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Schöne Vorstellung: für 4000 Euro weniger auf Seereise.
Schöne Vorstellung: für 4000 Euro weniger auf Seereise.(Foto: imago/Waldmüller)
Donnerstag, 16. März 2017

Fast 4000 Euro Preisvorteil : Ist der Rabatt Arbeitslohn?

Mancher meint ja, in einem Reisebüro zu arbeiten, sei ein Traumjob. Was sich vor allem auf die vermeintlich vielen und vergünstigten Reisen bezieht. Blöd nur, wenn dann das Finanzamt zuschlägt.

Gewährt ein Reiseveranstalter einer Reisebüroangestellten einen Preisnachlass auf den Reisepreis, stellt dies keinen steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Dies hat das Finanzgericht (FG) Düsseldorf entschieden (Az.: 5 K 2504/14).

Vor Gericht stritten sich die Angestellte eines Reisebüros und das Finanzamt, denn die Frau hatte zusammen mit ihrem Mann 2008 an einer vierzehntägigen Hochseekreuzfahrt teilgenommen. Der Reisepreis betrug 1540 Euro. Der Katalogpreis lag jedoch abzüglich marktüblicher Rabatte bei 6330 Euro. Eine durchaus gängige Praxis des Reiseveranstalters, der Reisebüroinhabern und deren Angestellten zur Sicherung der Geschäftsverbindung Preisnachlässe von über 80 Prozent des Katalogpreises gewährte. Die Finanzbehörde behandelte den Rabatt jedoch als geldwerten Vorteil und Arbeitslohn von dritter Seite und besteuerte den Differenzbetrag von fast 4000 Euro. Wogegen sich das Ehepaar wehrte.

Mit Erfolg. Denn laut der Entscheidung des FG liegen keine Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit in Form von Zuwendung Dritter vor. Demnach liegt bei von Nicht-Arbeitgebern gewährten Preisvorteilen nur dann Arbeitslohn vor, wenn der Dritte den Vorteil im Interesse des Arbeitgebers gewährt. Dies trifft allerdings nicht zu, wenn er aus eigenwirtschaftlichen Gründen einen Rabatt gibt. Dies war hier der Fall. Denn das Motiv des Reiseveranstalters lag in der Sicherung eines zusätzlichen attraktiven Kundenkreises, der Erwirtschaftung eines zusätzlichen Gewinns durch Synergieeffekte und zusätzliche Umsätze an Bord, der Auslastungsoptimierung sowie der Reduzierung der Kostenbelastung.

Zudem konnte das Gericht keinerlei Anhaltspunkte dafür erkennen, dass der Veranstalter die individuelle Arbeitsleistung der Frau entlohnen wollte. Dass diese die Vergünstigung nur aufgrund ihrer Tätigkeit als Reisebüroangestellte in Anspruch nehmen konnte, reicht laut FG nicht aus, um einen Zusammenhang zwischen Vorteil und Arbeitsleistung herzustellen. 

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Quelle: n-tv.de

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