Marktberichte

Anleger etwas zurückhaltend Wall Street fiebert Powell-Rede entgegen

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(Foto: AP)

Die Rally an der Wall Street weiter. Große Kurssprünge gibt es aber nicht. Viele Anleger blicken bereits gespannt nach Wyoming. In dem Bundesstaat findet Ende der Woche ein Treffen der Fed statt. Dort wird auch US-Notenbankchef Powell eine Rede halten.

Die Aufwärtsbewegung in kleinen Schritten an der Wall Street hat sich fortgesetzt. "Wo man hinschaut ist Liquidität und die Anleger suchen nach Gelegenheiten, diese anzulegen", kommentierte Mike Mullaney von Boston Partners. Dazu passend erhöhte die UBS das Jahresendziel für den S&P-500 auf 5.000 Punkte und begründete dies mit der besser als erwartet verlaufenen Quartalsberichtssaison, der lockeren Geldpolitik und den Ausgabenprogrammen der US-Regierung.

S&P 500
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Der Dow-Jones-Index legte um 0,1 Prozent zu auf 35.405 Punkte. Die anderen großen Indizes stiegen ähnlich, markierten aber dennoch im Verlauf neue Rekordhochs. Für den S&P-500 war es bereits das fünfte Plus in Folge und das 51. Rekordhoch im laufenden Jahr.

Vor der Rede von US-Notenbankpräsident Jerome Powell auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole am Freitag dürften sich einige Marktteilnehmer etwas zurückgehalten haben. Mehrheitlich wird noch nicht damit gerechnet, dass sich Powell konkreter äußern wird, wann das im Raum stehende Zurückfahren der Wertpapierkäufe (Tapering) und damit eine straffere Geldpolitik beginnen könnte.

Konjunkturseitig lieferten die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter für Juli kein klares Signal. Sie sanken zwar, aber nur minimal und weniger stark als von Ökonomen geschätzt. Am US-Anleihenmarkt stiegen die Renditen erneut deutlich. Die Zehnjahresrendite legte um 5 Ticks zu auf 1,35 Prozent.

Ölpreis macht Verluste wett

Nach den kräftigen Aufschlägen der vergangenen beiden Tage liefen die Ölpreise weiter nach oben um bis zu 1,6 Prozent. Die starken Verluste aus der Vorwoche wurden damit bereits wieder mehr als wettgemacht. Die neuesten US-Vorratsdaten hatten für Öl wie auch Benzin neuerliche Rückgänge gezeigt.

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Der Dollar profitierte nicht von den steigenden Marktzinsen und litt tendenziell leicht unter der Erwartung, dass es noch keine konkreten Taper-Aussagen in Jackson Hole geben dürfte. Die steigenden Marktzinsen wirkten besonders bei den Bankaktien kurstreibend, weil sie den Geldhäusern rentablere Geschäfte ermöglichen. Der S&P-500-Bankindex war mit einem Plus von 1,8 Prozent Tagessieger. Im Dow lagen American Express, JP Morgan, Traverlers und Goldman Sachs an der Spitze mit Gewinnen bis 3,1 Prozent.

Fusionsfantasie trieb den Kurs des Speicherchipherstellers Western Digital um 7,8 Prozent nach oben. Hintergrund war ein Bericht des Wall Street Journal, wonach sich das Unternehmen in "fortgeschrittenen" Gesprächen über einen Zusammenschluss mit der japanischen Kioxia Holdings befinden soll. Auch Aktien anderer Speicherchiphersteller wie Micron Technology (+2,9%) oder Seagate (+1,0%) zogen an.

Gamestop und AMC verteidigen Gewinne

Für Nordstrom ging es um über 17 Prozent steil nach unten, obwohl der Kaufhausbetreiber im zweiten Quartal mehr verdiente als erwartet und auch den Ausblick anhob. Die Analysten von Wedbush merkten zur Kursreaktion an, dass Wettbewerber wie Dillard's (-1,7%) and Macy's (+0,5%) zuletzt mit ihren Zahlen die Messlatte sehr hoch gelegt hätten.

Gamestop Corporation
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Auch Urban Outfitters (-9,5%) steigerte Umsatz und Gewinn kräftiger als erwartet. Hier könnten Anleger die guten Nachrichten auch zu Gewinnmitnahmen genutzt haben, denn seit Jahresbeginn liegt die Aktie gut 50 Prozent im Plus. Dick's Sporting Goods machten einen über 13-prozentigen Kurssprung auf ein neues Rekordhoch, nachdem der Sport-Einzelhändler besser als erwartete Quartalsergebnisse veröffentlicht hatte und seine Aktionäre verstärkt mit Ausschüttungen bedienen will.

Nach dem Wiederaufleben einiger sogenannter Meme-Aktien am Dienstag mit Kursgewinnen bis 27 Prozent bei Gamestop oder rund 20 Prozent bei AMC Entertainment, beruhigte sich die Kaufstimmung hier wieder etwas. Gamestop gingen rund 5 Prozent niedriger aus dem Tag, AMC gaben um 0,7 Prozent, Blackberry um 3,2 und Koss um 6,4 Prozent nach. Naked Brands stiegen dagegen um 10,4 Prozent.

Quelle: ntv.de, jpe/DJ

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