mit Tobias HauserDas war Donnerstag, der 20. März 2025
Liebe Leserinnen und Leser,
es war - dass es sowas noch gibt - ein verhältnismäßig ruhiger Tag in der Welt der Nachrichten. Am ehesten geht der Blick vieler Menschen dieser Tage nach Moskau und Kiew. Dort wird verhandelt, gedroht und gekämpft. Auch die EU reagiert und will bis zum Ende des Jahrzehnts massiv aufrüsten. Die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten entschieden bei ihrem Frühjahrsgipfel, alles daranzusetzen, um Europas Verteidigungsbereitschaft in den nächsten fünf Jahren entscheidend zu stärken. Der Kreml reagiert - und wirft Europa vor, "eine Art Kriegspartei" geworden zu sein.
Ansonsten lege ich Ihnen noch folgende Texte wärmstens ans Herz:
Die ersten zwei Monate der US-Regierung deuten nur in eine Richtung: Konfrontation. Auch in der Justiz versucht Präsident Trump, seine Macht maximal auszuweiten. Am Ende wird der Supreme Court entscheiden, wie sehr sich das politische System verändert. Von Roland Peters, New York
Donald Trump verlangt niedrige Zinsen - und Gehorsam von den Währungshütern. Doch die US-Notenbank stellt sich taub. Das schmeckt dem US-Präsidenten gar nicht. "Für die kommenden Monate ist Zoff angesagt", prognostiziert ein Experte. Von Diana Dittmer
Die Bevölkerung wächst, die Haushalte aber werden kleinteiliger: Deutschland muss bis 2030 jährlich mehr als 320.000 neue Wohnungen bauen und damit mehr als zuvor prognostiziert. Von der Wohnraumnot sind nicht nur Großstädte betroffen, wie eine interaktive Karte zeigt. Von Sebastian Huld
Ich verabschiede mich hiermit aus dem "Tag" und wünsche Ihnen einen angenehmen, ruhigen und erholsamen Abend. Bis morgen!
Ihr Tobias Hauser
CDU-Politikerin übt scharfe Kritik an Parteispitze
Ärger in der CDU: Friedrich Merz, erklärter Gegner von Paritätsvorgaben, erhält Gegenwind - und diesmal sogar aus der eigenen Partei. Die Vorsitzende der "Gruppe der Frauen" in der Unions-Bundestagsfraktion, Mechthild Heil, hat Merz in einem Brief mitgeteilt, die Frauen der Partei würden ebenjene Parität fordern. Laut Bericht der Tagesschau beinhalte dies "einen Frauenanteil von 50 Prozent, bei den zu besetzenden Positionen innerhalb der Fraktion, in weiteren Gremien, bei Beauftragungen und bei der bevorstehenden Regierungsverantwortung".
Frau sein sei kein Qualitätsmerkmal. Es gebe jedoch sehr viele, sehr begabte und fähige Frauen in der Union, die alle möglichen Ämter ausüben könnten, aber nicht gesehen würden. "So wurde ich zum Beispiel in die Verhandlungsgruppe Familie gesteckt. Ich hab in meinem Leben noch keine Familienpolitik gemacht, ich bin Baupolitikerin", sagt Heil. Es werde nicht geschaut, was jemand könne. "Es wird vermutlich gesagt, Frau gleich Familie. Das wird die schon können. Dann verhandel das mal." Eine Antwort auf den Brief hat sie laut Tagesschau noch nicht bekommen.
Glücksforscher hat Antworten auf Deutschlands Missmut
In der weltweiten Glücksrangliste landet Deutschland in diesem Jahr auf Platz 22 - was das Klischee vom mürrischen Deutschen zu bestätigen scheint. Coach Sebastian Purps-Pardigol erklärt, wie schon kleine Dinge das eigene, empfundene Glück steigern können.
Siebenjähriger von Gabelstapler tödlich verletzt
Ein sieben Jahre alter Junge ist in Groß-Umstadt von einem Gabelstapler erfasst und dabei tödlich verletzt worden. Der Gabelstapler sei bei dem Unfall im Landkreis Darmstadt-Dieburg rückwärts gefahren und der Junge mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, berichtete die Polizei. Das Kind starb noch an der Unfallstelle an seinen schweren Verletzungen. Ein 45 Jahre alter Mann habe das Fahrzeug gesteuert. Die Ermittlungen laufen, wie es zu dem Unglück kommen.
