Trumps Iran-Entscheidung lähmt die Börse
Die Angst vor einer weiteren Verschärfung der Iran-Krise hat den Handel am deutschen Aktienmarkt gelähmt. Der Dax verlor die Marke von 13.000 Punkten wieder aus den Augen. Für Unsicherheit sorgte den ganzen Tag lang die bevorstehende Entscheidung von US-Präsident Donald Trump (20 Uhr MESZ) zum Atomabkommen mit dem Iran.
DaxZischenzeitlich stand der deutsche Leitindex weit unter der am Vortag noch deutlich übersprungenen Marke von 12.900 Punkten. Am Ende eroberte er die Marke jedoch zurück und schloss 0,2 Prozent niedriger bei 12.912 Zählern.
Auch der nachgebende Euro - am Vortag noch Triebfeder für den Dax - gab keine positiven Impulse. Durch einen fallenden Euro zusammen mit einem gestiegenen Ölpreis baue sich für die Eurozone Inflationsdruck auf, der auch am deutschen Aktienmarkt bald wachsende Zinssorgen auslösen könnte, analysierte Experte Jochen Stanzl von CMC Markets.
Der MDax gab um 0,3 Prozent auf 26.789 Punkte nach. Für den TecDax ging es um 0,3 Prozent runter auf 2745 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte 0,2 Prozent schwächer bei 3556 Punkten.
Unter den Aktien der Unternehmen, die mit Quartalsbilanzen im Fokus stehen, ragten im Dax die der Deutschen Post besonders negativ hervor. Sie verloren am Index-Ende mehr als 7 Prozent. An der Dax-Spitze verteuerten sich dagegen die Anteile von Beiersdorf nach Zahlen um mehr als 2,7 Prozent. Der Konsumgüterkonzern bekam zum Jahresauftakt erneut Rückenwind von seiner Klebstofftochter Tesa.
Springer Nature bläst Börsengang ab
Springer Nature macht einen Rückzieher. Die Aktie wird vorerst nicht auf dem Kurszettel erscheinen. Die Springer Nature AG & Co KGaA und ihre Gesellschafter - Gesellschaften, die von der Holtzbrinck Publishing Group und von Fonds kontrolliert werden - hätten gemeinsam entschieden, den geplanten Börsengang von Springer Nature aufgrund des Marktumfelds zu verschieben, teilte der Verlag mit.
Marktteilnehmer hatten zuvor festgestellt, dass das Interesse der Privatanleger an dem Börsengang von Springer Nature an der Börse als gering eingestuft werde. Die Pre-IPO-Umsätze waren, verglichen mit dem Angebotsvolumen von bis zu 1,6 Milliarden Euro, extrem gering.
Ursprünglich sollte die Aktie des Wissenschaftsverlags am 9. Mai im Prime Standard der Frankfurter Börse ihr Debüt feiern.
Euro unter Druck: "Italien-Politik gefährlicher als Handelskrieg"
Die europäische Gemeinschaftswährung fällt am Nachmittag bis auf 1,1838 Dollar und erreicht damit den tiefsten Stand in diesem Jahr.
Euro / DollarAm Morgen hatte der Euro noch über der Marke von 1,19 Dollar notiert.
Händler verweisen auf die politische Unsicherheit in Italien.
In der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone drohen Neuwahlen.
Die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen sind deutlich angestiegen.
"Die politische Unsicherheit belastet Investitionen und den Konsum in Italien", kommentiert Carsten Hesse, Volkswirt bei der Berenberg Bank.
Neuwahlen könnten die extremen Parteien weiter stärken und wachstumsfreundliche Reformen der Vergangenheit rückgängig machen.
Die italienische Politik stelle für Europa derzeit eine größere Gefahr dar als ein von US-Präsident Donald Trump ausgelöster Handelskrieg, so Hesse weiter.
Experten sprechen jedoch auch von einer Dollar-Stärke. Anleger warten auf die Entscheidung von Trump zum Atomabkommen mit dem Iran. Eine Aufkündigung würde die Unsicherheit an den Finanzmärkten erhöhen. Davon profitiert tendenziell der US-Dollar.
Angespanntes Warten auf Iran-Entscheidung
Die Wall Street verbucht leichte Verluste. Der Dow-Jones-Index verliert 0,15 Prozent auf 24.322 Punkte, der S&P-500 büßt 0,19 Prozent ein.
S&P 500Im Mittelpunkt des Interesses steht die anstehende Entscheidung von US-Präsident Donald Trump über das Atomabkommen mit dem Iran. Trump will sie um 20 Uhr MESZ verkünden.
