Marktberichte

Gold ist Trumpf Wall Street verliert trotz Fed-Maßnahmen

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Roter Wochenauftakt an der New Yorker Wall Street.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Lage an den Märkten bleibt in den Tagen der Coronavirus-Pandemie äußerst volatil. Auch die US-Börsen haben weiter mit Kursverlusten zu kämpfen. Die Ankündigung der US-Notenbank, praktisch unbegrenzte Anleihekäufe zu tätigen, stützt die Indizes nur geringfügig.

Auch das Öffnen der Geldschleusen durch die US-Notenbank Federal Reserve hat der Wall Street zum Wochenauftakt nicht zu Aufschlägen verholfen. Die Ankündigung der Fed, praktisch unbegrenzte Anleihekäufe zu tätigen, stützte die Indizes nur ein wenig - die Rezessionssorgen wegen der Coronavirus-Pandemie waren stärker. Damit knüpften die Indizes an ihre miserable Vorwoche an.

Nach einem wechselhaften Handel lag der Dow-Jones-Index bei 18.592 Punkten und damit 3 Prozent im Minus. Der S&P-500 sackte um 2,9 Prozent ab, die Nasdaq-Indizes notierten dagegen wenig verändert, gestützt von den festen Halbleiterwerten.

Die Fed will allein in dieser Woche Staatsanleihen für 375 Milliarden US-Dollar kaufen und Hypothekenpapiere für 250 Milliarden. Darüber hinaus will sie mit dem Ankauf von Papieren der staatlichen Finanzagenturen beginnen, die überwiegend mit verbrieften Krediten zum Erwerb von Wohneigentum in Appartementhäusern hinterlegt sind. Damit liefert sie das Signal, welches die Politik bislang schuldig geblieben ist.

Denn um das geplante gigantische Hilfsprogramm in den USA gegen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Coronakrise ist ein heftiges Tauziehen entbrannt. Bereits den zweiten Tag in Folge wurde das bis zu 2 Billionen Dollar schwere Maßnahmenpaket durch den Widerstand der Demokraten im Senat blockiert. Die Anleger waren enttäuscht. "Zugang zu Krediten und Liquidität, die Verabschiedung des US-Fiskalpakets und eine Verlangsamung bei der Ausbreitung der Seuche sind die drei Dinge, die wir für eine Erholung benötigen. Die Fed hat einen Punkt geliefert, aber eben nur einen", sagte Chefvolkswirt Ian Shepherdson von Pantheon Macroeconomics.

Anleihenkurse steigen

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,18

Mit der praktisch unbegrenzten Nachfrage nach US-Staatsanleihen durch die Fed schossen die Notierungen am US-Rentenmarkt in die Höhe. Im Gegenzug fiel die Rendite zehnjähriger US-Anleihen um 12,9 Basispunkte auf 0,72 Prozent.

Der Dollar gehörte zu den Verlierern der Fed-Maßnahme, denn die US-Notenbank dürfte ihre Bilanz gewaltig aufblähen und die Inflation befeuern. Der Euro stieg auf das Tageshoch von 1,0803 Dollar nach einem Tagestief bei 1,0658 Dollar - und geht aktuell bei 1,0738 Dollar um.

Die Dollarschwäche und die Aussicht auf Geldentwertung trieben den Goldpreis massiv nach oben. Die Feinunze gewann 4,3 Prozent auf 1.553 US-Dollar. Die Ölpreise profitierten von der Fed-Ankündigung, vor allem US-Leichtöl der Sorte WTI. Es gewann je Fass 3,9 Prozent auf 23,51 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent stieg um 0,9 Prozent auf 27,23 Dollar.

Boeing kräftig erholt

Boeing
Boeing 174,73

Unter den Einzelaktien haussierten Boeing um 11,7 Prozent. Der Flugzeugbauer hat wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie vorübergehend die Dividende gestrichen. Außerdem wird ein bereits seit vergangenem April ausgesetztes Aktienrückkaufprogramm nicht wieder aufgenommen. Zudem setzt Boeing die Produktion in Seattle aus. Über den Ausfall der Dividende war an den Vortagen bereits spekuliert worden, an denen die Boeing-Aktie bereits massiv unter Druck gestanden hatte.

Einen Kurssprung um 12,5 Prozent machten Pacific Gas & Electric (PG&E). Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hat seinen Widerstand gegen den Versuch von PG&E aufgegeben, den Gläubigerschutz wieder zu verlassen, nachdem sich beide Seiten auf Zugeständnisse geeinigt hatten. Unter anderem will sich PG&E zum Verkauf stellen, sollte es bis 30. Juni nicht gelungen sein, aus dem Gläubigerschutz herauszukommen. Hintergrund der Probleme um den Versorger sind Strafen in Milliardenhöhe im Zusammenhang mit Waldbränden in Kalifornien.

Die Titel von Hasbro waren gesucht, nachdem Konzernchef Brian Goldner in einem CNBC-Interview die gute finanzielle Gesundheit des Unternehmens betont und die Zahlung der Dividende in Aussicht gestellt hatte. Goldner hob auch hervor, dass der Großteil der chinesischen Produktion wieder in Gang sei, was zeige, dass sich die Dinge in den früh von Corona betroffenen Ländern der Normalität annäherten. Hasbro gewannen 12,5 Prozent.

Quelle: ntv.de, wne/DJ