Meghan erfreut Podcasterin mit handgeschriebenem Brief
Für ihre Netflix-Serie muss Meghan Markle einiges an Kritik einstecken. Doch die Herzogin hat auch Fans, die sie verteidigen und Sorgen äußern. So auch Podcasterin Amanda Hirsch, der jetzt als Dank royale Post ins Haus flattert.
Opposition ruft für Abend zu großflächigen Demonstrationen in der Türkei auf
Die türkische Oppositionspartei CHP hat zu landesweiten Demonstrationen gegen die Festnahme des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu aufgerufen. In mindestens 14 Städten und Provinzen des Landes soll es am Abend zu Protesten kommen, teilte die CHP auf der Plattform X mit. Neben Istanbul gehörten Ankara, Antalya, Izmir und Adana dazu.
Das strenge Demonstrationsverbot in Istanbul soll bis Sonntag gelten. Das Gouverneursamt von Istanbul forderte Einwohner dazu auf, "nicht genehmigte Demonstrationen" zu vermeiden. Die Behörde drohte mit rechtlichen Schritten gegen die Störung öffentlicher Dienste. Am Mittwochmorgen war Erdoğans Herausforderer, der CHP-Politiker İmamoğlu unter Terror- und Korruptionsverdacht festgenommen worden. Die CHP und Beobachter werfen der Regierung Erdoğans vor, hinter der Festnahme zu stecken und so einen politischen Konkurrenten ausschalten zu wollen. Die Regierung weist das zurück.
Britischer Premier nimmt Atom-U-Boot unter die Lupe
Es ist ein seltener Besuch und er unterliegt der strengsten Geheimhaltung: Premierminister Keir Starmer hat ein Atom-U-Boot der britischen Flotte inspiziert - als erster Regierungschef Großbritanniens in den letzten 10 Jahren.
Frau kraxelt verlorenem Handy hinterher - und bleibt an Felsen hängen
Klar, so ein Handy ist wichtig. Teuer war es und viele wichtige persönliche Fotos und Daten sind auch drauf. Was eine 20-Jährige bei Sassnitz für ihr Mobiltelefon riskierte, war es aber sicherlich nicht wert. Laut eines Berichts des "Nordkuriers" ging die Hamburgerin am Rügener Hochufer, in der Nähe der Piratenschlucht, spazieren und verlor dabei ihr Handy. Um es zu retten, kletterte sie den Steilhang ein Stück hinunter - kam dann aber nicht mehr hoch.
Ein Wanderer wurde laut Bericht auf die 20-Jährige aufmerksam, konnte ihr aber nicht helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Deshalb alarmierte er die Rettungskräfte. Die angerückte Höhenrettung konnte die Frau schließlich aus ihrer misslichen Lage retten.
Polizei macht Jagd auf Geisterradler
Jeder fünfte Fahrradunfall wird durch Geisterfahrer verursacht. Mit Aufklärungskampagnen versucht die Polizei in mehreren Bundesländern, gegen das Problem anzukämpfen. Doch nicht immer stoßen die Beamten auf Verständnis.
Harald Schmidt zieht über Markus Söders Kleidungsstil her
Harald Schmidt wundert sich über die neuen Outfits von Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef falle in letzter Zeit "klamottenmäßig hinter Anton Hofreiter zurück", konstatierte der frühere Late-Night-Talker in dem Interview-Podcast "Jung in der Gesellschaft".
Söder war des Öfteren im Pulli oder mit Hemd ohne Krawatte aufgetreten. Der Grünen-Politiker Hofreiter hingegen trage jetzt Dreiteiler, so Schmidt. "Hat die Haare auf Kinnlänge geschnitten so wie die junge Angela Merkel." Auch SPD-Chef Lars Klingbeil trete zunehmend in Anzug und mit Krawatte auf. "Steht ihm ganz gut."
Ex-Schwimmerin Kirsty Coventry zu erster Frau an IOC-Spitze gewählt
Die Ära Thomas Bach an der Spitze des Weltsports endet, für den Deutschen übernimmt eine enge Vertraute die Präsidentschaft im Internationalen Olympischen Komitee. Die 144. IOC-Vollversammlung wählt die frühere Weltklasse-Schwimmerin Kirsty Coventry aus Simbabwe mit großer Mehrheit.