"Es scheint so, dass Trump einmal mehr der Hauptfaktor für das kurzfristige Marktsentiment sein wird", sagt Analyst Richard Perry von Hantec Markets. Sollte der Präsident das Abkommen aufkündigen, könnten die Spannungen mit den westlichen Unterzeichnern des Abkommens, aber auch mit Handelspartnern wie China oder Russland, zunehmen.
Acatis-Chef Leber: "Warren Buffett ist alt geworden"
Auf dem Aktionärstreffen von Warren Buffetts Berkshire Hathaway dominiert die gute Laune. Acatis-Chef Hendrik Leber schildert Frank Meyer seine persönlichen Eindrücke von der Mega-Konferenz: Von Buffetts "Dummheit" und dessen Schwierigkeiten, seine Milliardensummen unterzubringen, vor allem aber auch vom nötigen Blick über den "Buffett-Tellerrand" hinaus.
SPD fordert "Vertrauensoffensive" der Autohersteller
SPD-Fraktionsvize Sören Bartol fordert angesichts des Verdachts auf eine unzulässige Abschalteinrichtung bei Tausenden von Audi-Fahrzeugen eine "Vertrauensoffensive" der Hersteller.
"Die Bosse der Automobilhersteller spielen mit ihrem guten Ruf, wenn sie seit Jahren immer nur scheibchenweise zugeben, wo sie noch manipuliert haben. So langsam bin ich es leid", sagt Bartol.
Alle Hersteller sollten "reinen Tisch machen" und alle Tricksereien offenlegen. "Außerdem sollten die Automanager sich endlich bei der technischen Nachrüstung von Euro 5 und Euro 6 Fahrzeugen bewegen, damit Fahrverbote verhindert werden können", fordert Bartol weiter. Solche umfangreichen Nachrüstungen sind in der großen Koalition aber umstritten.
Das Kraftfahrt-Bundesamt hat wegen des Verdachts auf eine unzulässige Abschalteinrichtung bei Audi V6TDI-Fahrzeugen der Modelle A6 und A7 eine amtliche Anhörung eingeleitet.
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Strafrechtliche Ermittlungen gegen Audi ausgeweitet
Die Staatsanwaltschaft dehnt ihre Ermittlungen bei Audi wegen des Verdachts weiterer manipulierter Automotoren aus.
Die Fahrzeuge, die das Kraftfahrt-Bundesamt nun zusätzlich untersuche, würden auch Gegenstand der strafrechtlichen Ermittlungen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München.
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Beide Behörden arbeiteten eng zusammen. Die Zahl der wegen Betrugs und strafbarer Werbung Beschuldigten in dem Münchner Verfahren liege unverändert bei 18 Personen, darunter zwei frühere Vorstandsmitglieder.
Türkische Lira fällt auf neues Rekordtief
Die Talfahrt der türkischen Börsen geht weiter. Der Inflationszuwachs ist den türkischen Anlegern zu viel - sie ziehen sich aus der Landeswährung zurück. Der Kurs des Dollar steigt auf ein Rekordhoch von 4,2973 Lira.
Gleichzeitig treiben die Verkäufe türkischer Staatsanleihen die Rendite der zehnjährigen Titel auf 13,97 Prozent. Das ist ein Plus von mehr als einem Prozentpunkt innerhalb weniger Tage.
Der Leitindex der Istanbuler Börse rutscht erstmals seit sieben Monaten zeitweise unter die Marke von 100.000 Punkten.
Die Türkei leidet unter einem hohen Leistungsbilanzdefizit und einer Inflation von mehr als zehn Prozent. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat sich wiederholt gegen Zinserhöhungen ausgesprochen.
Aktien und Anleihen in Italien unter Druck
Aus Sorge vor einem politischen Chaos und Neuwahlen in Italien ergreifen Aktien- und Anleihen-Anleger die Flucht. Die Mailänder Börse rutscht um zwei Prozent auf 24.070 Punkte ab und verzeichnet damit die höchsten Verluste unter den europäischen Aktienindizes.
Vor allem Banken stehen auf den Verkaufslisten, der Branchenindex verliert 2,5 Prozent und notiert damit auf dem tiefsten Stand seit drei Wochen.
Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen klettert auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 1,83 Prozent.
Der Renditeabstand zur vergleichbaren Bundesanleihe erhöht sich auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Auch die Kosten zur Absicherung von italienischen Anleihen gegen Zahlungsausfall ziehen deutlich an.
