Marktberichte

Rasche Konjunkturerholung? US-Anleger setzen voll darauf

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Konjunkturoptimismus hilft den Wall Street-Kursen.

(Foto: REUTERS)

Die Unruhen im Land belasten den US-Dollar. Am Aktienmarkt überwiegen dagegen die positiven Vorzeichen. Die Anleger gehen davon aus, dass sich die Wirtschaft schnell erholt und aus dem Corona-Krisenmodus kommt. Das treibt die Kurse an.

Die Hoffnung auf eine rasche Erholung der Konjunktur hat am Dienstag den US-Aktienmärkten Auftrieb gegeben. Die anhaltenden Unruhen im Land dämpften allerdings die Kauflaune der Anleger. Der US-Standardwerteindex Dow Jones ging 1,1 Prozent fester aus dem Handel mit 25.742,65 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,8 Prozent auf 3.080,82 Punkte zu. Der Nasdaq Composite rückte 0,6 Prozent auf 9.608,38 Punkte vor. In Deutschland übersprang der Dax die 12.000-Punkte-Marke.

Dow Jones
Dow Jones 26.067,28

Das Wiederhochfahren der Wirtschaft nach der Lockerung der Coronavirus-Restriktionen wiege schwerer als vorübergehende Schließungen von Geschäften in den Städten mit Protesten, sagte Art Hogan, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters National Securities. "Es ist ein emotional aufgeladenes Thema, das wirtschaftlich aber weniger greifbar ist." Seit Tagen protestieren viele Tausende gegen Rassismus und Polizeigewalt, nachdem vor einer Woche mit George Floyd erneut ein Afroamerikaner bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommen war.

Dollar unter Druck

Der US-Währung setzten die Krawalle in zahlreichen Städten dagegen zu. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, notierte 0,1 Prozent schwächer. "Anleger rechnen zwar nicht damit, dass die Unruhen lange anhalten", sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Sie verzögerten aber den Neustart der US-Wirtschaft und schürten die Angst vor einer zweiten Infektionswelle. "Das wäre für die Unternehmen und die Wirtschaft insgesamt ein Desaster."

Übernahmefantasien beflügeln

Bei den Aktienwerten stach Moneygram mit einem Plus von zeitweise fast 50 Prozent heraus. Das ist der zweitgrößte Kurssprung der Firmengeschichte. Einem Medienbericht zufolge will der Rivale Western Union den Geldversender übernehmen. Die Titel von Western Union schlossen 11,3 Prozent höher. Ein solcher Zusammenschluss werde von den Wettbewerbsbehörden sicher akribisch geprüft, urteilte Analyst Mark Palmer vom Brokerhaus BTIG. Die Chancen für eine Genehmigung stünden aber wegen des harten Wettbewerbs mit Online-Zahlungsabwicklern nicht schlecht.

Preisaufschläge von vorübergehend 30 Prozent und mehr verbuchten der Kryptowährungsschürfer Marathon und Riot, ein Spezialist für die Blockchain-Technologie, die Bitcoin & Co. zugrunde liegt. Die beiden Firmen profitierten Börsianern zufolge von der Rally bei der ältesten und wichtigsten Cyber-Devise. Ihr Preis stieg um bis zu 7,5 Prozent auf ein Drei-Monats-Hoch von 10.407,28 Dollar.

Quelle: ntv.de, bad/rts