Eruption in Italien: Neu erwachter Ätna blubbert und wirft Schlacke aus
Erst Ende vergangenen Februar spuckt der Ätna Feuer, jetzt blubbert es wieder an dem südöstlichen Krater des aktivsten Vulkans in Europa. Bei sogenannten strombolianischen Eruptionen kommt dabei vor allem Schlacke an die Erdoberfläche.
Musiker Zartmann sagt Konzert im "Metropol" wegen AfD-Verbindungen ab
Der Sänger Zartmann sollte eigentlich am 5. April im Berliner "Metropol" seine Release-Party feiern - doch die hat er nun kurzfristig abgesagt. Der Grund dafür ist ein Artikel des "Tagesspiegel", der "Metropol"-Besitzer Henning Conle als mutmaßlichen AfD-Großspender aufgedeckt hat. Conle soll demnach hinter einer Millionenspende für Plakataktionen der AfD stecken. Die Partei bestreitet dies. Laut AfD kam die Spende von einem früheren Politiker der rechtspopulistischen FPÖ in Österreich, Gerhard Dingler. Die Bundestagsverwaltung leitete ein Verfahren ein.
Für Zartmann scheint der Verdacht erstmal genug zu sein. Auf den "Tagesspiegel"-Artikel verlinkt in einer Instagram-Story. Er müsse "leider absagen", schreibt der Musiker, der mit seinem Song "Tau mich auf" auf Platz Eins der deutschen Charts landete. Schon zuvor hatte er sich in Interviews und in seinen Songs wiederholt gegen die AfD positioniert. Das Konzert findet stattdessen übrigens zwei Tage später im "Huxleys" in Neukölln statt.
Heftiger Blizzard überzieht US-Bundesstaaten mit Schnee
Ein schwerer Schneesturm zieht über den Mittleren Westen der USA. Sturmböen knicken Bäume und Strommasten um. Es kommt zu zahlreichen Unfällen, viele Fernstraßen sind gesperrt. Besonders von den Schneegestöbern betroffen sind die US-Bundesstaaten Iowa, Nebraska und Kansas.
Urteil gegen Polizisten nach "Schmerzgriff" bei Klimaaktivist
Berliner Polizisten haben bei einem Klimaaktivisten zu Unrecht den sogenannten Schmerzgriff angewandt. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden. In der konkreten Situation sei das Verhalten der Einsatzkräfte unverhältnismäßig gewesen, so der Vorsitzende Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Kläger hatte sich am 20. April 2023 an einer Sitzblockade der Klimagruppe Letzte Generation beteiligt. Die Polizeibeamten hätten ihn einfach von der Fahrbahn tragen können, mit einer Widerstandshandlung seinerseits sei nicht zu rechnen gewesen, erklärte das Gericht.
Als die Polizisten gegen den 21-Jährigen vorgegangen seien, habe sich die Situation bereits beruhigt. Es hätten keine Anhaltspunkte dafür bestanden, dass sich der Kläger - über verbalen und passiven Widerstand hinaus - gegen das Wegtragen wehren würde, etwa durch Tritte oder Schläge. "Ein weniger schmerzintensiver Vollzug wäre möglich gewesen", so Richter Peters. Dies hatte die Polizei in Abrede gestellt. Das Einschreiten der Polizei wurde damals gefilmt, im Internet wurden Videoausschnitte veröffentlicht.
Schichtwechsel
Es ist Mittag, die Frühschicht geht und die Spätschicht kommt! Meine Kollegin Sarah Platz hat sich ihren Feierabend verdient, ich übernehme. Mein Name ist Tobias Hauser und ich geleite sie durch den Rest des Tages. Sie erreichen mich unter tobias.hauser@ntv.de.
Imamoglu-Verhaftung: "Erdogan spielt im Moment 'Alles oder Nichts'"
In Istanbul und Ankara gehen Tausende Menschen auf die Straße, um gegen Erdogan zu demonstrieren. Hintergrund ist die Verhaftung seines wohl stärksten Konkurrenten um das Präsidentenamt. "Erdogan nimmt immer mehr autoritäre Züge an", beobachtet auch Aret Demirci von der Friedrich-Naumann-Stiftung.
