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1570 schwere Crashs im Jahr 2020 Sieben Tote bei Unfällen mit E-Scootern

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Die erste Auswertung der Unfallzahlen im Zusammenhang mit E-Scootern sind erschreckend.

(Foto: dpa)

Seit dem Sommer 2019 sind E-Scooter auch in Deutschland erlaubt. Nun liegen erstmals die Unfallzahlen vor, die im Zusammenhang mit den E-Tretrollern stehen. Experten sprechen ernste Warnungen aus und ahnen für die Zukunft nichts Gutes.

E-Scooter spielten bislang eine vergleichsweise geringe Rolle im Unfallgeschehen auf deutschen Straßen. Für die ersten drei Quartalen 2020 meldet das Statistische Bundesamt jetzt aber bundesweit 1570 polizeilich registrierte Unfälle mit Personenschäden, an denen sogenannte "Elektrokleinstfahrzeuge" beteiligt waren. Darunter sogar sieben Tote und hunderte Verletzte. 269 Fahrer der Elektro-Roller wurden zwischen Januar und September schwer verletzt, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. 1096 erlitten leichte Verletzungen.

Meiste Unfälle von Juli bis September

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Es steht zu befürchten, dass die Unfallzahlen ohne Corona-Lockdown deutlich höher ausgefallen wären.

(Foto: dpa)

Allerdings verweist das Statistische Bundesamt darauf, dass die Zahlen auf Grund der Corona-Pandemie nur bedingt aussagekräftig sind, da die Anbieter von Leihrollern ihren Betrieb zwischenzeitlich einschränkten oder ganz ausgesetzt hatten.

Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden stieg im Frühjahr und Sommer an: Zwischen Januar und März wurden 252 Unfälle aufgenommen, zwischen April und Juni 417. Am höchsten war die Zahl den Angaben zufolge zwischen Juli und September mit 901 Unfällen: In diesem Zeitraum wurden vier Menschen getötet, 145 schwer und 627 leicht verletzt.

Für den Straßenverkehr zugelassen sind die kleinen Roller in Deutschland seit Juni 2019. Ab 14 Jahren darf man sie ohne Prüfung auf öffentlichen Radwegen bewegen. Fehlt dieser, müssen die maximal 20 Stundenkilometer schnellen Gefährte die Straße benutzen. Besetzt sein dürfen sie nur von einer Person.

Unterwegs auf verbotenen Wegen

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Nicht nur Rollerfahrer waren bei den Unfällen die Geschädigten.

(Foto: dpa)

Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherungen sieht in den, erstmals erhobenen Zahlen, seine Befürchtungen bestätigt. Insgesamt seien bei den E-Scooter-Unfällen 1696 Verunglückte gezählt worden, darunter 1372 Fahrer der Roller. Jeder Fünfte sei also beispielsweise ein Fußgänger oder Radfahrer gewesen. Dies zeige, dass E-Scooter "massiv" auf Verkehrsflächen unterwegs seien, auf denen sie gar nicht fahren dürften, auf Bürgersteigen und in Fußgängerzonen etwa.

Auf stark befahrenen Straßen seien die Fahrer tatsächlich gefährdet, sagt der Unfallforscher. Dass viele Radwege überlastet seien, davor sei schon vor der Zulassung der Scooter gewarnt worden. Doch wohin mit ihnen? Eine Lösung hat auch der Experte nicht. Die Datenlage sei derzeit noch zu dünn, um Aussagen zu treffen - auch darüber, ob die kleinen Flitzer ihren groß beworbenen Zweck, zur Verkehrswende beizutragen, überhaupt erfüllten.

Helfen würden laut Brockmann vorerst EU-weit einheitliche Nutzungsbedingungen, etwa ein Sachkundenachweis wie ein Mofa-Führerschein. Scooter wurden häufig von Touristen genutzt, die von den deutschen Vorschriften nichts wüssten. Die Anbieter von Leih-Fahrzeugen müssten zudem verpflichtet werden, mittels des sogenannten Geofencing die Scooter automatisch von Fußgängerzonen fernzuhalten. Brockmann geht zudem bei den Unfällen von einer "sehr, sehr großen Dunkelziffer" aus.

Zahl der E-Scootern wird zunehmen

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Roller-Anbieter wie Lime wollen in Zukunft weiter expandieren.

(Foto: dpa)

Der TÜV-Verband mahnt, jetzt im Winter mit Scootern besonders vorsichtig zu fahren. Viele Menschen stiegen auf die Roller aus Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus um, anstelle Bus oder Bahn zu nutzen. Doch diese seien wie Fahrräder oder Motorräder besonders anfällig für rutschige oder glatte Fahrbahnen. Bei starker Schnee- oder Eisglätte sollte man auf keinen Scooter steigen, rät der TÜV-Verband. Er fordert, die Fahrzeuge müssten mit Blinkern, Helmen und größeren Reifen ausgestattet werden.

Während die Anbieter von Leihrollern wegen der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Lockdown Einbußen hinnehmen mussten, setzen sie für das kommende Frühjahr auf Expansion. Anbieter Lime, der in etwa 30 deutschen Städten präsent ist, plant den konsequenten Ausbau seines Unternehmens.

Der Berliner Scooter-Anbieter Tier hat seine Scooter inzwischen in fast 50 Städten in Deutschland im Angebot. "Wir werden weiter expandieren", erklärte ein Sprecher. Vergangene Woche sei Chemnitz hinzugekommen. Das Thema Sicherheit habe man dabei auf dem Schirm. So sei die aktuellste Generation von E-Scootern mit einem faltbaren Helm und einem Blinker am Lenker und hinteren Kotflügel ausgestattet.

Quelle: ntv.de

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