Marktberichte

Erwartungen mehrfach übertroffen Wall Street geht auf Rekordjagd

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Die Anleger an der New Yorker Stock Exchange dürften mit einiger Genugtuung auf die heutigen Zahlen geblickt haben.

(Foto: REUTERS)

Starke Arbeitsmarktdaten und die Hoffnung auf den Abschluss eines Teilabkommens im Handelsstreit zwischen den USA und China treiben die US-Börsen in rekordverdächtige Höhen. Lediglich eine Onlineplattform fällt mit enttäuschenden Geschäftszahlen negativ auf.

Starke Wirtschaftsdaten aus den USA und China haben die Wall Street auf Rekordjagd geschickt. Der Dow Jones-Index schloss 1,1 Prozent höher auf 27.347 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 1,1 Prozent auf 8386 Punkte. Der breit gefasste S&P 500 legte rund ein Prozent auf ein Allzeithoch von 3066 Punkten zu.

S&P 500
S&P 500 3.136,75

Der US-Arbeitsmarkt verlor im Oktober mit 128.000 neu geschaffenen Jobs nicht so stark an Dynamik wie erwartet. Volkswirte hatten lediglich 89.000 vorhergesagt. Zugleich wurde die Zahl für September auf 180.000 von 136.000 kräftig nach oben revidiert. "Die US-Wirtschaft bleibt der Fels in der Brandung", kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Bislang habe die US-Wirtschaft den anhaltenden Handelskonflikt mit China erstaunlich gut weggesteckt. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote stieg im Oktober von 3,5 auf 3,6 Prozent. Damit liege sie aber immer noch nahe ihres 50-Jahres-Tiefs, betonte Altmann.

Auch starke Konjunkturdaten aus China hellten die Stimmung zum Wochenschluss auf. Chinas Industrie wuchs im Oktober so stark wie zuletzt vor zwei Jahren. "Das ist ein starkes Lebenszeichen der chinesischen Wirtschaft", sagte Altmann. Ermutigend sei vor allem die wieder anziehende Export-Nachfrage, ergänzte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Offenbar wirkte sich die Verschiebung von US-Strafzöllen positiv aus.

Unterstützung erhielten die New Yorker Börsen auch von positiven Nachrichten zum amerikanisch-chinesischen Handelsstreit. China und die USA erzielten zuletzt nach eigenen Angaben Fortschritte bei ihren Gesprächen. Die staatliche chinesische Agentur Xinhua berichtete, dass beide Seiten nach einem Telefongespräch der Chefunterhändler "eine Einigung auf Grundsätze erreicht" hätten. Auch der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sprach von Fortschritten bei diversen Punkten.

Google steigt in Markt für Fitness-Produkte ein

Bei den Einzelwerten legten Exxon Mobil rund drei Prozent zu. Wegen des schwachen Ölpreises und gesunkener Margen im Raffinerie- und Chemiegeschäft hat sich der Gewinn des US-Mineralölkonzerns im dritten Quartal zwar nahezu halbiert. Analysten hatten aber einen stärkeren Einbruch erwartet.

Pinterest
Pinterest 18,00

Enttäuschende Geschäftszahlen drückten dagegen Pinterest ins Minus. Die Aktien der Foto-Onlineplattform brachen rund 17 Prozent ein. Das Unternehmen war im dritten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust weitete sich auf 124,7 Millionen Dollar von 18,9 Millionen Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum aus.

Fitbit-Scheine sprangen mehr als 15 Prozent in die Höhe. Die Google-Mutter Alphabet machte ein 2,1 Milliarden Dollar schweres Angebot für den Fitnessuhren-Hersteller. Google erhofft sich dadurch, den Konkurrenten Apple und Samsung Anteile in den boomenden Markt für Fitness-Technikprodukten abjagen zu können.

Beflügelt von überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten nahm der Dax die Marke von 13.000 Punkten ins Visier. Auch an den übrigen Börsen Europas kamen die Anleger in Kauflaune. Der deutsche Leitindex gewann 0,7 Prozent auf 12.961,05 Punkte, der EuroStoxx50 rückte um 0,5 Prozent auf 3623,74 Zähler vor.

Wie der Handel im Detail auf dem Frankfurter Parkett verlief, können Sie in unserem Börsen-Tag nachlesen.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts