mit Lukas MärkleDas war Mittwoch, der 4. März 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
der Mittwoch war erneut geprägt von den fortgesetzten Angriffen der USA und Israel auf den Iran. Ein U-Boot der Navy versenkte ein Schiff der iranischen Marine mit einem Torpedo. Die Behörden in Sri Lanka teilten mit, es seien 32 Menschen gerettet worden, die an Bord des iranischen Schiffes gewesen seien. Mindestens 80 Besatzungsmitglieder seien getötet und ihre Leichen nach dem Untergang des Schiffes geborgen worden
Die gestrige Tirade des US-Präsidenten Donald Trump gegen Spanien und dessen Weigerung, Militärbasen für den Angriff gegen den Iran zur Verfügung zu stellen, hatte im Laufe des Tages auch weitere Auswirkungen. In Madrid ist man offensichtlich verstimmt angesichts des Verhaltens von Bundeskanzler Friedrich Merz im Oval Office.
Darüber hinaus empfehle ich Ihnen noch folgende Stücke meiner Kolleginnen und Kollegen:
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Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend!
Gas-Alarm in Kurzentrum - Zwei Menschen bewusstlos
Aus dem Boden austretendes natürliches Kohlendioxid hat im Kurzentrum von Horn-Bad Meinberg in Nordrhein-Westfalen mehrere Menschen in Gefahr gebracht. Es gibt fünf Verletzte, wie die Feuerwehr mitteilte.
Als die Feuerwehr eintraf, fanden die Einsatzkräfte demnach zwei bewusstlose Menschen im Foyer: Eine Reinigungskraft war von ihrem Mann bewusstlos im Keller gefunden und aus der Gefahrenzone gebracht worden. Ihr Ehemann war anschließend selbst bewusstlos geworden. Kohlendioxid verdrängt in hoher Konzentration den Sauerstoff in der Luft, was zum Ersticken führen kann.
"Zehntausende Tode gestorben": Lufthansa ändert Handgepäckregel
Die deutsche Airline Lufthansa passt die Handgepäckregeln für Musikinstrumente an. Ursächlich dafür ist ein Vorfall, bei dem der Musikerin Carolin Widmann verweigert wurde, eine 244 Jahre alte und mehrere Millionen Euro teure Geige im entsprechenden Geigenkasten an Bord eines Flugzeugs zu nehmen. "Es war gespenstisch und ich bin zehntausende Tode gestorben", so Widmann. Anschließend schrieb die Professorin für Violine an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig der Airline einen Brief. Und erzielte dabei einen Erfolg.
Seit diesem März gibt es eine Ausnahme der strengen Handgepäckregeln bei der Lufthansa. Nach Angaben einer Sprecherin gilt für Geigen, Ukulelen, Trompeten und Co. nun eine Summenregel: Höhe, Breite und Tiefe des Kastens addiert dürfen maximal 125 Zentimeter betragen. Damit können künftig auch längere Instrumentenkästen mit in die Kabinen von Lufthansa, Eurowings, Austrian und Swiss. Das Instrument ersetzt dann ein sonstiges Handgepäckstück. Ansonsten bleibt es bei der Länge von Maximum 55 Zentimetern für Gepäck, das bei der Lufthansa Group mit in die Kabine darf.
Angela Merkel wird zur Predigerin
Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in einer Klosterkirche in Rheinland-Pfalz eine sogenannte Fastenpredigt gehalten. In ihrer Ansprache rief sie zum Eintreten für die Achtung der Menschenwürde, für demokratische Werte und zum Kampf gegen Ausgrenzung auf.
Christen sollten in diesen Debatten mutig sein und sich für Menschen, die ausgegrenzt werden, einsetzen, sagte sie am Abend in Benediktinerabtei Maria Lach in der Eifel. Weite Themen in Merkels Fastenpredigt waren der Kampf gegen die Erderwärmung und gegen das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten.
Elton John präsentiert ganz besonderes Porträt
Kurz vor Weihnachten versammelte sich die Familie Furnish-John in ihrer Hausbibliothek - und das Ergebnis hängt nun in einer der renommiertesten Kunstinstitutionen der Welt. Unter anderem die britische BBC berichtet über das Familienporträt von Elton John, seinem Ehemann David Furnish sowie den gemeinsamen Söhnen Zachary und Elijah. Geschossen hat die Aufnahme die US-amerikanische Fotografin Catherine Opie. Fortan wird das Porträt in der National Portrait Gallery in London ausgestellt.
Das Bild zeigt die vierköpfige Familie beisammen auf einem Sofa inmitten von Bücherregalen. Zu ihren Füßen sitzen zwei schwarze Labradore, die das heimelige Bild komplettieren. Elton John entschied sich für das Shooting für einen gestreiften violetten Anzug, trug dazu eine rosa getönte Brille, Perlenketten, auffällige Ringe und lilafarbene Schuhe. Ehemann Furnish trug einen grünen Anzug mit hellblauem Shirt. Die Söhne hielten es schlichter in schwarzen T-Shirts, blicken selbstbewusst in die Kamera.
Italienische Traditionsmarke wird verkauft
Der traditionsreichen italienischen Tageszeitung "La Stampa" steht nach monatelangen Spekulationen über einen Verkauf nun tatsächlich ein Eigentümerwechsel bevor. Die Medienholding Gedi aus dem Einflussbereich der Agnellis, der Familie des Fiat-Konzerns, hat eine Vereinbarung über den Verkauf der 1867 gegründeten Zeitung an den italienischen Verlag Sae unterzeichnet.
Zuletzt hatte es Berichte gegeben, John Elkann - Chef der Investmentgesellschaft Exor, der Gedi gehört - wolle die auch zu Gedi gehörende Zeitung "La Repubblica" verkaufen, und zwar an ein Reederkonglomerat aus Griechenland mit saudischem Einfluss. Elkann ist ein Enkel von Giovanni Agnelli, dem Patriarchen der Agnelli-Familie.
Die Redaktionen der beiden Zeitungen hatten in den vergangenen Monaten gegen die Verkaufspläne protestiert und waren auch in den Streik gegangen. Kritisiert wurde etwa, dass es keinerlei Garantien für die Zukunft der Blätter und der Arbeitsplätze gebe. Außerdem sorgten sich einige in Italien wegen der Verkaufspläne von "La Stampa" aus Turin und "La Repubblica" aus Rom um die Medienvielfalt.
Schlagzeilen zum Feierabend
"Entwürdigendes Dasein": Affen-Boxwettkämpfe in Thailand entsetzen Tierschützer
In Thailand locken Freizeitparks Touristen mit Shows an, bei denen die Alarmglocken von Tierschützern klingeln. Zur Belustigung des Publikums werden Orang-Utans samt Boxershorts und Boxhandschuhen in den Ring gesteckt, um gegeneinander zu kämpfen. "Das ist absolut tierschutzwidrig", sagt Dr. Yvonne Würz von PETA.
"Auf die Stirn geknallt": AfD-Abgeordneter wirft Beatrix von Storch Gewaltakt vor
In der AfD-Bundestagsfraktion ist es diese Woche ganz schön hart zur Sache gegangen. Der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Kay Gottschalk wirft Fraktions-Vize Beatrix von Storch vor, sie sei ihm gegenüber handgreiflich geworden.
Nach Angaben von Teilnehmern einer internen Runde begann die Auseinandersetzung zwischen den beiden, als Gottschalk in dem Kreis kritisierte, eine Mitteilung zum Iran-Krieg sei am Wochenende zu spät veröffentlicht worden. Laut Gottschalk kam die stellvertretende Fraktionsvorsitzende daraufhin zu ihm. "Sie hat mir erst das Handy vor die Nase gehalten und mir dann zweimal die flache Hand auf die Stirn geknallt", sagte Gottschalk auf Nachfrage. Zuerst hatte "Bild" über den Zwischenfall berichtet.
"Ich war völlig überrascht und halte dieses Verhalten für absolut unangemessen", kommentierte Gottschalk. Von Storch sagte dagegen, sie habe den Fraktionskollegen nicht geschlagen, sondern "ich habe an seine Stirn getippt".
SUV erfasst Hund in Essen tödlich - Fahrer flüchtet
Ein Spaziergang in Essen endet für Rentner Peter Urban in einem Albtraum: Ein SUV erfasst den jungen Hund seiner Tochter - der Fahrer flüchtet. Für das Tier kommt jede Hilfe zu spät, die Polizei ermittelt. Der Unfall trifft die Familie besonders hart, denn Urbans Tochter steckt wegen der Lage im Nahen Osten im Ausland fest.
Neuer Raubfisch verbreitet sich rasant in Norddeutschland
Mit dem Wolgazander breitet sich eine neue Raubfischart im Norden aus. Nach einem ersten Nachweis bei Braunschweig habe der gestreifte Räuber sein Verbreitungsgebiet in Norddeutschland innerhalb von 15 Jahren enorm vergrößert, teilt der Anglerverband Niedersachsen (AVN) mit. Und so sieht er aus:
Wie am Namen erkennbar, liege der natürliche Verbreitungsschwerpunkt des Wolgazanders eigentlich im Osten Europas, teilte der Verband mit und grenzte die Region in etwa vom Ural, über das Schwarze Meer bis nach Ungarn und die Donau aufwärts bis Österreich ein.
Doch kein Rauswurf: Neue Regeln für Berlinale
Tricia Tuttle bleibt Chefin der Berlinale, muss aber Vorgaben akzeptieren. Geplant sind ein "beratendes Forum" sowie die Ausarbeitung eines Verhaltenskodexes für alle Kulturveranstaltungen des Bundes, wie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nach einer Krisensitzung im Kanzleramt mitteilte. Es handele sich um "Empfehlungen" zur Stärkung des Festivals, um es langfristig weiterzuentwickeln und ihre gesellschaftliche Akzeptanz sowie die wirtschaftliche Stabilität abzusichern.
Beim diesjährigen Festival hatte es mehrfach Debatten über den Umgang mit dem Nahostkonflikt gegeben. Bei der Abschlussgala hatte der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib der Bundesregierung vorgeworfen, Partner "des Völkermords im Gazastreifen" zu sein. Israel bestreitet den Völkermord-Vorwurf ebenso wie die Bundesregierung. Weimer und andere verurteilten die Äußerungen des Regisseurs.
Wütender Bonobo schlägt Risse in Sicherheitsglas
Im Zoo von Memphis sorgt ein Bonobo für einen Schreckmoment: Mit voller Wucht schlägt der Primat gegen die Scheibe seines Geheges - das Sicherheitsglas reißt. Offenbar hatten Besucher den Affen zuvor ungewollt provoziert. Der Zoo betont, wie wichtig respektvolles Verhalten gegenüber Menschenaffen ist.
Bombendrohung: Hauptbahnhof in deutscher Großstadt wird geräumt
Nach einer Bombendrohung ist der Bremer Hauptbahnhof geräumt worden. Alle Menschen mussten das Gebäude verlassen, die Züge stehen still, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Der Bahnhof ist abgesperrt.
Der gesamte Bereich werde nun genau durchsucht, so der Sprecher. Weitere Details waren zunächst unklar. Bahnreisende müssen sich auf Verzögerungen und Verspätungen einstellen. Züge können den Bahnhof nicht anfahren und nicht verlassen.
Auch in Augsburg ist derzeit der Hauptbahnhof wegen eines größeren Polizeieinsatzes gesperrt. Was der Grund für die Alarmierung ist, erklärte ein Polizeisprecher nicht. Nach etwas mehr als einer Stunde gaben die Beamten Entwarnung: "Es wurde nichts Verdächtiges aufgefunden."
