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Sportwagenschmiede in Nöten Wiesmann meldet Insolvenz an

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Seit 1988 vereinen die Wiesmann-Sportwagen klassisches Design mit modernster Technik.

Ein weiterer deutscher Sportwagenbauer ist in Not geraten: Wiesmann. Der Dülmener Kleinserienhersteller musste Insolvenz anmelden. Ob es für das Unternehmen mit dem Gecko als Logo weitergeht, hängt wohl davon ab, wie die Gespräche mit den möglichen Investoren ausgehen.

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Zu Preisen ab 130.000 Euro sind die handgefertigten Wiesmann zu haben.

Der Sportwagenbauer Wiesmann hat Insolvenz angemeldet. Nach Angaben des Amtsgerichts Münster wurde der Antrag bereits am Mittwoch gestellt. Vonseiten des Unternehmens hieße es, dass das Insolvenzverfahren eingeleitet wurde, um sich zukunftsorientiert aufstellen zu können. In den letzten 25 Jahren hat Wiesmann 1600 Sportwagen gebaut. Neben der Hauptmanufaktur in Dülmen verfügt die Firma über Stützpunkte in Europa, im Nahen Osten und Asien. Derzeit fertigen knapp 110 Mitarbeiter die Wiesmann-Sportwagen im Münsterland.  Zu den Gründen der Finanznöte wollte sich der Sprecher nicht äußern. Man sehe aber auf jeden Fall eine Zukunft für das Unternehmen und führe Gespräche mit möglichen Investoren.

In einer knappen Stellungnahme heißt es: "Wiesmann wird weiterhin von dem Geschäftsführer Dr. Rolf Haferkamp geführt." Der Geschäftsbetrieb in Dülmen werde im Insolvenzeröffnungsverfahren aufrechterhalten. Es sei das Ziel der Geschäftsleitung, die bereits begonnene Restrukturierung und Sanierung von Wiesmann kurzfristig gemeinsam mit strategischen Partnern und Investoren erfolgreich abzuschließen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Norbert Küpper bestellt.

Edel-Sportwagen seit 1988

Die Sportwagenmanufaktur wurde 1988 von den Brüdern Friedhelm und Martin Wiesmann gegründet und war lange die Vorzeigemanufaktur für einen erfolgreichen Kleinserienhersteller. Die Idee, eigene Luxussportwagen zu bauen, kam den Brüdern 1985 auf der Motorshow in Essen. Dort entdeckten sie eine Diskrepanz: Während in der einen Halle Oldtimer in zeitloser Optik strahlten, gab es in der anderen Autos mit modernster Technik, die aber vom Design nichtssagend waren. Die Symbiose aus dem Besten beider Welten war das Ziel, das die Wiesmann Brüder hatten, als sie die Messe verließen.

Doch auch heute ist die Sportwagenproduktion in Dülmen weit vom modernen Automobilbau am Fließband entfernt. Die Fertigung eines Wiesmann dauert mehr als 350 Stunden und erfolgt weitgehend in Handarbeit. Sieht man einmal von den Motoren, dem Getriebe und den Fahrwerkskomponenten ab, die in der Regel von BMW stammen, werden alle anderen Teile vor Ort hergestellt. Allerdings hat ein echter Wiesmann auch den Preis einer Eigentumswohnung. Bei knapp 130.000 Euro kann man einsteigen. Da sind die möglichen Sonderausstattungen wie Bicolor-Leder (2600 Euro), farbige Zifferblätter (1390 Euro) oder eine Klimaanlage für 3550 Euro noch nicht enthalten.

Quelle: ntv.de, hpr

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