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Fabrik in den USA ausgefallen Schmerzmittel Ibuprofen wird knapp

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Ibuprofen ist das wichtigste Schmerzmittel in Deutschland.

imago/Uwe Steinert

Weltweit steigt der Bedarf nach dem Schmerzmittel Ibuprofen. Doch offenbar kommt es momentan zu Lieferengpässen. Der Grund: Ein BASF-Werk in den USA kann wegen technischer Probleme nicht mehr produzieren.

Bei dem Schmerzmittel Ibuprofen droht womöglich ein massiver Engpass. Wie das Branchenportal "Apotheke Adhoc" berichtet, wurde die Produktion des Wirkstoffs im Werk des deutschen BASF-Konzerns in Bishop im US-Bundesstaat Texas vorerst eingestellt. Eigentlich sollte die Anlage im ersten Quartal dieses Jahres erweitert werden, doch stattdessen stehe wegen technischer Probleme alles still. Der Ausfall werde möglicherweise drei Monate dauern.

Ibuprofen gehört nach Angaben des Portals zu den am häufigsten eingesetzten Arzneimitteln in Deutschland. Nur sechs Fabriken stellten das Schmerzmittel für den gesamten Weltmarkt her. In welcher Größenordnung sich der Ausfall des BASF-Werks auf den deutschen Markt auswirkt, sei nicht bekannt. Das Werk stelle mit einer Kapazität von rund 5000 Tonnen pro Jahr einen der führenden Produzenten von Ibuprofen weltweit dar. Die anderen Rohstofflieferanten produzierten bereits am Anschlag. Je zwei Fabriken gebe es in China, Indien und in den USA.

Die ersten Pharmafirmen suchten bereits händeringend nach Zwischenhändlern, die ihnen noch Wirkstoff oder fertig produzierte Ware vermitteln könnten. "Der Lieferengpass ist uns bekannt. Wir stehen in engem Austausch mit den Fachkreisen, wie Ärzteschaft und pharmazeutische Industrie, um uns ein Bild der Gesamtsituation zu machen. Das Ziel ist es, schnell Lösungsmöglichkeiten anzustoßen", sagte Maik Pommer vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte der "Bild"-Zeitung.

Wichtigstes Schmerzmittel

Die Nachfrage nach Schmerzmitteln steigt seit Jahren an. Deswegen haben die Lieferanten ihre Kapazitäten deutlich hochgefahren. Nach Informationen von "Apotheke Adhoc" will BASF in Ludwigshafen sogar eine neue Produktionsstrecke bauen, welche jedoch erst 2021 in Betrieb gehen soll. Mit 27 Millionen Verordnungen auf Rezept sowie 51 Millionen verkauften Packungen in der Selbstmedikation sei Ibuprofen das wichtigste Schmerzmittel in Deutschland. Der Wirkstoff habe andere Substanzen wie Acetylsalicylsäure und Paracetamol abgelöst und wird zunehmend auch in Kombinationspräparaten gegen Erkältungen und Schmerzcremes verarbeitet.

Seit wenigen Wochen sollen bei Schmerzmitteln wie Ibuprofen neue Hinweise stärker vor einer zu langen Einnahme warnen. Auf der Außenpackung muss künftig aufgedruckt werden: "Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!" Das sieht eine Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn vor. Bei zu langer Einnahme oder Überdosierungen können solche Mittel zu Nebenwirkungen wie Magenblutungen, Leber- und Nierenschäden oder zu Schlaganfällen führen. Darauf wird bisher schon auf dem Beipackzettel hingewiesen.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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