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Der Fünf-Punkte-Check Sind Sie bereit für ein Elektroauto?

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Wer sich für ein E-Auto entscheidet, der sollte sich über einige Punkte im Klaren sein.

(Foto: dpa)

Mit einer staatlichen Bezuschussung von 9500 Euro ist das Elektroauto recht attraktiv geworden. Auch haben sich mit den neuesten Modellen einige Vorurteile erledigt. Dennoch ist das E-Auto noch immer nichts für jedermann. Fünf Punkte, die Aufschluss geben.

Der Umstieg auf das Elektroauto ist ob der Staatsprämie und gesenkter Mehrwertsteuer attraktiver denn je. Dennoch ist er nicht in jedem Fall sinnvoll oder einfach. Einige Aspekte gilt es zu berücksichtigen, einige Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Ob man reif für ein E-Auto ist und ob es den eigenen Ansprüchen gerecht werden kann, lässt sich in fünf Schritten klären.

Die Ladeinfrastruktur

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Ein entscheidender Punkt für die Anschaffung eines E-Autos ist die Ladeinfrastruktur.

(Foto: dpa)

Ein zentrales Entscheidungskriterium für oder gegen E-Autos betrifft die Versorgung mit Ladestrom. Als E-Auto-Nutzer sollte man idealerweise über einen eigenen und stets freien Ladepunkt verfügen, über den sich günstiger Hausstrom beziehen lässt. Theoretisch ginge es, vor allem in Städten, auch ohne eigenen Ladepunkt, was oftmals allerdings umständlich ist.

Trotz des fortschreitenden Ausbaus der Ladeinfrastruktur fehlen vielerorts weiterhin öffentliche Ladesäulen in unmittelbarer Nähe, was dann für lange Wege zwischen Ladepunkt und dem Zuhause sorgt. Weitere Nachteile öffentlicher Ladepunkte: Sie sind nicht immer verfügbar, und der Strom ist oft teurer als der aus der eigenen Steckdose. Wer das E-Auto vor allem für Fahrten zur Arbeit nutzt, könnte auf eine eigene Ladeinfrastruktur verzichten, sofern der Arbeitgeber eine solche zur Verfügung stellt.

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Eine Wallbox ist die preiswerte Alternative zu öffentlichen Ladestationen.

(Foto: Nissan)

Wer zu Hause laden kann, sollte in jedem Fall eine Wallbox installieren. Die Stromversorgung allein über eine Haushaltssteckdose ist als Dauerlösung nicht empfehlenswert, da diese nicht für langes Laden mit hoher Last ausgelegt ist. Hier kann es zu Überhitzung und entsprechenden Schäden kommen. Idealerweise wird eine 11-kW-Wallbox installiert, die ein Aufladen selbst großer Akkus über Nacht stemmen kann. Im Vorfeld muss ein Elektroinstallateur checken, ob das Hausnetz die technischen Voraussetzungen für eine erhöhte Stromabnahme durch das E-Auto bietet. Damit sich das Fahrzeug zügig laden lässt, sollte dieses zudem über einen dreiphasigen Bordlader verfügen. Einige Modelle haben noch einphasige Lader.

Die besten Voraussetzungen für die Installation einer Wallbox haben Hausbesitzer, die in ihrem Eigentum wohnen und über bauliche Änderungen selbst entscheiden. Für Mieter sowie Immobilienbesitzer in Eigentümergemeinschaften könnte die Installation einer Wallbox aufgrund der rechtlichen Gegebenheiten schwierig bis unmöglich sein. Um das zu ändern, hat die Bundesregierung bereits im Frühjahr beschlossen, die Durchsetzbarkeit zu erleichtern. So soll es ab Herbst für Mieter von Eigentumswohnungen ein Recht auf eine Wallbox geben, und für den Beschluss zum Einbau einer Ladevorrichtung im Gemeinschaftseigentum soll eine einfache Mehrheit genügen. Wer sich für ein E-Auto interessiert, sollte in jedem Fall klären, ob der eigene Ladeanschluss möglich ist.

