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Bizarre Giganten von der Auto China Peking rüstet auf für den Straßenkampf

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Der Karlman King will alle ansprechen, die den Kampf auf den Straßen von Chinas Großstädten gewinnen wollen.

(Foto: Holger Preiss)

Auf Chinas Straßen herrscht Krieg. Den Eindruck könnte man jedenfalls bekommen, wenn man sich die martialischen Fahrzeuge einiger Hersteller auf der Automesse in Peking ansieht. Mit allen Attributen eines Panzers gewappnet, ziehen sie das Publikum in den Bann.

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Im Vergleich mit dem Karlmann King wirkt das Batmobil wie Kinderspielzeug.

(Foto: Holger Preiss)

Wer in China mit dem Auto fährt, hat die gleichen Regeln zu beachten, wie wir sie in Deutschland kennen: Rechts fährt vor links, an roten Ampeln wird gehalten und wer die Spur wechselt, setzt den Blinker. All das wissen auch die Fahrzeuglenker in Peking. Allerdings wird die Umsetzung dieser Bestimmungen hier dem Motto "der Stärkere hat immer recht" untergeordnet. Wer zum Beispiel mit einer Mercedes S-Klasse unterwegs ist, der kann darauf setzen, dass er relativ unbehelligt die Spur wechseln kann. Weichen müssen Fahrer von Luxusautos eigentlich nur Lkw und Bussen.

Hält man sich diesen Umstand vor Augen, wird ein Trend verständlich, der auf der Auto China 2016 auszumachen ist. Neben der Tatsache, dass die Messe ohnehin von den SUV dominiert wird, gibt es für alle, die endgültig den Kampf der Straße gewinnen wollen, wahre Panzer für den Stadtverkehr. Geländegänger mit Stahlwandung, riesigen Rädern und Military-Look schaffen sich nicht nur auf der Auto China Platz. Einer dieser gepanzerten Giganten ist der Karlmann King: ein Geschoss im Stile eines Stealth-Bombers, der das Batmobil geradezu lächerlich aussehen lässt.

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Auch Dongfeng kann Straßenpanzer bauen.

(Foto: Holger Preiss)

Bei der Präsentation des verwinkelten Schützenpanzerwagens betonten die Verantwortlichen, dass unter der Stahlhaube deutsche Technik arbeitet. Deswegen wohl auch der Name, der sich an den Karolinger-König Karlmann anlehnt, der das Ostfrankenreich von 876 bis 880 regierte. Gibt es an einigen Stellen für den königlichen Krieger Informationslücken, ist doch eines ganz klar: der Preis. 1,6 Millionen Dollar muss aufbringen, wer als Sieger aus dem Straßengefecht hervorgehen will.

Chinesischer Krieger und US-Rhinozeros

Aber nicht nur der King will Freunden der martialischen Optik ein Kampfgerät für die Straße an die Hand geben. Auch die chinesische Marke Dongfeng offeriert ein solches Gerät. Wichtig sind auch hier die Tarnfarbe und die gepanzerten und schusssicheren Luken. Der Panzer von Renault-Partner Dongfeng, dessen Name leider nur auf Chinesisch zu lesen war, erinnert stark an die Legende der US-Army, den Hummer.

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Luxus ist hier beim Einstieg Fehlanzeige.

(Foto: Holger Preiss)

Flacher als der King, lässt er das Publikum nur vom Heck aus einsteigen, vermittelt aber dennoch das Gefühl absoluter Sicherheit. Ob sich tatsächlich betuchte Chinesen durch die Heckluke zwängen, darf bezweifelt werden. Insofern scheint dieses Gefährt eher etwas für echte Straßenrabauken zu sein oder für Zeitgenossen, die der Meinung sind, sie müssten die chinesische Mauer durchbrechen.

Neben Dongfeng und dem King hat auch G. Patton aufgerüstet. Die US-Amerikaner zeigen in China ein Monster aus Stahl, das auf einem Ford F 450 Super Duty aufbaut und mit 6,10 Metern Länge, 2,44 Metern Breite und sieben Sitzen dem Karlmann King in fast nichts nachsteht. Im Unterschied zum Dongfeng setzt der General Patton aber auf absoluten Komfort im Inneren des Wagens. Die Insassen erwartet eine Lederlandschaft und ein gewaltiger Flachbildschirm, die den Kampfeinsatz auf der Straße so angenehm wie möglich gestalten sollen.

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Die US-Amerikaner kommen mit dem Rhinozeros nach Peking gefahren.

(Foto: Holger Preiss)

Den wirklichen Beschuss des Rhino GX, wie der Wagen wirklich heißt, sollte man aber vermeiden. Die Verkleidung ist pure Fassade und hält vielleicht einer Luftgewehrkugel stand, aber keinen Feuerwaffen. Denen kann man vielleicht mit der Motorisierung entkommen. Für den Vortrieb sorgt nämlich ein 6,8-Liter-V-10-Benzinmotor, der 367 PS leistet. Die hier generierten 610 Newtonmeter werden über eine Fünfgangautomatik an alle vier Räder verteilt.

Zumindest solange, bis der 151 Liter große Tank leergesaugt ist. Bei einem Leergewicht von 3,5 Tonnen und 38 Zoll großen Rädern dürfte das bei angemessener Fahrweise für knapp 500 Kilometer reichen. Da der Verbrauch in China den Preis für ein Auto bestimmt, liegt das Rhinozeros bei satten 550.000 Euro. Viel Geld, um in einem Poser in die Schlacht auf Pekings Straßen zu ziehen.

Quelle: ntv.de