Wirtschaft
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Freitag, 18. Mai 2018

Dow Jones legt minimal zu: US-Börsen schließen uneinheitlich

Die Anleger an der Wall Street zeigen sich unentschlossen. Offenbar scheuen Investoren vor dem Wochenende das Risiko. Anreize zu Spekulationen bietet allerdings die bevorstehende Fusion der US-Chipkonzerne Qualcomm und NXP.

Die Anleger an den US-Börsen haben sich am Freitag zurückgehalten. Zwar gebe es vorsichtigen Optimismus, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China ein gutes Ende nehme, sagte ein Händler. Ein enttäuschender Umsatz-Ausblick des weltgrößten Chipanlagen-Bauers Applied Materials setzte allerdings Tech-Werten zu.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte minimal auf 24.714 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,3 Prozent auf 2712 Stellen nach, ebenso der Index der Technologiebörse Nasdaq, der damit bei 7354 Zählern lag.

In Frankfurt schloss der Dax 0,3 Prozent tiefer bei 13.077 Punkten. Lesen Sie hier noch einmal alles Wissenswerte in unserm "Börsen-Tag".

Im Handelsstreit hatte am Freitag eine Meldung aus US-Verhandlungskreisen für Aufsehen gesorgt, wonach China den USA die Reduzierung des Handelsüberschusses von jährlich rund 200 Milliarden Dollar angeboten habe. Peking wies dies allerdings später zurück. Offenbar als Zeichen des Entgegenkommens hob China aber Beschränkungen bei Hirse-Importen aus den USA auf. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt ringen um eine Lösung des Streits, der auch in einem Handelskrieg zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften enden könnte.

Als Anzeichen einer möglichen Glättung der Wogen konnte am Freitag auch ein Bericht des "Wall Street Journal" gesehen werden, wonach China sich optimistischer geäußert habe, die Fusion der beiden US-Chipkonzerne Qualcomm und NXP doch noch durchzuwinken. Im April hatte Peking eine Genehmigung verweigert und erklärt, Qualcomm habe Bedenken nicht hinreichend ausgeräumt.

NXP-Aktien stiegen am Freitag um 4,0 Prozent, Qualcomm legten um 1,0 Prozent zu. Applied Materials hatte am Donnerstagabend Zahlen vorgelegt und dabei bei Umsatz und Gewinn im abgelaufenen Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Allerdings war der Ausblick enttäuschend. Das schürte bei Anlegern die Sorge, dass sich der Markt für Smartphones abschwächen könnte.

Am Aktienmarkt richtete sich der Blick auf Paypal. Das Unternehmen expandiert in den stationären Einzelhandel. Der Zahlungsdienstleister übernahm das schwedische Fintech-Startup iZettle für 2,2 Milliarden Dollar. Bei den Anlegern kam das gut an: Die Paypal-Aktie stieg um 2,0 Prozent. Applied Materials brachen um 8,2 Prozent ein, nachdem der Chipausrüster bei der Vorlage von Zweitquartalszahlen einen enttäuschenden Ausblick auf die laufende Periode geliefert hatte. Umsatz und Gewinn im abgelaufenen Quartal hatten indes positiv überrascht.

Der Einzelhändler Nordstrom verzeichnete im ersten Geschäftsquartal ein im Vergleich zu Wettbewerbern wie Macy's und Walmart eher mäßiges flächenbereinigtes Umsatzwachstum, das überdies von einer Rabattaktion getrieben war. Die Aktie sackte um 10,9 Prozent ab. Deere zogen dagegen um 5,7 Prozent an. Der Landmaschinenhersteller hatte seinen Umsatz im zweiten Geschäftsquartal stärker als erwartet gesteigert. Zudem hatte das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben.

Amgen stiegen um 0,9 Prozent. Der Biotechnologiekonzern hatte mit seinem Partner Novartis die US-Zulassung für das Migränepräparat "Aimovig" erhalten. Aus Sicht der Credit Suisse handelte es sich um eine "historische" Entscheidung. Campbell Soup stürzten um 12,4 Prozent ab, der Konservenhersteller senkte seinen Ausblick. Zudem musste CEO Denise Morrison unverzüglich ihren Hut nehmen.

Quelle: n-tv.de