Marktberichte

Dow Jones schwächelt Nasdaq erreicht neues Allzeithoch

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(Foto: picture alliance / dpa)

An der Wall Street schwanken die Anleger weiter zwischen der Angst vor einer weiteren Corona-Ausbreitung und der Hoffnung auf schnelle Erholung. Während einige Unternehmen ob der Krise schwächeln, ist die Tesla-Aktie nicht zu bremsen.

An der Wall Street haben sich die Anleger auch zu Beginn des neuen Quartals überwiegend auf die Käuferseite geschlagen. Während der Dow-Jones-Index aber wegen der Schwäche einiger Schwergewichte zurückblieb, erreichte der Nasdaq-Composite ein neues Allzeithoch auf Schlussbasis. Ermutigt wurden die Investoren von gut ausgefallenen Konjunkturdaten. Einige Werte zeigten sich indes anfällig für Gewinnmitnahmen, nachdem am Vortag das stärkste Quartal seit rund 20 Jahren zu Ende gegangen war. Die rasante Erholung im zweiten Quartal folgte auf den massiven Einbruch aufgrund der Corona-Pandemie.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,3 Prozent auf 25.735 Punkte. Der S&P-500 stieg um 0,5 Prozent, für den Nasdaq-Composite ging es um 1 Prozent nach oben. Dabei gab es insgesamt 1605 (Dienstag: 1961) Kursgewinner und 1.386 (1040) -verlierer. Unverändert schlossen 52 (52) Titel.

Die Pandemie und ihre Folgen für die Weltwirtschaft werden auch im dritten Quartal das bestimmende Thema an den Börsen bleiben. Die Anleger bewegen sich weiterhin zwischen der Angst vor einer weiteren Virusausbreitung und der Hoffnung auf eine schnelle Wirtschaftserholung - dank staatlicher Stützungsmaßnahmen und einer ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken. Vor allem in den USA steigt die Zahl der Neuinfizierten erneut rasant an.

Einige Konjunkturdaten machten Hoffnung. Beim ADP-Arbeitsmarktbericht lag das Stellenplus im Juni zwar etwas unter den Erwartungen von Ökonomen, jedoch revidierte ADP die Mai-Daten auf einen Jobzuwachs von rund drei Millionen - zuvor wurde ein Stellenverlust in ähnlicher Höhe ausgewiesen. Stark fiel auch der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe aus. Er ist mit 52,6 über die 50er Schwelle gesprungen und signalisiert damit Wachstum. Gegen den Vormonat (43,1) war es der größte Sprung seit 1980. Dagegen sind die Bauausgaben im Mai überraschend gesunken. Das Fed-Protokoll der jüngsten Sitzung blieb ohne Eindruck auf den Markt. Die Notenbank hat sich mit einer weiteren Stützung der unter der Corona-Krise leidenden Wirtschaft beschäftigt.

Fedex springen nach oben

Die Ölpreise stiegen mit den laut offiziellen Daten sinkenden Rohöllagerbeständen in den USA. Bereits am Vortag hatte das private American Petroleum Institute (API) einen Rückgang der US-Lagerbestände vermeldet. Die US-Sorte WTI stieg um 1,2 Prozent auf 39,74 Dollar je Barrel, Brent gewann 1,6 Prozent auf 41,91 Dollar. Am Devisenmarkt geriet der Dollar mit den starken Konjunkturdaten etwas unter Druck, da er als sicherer Hafen weniger gefragt war. Der Euro rückte vor auf 1,1253 Dollar gegenüber 1,1222 am Mittwochmorgen. Gold war als vermeintlich "sicherer Hafen" ebenfalls nicht gefragt. Nachdem der Preis am Dienstag den höchsten Stand seit fast neun Jahren erreicht hatte, nahmen Anleger Gewinne mit. Die Feinunze gab 0,6 Prozent nach auf 1.772 Dollar. Bei den Anleihen stieg die Rendite zehnjähriger US-Papiere bei sinkenden Notierungen um 2,4 Basispunkte auf 0,68 Prozent.

Fedex sprangen um 11,7 Prozent nach oben. Ein Boom bei den Online-Bestellungen während der Corona-Krise hat dem Paketdienstleister im vierten Geschäftsquartal besser als erwartete Ergebnisse beschert. Das Unternehmen sprach von einem Bestellaufkommen wie zur Weihnachtszeit. Auch sind laut Fedex Anzeichen für eine Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Pandemie zu erkennen.

United Airlines fielen 0,5 Prozent. Die Fluggesellschaft wird im August 60 Prozent weniger Flüge anbieten als vor Jahresfrist. Da sich die Nachfrage nach der Corona-Krise aber wieder erhole, werde der Flugplan für den Monat gegenüber Juli um 25.000 Verbindungen aufgestockt, teilte die Airline mit. Im Vergleich zum Juni entspreche das einer Verdreifachung.

Biontech und Pfizer haben in einer klinischen Studie der Phase 1/2 zu einer Impfung gegen Covid-19 gute Ergebnisse erzielt. Die deutsche Biontech ist an der Nasdaq gelistet und arbeitet bei dem Impfstoff mit Pfizer zusammen. Während bei Biontech (-3,9 Prozent) nach Aufschlägen im frühen Geschäft Gewinne mitgenommen wurden, führten Pfizer (+3,2 Prozent) den Dow an. Die Tesla-Aktie ist nicht zu bremsen. Sie stieg um weitere 3,7 Prozent, nachdem sie am Vortag deutlich oberhalb der Marke von 1000 Dollar geschlossen hatte. Mit einem Börsenwert von 207 Milliarden Dollar ist Tesla nun der wertvollste Autokonzern der Welt.

Macy's verloren 4,3 Prozent. Der Ergebnisbericht zum ersten Geschäftsquartal entsprach den Erwartungen. Allerdings äußerte sich das Management vorsichtig zum zweiten Halbjahr. Amgen (+8,2 Prozent) kletterten auf ein Allzeithoch. Ein US-Bundesgericht hat Amgens Patent für das Rheuma-Präparat Enbrel bestätigt.

Quelle: ntv.de, ibu/DJ