Urteil im Rulantica-Prozess: Täter muss mehrere Jahre in Haft
Nach dem Weglocken und sexuellen Missbrauch eines Mädchens aus dem südbadischen Erlebnisbad Rulantica ist ein Mann vom Landgericht Freiburg zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte das damals sechs Jahre alte Kind nach eigenen Angaben im Sommer 2025 aus dem Bad des Europa-Parks in Rust gelockt und missbraucht.
Vor dem Landgericht hatte der Rumäne zum Prozessauftakt die Vorwürfe eingeräumt. "Ich bereue sehr, dass das geschehen ist. Ich kann mir auch nicht erklären, wie es dazu kommen konnte", hatte er über seinen Anwalt erklären lassen. Nach dem Missbrauch war der Mann untergetaucht und eine Woche später in seiner osteuropäischen Heimat festgenommen worden. Beamte identifizierten ihn anhand von Zeugen und Videoaufnahmen, die der Europa-Park als Betreiber von Rulantica zur Verfügung gestellt hatte.
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Leser,
mein Kollege Johannes Graf hat sich in den wohlverdienten Feierabend verabschiedet und kann jetzt hoffentlich noch ein wenig das sonnige Wetter in der Hauptstadt genießen.
Mein Name ist Lukas Märkle und ich begleite Sie hier bis in die späten Abendstunden. Wie gewohnt schauen wir auf die politische Welt, aber auch die abseitigeren Themen sollen hier nicht zu kurz kommen.
Bei Fragen, Anmerkungen oder Feedback melden Sie sich gerne bei mir unter lukas.maerkle(at)ntv.de
ARD und ZDF stellen zum Jahresende drei Sender ein
ARD und ZDF bündeln ihre gemeinsamen Programme und stellen dabei drei lineare Sender ein. Die Kanäle ARD alpha, Tagesschau24 und One sollen zum 31. Dezember 2026 abgeschaltet werden, wie die Sender mitteilten. Grundlage ist der Reformstaatsvertrag, der eine Reduzierung der linearen Angebote und eine stärkere Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vorsieht.
Künftig konzentrieren sich ARD und ZDF auf drei gemeinsam veranstaltete Schwerpunktangebote unter neuen Markennamen: Phoenix als Informationsangebot, Neo als Programm für junge Erwachsene sowie Info als Dokumentationskanal.
Mehr dazu finden Sie hier.
Spanische Regierung ist sauer auf Merz
Spanien wirft Bundeskanzler Merz mangelnde Solidarität angesichts der Kritik von US-Präsident Donald Trump an dem Nato-Partner vor. Er habe Deutschland seine "Überraschung" darüber mitgeteilt, sagte Außenminister José Manuel Albares dem TV-Sender RTVE. Was war geschehen?
Trump hatte bei einem Treffen mit Merz Kritik an den Regierungen von Spanien und Großbritannien geübt. "Einige europäische Länder wie Spanien haben sich schrecklich verhalten", sagte Trump im Weißen Haus mit Blick auf die US-Angriffe auf den Iran. "Spanien hat tatsächlich gesagt, dass wir ihre Stützpunkte nicht nutzen dürfen." Vor laufenden Kameras ging Merz im Weißen Haus nicht auf die Angriffe Trumps ein. Später trat der Bundeskanzler der Drohung Trumps entgegen, die Wirtschaftsbeziehungen zu Spanien zu kappen.
Außenminister Albares sagt nun: "Wenn man mit einem anderen Land eine Währung, eine gemeinsame Handelspolitik und einen gemeinsamen Markt teilt, erwartet man dieselbe Solidarität, die Spanien beispielsweise gegenüber Dänemark gezeigt hat, als es durch Zollandrohungen wegen der Bestrebungen, die territoriale Integrität Dänemarks in Grönland infrage zu stellen, bedroht wurde."