Deutsche Post erwägt höhere Paketpreise
Die Deutsche Post denkt nach dem Gewinnrückgang in ihrer Brief- und Paketsparte im ersten Quartal über höhere Paket-Preise nach.
Das sagte Konzernchef Frank Appel, der derzeit auch Chef der Paket-Sparte ist, in London vor Analysten. Eine Entscheidung gebe es aber noch nicht.
Zudem werde der Konzern vor einem Beschluss über die Preise Gespräche mit seinen großen Kunden führen.
Bei Briefen könnte auf die Verbraucher ab 2019 eine höheres Porto zukommen.
Das muss die Bundesnetzagentur allerdings genehmigen.
Es wäre dann klug, über eine Erhöhung in einem Schritt als mehrere kleinere Erhöhungen nachzudenken, sagte Appel.
Dreijahreshoch: Heizölpreis steigt und steigt
Der Preis für Heizöl in Deutschland steigt wegen internationaler Konflikte auf ein Dreijahreshoch.
100 Liter kosten zuletzt nach Angaben mehrerer Vergleichsportale etwas mehr als 66 Euro ohne Mehrwertsteuer. Und Experten rechnen damit, dass der Preis in den kommenden Wochen noch weiter steigen wird. Dazu beitragen dürfte der von Diplomaten erwartete Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran.
Der Heizölpreis stieg nach Berechnungen des Vergleichsportals Check24 seit Januar 2016 um 53 Prozent. Im April war er so hoch wie zuletzt im April 2015.
Neben dem Konflikt zwischen dem Iran und den USA gibt es auch noch andere Gründe für den Preisanstieg: Dazu gehören die zuletzt stärker als erwartet gesunkene Ölproduktion der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und die niedrigen Lagerbestände in den USA sowie die Konflikte in Nahost.
Die Rohölpreise kletterten bis Anfang Mai auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren.Am Dienstag ist die Entwicklung der Rohölpreise vor Bekanntgabe der US-Entscheidung zum Atomabkommen zunächst abwartend.
Fast 13.800 Prozent: Horrende Inflation in Venezuela
Fast 13.800 Prozent Inflation zum Vorjahr verzeichnet Venezuela im April. Das von der Opposition kontrollierte Parlament des ölreichen Landes gab den Wert am Montag bekannt. Expertenschätzungen werden damit bestätigt.
Die Inflationsrate im April im Vergleich zum Vorjahresmonat betrage 13.779 Prozent, hieß es in einem Bericht der Parlamentskommission für Finanzen und wirtschaftliche Entwicklung. Es ist der stärkste Preisanstieg weltweit.
Das venezolanische Parlament gibt die Inflationsrate seit dem vergangenen Jahr heraus, nachdem die Regierung die Veröffentlichung offizieller Zahlen eingestellt hatte. Demnach erhöhten sich die Preise im April im Vergleich zum Vormonat um 80,1 Prozent.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass Venezuela die Marke von 13.800 Prozent bei der jährlichen Inflation in diesem Jahr noch überschreiten wird.
Studie: Europas Großbanken bergen weiter Unheil
Viele europäische Länder pochen auf eine gemeinsame Einlagensicherung für die Banken.Dass es soweit kommt, dürfte allerdings schwierig und nicht ganz so billig werden, zitiert der "Business Insider" einen Experten vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW).
Laut dem IW-Ökonomen Markus Demary haben einige europäische Banken immer noch zu viele notleidende Kredite in ihren Portfolios.
Das IW hat sich die 76 größten und systemrelevanten Banken genauer angeschaut. Dabei kam heraus, dass sie "rund drei Viertel aller notleidenden Kredite in Europa" halten. Das entspricht einem Volumen von gut 566 Milliarden Euro.
Vor allem in Italien, Griechenland und Zypern drohen Schieflagen, heißt es. "Schon die Insolvenz von zwei oder drei Großbanken könnte den Finanzsektor der Eurozone destabilisieren", warnt Demary.
Lufthansa-Chef: Flugpreise werden weniger sinken
Der Boom im Luftverkehr sorgt nach den Worten von Lufthansa-Chef Carsten Spohr weltweit für Engpässe bei Personal und Technik und dämpft damit die Wachstumsmöglichkeiten der Airline.
"Wir können nicht so stark wachsen, wie wir wollen", sagt Spohr am Rande der Hauptversammlung in Frankfurt.
In der Branche fehle es wegen der hohen Nachfrage nicht nur an Piloten und mittlerweile mancherorts auch an Flugbegleitern, auch Ersatzteile und Triebwerke seien knapp.
