Mittwoch, 11. Juli 2018: Der Börsen-Tag

Heute mit Kai Stoppel

17:45 Uhr

Dax schmiert fast 200 Punkte ab

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Der tagelange Aufwärtstrend des Dax kommt jäh zum Erliegen. Die weitere Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China kostet den deutschen Leitindex heute viele Punkte - am Ende des Handelstages sind es fast 200. Der Dax schließt 1,5 Prozent leichter auf 12.417 Punkten.

Das Weiße Haus hat eine Liste mit chinesischen Exportwaren im Wert von 200 Milliarden Dollar vorgelegt, die mit Zöllen von 10 Prozent belegt werden könnten. Die Regierung in Peking hat umgehend reagiert und ihrerseits "Gegenmaßnahmen" angekündigt.

"Damit nimmt die Unsicherheit weiter zu", sagt ein Händler. Die Märkte hätten lange Zeit von Deregulierung und Globalisierung profitiert, nun seien sie mit Deglobalisierung und Regulierung konfrontiert. Im Blick steht zudem der Nato-Gipfel: "Mal sehen, ob Trump Entgegenkommen in der Zollfrage zeigt, wenn die Nato-Partner die Militärausgaben wie von ihm gefordert hochfahren sollten", sagt ein weiterer Marktteilnehmer.

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Unter den Einzelwerten im Dax gibt es am Ende fast nur Verlierer. Einzig Beiersdorf und Deutsche Börse können zulegen - die Aktien von Beiersdorf, bekannt für seine Nivea-Creme und als defensive Aktie in Krisenlagen beliebt, verteuern sich um 1,4 Prozent. Deutsche Börse steigen um 0,3 Prozent.

Am Index-Ende landen Thyssenkrupp, die mehr als 4 Prozent an Wert verlieren. Bei dem Stahlkonzern wehren sich Anteilseigner und Führung vehement gegen die von zwei Hedgefonds geforderte Zerschlagung. Aufsichtsratschef Ulrich Lehner sagte der "Zeit", es bestünden keinerlei Pläne, "uns von unserem besten Geschäft zu trennen" - gemeint ist das profitable Aufzugsgeschäft. Der Vize-Chef der Krupp-Stiftung, Reimar Lüst, sagte dem Blatt: "Wir werden den Heuschrecken nicht das Feld überlassen."

17:32 Uhr

Steinhoff-Aktie fliegt - fast 30 Prozent im Plus

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Im SDax verzeichnet der Pennystock von Steinhoff zwar seit dem Absturz der Aktie bereits seit Monaten immer wieder starke Kursbewegungen - aber heute ist es anders. Mit einem Plus von fast 30 Prozent schießt das Papier steil nach oben, ist allerdings immer nur noch 15 Cent wert.

Der Auslöser für die Hausse: Der wegen eines Bilanzskandals schwer angeschlagene Möbelkonzern hat ein Verfahren gestartet, um die Zustimmung der Gläubiger zu einem Restrukturierungsplan zu erhalten, wie das Unternehmen mitteilte. Diese müsse bis zum 20. Juli vorliegen.

Zuletzt hatten Ende Juni bereits wichtige Gläubiger zugestimmt, den Restrukturierungsprozess bis zu diesem Datum unterstützend zu begleiten und damit eine Verlängerung des Verfahrens ermöglicht. Mit einigen Gläubigern hat sich das Unternehmen früheren Angaben zufolge bereits auf wichtige Punkte des Sanierungsplans geeinigt.

16:48 Uhr

Entwicklung in Libyen drückt auf Ölpreise

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Die Ölpreise geraten im Zuge der neuen Zollankündigungen aus den USA gegen China unter Druck. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligt sich um bis zu 2,7 Prozent auf 76,76 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI kostet mit 73,15 Dollar 1,3 Prozent weniger.

Zudem spielte die Entwicklung in Libyen eine Rolle. Die National Oil Corp (NOC) in Tripolis hob "Force Majeure" ("Höhere Gewalt") an vier libyschen Ölverladehäfen auf. Produktion und Export von den Terminals sollte noch heute wieder das normale Niveau erreichen, teilte die NOC mit.