In menschenunwürdige Baracken gesperrt - Zoll befreit Arbeiter in Neumünster
Fensterlose Zimmer, verschimmelte Schlafplätze und Wände, zugesperrte Türen: In Neumünster hat der Zoll in einer Fabrikhalle menschenunwürdige Zustände aufgedeckt. Fast 80 Zöllner hatten Wohn- und Geschäftsräume, das Firmengelände und eine Baustelle eines Unternehmers auch wegen des Verdachts der Schwarzarbeit durchsucht, wie das Hauptzollamt Kiel mitteilt. Dabei sei eine Person befreit und der 52 Jahre alte Verdächtige festgenommen worden. Ihm werde vorgeworfen, mehrere Rumänen unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und dann in der Fabrikhalle eingesperrt und ausgebeutet zu haben.
Einer der Arbeiter konnte flüchten, alarmierte die Polizei und brachte so die Ermittlungen ins Rollen. Er und seine Kollegen sollen bis zu drei Monate lang, oft 13 Stunden am Tag unter ständiger Beobachtung gestanden und zur Arbeit gezwungen worden sein. Dabei habe es keine geregelten Pausen und nur minimale Verpflegung gegeben. Im Anschluss wurden sie zurück zur Fabrik gefahren und dort eingesperrt. Der Verdächtige soll die Arbeiter auch mit körperlicher Gewalt unter Kontrolle gehalten haben, er bezahlte ihnen den Angaben zufolge wohl keinen Lohn und führte auch keine Steuern oder Sozialabgaben ab.
Für Angriff auf Taiwan? Riesige Schiffskonstruktion vor China löst Besorgnis aus
In den sozialen Medien sind Bilder von riesigen, neu konstruierten Schiffen vor der Küste Chinas aufgetaucht, die Spekulationen über einen möglichen Angriff auf Taiwan befeuern. Die Schiffe ähneln schwimmenden Bohrinseln, wie der "Spiegel" schreibt. Aus ihrem Bug ranken Rampen wie Kräne Richtung Strand. "Diese Lastkähne sind ausschließlich für den schnellen Transport von schwerem Gerät bestimmt. Es ist schwierig, sie mit zivilen Bedürfnissen zu erklären", schreibt das französische Magazin "Naval News" dazu. So seien die bis zu 120 Meter langen Rampen in der Lage, Panzer direkt an einem Strand zu landen. Einen ähnlichen Zweck sieht das taiwanische Verteidigungsministerium.
Experten zufolge passen die Schiffe genau in die Strategie für eine Invasion Taiwans. "Eine Invasion Taiwans könnte unmittelbar bevorstehen. China demonstriert damit nicht nur militärische Stärke, sondern bereitet sich möglicherweise auch auf die Umsetzung konkreter Invasionsplanungen vor", sagte Emma Salisbury von der Londoner Denkfabrik Council on Geostrategy zu der "New York Post". Allerdings deutet sonst nichts auf einen Einmarsch in unmittelbarer Zukunft hin. Analysten gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass Chinas Streitkräfte nicht vor 2027 für eine Invasion einsatzbereit sein werden. Berichten zufolge hat die chinesische Regierung diese Aufnahmen selbst in Umlauf gebracht - um die Entwicklung der eigenen Fähigkeiten zu demonstrieren, schätzen Experten.
Dröge attackiert Merz: Wer Kanzler sein will, braucht andere Strategie
Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katharina Dröge, liest dem wohl nächsten Kanzler ein weiteres mal die Leviten: "Wer Kanzler der Bundesrepublik Deutschland sein möchte, der muss eine andere Verhandlungstaktik an den Tag legen", sagte Dröge dem "Spiegel". "Sonst wird das auch mit anderen Verhandlungen auf internationaler Ebene nichts."
Dröge bezog sich auf die Erfahrungen im Ringen um das milliardenschwere Finanzpaket für Verteidigung, Investitionen und Klimaschutz in der vergangenen Woche. Der CDU-Chef habe sich "in eine sehr ungünstige Verhandlungsposition gebracht". Die Grünen-Fraktionschefin kritisierte auch den Umgang von Merz mit seinen eigenen Anhängerinnen und Anhängern. "Er hat den Wählern definitiv nicht gesagt, was er nachher machen wollte, und das ist unehrlich", sagte Dröge. Ebenso gebe nach der gemeinsamen Abstimmung mit der AfD "keinerlei Anlass dazu zu vertrauen, dass er in Zukunft sein Wort halten wird".