Deswegen hatte die Lufthansa kürzlich ihre Prognose zum Angebotswachstum um einen Prozentpunkt auf sechs Prozent gesenkt.
Als Folge würden die Flugpreise nicht mehr so schnell sinken wie bisher, erwartet Spohr.
Siemens entschärft Streit um Stellenabbau
Siemens entschärft den Konflikt um den Abbau Tausender Stellen in der angeschlagenen Kraftwerks-Sparte. Personalchefin Janina Kugel einigte sich nach monatelangen Verhandlungen in der Nacht mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall grundsätzlich darauf, wie die Kürzungen umgesetzt werden sollen.
Die Schließung des Turbinenwerks im ostsächsischen Görlitz ist vom Tisch, auch in Leipzig und Erfurt soll es weitergehen - ein Stellenabbau droht aber an allen Standorten.
Wie viele Arbeitsplätze in Deutschland letztlich wegfallen, soll nun bis Ende September im Detail ausverhandelt werden. Siemens will mit den Kürzungen einen "großen dreistelligen Millionenbetrag" einsparen, wie Kugel in München sagte. Daran werde auch nicht gerüttelt.
Im November hatte Siemens den Abbau von 6900 Arbeitsplätzen weltweit angekündigt, davon etwa die Hälfte in Deutschland.
Air France vor Scherbenhaufen: Kurs nur leicht erholt
Air France-KLM zeigen sich von dem bis zu gut 13-prozentigen Kurseinbruch am Montag nur leicht erholt um gut 1 Prozent.
Am Dienstag wird bei Air France-KLM wieder gestreikt. Der Chef hat hingeworfen, die Aktie der Fluglinie ist eingebrochen. Und die Belegschaft stellt sich im Lohnkonflikt auf Stur. Die Aussichten für den Flugkonzern insgesamt sind düster ...
Wer immer der neue Chef bei Air France-KLM werde, ihm werde ein enges Korsett umgelegt angesichts der relativ schwachen finanziellen Situation der Gruppe - insbesondere bei Air France, sagen die Analysten von Liberum Capital.
Abwärtsrisiken ließen sich zudem aus den schwachen Erstquartalszahlen ableiten und dem Risiko weiterer Streiks. Liberum hat die Aktie mit "Hold" eingestuft.
KLM ist genervt - beim Partner werden Stimmen laut, die sich für eine Trennung von Air France aussprechen.
Börsen in Fernost profitieren von China-Daten
Der Aufwärtstrend an den ostasiatischen Börsen und in Australien hat sich fortgesetzt. Nach positiven Vorgaben aus den USA dominierten auf breiter Front die Pluszeichen.
Eine Ausnahme machte nur Südkorea. Dort fiel der Index nach dem Feiertag am Montag nach Anfangsgewinnen immer weiter zurück und schloss im Minus.
Zur guten Stimmung trugen robust ausgefallene Handelsdaten Chinas bei. Dabei stiegen die Importe im April noch kräftiger als die ebenfalls deutlich höher und besser als gedacht ausgefallenen Exporte.
Hier mehr zum chinesischen Handelsüberschuss
Experten sprachen allerdings von möglichen Vorzieheffekten angesichts des weiter schwelenden Handelskonflikts mit den USA, denn dieser könnte in weitere Strafzölle münden. Tatsächlich hat sich der Handelsbilanzüberschuss Chinas mit den USA im April erhöht, was den Konflikt eher noch verschärfen könnte.
In Tokio legte der Nikkei-225 um 0,2 Prozent zu auf 22.508 Punkte. In Schanghai ging die Rally des Vortages weiter, der Leitindex stieg um weitere 0,8 Prozent.
Der HSI in Hongkong, der zuletzt etwas hinterherhinkte, lag im Späthandel 1,4 Prozent im Plus.
Dax vor Trumps Iran-Entscheid im Minus
Vor der US-Entscheidung über die Zukunft des Atom-Abkommens mit dem Iran scheuen Anleger Engagements am Aktienmarkt. Der Dax bröckelt zur Eröffnung um 0,2 Prozent auf 12.924 Punkte ab.
DAXUS-Präsident Donald Trump will am Abend verkünden, ob er das Iran-Abkommen aufkündigt. "Zieht man in Betracht, dass der Präsident extrem misstrauisch gegenüber dem Iran ist und auch nicht vom Feedback seiner europäischen Amtskollegen beeindruckt war, scheint ein Ausstieg ziemlich wahrscheinlich", sagt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.