Die Ölförderung des nordafrikanischen Landes war zuletzt wegen innenpolitischer Auseinandersetzungen auf 527.000 Fässer Öl am Tag gesunken. Noch im Februar hatte sie bei 1,28 Millionen Barrel täglich gelegen.

Libyscher Soldat vor einem zerstörten Öltank bei Ras Lanuf.
Libyscher Soldat vor einem zerstörten Öltank bei Ras Lanuf.(Foto: REUTERS)

 

16:12 Uhr
16:05 Uhr

Wall Street leidet unter Handels-Hickhack

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Die neue Runde im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit verschreckt auch die Anleger in New York. An der Wall Street fällt der Dow Jones um 0,7 Prozent auf 24.746 Punkte, der S&P 500 und der Nasdaq-Composite geben je etwa ein halbes Prozent ab.

US-Präsident Donald Trump drohte, auf weitere Produkte im Wert von 200 Milliarden Dollar zusätzliche Zölle zu erheben. China äußerte sich schockiert und kritisierte die US-Pläne als inakzeptabel. Die Volksrepublik werde darauf reagieren müssen, erklärte das Handelsministerium am Mittwoch.

Im Dow geraten Caterpillar mit einem Minus von 1,4 Prozent unter Druck. Anleger fürchten der Maschinenbauer könnte mögliche Konjunkturdellen besonders zu spüren bekommen. Nach einer Prognosesenkung fallen American Airlines um über zwei Prozent.  

15:39 Uhr

Zollstreit - Deutsche Industrie hat radikalere Idee

Die USA hatten der EU zunächst mit Strafzöllen auf Autos gedroht - später stand das Angebot im Raum, alle bestehenden Zölle auf Autos abzuschaffen. Die deutsche Industrie nimmt diesen Gedanken auf und dreht ihn noch weiter - sie schlägt den Abbau aller Industriezölle vor, wie aus einem Positionspapier des Verbandes BDI hervorgeht.

Gespräche zwischen den Europäern und den USA sollten zum Ziel haben, "nach den Vorgaben der Welthandelsorganisation WTO annähernd den gesamten Handel zu liberalisieren", heißt es darin. Dies könne auf beiden Seiten des Atlantiks Arbeitsplätze sichern und mehr Wohlstand schaffen, sagte Stefan Mair aus der BDI-Hauptgeschäftsführung.

15:05 Uhr

Brüssel will Athen überwachen lassen

Nach Ende des Hilfsprogramms muss Griechenland sich wieder selbst finanzieren.
Nach Ende des Hilfsprogramms muss Griechenland sich wieder selbst finanzieren.(Foto: picture alliance / dpa)

So ganz traut man in Brüssel dem Braten noch nicht: Die EU-Kommission jedenfalls hat offiziell eine verstärkte wirtschaftspolitische Überwachung Griechenlands nach Ende des Rettungsprogramms im August auf den Weg gebracht. Ab 21. August werde alle drei Monate die Entwicklung in Athen überprüft, um Risiken frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen ergreifen zu können, teilte die Brüsseler Behörde mit.

Das hoch verschuldete Griechenland war seit 2010 auf internationale Hilfskredite angewiesen, mit denen es vor der Pleite bewahrt wurde. Im noch laufenden Rettungsprogramm waren seit 2015 bis zu 86 Milliarden Euro verfügbar. Im Gegenzug musste Athen strikte Spar- und Reformmaßnahmen umsetzen.

14:16 Uhr

Analyst: Bitcoin kommt zurück - und zwar gewaltig

(Foto: picture alliance / Jens Kalaene/)

Es ist ruhig geworden um Kryptowährungen. Mittlerweile kostet ein Bitcoin "nur" noch rund 6400 Dollar, im vergangenen Dezember waren es zeitweise 20.000 Dollar. Und wer nun, wie viele andere, erwartet, dass es mit der Kryptowährung peu à peu weiter bergab geht, den mag die Einschätzung des Chefstrategen von Fundstrat Global Advisors sicher verwundern.

Denn Analyst Thomas Lee glaubt, dass der Bitcoin bald schon wieder zurückkommt. Und zwar gewaltig. Wie "Bloomberg" berichtet, hält Lee trotz der jüngst schwachen Entwicklung des Coins an seiner Prognose fest, gegen Ende des Jahres werde dieser rund 25.000 Dollar wert sein. Das wären etwa 270 Prozent mehr als jetzt.

