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Noch ist kein Geld zu verdienen Bedroht die E-Mobilität die Kfz-Werkstätten?

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Selbst Reifenwechsel oder Arbeuiten an den Bremsen dürfen bei E-Autos nur von Spezialisten vorgenommen werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine freie Werkstatt zu finden, die auch E-Autos und Hybride auf die Bühne nimmt, ist momentan gar nicht so leicht. Zum einen fehlen die Spezialisten, zum anderen scheint es finanziell nicht attraktiv zu sein.

Elektroauto und Kfz-Werkstatt – das ist momentan noch kein elektrisierendes Verhältnis. Die wartungsarmen E-Autos bedrohen einerseits das Geschäftsmodell, vor allem der freien Service-Betriebe, gleichzeitig wächst jedoch der Bedarf an geschulten Mechanikern für die E-Autos. Über die würde sich auch der Kunde freuen, der aktuell häufiger auf die teure Vertragswerkstatt angewiesen ist. Denn günstige freie Werkstätten mit E-Antriebs-Kompetenz sind schwer zu finden.

Hoher Ausbildungsaufwand

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Erst nach Abschluss von entsprechenden Ausbildungsmodulen darf ein Mechaniker an ein Elektroauto.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wer an Elektro- oder Hybridautos arbeiten darf, ist genau geregelt. Ohne die richtige Qualifikation ist es einem Mechaniker bei einem elektrifizierten Pkw nicht einmal erlaubt, die Reifen zu wechseln. Erst nach der ersten Stufe einer dreistufigen Fortbildung darf man Fahrzeuge mit Hochvolt-Technik wenigstens berühren – zumindest solange keine spannungsführenden Teile in der Nähe sind. Auf Stufe zwei sind auch umfassendere Arbeiten erlaubt. Wer Stufe drei gemeistert hat, darf dann auch Arbeiten am Hochvoltsystem selbst vornehmen. Der Weg dorthin ist lang und teuer, über 100 Unterrichtseinheiten und einige Tausend Euro müssen in die Seminare von TÜV, Dekra, Autoherstellern oder Zulieferern investiert werden.

Gerade für freie Werkstätten ist der Aufwand hoch. Zudem wirkt die Investition nicht sehr attraktiv, dürfte doch mit reinen E-Autos viel weniger Geld zu verdienen sein als mit konventionell motorisierten Fahrzeugen. Denn bei den Stromern fallen nicht nur viele mechanische Arbeiten weg, auch der Verschleiß an Bremsen ist geringer. Zudem fallen Umsatzgaranten wie der regelmäßige Ölwechsel weg. In Summe wird also das Reparaturgeschäft in der Ära des E-Autos deutlich abnehmen. So sinkt der sogenannte Arbeitswert – eine Art genauerer Stundensatz - bei reinen E-Autos im Vergleich zum Benziner um 30 bis 44 Prozent. Beim Hybrid hingegen kann er in einigen Fällen sogar zweistellig steigen – vor allem bei teuren und aufwändigen Plug-in-Hybridmodellen.

Nachfrage steigt langsam

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Hat die klassische Kfz-Werkstatt bald ausgedient?

(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)

Dennoch rüsten sich immer mehr Werkstätten nach Angaben der Akademie Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe in Bonn für die Zukunft. "Seit 2009 wurden in den Bildungszentren des Handwerks bisher rund 15.000 Mitarbeiter aus Kfz-Werkstätten dazu qualifiziert, auch an Hochvoltfahrzeugen zu arbeiten", erklärt der Verband. Auch die großen Werkstattketten rüsten auf. Bei Bosch Car Service etwa registriert man eine steigende Nachfrage nach Hochvolt-Schulungen. Ein Großteil der rund 1000 Betriebe habe schon entsprechendes Personal. Bei Konkurrent A.T.U. haben nach Unternehmensangaben alle Filialen mindestens einen Mitarbeiter auf Stufe 1, in 95 Prozent sind demnach Stufe-2-Experten vorhanden.

Pessimisten gehen für die Zukunft von zweistelligen Umsatzeinbrüchen aus. Der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) rechnet hier optimistischer und prognostiziert für 2025 lediglich einen unbedeutenden Rückgang im sogenannten After-Sales-Geschäft. Bei der großen Wartung, die etwa alle vier Jahre ansteht, rechnet der Verband mit einem Minus von gerade einmal 3,6 Prozent. Allerdings erwartet er einen eher geringen E-Auto-Anteil von 5 Prozent, während die Zahl der Hybrid-Autos in den Werkstätten um das Dreifache steigt.

Momentan ist kein Geld zu verdienen

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Momentan ist mit der Reparatur von E-Autos kaum Geld zu verdienen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Aktuell ist für freie Werkstätten mit E-Mobilität allerdings kaum Geld zu verdienen. Die Zahl der Fahrzeuge ist gering, zudem sind die meisten Modelle noch so neu, dass die Besitzer meist freiwillig die teure Vertragswerkstatt aufsuchen. Auch die Fahrer älterer Modelle – Hochvolt-Autos wie Nissan Leaf und Renault Zoe, aber auch den Toyota Prius gibt es schon viele Jahre – suchen häufig das herstellergebundene Autohaus auf.

Für den Kunden zahlt sich die wachsende Auswahl und steigende Kompetenz dennoch aus. Spätestens, wenn in einigen Jahren größere Mengen an E-Mobilen und Plug-in-Hybriden auf dem Gebrauchtwagenmarkt landen, dürften viele Nutzer nach einer kostengünstigen Alternative zur Vertragswerkstatt suchen. Und sie dann möglicherweise auch schnell finden.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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