Der TagDas war Mittwoch, der 10. November
Liebe Leserinnen und Leser,
im Grenzgebiet zwischen Polen und Belarus beginnt eine weitere eiskalte Nacht, in der die Flüchtlinge auf eine Einreise in die EU hoffen. Während Brüssel auf eine menschliche Behandlung drängt, macht die Regierung in Warschau klar, dass es sich nicht um die übliche Migration, sondern um Staatsterrorismus des belarussischen Machthabers Lukaschenko handelt.
Ähnlich sehen es viele Deutsche und äußern Verständnis für die harte Linie, die Polen, Lettland und Litauen an der EU-Außengrenze fahren. Kanzlerin Merkel telefoniert derweil mit dem russischen Präsidenten, den Experten für den eigentlichen Drahtzieher der Erpressung halten.
Auch die Corona-Krise meldet sich mit Macht zurück. Während das Wort „Lockdown“ seit Monaten nur noch zusammen mit der bestimmten Negation „auf keinen Fall“ auftrat, rechnet jetzt der erste Virologe mit einem Lockdown durch die Hintertür. Was auch immer das sein wird, Sie können schon mal überlegen, wie man es nennen sollte.
Der bayerische Ministerpräsident ist als kerniger Lockdowner bekannt. Derzeit kämpft er gegen explosive Infektionszahlen im Freistaat: Dort ist bereits wieder der Katastrophenfall ausgerufen worden. Die Bundeskanzlerin wiederholt ihr Angebot, schnell einen letzten Bund-Länder-Gipfel unter ihrer Führung abzuhalten.
Bei der CDU kommt gerade ein dritter Mann ins Spiel, der sich mehr oder minder offen für den Parteivorsitz bewirbt. Kanzleramtschef Helge Braun hätte vor allem den Vorteil, nicht Friedrich Merz oder Norbert Röttgen zu sein. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Spahn teilt dagegen mit, keine Zeit für die Führung der CDU zu haben. Der Corona-Pandemie will er seine ganze Kraft widmen.
Falls Sie spät ins Bett gehen: Um 3:03 Uhr unserer Zeit fliegt mit Matthias Maurer erstmals seit drei Jahren wieder ein deutscher Astronaut ins All. Gemeinsam mit den Nasa-Kollegen Thomas Marshburn, Raja Chari und Kayla Barron soll der 51-jährige Saarländer vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida aus zur Raumstation ISS starten. Transportiert werden sollen die vier Astronauten von einem "Crew Dragon" der privaten Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk. Der Start war zuvor mehrfach verschoben worden, vielleicht gelingt es diesmal ohne Verzögerung im Betriebsablauf.
Das war’s für heute. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht. Morgen ist ein neuer Tag.