Auto

Kompaktes SUV Renault Austral mit Full Hybrid folgt dem Kadjar

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Der 4,51 Meter lange Fünftürer Renault Astral ist der Nachfolger des Kadjar.

(Foto: Renault)

Mit dem Kompakt-SUV Austral bringt Renault den Nachfolger seines bisherigen Modells Kadjar. Der Neue verzichtet auf Diesel-Motoren und macht auch sonst einiges anders als sein Vorgänger. Es soll das ideale Auto für Skeptiker mit Elektrophobie oder Reichweitenangst sein.

Schon wieder ein neuer Name von Renault. Meist entscheidet sich eine Firma dann für eine andere Bezeichnung, wenn ein bestehendes Modell bei den Kunden nicht wie erhofft ankommt. Ein Schicksal, das jetzt auch das SUV-Modell Kadjar ereilt, der zum Leidwesen der Franzosen den Abstand zum Bestseller VW Tiguan nicht verkürzen konnte. Das soll jetzt der neue Austral schaffen, dessen Spitzenmodell mit dem Verbrauchsvorteil eines Full-Hybrid-Antriebs vor allem bisherige Dieselfahrer im Visier hat. Der 4,51 Meter lange Fünftürer orientiert sich bei Design und Innenraum am Elektromodell Mégane E-Tech. Die Dieselmotoren wurden gestrichen, dafür bekommen die Benziner elektrische Unterstützung als Voll- oder Mild-Hybrid.

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Der Renault Astral orientiert sich bei Design und Innenraum am Mégane E-Tech.

(Foto: Renault)

Der Name hat mit Australien nichts zu tun, das Wort stand früher für "südlich", soll also Gedanken an Wärme, Sonne und Strand erwecken. Ein völlig neu konstruiertes Auto in der begehrten Klasse kompakter SUV. Es startet abseits des derzeitigen Trends zum rein elektrischen Auto, bei dem Renault mit dem Mégane E-Tech fleißig mitmischt. In der edelsten Version geht der Austral mit einem Full-Hybrid ins Rennen, der bewegt sich mit mindestens 40.400 Euro im gleichen Preisniveau wie der elektrische Mégane.

Beim Austral ist neben einem 1,2-Liter-Turbobenziner mit drei Zylindern eine Batterie an Bord, die sich mit knapp 2 kWh Kapazität und 400 Volt über einen immerhin 50 kW/68 PS starken Elektromotor am Antrieb beteiligt. Da diese Technik zumindest im Stadtverkehr für verblüffend gemäßigten Verbrauch sorgt, sollen vor allem bisherige Diesel-Fahrer überzeugt werden, ein Antrieb, den der Austral nicht mehr zu bieten hat.

Drei starke Bremsungen - Akku zu 80 Prozent voll

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Der WLTP-Normverbrauch des Renault Astral liegt bei 4,6 Litern.

(Foto: Renault)

Auch wenn der Sprung zur Elektrizität nur halbherzig ist, ist der Neuling nach Einschätzung seiner Erbauer das ideale Auto für Skeptiker mit Elektrophobie oder Reichweitenangst. Denn der Austral muss nicht an eine Ladesäule, seine Batterie wird ständig durch den Verbrenner und die beim Bremsen oder Rollen entstehende Energie nachgeladen. Laut Renault reichen zum Beispiel drei starke Bremsungen aus, um den kleinen Akku wieder zu 80 Prozent zu füllen. Im typischen Stadtverkehr kann der Austral laut Renault wegen der ständigen Nachlieferung der elektrischen Energie und des damit versorgten E-Motors zu gut 80 Prozent elektrisch unterwegs sein, Ein Effekt, der sich der Langstrecke weniger auswirkt, auf der linken Spur deutscher Autobahnen wohl überhaupt nicht.

