Auto

Hochfahren der Bänder beginnt Nikola startet Serienproduktion von Elektro-LKW

256746239.jpg

Im Frühjahr hat Nikola nach eigenem Bekunden fast 50 Einheiten ausgeliefert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der LKW-Bauer Nikola will Kunden mit E- und später Wasserstoff-Modellen überzeugen. Das Unternehmen macht keinen Hehl daraus, dass angesichts der Preise zusätzliche Überzeugungsarbeit nötig ist. Dennoch steigen die Auslieferungszahlen.

Der US-Hersteller von batterieelektrischen Lastwagen, Nikola Motor, sieht sich beim Produktionshochlauf auf Kurs. "Wir sind auf einem guten Weg, was die tägliche Produktionsmenge angeht", sagte Präsident und designierter Chef Michael Lohscheller. In den USA sei der Elektro-LKW Tre BEV bereits im Markt. "In Hamburg haben wir für Europa die ersten Fahrzeuge ausgeliefert für den sogenannten Demobetrieb. Im nächsten Jahr werden diese in größerer Stückzahl ausgeliefert."

Das Elektro-LKW-Startup will mit seinen derzeit knapp 1200 Mitarbeitern den Nutzfahrzeugmarkt mit einem rein batterieelektrischen Antrieb aufmischen. Zudem entwickelt das Unternehmen, das sich dieses Jahr personell mit dem früheren Opel-Chef Lohscheller verstärkt hat, einen LKW mit Wasserstoffantrieb. Das Modell Tre FCEV mit Technik von Bosch und einer Reichweite von bis zu 800 Kilometern soll in der zweiten Jahreshälfte 2023 auf den Markt kommen. Einen weit fortgeschrittenen Prototypen will Nikola bei der diese Woche beginnenden IAA Nutzfahrzeuge in Hannover präsentieren.

Die wichtigste Herausforderung für Nikola sei derzeit der Hochlauf der Produktion. "Das haben wir im März begonnen und sind im April in die Serienproduktion und Auslieferung gegangen", sagte Lohscheller weiter. Im zweiten Quartal seien 48 rein elektrische LKW ausgeliefert worden.

Kapazität von bis zu 30.000 Einheiten

Bei manchen Interessenten für den Elektro-Lastwagen könnte wegen des hohen Preises aber besondere Überzeugungskraft notwendig sein. "Fakt ist: Ein rein elektrischer LKW ist deutlich teurer als ein Diesel-LKW. Der Tre BEV wird ein Vielfaches eines Diesel-LKW kosten", sagte Lohscheller. In vielen Märkten gebe es aber Unterstützungszahlungen für den Kauf eines emissionsfreien LKW. Auf der IAA will Nikola den Preis für den Tre BEV in Europa bekannt geben.

Mehr zum Thema

Derzeit verfügt das US-Unternehmen mit Ulm und mit Coolidge in Arizona über zwei Produktionsstandorte. In Ulm betreibt Nikola mit dem Partner Iveco ein Gemeinschaftsunternehmen, wo LKW für Europa produziert werden. Auch wenn die tägliche Produktionsrate derzeit noch überschaubar ist, könnten kommendes Jahr deutlich mehr Fahrzeuge von den Bändern laufen: "Coolidge wird im nächsten Jahr eine Produktionskapazität von 20.000 LKW haben, Ulm hat eine Kapazität von 2000 und ist erweiterbar auf 10.000 LKW", betont Lohscheller.

Dieses Jahr soll in Coolidge den bisherigen Planungen zufolge die Kapazität auf 2500 Einheiten erhöht werden. Weltweit will Nikola 2022 insgesamt 300 bis 500 LKW ausliefern. Lohscheller wird zum Jahreswechsel den Chef-Posten von Mark Russell übernehmen.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen