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Neue Roller aus Fernost Auf allen Vieren rollt sich's spektakulärer

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Der Quadro4 mit Neigetechnik ist ein echter Hingucker.

Motorroller haben in Deutschland eine treue Fangemeinde. Die dürfte sich über die Neuheiten für 2015 freuen. So ist mit dem ersten Vierradroller der Welt mit Neigetechnik ein echtes Schmankerl mit am Start.

Deutschlands Rollermarkt ist stabil. Denn die Deutschen fahren nicht nur gerne Motorroller, sie kaufen auch recht gerne. Rund 28.000 Stück konnten vergangenes Jahr hierzulande abgesetzt werden; davon waren ungefähr drei Fünftel Leichtkraftroller, zwei Fünftel zählten zu den Kraftrollern mit mehr als 125 Kubikzentimetern Hubraum. Das Plus gegenüber dem Vorjahr beträgt rund zwei Prozent. In beiden Kategorien liegen Vespa-Modelle des italienischen Herstellers Piaggio weit vor allen anderen Marken. Und weil Piaggio erst 2014 eine ganze Reihe von Neuheiten und Updates bestehender Modelle präsentiert hatte, hält sich die Zahl der Scooter-Neuheiten für 2015 in Grenzen. Einen gänzlich neuen Fahrzeug-Typus stellt der erste Vierradroller der Welt mit Neigetechnik dar, der dieses Jahr erstmals verkauft wird.

Viele technische Feinheiten gönnt Honda seinem neuen Leichtkraftroller Forza 125i. Der laufruhige Einzylindermotor (14,3 PS) ist mit Start-Stopp-Automatik sowie Startergenerator ausgerüstet, was im dichten Verkehr den Verbrauch niedrig hält. Man kann mit drei Litern Benzin pro 100 Kilometer rechnen, was vergleichsweise günstig ist. Die Radgrößen von 15 Zoll (vorne) und 14 Zoll (hinten) lassen auf ein sehr ausgewogenes Fahrwerk schließen, stabil genug für gut 100 km/h Spitzentempo und agil genug für den dichten Verkehr. ABS ist Serie. Gut ist auch die restliche Ausstattung mit sechsfach verstellbarem Windschild, unter dem Sitz sollen zwei Integralhelme Platz finden. Sogar einen LED-Doppelscheinwerfer und ein fein ausgestattetes Cockpit hat Honda dem Forza 125i spendiert; sein Preis ist noch nicht bekannt.

Dreiradroller Tricity

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Ab April kommt der Tricity von Yamaha auch mit ABS.

Zu den Leichtkraftrollern zählt auch der 2014 präsentierte Dreiradroller Tricity von Yamaha. Die Leistung ist mit elf PS dieses Jahr gleichgeblieben, dafür wird ab April alternativ ein ABS installiert - was das ohnehin beträchtliche Gewicht von 152 auf 156 Kilogramm steigen lässt. Der Preis klettert dann um 400 auf 3.995 Euro. Es bleibt abzuwarten, ob das ABS den Verkauf beschleunigt.

Bei den Kraftrollern mit mehr als 125 Kubikzentimetern Hubraum setzt sich der taiwanesische Hersteller Kymco mit gleich zwei Neumodellen für 2015 in Szene. Eher spät in der Saison ist der Maxiscooter Agility Maxi 300i zu erwarten. Fahrwerk und Bremsen entsprechen fast komplett dem aufwendigeren Neumodell Downtown 350i, beim Triebwerk greift Kymco auf einen seit Jahren bekannten Einzylindermotor mit 270 ccm Hubraum zurück, der 23,3 PS leistet; damit dürften etwa 130 km/h möglich sein. Die Karosserie ist eher sachlich gestaltet. Ein LED-Rücklicht bringt Schwung ins Design. Die Ausstattung mit großem Untersitz-Staufach (zwei Integralhelme) und vollständiger Instrumentierung ist keineswegs ärmlich.

Alles vom Feinsten ist beim neuen Downtown 350i, der zur Saisonmitte zur Verfügung stehen soll. Die Karosserie ist sehr voluminös, das Platzangebot für die Passagiere üppig. Der 350i fußt auf dem 2008 präsentierten Vormodell Downtown 300, allerdings sind viele Bauteile weiterentwickelt worden. Der Einzylindermotor weist einen Hubraum von nunmehr 320 ccm auf, die Höchstleistung beträgt 30 PS. Vergleichsweise aufwendig ist das Bremssystem mit Dreikolbenzangen vorne und ABS. Sehr markant im Stile früherer US-Straßenkreuzer ist das doppelte Rücklicht gestaltet. Mit 189 Kilogramm ist das Gewicht eher günstig ausgefallen.

Update für den Yamaha T-Max 530 USD

Ein kleines Update hat der sportlichste aller Maxiscooter erhalten: Der Yamaha T-Max 530 USD verfügt nun über eine USD-Telegabel, zudem werden längere Spiegelausleger, LED-Scheinwerfer und Funkschlüssel geboten. Auch einige Plastikteile der Verkleidung wurden von den Entwicklern abgeändert. 11.195 Euro kostet das Vergnügen, einen T-Max 530 zu pilotieren, ABS inklusive.

Ein ganz neues Segment begründet der Quadro4, dessen Entwicklung seit Jahren bekannt ist. Sie ist nun abgeschlossen, so dass der in der Schweiz entwickelte erste Vierradroller mit Neigetechnik an beiden Achsen dieses Jahr (bei Aeon in Taiwan) gebaut und ausgeliefert werden kann. Die Vorderradkonstruktion stammt vom Dreiradroller Quadro 350S, hinten kommt eine neue Achskonstruktion mit zwei hydraulisch gefederten und pneumatisch gekoppelten Einzelschwingen dazu. Den Endantrieb besorgt ein Zahnriemen, ein Differential im Endgetriebe sorgt in Kurven für den nötigen Ausgleich. Der Einzylindermotor mit 346 ccm Hubraum wurde gegenüber dem 350S minimal leistungsgesteigert und liefert nun 30 PS, was angesichts des Gewichts von 257 Kilogramm nicht wirklich üppig erscheint. Sicher ist jedoch, dass ein zügig gefahrener Quadro4 von hinten spektakulärer aussieht als alles andere, das auf zwei oder drei Rädern rollert. Der Preis des mit dem Pkw-Führerschein fahrbaren Quadro4 ist noch nicht bekannt. Er soll noch im ersten Halbjahr 2015 im Handel sein.

Quelle: n-tv.de, ail/sp-x

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