Allerdings lag Lee in der Vergangenheit bereits leicht daneben: Für Mitte des Jahres hatte er einen Bitcoin-Kurs von 20.000 Dollar vorausgesagt - und den tatsächlichen Wert um knapp 14.000 Dollar verfehlt.

13:44 Uhr

Softwarekonzern enttäuscht Anleger

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Die ohnehin schon arg gebeutelten Aktien von Micro Focus kommen erneut unter die Räder. Nach der Vorlage der Halbjahreszahlen stürzen die Papiere der britischen Softwareschmiede um 13,2 Prozent auf 1138 Pence ab und halten damit im Londoner Standardwerte-Index "Footsie" die rote Laterne.

Der Konzern wies für das erste Geschäfts-Halbjahr einen Rückgang des Betriebsgewinns auf 65 von 130,2 Millionen Dollar vor Jahresfrist aus. Auch der Umsatz sei in den sechs Monaten bis Ende April gefallen.

Die Aktien haben in den vergangenen zwölf Monaten über 40 Prozent eingebüßt. Zuletzt hatten sie im Schlepptau der zeitweise besseren Branchenstimmung etwas zugelegt. Das Plus von fünf Handelstagen von 5,5 Prozent ist nun aber wieder aufgezehrt.

(Foto: REUTERS)

 

12:52 Uhr

Kuriose Liste - USA planen Zölle auf Menschenhaar

Der Handelskrieg zwischen den USA und China geht in die nächste Runde. Was von vielen Wirtschaftsexperten sehr ernst genommen wird, nimmt bei genauerer Betrachtung kuriose Züge an. Denn in der Liste chinesischer Waren, die in der nächsten US-Strafzoll-Runde betroffen sein könnten, tauchen neben Metallen und Autoteilen unter anderem auch diese Dinge auf:

  • menschliches Haar
  • lebende Aale
  • Dachshaar
  • Federn
  • Klopapier
  • Kleidung aus Reptil-Leder
  • Gebläse für Orgeln

Das wird einige sicher hart treffen.

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12:35 Uhr

Munich Re zufrieden mit Katastrophen-Bilanz

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Stürme, Überschwemmungen und Erdbeben haben im ersten Halbjahr so wenig Schaden angerichtet wie seit 13 Jahren nicht mehr. Munich Re zählte in ihrem Naturkatastrophen-Bericht Gesamtschäden von 33 Milliarden Dollar - halb so viel wie ein Jahr zuvor.

Die Versicherer und Rückversicherer kamen allerdings nicht so glimpflich davon. Mit 17 Milliarden Dollar mussten sie für Naturkatastrophen-Schäden fast so viel zahlen wie im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Vor allem in Industriestaaten sind mehr Unternehmen und Privatleute gegen Naturgefahren versichert als früher.

Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek zeigte sich nach der verheerenden Bilanz des Jahres 2017 erleichtert: "Es ist gut, dass nach extremen Katastrophen mit Rekordschäden wieder eine Phase mit geringen Schäden zu verzeichnen war."

Auch die erste Hälfte des vergangenen Jahres für die Branche ruhig verlaufen, ehe eine Serie von Wirbelstürmen und Erdbeben vielen Versicherern und Rückversicherern die Bilanz verhagelte.
Auch die erste Hälfte des vergangenen Jahres für die Branche ruhig verlaufen, ehe eine Serie von Wirbelstürmen und Erdbeben vielen Versicherern und Rückversicherern die Bilanz verhagelte.(Foto: picture alliance / NASA)

 

11:54 Uhr

TecDax-Abschussliste- Aktien unter Druck

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Die drei Aktien, die wohl bald den TecDax räumen müssen, geraten wieder unter Druck. Laut der jüngsten Rangliste müssen voraussichtlich Medigene, SLM Solutions und Draegerwerk im September im neuen TecDax Platz für SAP, Deutsche Telekom und Infineon machen.

Medigene werden möglicherweise auch den Eintritt in den neuen auf 70 Werte erweiterten SDax nicht schaffen, allerdings geht es auf den hinteren Plätzen sehr eng zu. Alle drei Titel verlieren etwa 2 Prozent, der TecDax lediglich 0,7 Prozent.

