Auto

Fahrradbremsen-Test Pedelec mit ABS bei Nässe besser

fahrrad-bremsvergleich-1.jpg

Die Probanden für den Bremstest der Dekra in Reih und Glied.

(Foto: Dekra)

Pedelecs mit ABS sind teuer. Aber diese Ausgabe kann sich lohnen, wie ein Test der Prüforganisation Dekra ergab. Vor allem bei Nässe schneiden Fahrräder mit einem ABS deutlich besser ab als ihre Kontrahenten mit klassischen Bremsanlagen.

Ein ABS sorgt bei Pedelecs im Vergleich zu konventionellen Fahrradbremsen vor allem auf nasser Fahrbahn für einen deutlichen Sicherheitsgewinn. So jedenfalls das Ergebnis eines von der Unfallforschungsabteilung der Prüforganisation Dekra durchgeführten Vergleichstest unterschiedlicher Fahrrad-Bremsen, die sich auf trockener und nasser Fahrbahn bewähren mussten.

Getestet wurden Rücktritt-, Felgen- und Scheibenbremsen an verschiedenen Fahrradtypen wie Mountainbike, Pedelec oder S-Pedelec. Um die Vergleichbarkeit der Bremssysteme zu gewährleisten, wurde auf ähnliche Reifenaufstandsflächen geachtet, weshalb zum Beispiel keine Rennräder mit schmalen Reifen für den Test zugelassen waren. Die Testfahrer hatten die Aufgabe, bei Tempo 25 mit maximaler Verzögerung zu bremsen.

Unterschiede vor allem auf nasser Fahrbahn

fahrrad-bremsvergleich-2.jpg

Bei Nässe verkürzt sich der Bremsweg mit ABS auch bei einem Pedelec deutlich.

(Foto: Dekra)

Auf trockener Fahrbahn zeigten alle Räder mindestens zufriedenstellende oder bessere Bremsleistungen. Der mit 4,55 Meter längste Bremsweg wurde bei einem City-Rad (Felgenbremse vorne/ Rücktrittbremse hinten) gemessen. Mit 3,66 Meter deutlich kürzer fiel der Bremsweg für das S-Pedelec mit groß dimensionierten Scheibenbremsen aus.

Bei den Bremstests auf nasser Fahrbahn offenbarten sich hingegen größere Unterschiede. Hier konnte das ABS-Pedelec mit 4,14 Meter am besten abschneiden, während das City-Rad 5,53 Meter bis zum Stillstand benötigte. Laut Dekra verlängerte sich der Bremsweg auf nasser Fahrbahn bei eigentlich allen Systemen um 20 Prozent, einzige Ausnahme war das Pedelec mit dem ABS-System von Bosch.

Obwohl das ABS-System auch in anderen Verkehrssituationen für einen deutlichen Sicherheitsgewinn sorgt, wird es aktuell nur von wenigen Pedelec-Herstellern angeboten. Unter anderem haben die KTM, Centurion oder Pegasus mit ABS kombinierbare Pedelec-Modelle im Angebot. Grund für die verhaltene Beigabe eines ABS könnten die Preise sein. Pedelecs mit aus dem aktuellen Modelljahr, die mit dem Bremssystem ausgerüstet sind, kosten in der Regel über 4000 Euro.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x