Frage & Antwort

Frage & Antwort Warum ist am 22. Dezember Winteranfang?

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Auch ohne Schnee und Eis hat der Winter nun begonnen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der kalendarische Winteranfang ist in diesem Jahr am 22. und nicht wie sonst am 21. Dezember. Doch warum wechselt das Datum? Kann man nicht einfach einen Tag festlegen? (fragt Steffen W. aus Halberstadt)

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Lichtfall einer künstlichen Sonne im Sonnenobservatorium in Gosek (Sachsen-Anhalt).

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Winter beginnt, zumindest auf dem Kalender. Für den kalendarischen Winteranfang hat man nicht willkürlich ein bestimmtes Datum festgelegt, wie etwa für den meteorologischen Beginn der Jahreszeiten. Der kalendarische Winteranfang fällt zusammen mit einem astronomischen Ereignis, das als Wintersonnenwende bezeichnet wird. Es ist also auch der astronomische Beginn des Winters. Die Sonne erreicht an diesem Tag zur Mittagszeit den tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn auf der Nordhalbkugel. Das bedeutet, sie steht so tief wie sonst nie im Jahr über dem Horizont. Der Tag ist deshalb so kurz wie nie und die Nacht ist die längste Nacht des Jahres.

Da das Sonnenjahr (die Zeit, die die Erde braucht, um sich einmal um die Sonne zu bewegen) fast sechs Stunden länger ist als das mit 365 Tagen festgelegte kalendarische Jahr, verschiebt sich der Zeitpunkt der Sonnenwenden um genau diese Zeit nach hinten. So kommt es, dass bereits 2014 Winteranfang am 22. Dezember (um 00.03 Uhr MEZ) war. Auch in diesem Jahr fällt der Winteranfang auf den 22. Dezember (um 05.48 Uhr MEZ). Da sich die Verschiebungen über die Jahre summieren würden, hat man den sogenannten Schalttag, den 29. Februar, alle vier Jahre als Ausgleich eingeführt.

Schalttag bringt Verschiebungen

Der Schalttag 2016 hat zum Beispiel die Auswirkung, dass der Winteranfang wieder auf den 21. Dezember zurückspringt. Durch den 29. Februar 2016 wird die Wintersonnenwende kalendarisch ungefähr 18 Stunden früher sein als in diesem Jahr, also am 21. Dezember um 11.44 Uhr (MEZ).

Das gleiche Prinzip gilt für die Sommersonnenwenden. Diese astronomische Begebenheit kann sich sogar zwischen dem 20. und 22. Juni ereignen. Allerdings waren in den letzten Jahren die Sommersonnenwenden auf der Nordhalbkugel stets am 21. Juni. 2020 dagegen wird die Sommersonnenwende sogar einen Tag vorrutschen. Sie ist dann am 20. Juni um 23.44 Uhr (MEZ).

Sonnenwenden gibt es zweimal im Jahr. Nimmt man die Winter- und Sommerwenden als Ereignisse, dann gibt es - auf die ganze Welt bezogen - zwei Sommer- und zwei Wintersonnenwenden. Wenn auf der Nordhalbkugel die Wintersonnenwende ist, ist auf der Südhalbkugel Sommersonnenwende – und umgekehrt. Im Augenblick der Wintersonnenwende ist die Nordhalbkugel am weitesten von der Sonne weggekippt. In der Nähe der Polarkreise gibt es zur Wintersonnenwende einen Tag ganz ohne Sonnenaufgang, zur Sommersonnenwende dagegen einen Tag ohne Sonnenuntergang.

Übrigens: In der dunklen Jahreszeit macht sich der Lichtmangel bei vielen Menschen bemerkbar. Die Laune ist gedrückt und Trägheit macht sich breit. Die Wintersonnenwende kann eine wichtige Zäsur bedeuten, denn ab diesem Zeitpunkt werden die Tage wieder länger. Auch wenn zunächst nur um Sekunden, scheint das Wissen darüber eine aufbauende Wirkung zu haben.

Quelle: n-tv.de

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