11:18 Uhr

Trumps Hände entscheiden Schicksal der Börse

Diese Hände entscheiden möglicherweise über steigende oder sinkende Kurse.
Diese Hände entscheiden möglicherweise über steigende oder sinkende Kurse.(Foto: REUTERS)

Die Hände von Herrschern können viel bewirken: Waren es im Alten Rom die Daumen der Kaiser, die über Wohl und Wehe der Gladiatoren entschieden, sind es im Weltreich unserer Zeit, den USA, die Hände des "Cheftwitterers" US-Präsident Donald Trump, die über das Schicksal der Märkte entscheiden.

Denn bei Aberdeen Standard Investments ist man sich sicher: Die Tagesentwicklung des wohl wichtigsten US-Index S&P 500 hängt wesentlich von Trumps Händen ab - oder besser, ob sie für das Twittern von Nachrichten verwendet werden (mal davon ausgehend, dass er dafür nicht komplett auf Sprachassistenten zurückgreift).

Denn an Tagen, an denen Trump Tweets zu China oder zum Handel verfasste, sei der Aktienindex um kumuliert 6 Prozent zurückgegangen, so die Finanzexperten.  An Tagen, an denen keine Tweets veröffentlicht wurden, sei der Index um 2 Prozent gestiegen, im bisherigen Jahresverlauf um 4,5 Prozent insgesamt.

10:28 Uhr

Jenoptiks steiler Höhenflug endet schnell

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Ein Zukauf und höhere Umsatzerwartungen machen die Aktien von Jenoptik mit einem Plus von bis zu 8,5 Prozent auf 34,88 Euro zwischenzeitlich zum Spitzenreiter im Technologieindex TecDax. Damit sind sie so teuer wie seit knapp drei Wochen nicht mehr. Allerdings geht die Euphorie schnell wieder zurück – zuletzt legen die Papiere nur noch rund 0,8 Prozent zu und fallen hinter Bechtle zurück.

Der Grund für den Kursausbruch: Nach dem Zukauf der kanadischen Firma Prodomax Automation hat der Technologiekonzern am Dienstagabend seine Umsatzprognose erhöht. Für 2018 werde jetzt mit einer Spanne von 805 bis 820 Millionen Euro gerechnet, nach ursprünglich 790 bis 810 Millionen Euro.

Neben dem Zukauf machte das Unternehmen die anhaltend gute Nachfrage in wichtigen Märkten verantwortlich.
Neben dem Zukauf machte das Unternehmen die anhaltend gute Nachfrage in wichtigen Märkten verantwortlich.(Foto: picture alliance / dpa)

09:59 Uhr

Maio: Italien hat keinen Plan B für Euro

"Niemand hat vor, aus dem Euro auszutreten", sagte Italiens Vize-Regierungschef Luigi Di Maio sinngemäß.
"Niemand hat vor, aus dem Euro auszutreten", sagte Italiens Vize-Regierungschef Luigi Di Maio sinngemäß.(Foto: AP)

Zerbricht die Eurozone an Italiens neuer Regierung? Diese Sorgen, genährt durch Äußerungen von Europa-Minister Paolo Savona, versucht Vize-Regierungschef Luigi Di Maio wieder zu zerstreuen: Italien habe keinen Plan für einen Austritt aus der Eurozone, versichert er.

Seine Partei habe auch nicht vor, die Euro-Mitgliedschaft zu beenden oder zum Euro-Austritt gezwungen zu sein, sagte der Chef der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung am dem TV-Sender La7. Italien erwäge keinen "Plan B" für den Euro.

Maio widersprach damit Äußerungen des parteilosen Savona, der betont hatte, es sei notwendig, "auf alle Eventualitäten vorbereitet" zu sein. Er hatte zudem den Beitritt Italiens zum Euro als historischen Irrtum bezeichnet und einen Plan B gefordert, um die Währungsunion notfalls wieder verlassen zu können.