Leiche oder Sexspielzeug? Kurioser Polizeieinsatz in Rheinland-Pfalz
Zum Verwechseln ähnlich? Das trifft offenbar auf einen Fund im rheinland-pfälzischen Hargesheim zu. So ist der Schreck zunächst groß, als Passanten die Einsatzkräfte alarmieren und erklären, sie hätten Leichenteile auf einer Wiese gefunden. Erleichterung und mutmaßlich auch ein Schmunzeln legt sich über die Situation, als die Beamten feststellen, dass es sich bloß um ein zurückgelassenes Sexspielzeug in Form eines weiblichen Hinterteils handelt. "Das mutmaßlich von einem einsamen Liebhaber zurückgelassene, aus Gummi bestehende Gebilde wurde von den Beamten einer geeigneten Mülltonne zugeführt", erklären die Polizisten in Bad Kreuznach.
"In den Kopf gesetzt": Trumps Ex-Berater rechnet mit Nato-Austritt der USA
John Bolton, der ehemalige Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, hält einen Nato-Austritt der USA unter Trumps Führung für wahrscheinlich. "Als ich noch sein Nationaler Sicherheitsberater war, musste ich ihm das immer wieder ausreden", sagte Bolton in einem Interview mit der "Zeit". "Als ich 2018 mit ihm beim Nato-Gipfel in Brüssel war, wäre das fast passiert. Kurz vor seiner Rede rief er mich an den Tisch, an dem alle Staats- und Regierungschefs saßen, und fragte mich: 'John, sollen wir es tun?' Er meinte damit: aussteigen. Ich drängte ihn, es nicht zu tun."
Bolton fügte hinzu: "Aber er hat es sich seitdem in den Kopf gesetzt." Trump denke, dass die Nato so funktioniert, dass die USA Europa verteidigten, aber nichts davon hätten, und die Europäer dafür nicht zahlten. "Er versteht nur Dollar und Cent, er versteht nicht die Idee, dass wir alle durch die Nato stärker sind." Dem wahrscheinlich nächsten deutschen Kanzler rät Bolton zu Vorsicht: "Friedrich Merz sagte, die Europäer wollten nun Unabhängigkeit, weil sie den Amerikanern nicht mehr vertrauen könnten." Das sei genau das, was Trump hören müsse, um die Vereinigten Staaten herauszuziehen." Die Europäer sollten alles tun, um Trump keinen "Freibrief für den Austritt" zu geben, appelliert Bolton.
Vier Kanadier in China hingerichtet - trotz Einsatz von Trudeau
In China sind nach Angaben Kanadas in den vergangenen Wochen vier kanadische Staatsbürger hingerichtet worden. Die Gnadengesuche Ottawas seien von Peking ignoriert worden, erklärte die kanadische Außenministerin Mélanie Joly. "Wir verurteilen die Hinrichtungen von Kanadiern in China aufs Schärfste", sagte sie vor Journalisten in Ottawa. Joly sagte, dass sie und der ehemalige Premierminister Justin Trudeau, der Anfang des Monats aus dem Amt geschieden war, China um Nachsicht gebeten hätten.
Peking verteidigte die Hinrichtungen am Donnerstag in einer Erklärung des Außenministeriums und gab an, im Einklang mit dem Gesetz gehandelt zu haben. China behandele Beschuldigte "aller Nationalitäten gleich" und bearbeitete "die Fälle streng und fair nach dem Gesetz" sagte Außenministeriumssprecherin Mao Ning. Zuvor hatte Peking betont, die Kanadier seien wegen Drogendelikten verurteilt worden. China würde bei Drogendelikten stets "harte Strafen" anwenden und es gelte eine Null- Toleranz-Regel.
Sonnenuntergang auf dem Mond: Einzigartiges Foto zeigt vier Himmelskörper
Rund zwei Wochen lang untersucht die Raumsonde "Blue Ghost" den Mond. Wie vorher geplant, versagt dann die Batterie des Geräts des Unternehmens Firefly Aerospace und die Mission im All endet. An Bord waren Forschungsgeräte für Experimente der Nasa - Firefly bestätigte, dass alle zehn Experimente wie geplant funktioniert hätten. Die insgesamt 119 Gigabyte an Daten, die das Gerät an die Erde schickte, sollen nun ausgewertet werden.
