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Stadtflitzer zum kleinen Preis So fährt sich der neue E-Skoda Citigo iV

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Der Citigo iV kommt auf bis zu 260 Kilometer Reichweite.

(Foto: Skoda)

Der VW-Konzern hat sich für die Elektrifizierung seiner Flotte viel vorgenommen. Nach dem Vorzeige-Projekt ID3 sollen weitere Modelle folgen - auch bei den Geschwistermarken. So bringt Skoda nun den Citigo an die Steckdose und schafft mit dem iV ein alltagstaugliches E-Auto zum moderaten Preis.

Lange hat sich Skoda gegen die Elektrifizierung gesperrt. Schließlich verträgt sich die teure Technik nicht mit den niedrigen Preisen der VW-Tochter. Doch weil Brüssel bei den CO2-Grenzwerten Druck macht und auch die Konzernzentrale in Wolfsburg zur Antriebswende drängt, ziehen die Tschechen nun mit.

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Der vollelektrische Citigo iV ist perfekt für die Stadt geeignet.

(Foto: Skoda)

Und wenn sich die Autobauer in Mladá Boleslav dem Willen von VW beugen, tun sie es so, wie man es von Skoda erwartet: mit einem ausgesprochen attraktiven Angebot. Denn wird jetzt der kleine Citigo als iV ausgeliefert, ist er mit einem Grundpreis von 20.950 Euro eines der günstigsten Elektroautos am Markt. Allerdings kommt er nicht allein. Auch den baugleichen Seat Mii sowie den VW Up gibt es künftig mit Batterie statt Benziner. Als Spanier kostet der Cityflitzer 20.650 und als Niedersachse mindestens 21.975 Euro.

Anders als die anderen

Die drei von der Ladesäule sind allerdings völlig untypische Vertreter ihres Genres. Denn während andere bei der Verstromung weiterhin auf SUVs setzen, sind Citigo und Co klassische Kleinwagen mit einem Format von gerade mal 3,60 Meter Länge. Auch optisch geben sie sich sehr zurückhaltend. Lediglich Details wie ein geschlossener Kühlergrill und neue Logos weisen auf den anderen Antrieb hin. Ebenso unspektakulär fallen die technischen Daten aus. Die 32,3 kWh aus den Akkus unter dem Rücksitz reichen für gerade mal 260 Kilometer, und schneller als 130 km/h kann man nicht fahren.

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Der Elektromotor sitzt beim Skoda Citigo iV wie gewohnt unter der Fronthaube.

(Foto: Skoda)

Doch dort, wo Elektroautos wirklich sinnvoll sind, nämlich in der Innenstadt und in urbanen Ballungsräumen, reicht das voll und ganz. Denn im Stadtverkehr spielt der Stromer seine Stärke aus: Er lässt beim Ampelspurt manch stärkeren Benziner stehen und gibt einem das gute Gefühl, selbst in der Rushhour ein bisschen schneller voranzukommen. Und während es draußen laut und hektisch ist, kehrt innen Ruhe ein. Nur eines kann man sich abschminken: Das One-Pedal-Gefühl, von dem so viele E-Fahrer schwärmen, das bieten die Kleinen nur eingeschränkt. Egal welche Rekuperationsstufe man eingestellt hat - der Widerstand des Generators ist selten so groß, dass man auch ohne Bremse rechtzeitig zum Stehen kommt.

Knappe Platzverhältnisse

Beim Siegeszug durch die Stadt helfen dem Citigo und seinen beiden Plattformbrüdern natürlich auch das handliche Format und der kleine Wendekreis. Allerdings reduziert das auch den Einsatzbereich. Zur Not kann man im Citigo zwar auch mal zu viert sitzen. Aber eigentlich ist die Rückbank nicht viel mehr als eine erweiterte Gepäckablage, die man bei 250 Litern Kofferraumvolumen auch gut gebrauchen kann.

Und dann gibt es noch ein weiteres Manko: Die Technik im Cockpit wurde lange nicht erneuert. Das Anzeige- und Bedienkonzept wirkt daher überholt, und die Smartphone-Integration für den Bordcomputer ist kaum mehr als eine Notlösung.

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Überlandfahrten sind nicht so das Ding des Skoda Citigo iV.

(Foto: Skoda)

So gut sich der Skoda in der Stadt schlägt, umso schwerer tut er sich bei Überlandfahrten. Bis er mal auf Tempo 100 ist, dauert es eine gefühlte Ewigkeit. Zum Überholen braucht man buchstäblich Weitblick und auf der Autobahn wird der Ausflug auf die linke Spur bei der geringen Höchstgeschwindigkeit zu einer riskanten Übung. Außerdem schmilzt dann die Reichweite dahin. Und bei gerade mal 32,3 kWh sind die Reserven eher klein. Aber der kleine Akku hat auch Vorteile: Er ist schneller geladen. Daheim dauert der Boxenstopp zwar mehr als zwölf Stunden, aber an einer CCS-Säule zieht er 80 Prozent in weniger als einer Stunde.

Fazit: Ein Gebot der Vernunft

Natürlich sind Citigo iV, Mii electric und e-Up keine Autos zum Eindruck schinden. Aber die freiwillige Selbstbeschränkung auf ein kleines Auto mit kleinem Akku ist ein Gebot der Vernunft. Schließlich schont das nicht nur die Umwelt, sondern auch das Budget. Denn der Citigo iV kostet nicht einmal ein Viertel so viel wie ein Audi E-Tron. Und wenn man die staatliche Förderung mit einrechnet, ist er nicht mehr viel teurer als ein Fabia. Viel günstiger kann man also nicht umsteigen auf einen Elektroantrieb.

Quelle: ntv.de, sni/dpa