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Hommage an Bike der 1930er-Jahre BMW zeigt R18 mit Big Boxer

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Im zweiten Halbjahr 2020 wird die R18 erscheinen und zu fahren sein, verspricht BMW.

(Foto: BMW)

Der Big Boxer war schon in den Customized Bikes aus Japan und den USA eine Wucht. Jetzt zeigt BMW aber selbst, wo die Reise hingehen soll und präsentiert das "Concept R18". Hier feiert man die eigene Geschichte und sucht den Kampf mit Harley und Indian.

Es war das Versprechen von BMW, dass man, nachdem die zwei Konzepte aus der japanischen Motorrad-Schmiede Custom Works ZON und von Revival Cycles zur R18 für Furore gesorgt hatten, mit einer eigenen Idee für ein Bike mit dem Big Boxer ums Eck fahren werde. Als Plattform wurde dafür der Concorso d’Eleganza am Comer See genutzt. Keine schlechte Idee, denn das "Concept R18" orientiert sich extrem stark an der R5 aus dem Jahr 1936. Man ist sogar so weit gegangen, den Stahlrahmen im Stil historischer BMWs der 1930er Jahre als Doppelschleifen-Konstruktion in die R18 zu basteln.

21 Zoll und 1800 Kubikzentimeter

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Der Stahlrahmen ist in einer historischen Doppelschleifen-Konstruktion in die R18 gebastelt worden.

(Foto: BMW)

Um dem Retro-Look noch eins draufzusetzen, wirkt das Hinterrad wie fest im Rahmen verankert. Das Cantilever-Federbein befindet sich, auf den ersten Blick fast unsichtbar, unter dem Fahrersitz. Für neuzeitliche Verhältnisse ungewöhnlich sind auch die Dimensionen der Speichenräder: Das vordere weist einen Durchmesser von 21 Zoll auf und trägt einen Reifen des Formats 120/70-21, das hintere ist im Format 180/55-18 besohlt. Angesichts des relativ schmalen Hinterreifens ist damit zu rechnen, dass die BMW sich trotz des etwa 1,70 Meter langen Radstands einiges an Kurvenagilität bewahrt hat.

Herzstück des Motorrads, das, so BMW, als Plattform für eine ganze Baureihe fungieren wird, ist der vollkommen neu entwickelter Zweizylinder-Boxermotor mit 1800 Kubikzentimetern Hubraum, der auch schon in den Customize-Bikes verbaut war. Er ist, der BMW-Tradition folgend, luft-/ölgekühlt und hat Stösselstangen zur Ventilbetätigung. Ebenfalls an die frühen Jahre erinnert die offen rotierende Kardanwelle, die das Hinterrad antreibt. Überhaupt findet man am Conceptbike keinerlei Abdeckungen. Auf Nachfrage hieß es, man wolle so die Technik bewusst sichtbar machen und in Szene setzen. Auf den ersten Blick ist das durchaus gelungen.

Make BMW bigger

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Natürlich ist der Purismus eher optischer Natur. Technisch wird die BMW R18 auf dem neuesten Stand sein.

(Foto: BMW)

"Anstelle von Technologie als Innovationstreiber steht bei der R18 Simplifizierung, Authentizität und Nachvollziehbarkeit im Vordergrund", sagte Designchef Edgar Heinrich bei der Vorstellung; er beobachte eine fast romantische Sehnsucht vieler Motorradfahrer nach Mechanik, sagte er. "Mit diesem Conceptbike setzen wir ein analoges Statement in einer digitalen Welt." Die R18 wird aber ein technisch hochmodernes Motorrad sein, mit USD-Gabel, Kurven-ABS und diversen Assistenzsystemen. Warum der Motor der R18 über einen Hubraum von 1800 Kubikzentimetern verfügt, erläuterte Heinrich ebenfalls: "In Amerika verlangen Kunden bei den großen Cruisern zwingend einen dreistelligen Hubraum."

Der wird jenseits des großen Teichs in Kubik-Inches gemessen. Die 1800 Kubikzentimeter des neuen Boxermotors entsprechen annähernd 110 Kubik-Inches. Die aktuellen V2-Motoren der großen Harley- und Indian-Modelle haben ebenfalls Hubräume in dieser Dimension. Zur Leistung des neuen Triebwerks machte BMW bisher keine Angabe; man wies lediglich auf die Wichtigkeit von "genügend Drehmoment" hin. Vermutlich wird die Leistung des neuen Boxermotors trotz der Luft-/Ölkühlung höher liegen als bei den US-Marken.

Erste Variante wird ein Cruiser

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Die erste Variante der R18 wird ein unverkleideter Cruiser sein.

(Foto: BMW)

Die erste Variante der R18, so BMW-Motorrad, wird ein unverkleideter Cruiser sein, der mit dem am Comer See gezeigten Conceptbike viele Gemeinsamkeiten haben wird. Aber es ist naheliegend, dass in der Folge auch Modelle mit unterschiedlich voluminöser Verkleidung vorgestellt werden, die dann für längere Reisen taugen dürften. Was man an den Serienbikes nicht mehr finden wird ist die Schalldämpferanlage des Konzepts.

Auch bei den außen angeschlagenen Handhebeln für Kupplung und Frontbremse wird man wohl auf eine konventionelle Lösung zurückgreifen müssen, weil sonst größere Homologationsprobleme drohen. Zudem wird die Solex-Doppelvergaseranlage für die Serie einer Benzineinspritzung weichen. So wird dann auch die eine oder andere Abdeckung den Weg in die Serie finden und auch der hintere Kotflügel wird wohl etwas länger werden. Fakt ist, dass das Concept R18 Lust auf mehr macht. Man darf also gespannt sein, was die Bayern hier noch aus dem Hut zaubern.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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