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"American Way of Ride" BMW R 18 als Bagger und Transcontinental

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Mit der R 18 Transcontinental und der R 18 B bringt BMW zwei neue Modelle in die R 18-Reihe.

(Foto: Daniel Kraus)

Mit der B und der Transcontinental erweitert BMW seine R 18-Reihe und gibt den Freunden des Big Boxer zusätzlich eine Bagger und einen Grand American Tourer zur Wahl. ntv.de sprach mit Projektleiter Gerhard Müller über Tradition und zukunftsweisende Motorrad-Technik für die Neuzugänge.

Dass die R 18 mit ihrem Big Boxer als Cruiser und Classic noch nicht das Ende der Fahnenstange sein sollte, war eigentlich klar. Ganz in der Tradition von Harley bringt BMW jetzt nämlich zwei weitere Modellvarianten in Form eines Baggers und eines Grand American Tourer an den Start. Während die erste Variante schlicht R 18 B heißt, trägt die zweite den Zusatz Transcontinental. Auch was die Konzepte beider Maschinen betrifft, ist ein klarer Strich gezogen, erklärt Projektleiter Gerhard Müller. "Bei der Transcontinental geht es ganz klar um ein Motorrad für entspannte Langstreckenfahrten mit allem erdenklichen Komfort. Die B hingegen ist als Fahrmaschine konzipiert, soll also vor allem emotionalen Fahrspaß beim Cruisen bringen."

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Der Autor im Gespräch mit dem Projektleiter der R 18 B und Transcontinental Gerhard Müller (rechts).

(Foto: Daniel Kraus)

Insofern verwundert es dann auch nicht, dass die Transcontinental mit einer Frontverkleidung, hohem Windschild, Windabweiser und Flaps, sowie mit vier analogen Rundinstrumenten und einem 10,25 Zoll großen TFT-Farb-Display vorfährt. "Für die analogen Rundinstrumente haben wir uns entschieden, weil wir das ursprüngliche, das Klassische nicht verwässern wollten", erklärt Müller. "Mit dem großen TFT haben wird dann aber den Bogen in die Moderne geschlagen." Und das stimmt, denn das große Display hat nicht nur eine integrierte Kartennavigation, es ermöglicht auch, eine Navigationskarte in der Instrumentenkombination darzustellen und damit auf ein zusätzliches Display zu verzichten.

Marshall lässt es krachen

Zudem wird mit dem Display auch die Komforttelefonie mit erweiterter Smartphone-Anbindung angeboten. Und weil das so ist, haben die Ingenieure auch gleich noch ein Ablagefach auf dem Tank geschaffen, in dem das Handy nicht nur fest und wassergeschützt untergebracht ist, sondern in dem es zudem noch induktiv geladen werden kann. Selbstredend lässt sich das Smartphone auch so mit dem Display über Bluetooth verbinden, dass man Musik über die integrierte Marshall Soundanlage abspielen kann. Die ist übrigens keine Option, sondern kommt für die Transcontinantal ab Werk. "Wer will, kann es hier richtig krachen lassen", grinst Müller. "Serienmäßig sind vorne zwei 2-Wege-Lautsprecher in die Verkleidung integriert. Es können aber auch bis zu vier Lautsprecher und zwei Subwoofer mit einer Systemleistung von 280 Watt geordert werden." Dann fasst das Topcase allerdings nur noch 47 statt der 48 Liter.

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Im Cockpit der beiden R 18-Neuzugänge paart sich die analoge Vergangenheit mit der digitalen Zukunft.

(Foto: Daniel Kraus)

Wer das macht, der kann aber getrost davon ausgehen, dass er vom Sound des Big Boxers nicht mehr allzu viel mitbekommt. Wie bereits bei den anderen R 18-Modellen sorgt auch in der B und der Transcontinental der Zweizylinder-Boxermotor, der aus 1802 Kubikzentimetern Hubraum 91 PS schöpft und ein maximales Drehmoment von 150 Newtonmeter generiert, für den Vortrieb. Damit das auch bei einem Gewicht von über 400 Kilogramm immer schön koordinierbar bleibt, ist bei beiden Modellen serienmäßig ein vollintegrales ABS verbaut. Hinzu kommt eine automatische Stabilitätskontrolle (ASC) und eine Motor-Schleppmoment-Regulierung (MSR), die das Stempeln des Hinterrades verhindern soll. Optional ist hingegen die Rückfahrhilfe und die Berganfahrhilfe. Beides Beigaben, die angesichts des Gewichts eine überlegenswerte Investition sein könnten.