Die Reichweite

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Ein entscheidendes Kriterium für ein E-Auto ist die Reichweite.

(Foto: dpa)

Als größter E-Auto-Hemmschuh gilt nach wie vor die Reichweite. Die ist, wie viele Umfragen und Studien belegen, in den meisten Fällen unbegründet. Selbst bei Modellen mit kleinem Bewegungsradius sollte der Stromvorrat für tägliche Fahrten zur Arbeit oder den Wochenendausflug ins Umland reichen. Wer ein E-Auto will, mit dem sich nonstop 400 bis 500 Kilometer abspulen lassen, findet ein mittlerweile größeres Angebot an Modellen sowie Schnellladesäulen auf den Fernwegen, die dann auch gut geplante Urlaubsreisen erlauben. Reichweitenstarke E-Autos sind aufgrund der großen Batterien allerdings meist teuer und vergleichsweise ineffizient.

Letztlich hat man als E-Auto-Nutzer viele Möglichkeiten, der Reichweitenproblematik zu entgehen. Wer häufig ein Auto im Langstreckeneinsatz benötigt, sollte das E-Auto vielleicht nur als Zweitwagen nutzen oder alternativ einen Plug-in-Hybrid anschaffen, der auf kurzen Strecken elektrisch und im Langstreckeneinsatz als Verbrenner genutzt wird. Wer nur wenige Male im Jahr längere Strecken fahren will, kann sich alternativ für diese Fahrten einen Mietwagen mit Verbrenner nehmen, während im Alltag der eigene Stromer zum Einsatz kommt.

Die Zuverlässigkeit

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Dadurch, dass ein E-Auto weniger mechanische Teile hat, muss der Besitzer auch seltener in die Werkstatt.

(Foto: dpa)

Zwar trauen viele Autokunden der neuen Technik nicht, tatsächlich gilt das E-Auto aber als störungsarm. Das liegt unter anderem an der geringen Zahl mechanischer Komponenten im Vergleich zum Verbrennerauto. Viele der verwendeten Komponenten stammen zudem aus der Großserienfertigung und sind technisch ausgereift. Das gilt in besonderer Weise für die Batterie, deren Zellen in großen Fabriken in riesigen Mengen in gleichbleibender Qualität produziert werden.

Vor zehn Jahren war die Batterie noch eine unbekannte Größe, mittlerweile gilt sie als unkritisches Bauteil. Dank der weitgehend positiven Erfahrungen mit Akkus ist es branchenüblich, für diese eine Mindestkapazität von 70 Prozent auch nach 8 Jahren oder 150.000 Kilometer Laufleistung zu garantieren. Der ADAC hat in mehreren E-Auto-Dauertests durchweg positive Bilanzen bei der Zuverlässigkeit gezogen. Dass sehr hohe Laufleistungen möglich sind, zeigen gebrauchte Tesla mit 300.000 oder gar über 400.000 Kilometer Laufleistung.

Die Kosten

Mittlerweile haben E-Autos im Kostenkapitel die Nase vorn. Verantwortlich dafür ist vor allem die auf rund 9500 Euro gestiegene Umweltprämie, dank der etwa ein VW E-Up schon für rund 12.500 Euro zu haben ist. Damit ist der Kleinstwagen in der Anschaffung günstiger als ein Verbrenner-Pendant. Einige Hersteller stocken derzeit die Umweltprämie angesichts der gesenkten Mehrwertsteuer sogar weiter auf. Ein Renault Zoe kostet deshalb nur noch rund 12.000 Euro, ein Hyundai Kona gut 23.000 Euro. Auch diese Stromer sind damit günstiger als der jeweilige Verbrenner in der Modellpalette.

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Mit der Umweltprämie von 9500 Euro kann der Kauf eines E-Autos auch finanziell attraktiv werden.

