Startup

Berlin ist Gewinner des Brexit Deutsche Start-ups werden profitieren

81404614.jpg

Berlin als Start-up-Standort kann durch den Brexit vielleicht an London vorbeiziehen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Auch an britischen Start-ups geht der Brexit nicht spurlos vorbei. Zukünftig wird es für sie schwieriger werden, an Investorengelder heranzukommen, und ausländischen Fachkräften wird die Arbeit durch notwendige Visa erschwert. Für Berlin sind das gute Nachrichten.

Schon vor der Brexit-Entscheidung hat es Berlin als Start-up-Standort mit London aufnehmen können. In Zukunft könnte die deutsche Hauptstadt nun am britischen Konkurrenten sogar vorbeiziehen. "Die deutsche Start-up-Hauptstadt Berlin ist der Gewinner des Brexit, London der Verlierer", sagt der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Startups, Florian Nöll.

Doch es sei ein Sieg, den eigentlich niemand feiern wolle. "Wir sehen uns schon lange nicht mehr als deutsche oder britische Gründer. Wir sind europäische Gründer", sagte er weiter. Anders als die Start-ups von der Insel werden die deutschen Kollegen den erschwerten Zugang zu 64 Millionen Konsumenten verkraften und deutlich profitieren können. Die Rechnung müssten die britischen Start-ups zahlen.

Die britischen Unternehmen werden es in Zukunft sehr viel schwerer haben, an Gelder von Investoren zu kommen. Konnten junge Firmen bislang schnell in andere europäische Länder expandieren und somit auf sich ändernde Märkte reagieren, sind ihnen jetzt die Hände gebunden. Durch wiederkehrende Zölle wird die Möglichkeit der Expansion in andere Länder zu teuer, urteilt das Magazin für digitales Business "t3n".

Zusätzlich verliere Großbritannien für europäische Fachkräfte an Attraktivität, weil Angestellte wieder Visa benötigten. Viele Vorteile einer EU-Mitgliedschaft würden für ausländische Unternehmen wegfallen, sollte England den europäischen Binnenmarkt verlassen. Besonders für US-amerikanische Unternehmen sei London die erste Anlaufstelle gewesen, wenn diese nach Europa expandieren wollten. In Zukunft werde Berlin noch mehr in den Fokus von Investoren rücken - und das trotz Sprachbarriere.

Quelle: ntv.de, jki