Ratgeber
Freitag, 09. September 2016

Postbank bekommt Ärger: Kein Gratiskonto trotz Vereinbarung?

Eigentlich war bei der Eröffnung des Girokontos bei der Postbank ausdrücklich vereinbart, dass "dauerhaft und bedingungslos kein Entgelt" gezahlt werden muss. Wenige Monate später sollen Kunden dennoch blechen. Zum Verdruss von Verbraucherschützern.

Die Postbank darf keine Gebühren ohne neuen Vertrag erheben, meint die Verbraucherzentrale Hamburg.
Die Postbank darf keine Gebühren ohne neuen Vertrag erheben, meint die Verbraucherzentrale Hamburg.(Foto: picture alliance / dpa)

Wenige Wochen ist es her, da eröffnete die Postbank, ihren Kunden, dass sie in Zukunft für ihre bisher kostenfreien Girokonten zahlen müssten. Denn ansonsten sei kein Geld mehr zu verdienen. Als Konsequenz daraus müssen Online-Kunden des Instituts ab November 1,90 Euro monatliche Grundgebühr berappen. Wer sowohl online, als auch in der Filiale seine Bankgeschäfte tätigen möchte, wird mit 3,90 Euro monatlich zur Kasse gebeten. Lediglich Girokonteninhabern mit einem Gehaltseingang von mindestens 3000 Euro monatlich bleibt die Gebührenlast bis auf weiteres erspart. So weit so schlecht.

Allerdings soll es nach Informationen der Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) ab dem 1. November auch Kunden treffen, mit denen das Geldinstitut zuvor individuell im Rahmen eines Aktionsangebots vereinbart hatte, dass ihr Konto dauerhaft kostenfrei bleibt. Dabei gilt die Zustimmung der Betroffenen als erteilt, wenn sie nicht ihre Ablehnung der Änderung bis zum 01. November 2016 anzeigen. Eine derartige Gebühreneinführung halten die Verbraucherschützer aber für unzulässig und haben deshalb die Postbank abgemahnt.

"Die Einführung eines Kontoführungsentgelts ist auf diese Art und Weise gar nicht möglich", meint Julia Rehberg von der vzhh. Denn ein individuell geschlossener Vertrag hat demnach Vorrang, so dass die in den allgemeinen Geschäftsbedingungen der Postbank getroffenen Regelungen zur Entgeltänderung nicht zum Tragen kommen. Demnach müssten damit ein Entgelt für das Girokonto erhoben werden kann, Kunden zuvor mit der Postbank einen neuen Vertrag abschließen.

Kunden, in deren Vertragsunterlagen schriftlich festgehalten ist, dass die beleglose Kontoführung dauerhaft und bedingungslos kostenfrei sein wird, sollten der Postbank daher mitteilen, dass sie für die Kontoführung auch nach dem 1. November 2016 nichts zahlen werden. 

Nach eigenen Angaben hat die Postbank mehr als fünf Millionen Kunden mit einem Girokonto. 

Hier finden Sie ein kostenloses Girokonto

Quelle: n-tv.de

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