Viel wichtiger ist Börsianern zufolge daher, ob Trump neue Sanktionen gegen Iran verhängt. Dann könnte das Land kaum noch Erdöl auf dem Weltmarkt verkaufen.
Der dadurch ausgelöste Energiepreis-Anstieg könnte Inflationsängsten neue Nahrung geben und die Aktienmärkte in Turbulenzen stürzen. Am Dienstag bleibt die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee mit einem Preis von 75,65 Dollar je Barrel im Reichweite ihres Dreieinhalb-Jahres-Hochs vom Montag.
Bei den Einzeltiteln sorgt die Deutsche Post mit einem Kursminus von 4,2 Prozent für Aufsehen. "Alle Kennziffern lagen unter den Erwartungen", sagt ein Börsianer.
Zalando schwächelt
Im Handel stellt man sich auf Abgabedruck in der Zalando-Aktie ein. o
Die Erstquartalszahlen werden als schwach bezeichnet. Der Umsatz liege zwar leicht über der Schätzung, so ein Händler, das bereinigte EBIT liege indes mit 0,4 Millionen Euro klar unter der Schätzung von 12 Millionen Euro. Auch das Nachsteuerergebnis hat die Prognosen klar verfehlt.
Grund für die schwache Zahlen dürfte der außergewöhnlich kalte Winter gewesen sein, den auch der Online-Händler zu spüren bekommen hat. Auf diesen dürfte Zalando nach Einschätzung von Analysten mit kräftigen Preissenkungen reagiert haben. Im Spezialistenhandel verliert der Wert 2,3 Prozent.
Eon startet stark ins Jahr
Der Energieversorger Eon hat im ersten Quartal deutlich mehr verdient als von den Märkten erwartet. Die Essener erreichten einen bereinigten Überschuss von 727 Millionen Euro. Im Auftaktquartal 2017 hatte der Gewinn bei nur 525 Millionen Euro gelegen.
"Unser operatives Geschäft ist stark. Wir haben ein deutliches Wachstum von mehr als 50.000 Kunden erreicht", erklärte Finanzvorstand Marc Spieker. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) legte um 24 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu.
Ziemlich genau die Hälfte des operativen Gewinns steuerte das Netzgeschäft bei. Hauptsächlich wegen des Verkaufs des Netzgeschäfts in Hamburg lag das Ergebnis der wichtigsten Sparte um 5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Der leichte Rückgang wurde von den erneuerbaren Energien, dem Vertrieb und den Atomkraftwerken mehr als wettgemacht.
Der Stromkonzern bekräftigte nach dem positiven Auftakt seine Jahresprognose.
Dax setzt zum Sprung über die 13.000 an
Die erneute Flut von Firmenbilanzen könnte den Dax Börsianern zufolge am Dienstag über die 13.000er Marke spülen.
Am Montag hatte er ein Prozent im Plus bei 12.948,14 Punkten und damit so hoch wie seit Februar nicht mehr geschlossen. Mit dem Sprung über die Hürde bei 13.000 Punkten werde der Weg zum Rekordhoch von 13.596,89 Punkten frei, sagte ein Aktienhändler.
Neben der Geschäftszahlen der Unternehmen, darunter auch fünf Dax-Mitglieder, richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die deutsche Industrieproduktion. Die am Montag veröffentlichten Auftragseingänge der heimischen Industrie waren überraschend erneut zurückgegangen.
An der Wall Street hatten die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland ihre Gewinne eingegrenzt. Der Dow Jones beendete die Sitzung 0,4 Prozent und der Nasdaq 0,8 Prozent höher. Der S&P500 stieg um 0,3 Prozent.
In Tokio zog der Nikkei-Index am Dienstag um 0,1 Prozent auf 22.487 Zähler an. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,7 Prozent auf 3160 Punkte.
Nach Analysten-Eklat: Musk kauft Tesla-Aktien
Elon Musk hat seine Position als größter Anteilseigner beim Elekroautobauer Tesla weiter ausgebaut. Der CEO kaufte Aktien im Wert von 9,85 Millionen US-Dollar, wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht. Es war sein größter Kauf seit März 2017. Er kommt damit auf einen Anteil von knapp 20 Prozent, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht. n
Vergangene Woche ging Musk hart mit Short-Sellern ins Gericht, also solchen, die auf fallende Kurse wetten. Allerdings glauben viele Analysten, dass das Unternehmen, das in seiner 15-jährigen Geschichte noch nie einen Gewinn gemacht hat, weiterhin Geld verbrennen wird.