Eines der Fotos sorgt jedoch schon jetzt für besonders viel Aufsehen: Es zeigt die Mondoberfläche und die untergehende Sonne mit Erde und Venus am Horizont. Die hochauflösenden Bilder der Sonde will die Nasa nutzen, um das Rätsel eines Dunstes zu lösen, der erstmals in den 1960er Jahren auf dem Mond beobachtet wurde.
Scheidungspapiere enthüllen: Sia ist Mutter geworden
Es sind ausgerechnet die Scheidungspapiere, die enthüllen, dass Sia Mutter geworden ist. Laut den Gerichtsdokumenten, die "People" vorliegen, hat sich die australische Sängerin vor zwei Tagen von ihrem Ehemann Daniel Bernad getrennt. Der Grund dafür sollen "unüberbrückbare Differenzen" sein. Und noch etwas enthüllen die Unterlagen: Sie hieß vor rund einem Jahr ihr erstes gemeinsames Kind mit ihrem Noch-Ehemann willkommen - fernab aller Öffentlichkeit. Laut den Gerichtsdokumenten heißt das dritte Kind der Sängerin Somersault Wonder und wurde am 27. März 2024 geboren.
Für das Baby beantragt die Australierin das rechtliche und physische Sorgerecht, ist aber offen für ein Besuchsrecht des Vaters. Allerdings bittet sie angeblich das Gericht, ihrem Ex keinen Ehegattenunterhalt zu gewähren. Im Mai 2023 heiratete das Paar in einer intimen Zeremonie bei Kerzenlicht in der Villa Olivetta im italienischen Portofino.
Baerbock eröffnet deutsche Botschaft in Syrien nach 13 Jahren - mit Appell
Gut drei Monate nach dem Sturz des syrischen Langzeitherrschers Baschar al-Assad hat Deutschland wieder eine Botschaft in Syrien. Außenministerin Annalena Baerbock eröffnete die 2012 nach Beginn des Bürgerkriegs geschlossene Vertretung bei ihrem Besuch in der Hauptstadt Damaskus. Angesichts einer massiven Welle der Gewalt im Westen des Landes verurteilte die Ministerin die "gezielte Tötung von Zivilisten" erneut scharf und appellierte an die Verantwortung der neuen Regierung des Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa.
"Das Land zu befrieden, Keimzellen von Extremismus und Terrorismus weiter zu bekämpfen, den politischen Übergang entschieden voranzutreiben und den Menschen rasch wirtschaftliche Perspektiven zu bieten - das ist die Mammutaufgabe, vor der die syrische Übergangsregierung (...) steht", so Baerbock vor ihrem Abflug nach Damaskus. Die Übergangsregierung müsse "die Kontrolle über das Handeln der Gruppierungen in den eigenen Reihen haben und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen". Dafür seien eine funktionierende Übergangsjustiz und die Aufarbeitung der Verbrechen unter Assad nötig.
Kein Missbrauch mit Penispumpe: Hinweise auf Intrige bei Berliner Polizei
Eine 27-jährige Berliner Polizeibeamtin ist Opfer schwerer Anschuldigungen, erfundener Vorwürfe und einer Hetzkampagne geworden. Das belegen "Tagesspiegel"-Recherchen. Die "Bild"-Zeitung hatte im November 2024 in mehreren Artikeln behauptet, die Beamtin Judy S. sei eine trans Frau, die Bundespolizisten mit einer Penispumpe sexuell missbraucht habe. Nun belegen die Recherchen: S. ist keine trans Frau, sondern von Geburt an weiblich. Es gab weder eine Penispumpe noch sexuellen Missbrauch. Die angeblich betroffenen Männer waren auch keine Bundespolizisten. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen gegen Judy S. wegen des angeblichen Sexualdelikts Ende Januar mangels Beweisen ein, wie ein Sprecher der Behörde der Zeitung sagte.
Es gibt Hinweise darauf, dass die Falschinformationen im Zusammenhang mit der Wahl der Beamtin zur stellvertretenden Gesamtfrauenvertreterin in der Polizei gestreut wurden - um sie am Amtsantritt zu hindern. Laut dem Bericht besteht der Verdacht, dass Funktionäre der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Dienstgeheimnisse und Falschinformationen über Judy S. an die "Bild" weitergegeben haben könnten. Es bestanden konkrete Verbindungen zwischen der verantwortlichen "Bild"-Redakteurin und der DPolG.
