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Mit Hygienekonzept Caravan-Salon findet im September statt

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So dicht gedrängt wie in den vergangenen Jahren wird es beim diesjährigen Caravan-Salon in Düsseldorf nicht zugehen.

(Foto: dpa)

Viele großen Ausstellungen landauf landab sind in der Corona-Krise abgesagt worden. Der Düsseldorfer Caravan-Salon als die größte Caravaning-Messe in Europa wird nach heutigem Stand stattfinden. Einige Absagen kommen dabei gar nicht ungelegen.

Die Skepsis weicht so langsam einer gewissen Zuversicht und Vorfreude: Der Düsseldorfer Caravan-Salon reiht sich nicht in die lange Liste der Corona-bedingten Ausstellungsabsagen ein, sondern soll tatsächlich mit nur einer Woche Verschiebung vom 4. bis 13. September stattfinden. "Wir können mit unseren Maßnahmen eine Kontaktverfolgung auf dem Messegelände garantieren und haben in enger Abstimmung mit den Behörden ein tragfähiges Hygienekonzept entwickelt", erklärt Stefan Koschke, der zuständige Messe-Direktor. Messen seien nicht als Großveranstaltung kategorisiert, für die das Verbot ja bis Ende Oktober verlängert wurde.

Hymer-Gruppe hat abgesagt

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Ein spezielles Hygienekonzept wurde für den Caravan-Salon 2020 entwickelt.

(Foto: dpa)

Ein normaler Caravan-Salon wie im Vorjahr mit dem Rekord von 268.000 Besuchern, das ist klar, wird die diesjährige Veranstaltung natürlich nicht. Weder für die Besucher noch für die Aussteller. Allein schon, weil mit der kompletten Erwin-Hymer-Gruppe (EHG) und ihren elf Marken – darunter die Schwergewichte Hymer, Dethleffs und Bürstner – einer der ganz Großen der Caravaning-Branche abgesagt hat. Immerhin in einer Zeit, in der die Reisemobil-Branche trotz Corona im Mai das beste Monats-Ergebnis aller Zeiten eingefahren hat und darauf spekulieren kann, dass nachhaltige Veränderungen im Reiseverhalten den Boom der zurückliegenden Jahre neu befeuern könnte.

Auch Pössl, Frankia, Rapido und Concorde werden beim europäischen Branchengipfel in Düsseldorf fehlen. Dennoch sind die Messe Düsseldorf und der Caravaning Industrie Verband (CIVD) als Veranstalter des Salons überzeugt, den Besuchern mit über 300 Ausstellern ein attraktives Ausstellungsprogramm zu präsentieren. So wird die französische Trigano-Gruppe mit den deutschen Marken Eura, Karmann und Forster sowie dem hierzulande neu antretenden spanischen Marktführer Benimar ebenso ihren großen Auftritt in den Messehallen haben wie die Hobby-Werke mit Konzerntochter Fendt als Europas Nummer 1 bei den Wohnwagen. Und mit der Knaus-Tabbert-Gruppe hatte ein weiterer Umsatzriese schon frühzeitig seine Zusage gegeben, sodass auch in diesem Jahr mit einer großen Neuheiten-Vielfalt zu rechnen ist.

Absagen schaffen Abstand für Hygienekonzept

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Weniger Aussteller in den Messehallen schaffen Platz für mehr Abstand.

(Foto: dpa)

Dabei haben die Absagen der Messe-Gesellschaft durchaus in die Hände gespielt. Denn schließlich entsteht damit Platz zum Abstand halten, was zu den wichtigsten Punkten des Hygienekonzepts zählt. So wird die frei gewordene "Hymer-Halle" 17 komplett in eine Eingangshalle für den neu eröffneten Ausgang Süd verwandelt, in der bei größerem Besucherandrang auch in längeren Warteschlangen die Distanz zum Vordermann gewahrt werden kann. Gleiches gilt für die Halle 14 am Eingang Ost.

Tickets können ausschließlich online gebucht werden und gelten, im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, nicht mehr für zwei, sondern nur noch für einen zuvor genau festgelegten Besuchertag. Nur so könne die Messeleitung die täglich auf 20.000 Besucher begrenzte Einlasszahl kontrollieren und jeden Einzelnen namentlich erfassen. Eine Tageskasse ist deshalb nicht vorgesehen.

In den Hallen gilt die Maskenpflicht

Zwar könne nicht exakt nachverfolgt werden, wann welcher Besucher sich in welcher Halle aufhält. Mit einem hohen Personalaufwand sei aber für jede der zehn Messehallen gewährleistet, dass zu keinem Zeitpunkt das Besucherlimit übertroffen wird. In den Hallen selbst gilt generell eine Maskenpflicht, ausgenommen in den gastronomischen Bereichen der Messestände.

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Statt der 3500 Stellplätze für Wohnmobile stehen den Besuchern in diesem Jahr lediglich 3000 zur Verfügung.

(Foto: dpa)

Die Exponate werden nicht, wie gewohnt, dicht an dicht stehen. Alles ist großzügiger angelegt, und die Gänge zwischen den Ständen sind auf fünf Meter verbreitert worden. Die Reisemobile und Caravans können innen besichtigt werden. Bei Verkaufsgesprächen dürfen neben dem Verkäufer aber nur maximal zwei Personen eines Haushalts mit im Fahrzeug sein.

Auch die beliebte Reisemobil-Anreise mit der Übernachtungsmöglichkeit auf dem riesigen P1-Gelände soll möglich sein. Die bisherigen 3500 Stellplätze werden allerdings auf 3000 reduziert, und das Festzelt ist natürlich gestrichen. Die Duschen bleiben geschlossen, Toiletten dürfen benutzt werden. Doch das dürfte die wenigsten kümmern, denn schließlich sind alle Reisemobile oberhalb der Campingbusse autark.

Quelle: ntv.de, Michael Lennartz, sp-x