Marktberichte

Dow Jones und Co. lassen nach US-Börsen geht zum Wochenende die Luft aus

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(Foto: AP)

Die Wall Street beendet die Woche mit Abschlägen. Belastet wird die Stimmung von Sorgen vor Steuererhöhungen in den USA und überwiegend schwachen Konjunkturdaten. Hinzu kommt die weiter grassierende Corona-Pandemie.

Die anhaltenden Corona-Sorgen haben den Auftakt der US-Bilanzsaison am Freitag überschattet. Ein Ölpreisrutsch setzte dem Energiesektor zu, während die Ausblicke großer US-Geldhäuser die Nerven der Anleger nicht beruhigen konnten. Der Dow Jones Industrial schloss 0,57 Prozent tiefer bei 30.814,26 Punkten. Damit verbuchte der Leitindex ein Wochenminus von 0,91 Prozent. Ein ähnliches Bild wie der Dow zeigte am Freitag der marktbreite S&P 500, der um 0,72 Prozent auf 3768,25 Zähler nachgab. Beim technologielastigen Nasdaq 100 zeigten die Kurstafeln am Ende einen Verlust von 0,73 Prozent auf 12.803,93 Zähler an.

Auf die Stimmung an den Börsen schlug eine stärkere Kaufzurückhaltung der Amerikaner im Dezember. Die US-Einzelhändler hatten deswegen überraschend erneut weniger Umsatz erzielt. "Ohne die Komponenten Pkw und Tankstellen ist ebenfalls ein Minus zu verzeichnen und die Vormonatswerte wurden nach unten revidiert", sagte Helaba-Ökonom Patrick Boldt. Verantwortlich dafür seien hauptsächlich die Infektionszahlen in den USA, die zuletzt einen neuen Höchststand erreichten. "Zudem wirkt sich die Lage am Arbeitsmarkt nachteilig auf den Konsum aus." Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war jüngst wieder sprunghaft in die Höhe geschnellt.

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Das geplante knapp zwei Billionen Dollar schwere Konjunkturpaket des künftigen US-Präsidenten Joe Biden besserte die Laune der Anleger auch nicht auf. Investoren fürchteten, dass die Regierung zur Finanzierung die Steuern deswegen künftig anziehen dürfte. Auch die Liefergeschwindigkeit der Impfstoff-Hersteller sehen Investoren mit Sorge. "Ich bin der Meinung, dass wir nach all dem Optimismus in Bezug auf Impfstoffe jetzt die Realität eines sehr langsamen Rollouts erleben, der die Geschäftstätigkeit stark belastet", sagte Händler Juan Perez vom Broker Tempus in Washington. "Solange wir nicht mehr Garantien im medizinischen Bereich haben, werden die Märkte trotz der möglicherweise bevorstehenden finanziellen Unterstützung nicht weiter florieren." Der US-Pharmakonzern Pfizer hatte angekündigt, vorübergehend die Liefermenge seines gemeinsam mit BioNTech entwickelten Corona-Impfstoffes an europäische Länder zu senken.

Trotz der teils besser als erwartet ausgefallenen Quartalsergebnisse gerieten die Aktien der US-Banken JPMorgan, Citigroup und Wells Fargo unter Druck. "Bankenaktien steigen seit einigen Wochen, da sind eine Menge guter Nachrichten bereits in den Kursen enthalten", sagte ein Händler. Zudem warnte JPMorgan-Chef Jamie Dimon ausblickend, es sei äußerst ungewiss, wie es kurzfristig mit der Konjunktur weitergehe. Papiere von Wells Fargo und Citi fielen um rund acht Prozent, während JPMorgan fast zwei Prozent nachgaben.

Kopfschmerzen bereitete Investoren außerdem das Wiederaufflammen der Pandemie in China. Die Regierung in Peking verhängte Lockdowns über mehrere Städte. Dies könnte die Nachfrage beim weltgrößten Erdöl-Abnehmer dämpfen, warnten Börsianer. Der Preis für die Sorte Brent aus der Nordsee rutschte um 2,0 Prozent auf 55,10 Dollar je Barrel (159 Liter) ab. An der Wall Street fielen die Aktien der Öl-Multis ExxonMobil um 3,5 Prozent, Chevron gaben knapp zwei Prozent nach.

Quelle: ntv.de, mba/rts