(Foto: dpa)

Zu den attraktiven Bedingungen bei der Anschaffung kommen noch die geringeren Kosten beim Unterhalt. Der Wegfall der Kfz-Steuer bis 2030, oftmals günstigere Versicherungstarife und zumeist auch niedrigere Energiekosten entlasten deutlich. Der geringere Aufwand bei Wartung und der geringe Verschleiß bergen weitere Einsparpotenziale. Bereits 2018 hat der ADAC errechnet, dass ein E-Golf in der Gesamtbilanz günstiger als ein Golf mit Benzinmotor ist. Mittlerweile dürfte das auch auf jedes E-Auto zutreffen. Entsprechend hat die Nachfrage nach Stromern massiv angezogen, was übrigens derzeit für teilweise lange Lieferzeiten und in einigen Fällen sogar für Bestellannahmestopps sorgt.

Angesichts der gesunkenen Anschaffungspreise dürfte auch der Wertverlust bei E-Autos künftig niedrig ausfallen. Zwar haben Käufer von E-Autos früherer Jahre gemessen am Kaufpreis zum Teil erhebliche Verluste hinnehmen müssen, doch andererseits bleiben die Preise selbst bei alten Modellen hoch. Laut einer Analyse des Marktbeobachters Schwacke aus dem Jahr 2019 sind E-Autos mittlerweile ähnlich wertstabil wie Fahrzeuge mit Benzinmotor.

Interessant ist auch der Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt. Zu den ältesten Serienmodellen der E-Auto-Szene zählt der Kleinstwagen Mitsubishi iMiev, der unter anderem auch als Citroen C-Zero verkauft wurde. Selbst für 9 bis 10 Jahre alte Exemplare liegen die Preise vorwiegend oberhalb von 6000 Euro. Für ähnlich alte Exemplare des Kleinwagenmodells Mitsubishi Colt mit Verbrennungsmotor liegen die Preise weit darunter. Trotz der in den letzten Jahren gesunkenen Neupreise sowie den gestiegenen Fördermitteln zeigt dieses Beispiel: Selbst alte E-Autos bleiben wertstabil.

Die Umweltfreundlichkeit

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Wie umweltfreundlich ist ein Elektroauto? Auch das ist eine wichtige Frage.

(Foto: dpa)

Wichtigster Grund für den Umstieg aufs Elektroauto ist für viele der Umwelt- und Klimaschutz. Einen Vorteil bietet das E-Auto in jedem Fall: Es emittiert lokal keine schädlichen Abgase, was vor allem in den von Stickoxid belasteten Städten für bessere Luftqualität sorgen kann. Beim Klimaschutz ist die Sache hingegen nicht so eindeutig, denn E-Autos verursachen CO2-Emissionen. Die sind aufgrund der meist großen Batterien bei der Herstellung sogar größer als bei Autos mit Benziner oder Diesel.

Diesen Treibhaus-Rucksack kann das E-Auto mit zunehmender Nutzungsdauer jedoch amortisieren. Der ADAC hat hierzu Ende 2019 eine umfangreiche Studie veröffentlicht, laut der E-Autos bereits nach rund 40.000 Kilometer klimafreundlicher als Verbrenner sein können. Voraussetzung ist dann allerdings die Betankung mit 100 Prozent klimaneutralem Strom. Bezogen auf den Strommix im deutschen Netz fällt die Bilanz dann aber weniger vorteilhaft aus. Im Vergleich zum Benziner fährt das E-Auto mit normalem Strom erst nach rund 130.000 Kilometer Vorteile fürs Klima heraus.

Doch die Klimavorteile werden nach Einschätzung des Automobilclubs zunehmen: „So wird sich die Treibhausgas-Bilanz von Elektroautos in Zukunft deutlich verbessern. Denn voraussichtlich wird der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix weiter steigen. Wichtig wird auch, dass Fahrzeug- und Batterieproduktion CO2-neutral sind, so wie es VW für den ID.3 angekündigt hat.“ Aktuell gelten allerdings Erdgasautos oder der generelle Verzicht auf ein Auto als die weithin klimafreundlicheren Alternativen zum E-Auto.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

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