Behörde verweigert Regulierung eines Schmerzmittels - Verdacht kommt auf
Laut Experten gilt der Wirkstoff inzwischen als "Einstiegsdroge" für junge Menschen: Doch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) verweigert eine stärkere Kontrolle des Schmerzmittels Tramadol. Obwohl die suchtauslösende Wirkung des Medikaments inzwischen bewiesen ist, hält die Behörde immer noch an ihrer Einschätzung fest, wonach eine körperliche Abhängigkeit "nur selten" auftrete, wie der "Spiegel" berichtet. Der Wirkstoff unterliegt deshalb nicht der Betäubungsmittelpflicht, obwohl er zur Gruppe der Opioide und den am häufigsten missbrauchten Medikamenten in Deutschland gehört. In vielen anderen Ländern, darunter die USA, Kanada, Großbritannien und Frankreich, wird er deshalb deutlich strenger kontrolliert.
Die Einschätzung wurde nach Recherchen des Magazins 2011 von einem Sachverständigenausschuss des BfArM getroffen, in dem auffällig viele Mitglieder Beziehungen zur Herstellerfirma Grünenthal hatten. Das BfArM sieht darin jedoch keine Interessenkonflikte. Die Recherche zeigt aber auch, dass sich Grünenthal schon im Vorfeld der Entscheidung in einer E-Mail an das BfArM "sehr überrascht" gezeigt hatte, dass sich die Behörde überhaupt mit einer möglichen Betäubungsmittelpflicht von Tramadol beschäftigen wollte. Eine strengere Regulierung habe eine "weltweit fatale Signalwirkung", man empfehle "dringend", keine "restriktiven Maßnahmen" zu ergreifen, schrieb die Firma den Medikamenten-Aufsehern.
Scholz' letzter EU-Gipfel, Friedenstruppe, Glück: Das wird heute wichtig
Liebe Leserinnen und Leser,
die Sonne scheint, der Kaffee kocht - und es ist Weltglückstag! Da hatten wir doch wirklich schon pessimistischere Donnerstagmorgen. Passend dazu klettert Deutschland im Weltglücksbericht der Universität Oxford zwei Ränge nach oben und steht nun auf Platz 22 (2024: Platz 24). Und: Offenbar vertrauen sich die Menschen in Deutschland mehr - das zumindest deutet das Portemonnaie-Experiment der Studie an. Die Forscher machen das Glücklichsein unter anderem an einem Experiment zu der Frage fest, wie stark die Menschen in den jeweiligen Ländern darauf setzen und setzen können, dass andere ihr verlorenes Portemonnaie zurückgeben würden. Menschen in Deutschland zeigten hier "sehr hohe Vertrauenswerte".
Außerdem werden diese Themen heute wichtig:
Kanzler Olaf Scholz wird heute zu seinem voraussichtlich letzten regulären EU-Gipfel in Brüssel erwartet. Es soll unter anderem um die weitere Unterstützung der Ukraine und Bemühungen für eine dauerhaft wettbewerbsfähige Wirtschaft gehen.
In Großbritannien beraten heute Militärvertreter aus europäischen Ländern und von deren Verbündeten über einen möglichen Einsatz von Truppen in der Ukraine zur Absicherung eines Friedensabkommens.
Mit der Höhe der Vergütungen für freigestellte Betriebsräte beschäftigt sich heute das Bundesarbeitsgericht in Erfurt. Verhandelt wird die Klage eines Arbeitnehmervertreters des Volkswagen-Konzerns, der gegen eine Senkung seiner Bezüge vorgeht.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft startet mit dem Viertelfinal-Kracher gegen Italien in das Länderspieljahr. Beim Hinspiel in Mailand soll heute (20.45 Uhr/ARD) gegen die Squadra Azzurra eine gute Ausgangslage für das Erreichen des Final Four der Nations League gelegt werden.
Das Internationale Olympische Komitee wählt heute (15 Uhr) den Nachfolger des scheidenden Präsidenten Thomas Bach. Sechs Männer und eine Frau machen sich bei der Generalversammlung in einem griechischen Ferienresort Hoffnungen auf das Spitzenamt.