Spanien ist kein Land für einen schweren Gasfuß. Maximal 120 auf der Autobahn, 90 auf Landstraßen. Im Test-Austral im Madrider Umland meldet der Bordcomputer nach 50 Kilometern entspannter, aber nicht bummeliger Gangart einen Schnittverbrauch von 6,4 Litern auf 100 Kilometern. Ein guter Wert für ein SUV, das in Summe mit immerhin 200 PS daherkommt. Selbst beim flotten Erklimmen der steilen Serpentinen-Strecke zu einem auf 1800 Meter gelegenen Ski-Gebiet pendelte sich der Durst des 1,5 Tonnen schweren Renault auf acht Liter ein. Da beim Bremsen oder vor Kurven der Fuß vom Gas muss, versetzt sich der Dreizylinder-Verbrenner automatisch in einen Sekundenschlaf. Und ein Motor, der nicht läuft, verbraucht auch nichts.

Bleibt Auto mit Auspuff

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Ganze 32 Assistenten hat der Renault Astral.

(Foto: Renault)

Wie schon beim Hybrid-Pionier Toyota fasziniert das in Bruchteilen von Sekunden ablaufende Zusammenspiel der beiden so verschiedenen Motoren. Der Mensch hinterm Lenkrad ist dabei mehr Zaungast als Kapitän. Bei aller Anerkennung auch für überzeugende Bremsen und Fahrwerk bleibt der Austral aber stets ein Auto mit Auspuff, bläst CO2 in die Luft, darf nicht in künftige abgasfreie Umweltzonen und verdient sich keine Staatsgelder. Eine Diskussion, ob die Kunden auch fleißig nachladen, wie es bei einem Plug-in nun mal für langes elektrisches Fahren nötig ist, erübrigt sich. Der Austral kann erst gar nicht an die Steckdose.

Abseits der Triebkräfte hat Renault viel Herzblut in Design, edlere Materialien als bisher oder in den Einsatz von insgesamt 32 Assistenzsystemen gesteckt. Ein technischer Clou, der nur dem Spitzenmodell mit Full-Hybrid vorbehalten ist, ist die Allradlenkung. Da beim Rangieren die Hinterräder mit bis zu fünf Prozent gegenläufig zur den Frontkollegen einschlagen, sinkt der Wendekreis auf knapp über 10 Meter. Dafür sind 1800 Euro extra fällig.

Viel Kniefreiheit hinten

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In den Kofferraum passen je nach Sitz- und Rückenlehnenstellung zwischen 555 und 1455 Liter.

(Foto: Renault)

Investiert werden kann auch in direkte Vernetzung des Autos mit der Welt von Google. Neben der Navigation gibt es Sprachbefehle für diverse sonst per Knopfdruck zu erledigende Funktionen. Dabei helfen die schon aus dem Megane E-Tech bekannten zwei Monitore vor dem Fahrer und im Zentrum des Armaturenbretts. Inklusive des Head-up-Displays bietet er rund einen Quadratmeter an Anzeigefläche.

Wichtig für Familien mit häufiger Besetzung der hinteren Plätze: Fast 28 Zentimeter Kniefreiheit sorgen für Komfort. Die hinteren Sitze sind zudem in der Länge verschiebbar. So kann der Kofferraum von 430 auf bis zu 555 Liter vergrößert werden. Maximal sind 1455 Liter möglich.

In Summe ein interessanter Neueinsteiger in die dicht besiedelte SUV-Welt. Auch, weil er den Kunden in die Pflicht der Entscheidung nimmt. Soll das neue Familien-SUV ein reines E-Auto wie der Mégane E-Tech sein, das mit einiger Ausstattung und 60 kWh-Batterie zwischen 47.000 und 50.100 Euro kostet. Oder vielleicht doch der neue Austral, der in Summe rund 6000 Euro günstiger ist. Reiner Zufall, dass das exakt der Förderung entspricht, die es derzeit für ein Elektro-Auto dieser Preisklasse gibt.

Quelle: ntv.de, Peter Maahn, sp-x

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