Ein bisschen lässig

Letztlich soll es aber mit der Transcontinental und der B vorwärtsgehen - und dies sogar im Stil des "American Way of Ride", erklärt Müller. "Dabei ging es uns vor allem darum, dass die R 18 B als stilechte Bagger mit Frontverkleidung und Koffer durchgeht, und dass bei der Transcontinental auch das Topcase so integriert ist, dass es in die gesamte Formensprache passt." Auch hier wurde also mit dem puristischen Design der BMW-Motorradklassiker gespielt. So ist bei den beiden neuen Modellen der Doppelschleifenrahmen ebenso wie der 24 Liter fassende Tropfentank stilprägend. Natürlich bleibt auch die offen laufende Kardanwelle sichtbar, und die Lackierung mit Doppellinierung steht optional zur Wahl.

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Mit zusätzlichen Anbauteilen kann so eine R 18 Bagger dann auch richtig düster daherkommen.

(Foto: Daniel Kraus)

Doch während dies nur optische Details sind, die man bei den anderen R 18-Modellen ebenfalls findet, gibt es einige Beigaben, die man tatsächlich nur bei der B und der Transcontinental findet. "Wir wollten gerade auf der Langstrecke, dass der Fahrer besonders bequem und auch ein bisschen lässig sitzen kann", so Müller. "Um das zu gewährleisten haben wir die Position der Fußrasten nicht verändert, sondern wir bleiben wie gehabt hinter den Zylindern", erklärt der Projektleiter. "Damit bleibt die sogenannte 'Mid mounted footped'-Position erhalten. Aber, wir haben die Aufsatzfläche für den Fuß breiter gemacht, damit der Stand während der Fahrt noch bequemer ist."

Sitzheizung und Sicherheit

Für die Transcontinental gibt es dann neben der üppigen Sitzbank und der darin enthaltenen serienmäßigen Sitzheizung Trittbretter für den Fahrer, was die Fahrt mit diesem Motorrad dann wirklich langstreckentauglich macht. Wer die Transcontinental mit Trittbrettern ordert, der bekommt dazu gleich noch eine stufenlos einstellbare Schaltwippe, wie sie BMW bereits für die Classic anbietet.

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Bis zu 48 Liter fasst das Topcase der R 18 Transcontinental.

(Foto: Daniel Kraus)

Ein ganz besonderes Reisefeature bietet BMW mit der elektronischen Geschwindigkeitsregelung, also dem DCC an. Hier wird zum Beispiel bei der Bergabfahrt die vorgewählte Geschwindigkeit konstant gehalten. Reicht die Bremswirkung des Motors nicht aus, wird automatisch die Bremse aktiviert. Das ACC, also die Active Cruise Control, die Voraussetzung für das DCC ist, kann zusätzlich den Abstand und die Geschwindigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug anpassen. Mit Hilfe der in die Frontverkleidung integrierten Radarsensorik wird abhängig von der Fahrsituation zur Anpassung der Geschwindigkeit automatisch beschleunigt oder gebremst, ganz wie man es aus modernen Autos kennt. Auch bei Kurvenfahrten kann das ACC hilfreich sein. Hier reduziert es bei Bedarf die Geschwindigkeit und sorgt so für eine sichere Schräglage.

Wie sich diese technischen Finessen beim Fahren mit der B und der Transcontinental anfühlen, wird auf diesen Seiten zu lesen sein. Was aber an dieser Stelle nicht verschwiegen werden soll, sind die Preise. Für die R 18 B ruft BMW mindestens 26.600 Euro auf. Die Transcontinental schlägt mit 27.650 Euro zu Buche. Dies aber auch nur, wenn man nicht tief in die Optionsliste greift oder sich aus dem Individualisierungskatalog der Option 719 bedient. Tut man dies, dann dürfte der Preis mit großer Leichtigkeit an die 30.000 Euro heranreichen.

Quelle: ntv.de

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