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Der kann auch Langstrecke SYM Maxsym TL - einer für die Oberklasse?

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Der SYM Maxsym TL taugt auch für die Langstrecke.

(Foto: Kozik)

Wer mit dem Roller auch längere Strecken zurücklegen will, muss nicht zwangsläufig zum teuren Luxusliner greifen. Es gibt auch in der Mittelklasse ordentliche Angebote.

Roller sind nicht länger austauschbare Alltagsmobile, nach und nach hält hier moderne Motorradtechnik Einzug und schafft so Zweiräder mit Charakter. Wie beim neuen Touren-Flaggschiff des taiwanischen Rollerherstellers Sanyang. Der SYM Maxsym TL geht als Mittelklasse-Roller mit einem selbst entwickelten Reihenzweizylinder, Kettenantrieb, hochwertigem Fahrwerk und umfangreicher Ausstattung an den Start.

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Reichlich Informationen liefert der 4,7 Zoll große TFT-Farbmonitor.

(Foto: Kozik)

Bereits beim Aufsitzen, in niedrigen 79,5 Zentimeter Höhe, fällt der Blick auf den 4,7 Zoll großen TFT-Farbmonitor. Über eine Wippe am linken Lenkerende kann der Fahrer zwischen drei verschiedenen Display-Grundlayouts wechseln. Zudem gibt es weitere Anzeigemöglichkeiten für Drehzahl, Verbrauch, Durchschnittstempo, die Uhrzeit oder diverse Trip-Einstellungen. In jedem Fall ausreichend Möglichkeiten, um auch die längste Autobahnetappe dank mannigfacher Wechselmöglichkeiten nicht langweilig werden zu lassen.

Und während die einzelnen Informationen gecheckt werden, fällt auf, dass die geschickte Kontur des Sitzpolsters unter allen Bedingungen einen soliden Bodenkontakt verschafft. Schade nur, dass auf langer Fahrt der breite und hohe Mitteltunnel sich immer störender bemerkbar macht. Davon abgesehen überzeugt der TL mit Reisequalitäten, die vom guten Wind- und Wetterschutz dank zweifach höhenverstellbarem Windschild bis zur lässigen Touringhaltung reichen.

Knackiger Sound, später Antritt

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Mit einem kernigen Auspuff-Sound macht der SYM Maxsym TL auch Passanten auf sich aufmerksam.

(Foto: Kozik)

Herkömmlich über ein normales Zündschloss und den Starterknopf aktiviert, überrascht der unmittelbar einsetzende kernige Auspuffsound. Der rührt von der 360-Grad-Zündfolge des flüssigkeitsgekühlten Reihenzweizylinders her und hört sich nach viel mehr an als 465 Kubikzentimeter Hubraum. Mit Vierventiltechnik und dohc-Steuerung liefert der Taiwan-Twin 41 PS und ein maximales Drehmoment von 42 Newtonmeter, das bereits bei geringen Umdrehungen der Kurbelwelle anliegt. Für einen besonders vibrationsarmen Motorlauf ist neben der Ölbadkupplung ein gegenläufig zu den Kolben arbeitendes Pleuel mit Ausgleichsgewicht zuständig, was vor allem bei hohen Geschwindigkeiten für Laufruhe sorgt.

Wer jetzt aber glaubt, er würde mit dem TL jeden Ampelstart gewinnen, der wird enttäuscht sein. Gerade hier geht es eher bedächtig zur Sache. Mindestens 4000 Kurbelwellenumdrehungen müssen anliegen, damit sich der TL in Bewegung setzt. Dafür lässt sich der SYM-Scooter auch bei extremer Langsamfahrt noch gut kontrollieren. Wer bis 6000 Touren dreht, wird etwas mehr Spritzigkeit erleben und kann am Ende mit maximal 139 km/h über die Autobahn fegen. Trotz tempoorientierter Fahrweise bleibt der Spritkonsum mit 4,7 Litern in akzeptablen Regionen, was tourentaugliche Reichweiten von 265 Kilometern mit einer Tankfüllung ermöglicht.

Auf Sicherheit ausgelegt

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Die SYM-Macher legten bei dem Maxsym TL großen Wert auf Ausgewogenheit.

(Foto: Kozik)

Der ansprechenden Dynamik zeigt sich das moderne Fahrwerk locker gewachsen. Ungewöhnlich für einen Roller ist die starre Verbindung des Motors mit dem Stahlrohrrahmen. Dank dieser Konstruktion verteilt sich das Gewicht im Verhältnis 50:50 auf Vorder- und Hinterachse, was dem SYM ein ausgewogenes Fahrverhalten beschert. Allerdings ist das angelenkte Federbein für den Solobetrieb etwas zu stark vorgespannt, was sich aber mit einem Hakenschlüssel schnell korrigieren lässt.

Besser macht das die Upside-Down-Gabel an der Front, die Absätze, Versatzstücke und kleinere Schlaglöcher schön herausfiltert. Damit geht der Fahrkomfort des SYM insgesamt in Ordnung, wenngleich die Abstimmung eindeutig in Richtung Sport geht. Hier geht Stabilität vor Sanftmut, was sich vor allem beim Bremsen bezahlt macht. Die beiden radialen Vierkolben-Festsättel im Vorderrad sorgen für eine effektive, stets gut dosierbare Verzögerung, selbst vom heftigen Bremsen und eingreifendem ABS lässt sich der SYM nicht aus der Ruhe bringen.

Der Preis überzeugt

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Der SYM Maxsym TL kann bei Bedarf bis zu 139 km/h schnell werden.

(Foto: Kozik)

Klassenüblich rollt der Taiwaner auf 15-Zoll-Rädern mit eigens entwickelten Maxxis-Pneus. Mit dem Typ Supermaxx S 3 hat man aber auch der Stabilität den Vorzug vor der Leichtfüßigkeit gegeben - angesichts eines mit 223 Kilogramm vergleichsweise schweren Rollers im Übrigen nicht die schlechteste Entscheidung. Was jetzt noch fehlt, ist eine Traktionskontrolle.

In Summe machen die funktionale Technik, die umfangreiche Ausstattung und die gute Integration des Fahrers den Maxsym TL zu mehr als einem Mittelklasseroller. Dabei liegt das Qualitätsniveau nur unwesentlich unter den teuren Vorzeige-Maxiscootern wie Yamaha TMAX 560 oder BMW C 650. Am Ende macht den SYM aber der maßvolle Preis von 8000 Euro zu einer echten Alternative zu den Platzhirschen.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x