rhetorik setzte sich weiter fort. Teilnehmer gehen davon aus, dass das Thema noch lange die Schlagzeilen bestimmen dürfte.

US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, den Verkauf bestimmter US-Technologiefirmen zu untersagen, wenn sich der Käufer zu mehr als einem Viertel in der Hand chinesischer Investoren befinde. Zudem sollen zusätzliche Exporte im Technologie-Sektor nach Peking blockiert werden. Laut Wall Street Journal hat der chinesische Ministerpräsident Xi Jinping nun erklärt, sein Land werde bei weiteren US-Sanktionen "zurückschlagen".

GE fliegt, aber steigt

Während der Handelskonflikt die Stimmung am Aktienmarkt erneut dämpfte, erholte sich der Dollar. Der Euro, der im Tageshoch bis auf etwa 1,1720 Dollar geklettert war, fiel zurück auf 1,16744 Dollar. Konjunkturdaten spielten unterdessen wieder nur eine untergeordnete Rolle. Der Case-Shiller-Hauspreisindex wies etwas sinkende Preise für Einfamilienhäuser im April aus. Der Index des Verbrauchervertrauens für Juni lag minimal über den Prognosen.

Mit Handelsbeginn hat sich die Zusammensetzung des Dow-Jones-Index geändert. Dort ersetzte die Aktie der Drogeriemarktkette Walgreens Boots Alliance die Titel von General Electric (GE). Gut dürften aber die Pläne des Konzerns zur Verschlankung ankommen. Das Unternehmen hat angekündigt, die Gesundheitssparte abzuspalten und die Beteiligung am Ölfeldausrüster Baker Hughes abzugeben. Außerdem signalisierte das Unternehmen die Beibehaltung der Dividende. GE stiegen um 7,8 Prozent. Walgreens fielen 1 Prozent.

Goldpreis gibt wieder nach

Fitbit legten zu, nachdem der Analyst von Cascend Securities, Eric Ross, einen gemischten Bericht über die Aussichten von Fitbit veröffentlicht hat. Die Verkäufe der Versa Smartwatch des Unternehmens schienen sich nach seinen Berechnungen zu verlangsamen, doch der Verkauf des Produkts im zweiten Quartal könnte dem Unternehmen helfen, Einnahmen über dem Konsens für diesen Zeitraum zu erzielen. Die Aktie gewann 0,9 Prozent.

Der wieder festere Dollar belastete den Goldpreis, der nicht von der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit profitierte. Die Feinunze ermäßigte sich um 0,5 Prozent auf 1259 Dollar. Die Ölpreise zogen hingegen massiv an, nachdem die USA ihre harte Linie bei den iranischen Ölexporten betont haben. Amerika erwartet, dass alle Länder bis zum 4. November ihre Ölimporte aus dem Iran auf Null senken - ansonsten drohten Sanktionen, wie ein hochrangiger Vertreter des US State Department sagte.

Quelle: n-tv.de