Auto
Mittwoch, 27. Juni 2018

Ein Auto aus einem Guss: Toyotas neue Staatskarosse Century

Seit Jahrzehnten pflegt Toyota die Tradition einer Staatskarosse, die sich vor einem Vergleich mit Rolls-Royce oder Mercedes-Maybach nicht scheuen muss. Jetzt startet in Japan die Neuauflage des Century: optisch aus der Zeit gefallen, technisch ganz modern.

Bei den Leuchten setzt Toyota beim Century an Bug und Heck auf LED-Technologie.
Bei den Leuchten setzt Toyota beim Century an Bug und Heck auf LED-Technologie.

Für besonders edle Autos ist im Toyota-Konzern eigentlich Lexus verantwortlich. Doch die Kernmarke Toyota hegt und pflegt seit etlichen Jahrzehnten, zumindest für den japanischen Markt, eine Luxusikone der besonderen Art: Century heißt das Flaggschiff, welches es locker mit Granden wie Rolls-Royce oder Mercedes-Maybach aufnehmen kann. Jetzt wurde die Neuauflage zu Preisen ab rund 153.000 Euro offiziell in den Markt eingeführt. Pro Monat sollen rund 50 Fahrzeuge mit viel Handarbeit entstehen.

Klassisches Staatslimousinen-Format

Äußerlich bietet der Century ein klassisches Staatslimousinen-Format mit deutlich über fünf Metern Länge. Der Nippon-Riese trägt zurückhaltende Farben und viel Chrom-Schmuck. Ganz klassisch wirkt die Außenlackierung "Ewiges Schwarz", die aufwendig in sieben Schichten auf den massigen Karosseriekörper aufgetragen wird. Mit dem kolossalen Klassik-Look ähnelt der Japan-Jumbo der im Mai offiziell vorgestellten russischen Staatslimousine Kortezh.

Der Arbeitsplatz des Century fällt für ein Auto dieser Klasse recht schlicht aus.
Der Arbeitsplatz des Century fällt für ein Auto dieser Klasse recht schlicht aus.

Doch anders als der von einem V12 getriebene russische Riese setzt Toyota bei der Neuauflage des Century auf einen smarten V8. Neben dem Downsizing verhilft dem Fünfliter-Aggregat außerdem Hybridtechnik zu einem vergleichsweise moderaten Verbrauch: Mit rund siebeneinhalb Liter soll sich der 431 PS starke Doppelherzantrieb auf 100 Kilometern begnügen. Angaben zu Fahrleistungen gibt es nicht, doch der Century verkörpert Understatement pur, weshalb sich eine souveräne Kraftentfaltung eigentlich von selbst versteht.

Vor allem Traditionalisten ansprechen

Ebenfalls ganz modern gibt sich der mächtige Toyota bei den Assistenzsystemen. Unter anderem gibt es Totwinkel-Warner, Kollisionsverhinderer, Abstandstempomat, Spurverlassenswarner und eine Fernlichtautomatik für die aus 24 Leuchtelementen bestehenden LED-Scheinwerfer. Fondinsassen können also entspannt das feine Ambiente des Century genießen, denn ihr Chauffeur wird sie dank neuester Sensortechnik mit größter Wahrscheinlichkeit wohlbehalten zum Ziel bringen.

Die Fondgäste im Century können ihre Beine entspannt ausstrecken.
Die Fondgäste im Century können ihre Beine entspannt ausstrecken.

Wie es sich gehört, bietet der neue Über-Toyota viel Beinfreiheit auf den beiden Fondsitzen, auf denen die Gäste auf herausklappbaren Auflagen ihre Beine ablegen können. Neben klassischen Lederbezügen und viel feinem Holzdekor kann der Kunde alternativ auch Plüschsitze bekommen, welche die Behaglichkeit einer längst vergangenen Ära des Autobaus versprühen. Denn trotz aller modernen Technik soll der Century vor allem Traditionalisten in seinen Bann ziehen. Die können dennoch moderne Medienwelten genießen. Das Entertainmentsystem bietet ein 11,6-Zoll-Display, ein 7-Zoll-Bediendisplay in der Armlehne und 20 Lautsprecher. Wer Wert auf intime Kinoatmosphäre legt, kann die Vorhänge zuziehen, sich das Innenraumklima auf seine Wunschtemperatur einstellen und die Massagefunktion der Sitze aktivieren.

Quelle: n-tv.de