09:28 Uhr

Neue Attacke im Handelskrieg bringt Dax zu Fall

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Es war zu befürchten und jetzt ist es eingetreten: Eine weitere Verschärfung im Handelsstreit, erneut ausgehend von den USA, belastet die Aktienkurse in ganz Europa. Neben Paris, Mailand und London gibt auch die Börse in Frankfurt im frühen Handel deutlich nach. Der Dax verliert 1,3 Prozent und sinkt auf 12.448 Punkte.

US-Präsident Donald Trump erhöht im Handelsstreit mit China den Druck und will für weitere Produkte im Wert von 200 Milliarden Dollar zusätzliche Zölle erlassen. China bezeichnete die Pläne als absolut inakzeptabel. "Kurzfristig ist damit kein Ende des Handelskonflikts in Sicht", betont Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. "Die Unsicherheit hält die Anleger in Atem."

Vor allem in China gehen die Aktienkurse in die Knie. Der Shanghai Composite Index fällt um 1,8 Prozent. Die Eskalation im Handelsstreit wird Strategen zufolge wohl das marktbeherrschende Thema bleiben, vor allem da keine relevanten Konjunkturdaten anstehen.

Guten Morgen, mein Name ist Kai Stoppel und ich begleite Sie heute durch den "Börsen-Tag". Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie mir doch einfach eine Nachricht an kai.stoppel(at)nachrichtenmanufaktur.de.

07:32 Uhr

Handelskrieg statt Dax-Erholung

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Mit fallenden Kursen an den europäischen Börsen rechnen Marktteilnehmer für die Sitzung am Mittwoch. "Die Erholung wird erst einmal abgeblasen", sagt ein Händler. Der Handelskonflikt sei als Belastungsfaktor zurückgekehrt. Das Weiße Haus hat eine weitere Liste mit chinesischen Exportwaren über 200 Milliarden Dollar vorgelegt, die mit Zöllen von 10 Prozent belegt werden könnten.

"Damit nimmt die Unsicherheit weiter zu", sagt ein Händler. Die Märkte hätten lange Zeit von Deregulierung und Globalisierung profitiert, nun seien sie mit Deglobalisierung und Regulierung konfrontiert. So genannte Domestic Shares mit wenig Export-Bezug dürften sich in diesem Umfeld noch am besten halten.

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Aus technischer Sicht habe der Dax sozusagen die Erholungs-Pflicht erfüllt, indem er am Dienstag fast exakt am 50-Prozent-Retracement von 12.637 Punkten angestoßen sei. Technisch eintrüben würde sich die Lage aber frühestens unter 12.530 und 12.490, sagt Holger Struck von hs-livetrading. Negativ sei das Umsatzverhalten: Die Erholung sei von geringen Umsätzen geprägt worden.

Im Blick steht nun der Nato-Gipfel: "Mal sehen, ob Trump Entgegenkommen in der Zoll-Frage zeigt, wenn die Nato-Partner die Militärausgaben wie von ihm gefordert hochfahren sollten", sagt ein weiterer Marktteilnehmer. Daneben könnten die Erzeugerpreise in den USA die Märkte beeinflussen.

07:14 Uhr
07:07 Uhr

Trumps Zoll-Schlag schickt Japans Börse auf Talfahrt

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Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China hat am Mittwoch die japanische Börse auf Talfahrt geschickt. Der Nikkei-Index fiel bis zur Mittagspause um 1,4 Prozent auf 21.891 Zähler, während der breiter aufgestellte Topix um 1,1 Prozent nachgab. Die US-Regierung hatte bekanntgegeben, weitere chinesische Produkte im Wert von 200 Milliarden Dollar im Jahr mit zusätzlichen Zöllen zu belegen.

Auf den Verkaufslisten standen besonders Reedereien und Maschinenbauer, die von dem Konflikt beeinträchtigt werden dürften. So verbilligten sich die Papiere von Mitsui OSK (MOL) um 3,3 Prozent. Bei den Maschinenherstellern Komatsu und Hitachi Construction Machinery gab es ein Minus von 2,45 beziehungsweise 3,8 Prozent.

Auf dem Devisenmarkt verbilligte sich der Euro um mehr als 0,1 Prozent auf 1,1728 Dollar. Der Greenback kostete im Vergleich zur japanischen Währung 111,05 Yen. Der Schweizer Franken wurde im Vergleich zum Dollar mit 0,9919 und zum Euro mit 1,1635 gehandelt.