Mein Name ist Sarah Platz, ich begleite Sie heute durch den frühen "Tag". Haben Sie Anregungen, Fragen oder Kritik an mich? Schreiben Sie mir doch gerne an: sarah.platz@ntv.de.
Los geht's!
Militärbusse krachen bei Paris ineinander - Dutzende Verletzte
Bei einem Zusammenstoß von vier mit Militärangehörigen besetzten Bussen im Umland der französischen Hauptstadt Paris sind 36 Menschen verletzt worden. Insgesamt befanden sich 119 Menschen in den Bussen.
Die Busse hätten auf der Autobahn 13 in Höhe der Ortschaft Guerville aus noch ungeklärtem Grund gebremst und seien ineinander gekracht, berichtete der Sender BFMTV unter Verweis auf die Feuerwehr.
Ein nachfolgender Personenwagen habe ebenfalls nicht rechtzeitig stoppen können und sei aufgefahren.
Die Offiziersschüler der großen Militärakademien befanden sich auf dem Rückweg von einer Fortbildung, wie die Zeitung "Le Parisien" berichtete. Die zumeist Leichtverletzten wurden in Kliniken gebracht.
Es handelt sich um den zweiten schweren Unfall, der die französische Armee binnen weniger Tage trifft. Am Montag erst waren zwei Soldaten in Nordfrankreich ums Leben gekommen, als ihr Fahrzeug auf einem Bahnübergang von einem Regionalexpress erfasst wurde.
Trump wird heute offenbar Bildungsministerium auflösen
Das US-Bildungsministerium könnte nach dem heutigen Tag Geschichte sein: US-Präsident Donald Trump wird US-Medienberichten zufolge heute eine Anordnung zur Auflösung des Ministeriums auf den Weg bringen. Demnach soll der Erlass während einer Zeremonie im Weißen Haus unterzeichnet werden. Vor gut einer Woche hatte das Bildungsministerium bereits die Entlassung von fast der Hälfte seiner Mitarbeiter angekündigt.
Die Pläne des Republikaners sehen vor, das Bildungswesen zu dezentralisieren und die Befugnisse des Ministeriums an die einzelnen Bundesstaaten zu übertragen. Traditionell hat die US-Regierung nur einen begrenzten Einfluss auf das Bildungswesen. Nur etwa 13 Prozent der Mittel für Grund- und weiterführende Schulen stammen aus Bundesmitteln, der Rest wird von den Bundesstaaten und örtlichen Gemeinden finanziert. Für Schulen mit geringem Budget sowie für Schüler mit besonderen Bedürfnissen sind die Bundesmittel jedoch existenziell wichtig.
Ranking 2025: Wo die glücklichsten Menschen leben
Beginnen wir den Tag mit etwas Fröhlichem, liebe Leserinnen und Leser: Der aktuelle Weltglücksbericht ist da und - Trommelwirbel - sieht die Finninnen und Finnen zum achten Mal in Folge als die glücklichste Bevölkerung der Erde. Gefolgt werden sie von ihren nordischen Freunden in Dänemark, Island und Schweden. Zurück in den Top 5 sind die Niederlande auf Rang fünf, während Costa Rica (6) und Mexiko (10) jeweils erstmals in die Top 10 vorpreschen. Die Schweiz bleibt das glücklichste deutschsprachige Land, rutscht aber von Platz 9 auf 13 weiter ab - vor drei Jahren lagen die Eidgenossen noch auf Rang 4. Österreich verliert ebenfalls und landet drei Ränge weiter hinten als im Vorjahr auf Position 17.
Deutschland verbessert sich dagegen von Rang 24 auf 22. Deutschland überholt damit in diesem Jahr auch die USA, die mit Rang 24 ihre bislang schlechteste Platzierung überhaupt einnehmen. Viele kleinere EU-Staaten wie Irland, Belgien oder Litauen lassen Deutschland zwar nach wie vor hinter sich - dafür liegt es vor den größeren europäischen Nationen Großbritannien (Platz 23), Polen (26), Frankreich (33), Spanien (38) und Italien (40). Afghanistan landet auf dem letzten Platz. Der Weltglücksbericht wird alljährlich von einem interdisziplinären Forscherteam um das Wellbeing Research Centre der Universität Oxford zum Weltglückstag am 20. März veröffentlicht.