Wirtschaft
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Freitag, 08. Juni 2018

Dow Jones stagniert: Vorboten des G7-Gipfels bremsen US-Börsen

Trumps Ankündigung Russland wieder dem Industriegipfel beiwohnen zu lassen, sorgt für Zündstoff. Eine Entspannung des Handelsstreits zwischen den USA und den G7-Mächten ist ebenfalls nicht zu erwarten. Das verunsichert die Anleger.

An den New Yorker Börsen haben sich die Anleger zum Wochenschluss zurückgehalten. Nach einem zunächst schwachen Auftakt drehten die Aktienmärkte gegen Tagesende leicht ins Plus. "Das Augenmerk liegt auf dem G7-Treffen", betonte ein Börsianer. Der Staats- und Regierungschefs kommen am Freitag und Samstag in Kanada zusammen.

Wegen der von US-Präsident Donald Trump eingeführten Schutzzölle droht offener Streit. "Von Kompromiss und Aufhebung der Strafzölle bis zu einer Verschärfung des Handelsstreits - alles ist möglich", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Die USA hatten vorige Woche auf Stahl- und Aluminium-Einfuhren aus der EU, Kanada und Mexiko Schutzzölle verhängt. Kanada und Mexiko, die mit den USA über die Freihandelszone Nafta besonders eng verbunden sind, haben bereits Gegenmaßnahmen erlassen. Die EU will ab Juli zusätzliche Zölle auf bestimmte US-Produkte verhängen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte im New Yorker Handel 0,3 Prozent im Plus bei 25.316 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 erhöhte sich um 0,3 Prozent auf 2779 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat bei 7645 Punkten in etwa auf der Stelle. Bei den Chipherstellern war die Stimmung schlecht.

Einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" zufolge ordert der iPhone-Hersteller Apple für das zweite Halbjahr 20 Prozent weniger Komponenten bei seinen Zulieferern. Apple rechne 2018 mit Auslieferungen von 80 Millionen seiner Smartphones. Zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr habe der Konzern noch mit 100 Millionen Geräten kalkuliert. Apple notierten ein Prozent schwächer. Qualcomm trat auf der Stelle, Intel 1,7 Prozent und Broadcom 2,5 Prozent.

Die Furcht vor einem Handelskrieg ließ auch Europas Anleger nicht los. Zum Wochenausklang machten viele Investoren Kasse und schickten Dax und EuroStoxx50 abwärts. In Frankfurt ging der deutsche Leitindex 0,4 Prozent schwächer 12.766 Punkten aus dem Handel, sein europäisches Pendant verlor ebenfalls 0,4 Prozent auf 3444 Punkte. In unserem Börsen-Tag können Sie noch einmal alles nachlesen.

Auch in der kommenden Woche werden Anleger Experten zufolge kaum zur Ruhe kommen. Am Dienstag richten sich die Blicke auf eine Ferieninsel vor der Küste Singapurs. Auf Sentosa wollen sich Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen. Trump zufolge könnte 65 Jahre nach Ende des Korea-Krieges ein Friedensvertrag besiegelt werden. Die US-Notenbank Fed wird am Mittwoch ihren Zinsentscheid verkünden. Eine erneute Anhebung des Schlüsselsatzes um 0,25 Punkte auf die Spanne von 1,75 bis zwei Prozent gilt als sicher.     

Quelle: n-tv.de