In Dortmund fallen am helllichten Tag Schüsse
Mitten am Tag sind in der Dortmunder Innenstadt Schüsse gefallen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich dabei um gezielte Schüsse auf Menschen gehandelt habe. Es sei aber niemand verletzt worden. Mehrere Zeugen hatten die Polizei alarmiert.
Rund um den Tatort fahndeten am Dienstagnachmittag Ermittler nach dem Schützen. Dabei sei ein 24-jähriger Tatverdächtiger festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Eine Mordkommission ermittelt und sucht nach weiteren Zeugen.
Energiepreise steigen - Schwarz-Rot gründet erstmal eine Taskforce
Zehn-Punkte-Plan, Arbeitskreis, Taskforce - Spötter sagen, das seien die "Maßnahmen", die politisch Verantwortliche ergreifen, wenn ihnen nichts mehr einfällt. Jetzt wollen wir Schwarz-Rot gar nichts unterstellen und wünschen der neuen Taskforce zu den steigenden Energiepreisen viel Erfolg und fruchtbare Sitzungen. Auf die Einsetzung einer solchen haben sich, wie aus Fraktionskreisen zu hören ist, die Fraktionschefs Jens Spahn und Matthias Miersch sowie CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann verständigt.
Ziel der Taskforce solle sein, im engen Austausch mit der Regierung die Entwicklung zu analysieren und Handlungsmöglichkeiten zu prüfen. Die Federführung für die Arbeitsgruppe soll bei den für Wirtschaft und Energie zuständigen Fraktionsvizes Sepp Müller von der CDU und Armand Zorn von der SPD liegen, wie es weiter hieß.
Auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat sich zu dem Thema schon geäußert. Sie sagt: Eine Spritpreisbremse, wie sie etwa Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze ins Gespräch gebracht hat, wird es nicht geben. "Das steht nicht auf der Agenda", sagte sie. Auch gebe es derzeit keine Öl- oder Gasknappheit durch den Iran-Krieg. Sie stellt aber Krisen-Mechanismen in Aussicht, falls sich die Lage dramatisieren sollte.
Neue Kim-Statue verwundert Nordkorea-Experten
Nach allem, was aus dem abgeschotteten Nordkorea nach außen dringt, ist Kim Jong Un der unumstrittene Führer des Landes. Auf den ersten Blick ist daher erst einmal nicht verwunderlich, was das südkoreanische Wiedervereinigungsministerium meldet: Im nordkoreanischen Staatsfernsehen liefen Bilder, die die Enthüllung einer neuen Statue von Kim Jong Un zeigen. Und jetzt das Besondere: "Soweit wir wissen, ist dies das erste Mal", erklärt das Ministerium, das für die Beziehungen zu Nordkorea zuständig ist.
In Nordkorea gibt es bereits etliche gigantische Statuen von Kims Großvater Kim Il Sung und von seinem Vater Kim Jong Il, die zuvor in Nordkorea geherrscht hatten. Der Personenkult um die mit eiserner Hand regierende Kim-Familie dominiert das tägliche Leben in dem abgeschotteten Land. Bisher habe es aber nur Statuen zu Ehren der verstorbenen Kims gegeben, sagte der Experte Lim Eul Chul. Die neue Statue sei daher "höchst ungewöhnlich".
Billy Idol nahm Crack, um vom Heroin loszukommen
Der britische Rocksänger Billy Idol berichtet davon, wie er einst die eine Drogenabhängigkeit mit der nächsten bekämpft hat. "Wenn du versuchst, von Heroin loszukommen, wozu greifst du dann? Du greifst zu etwas anderem. Ich habe angefangen, Crack zu rauchen, um von Heroin loszukommen", sagte Idol im Podcast von US-Comedian Bill Maher. "Wirklich?", fragt Maher darin und Idol antwortet: "Es hat funktioniert. Hat funktioniert."
Inzwischen - mit 70 Jahren - lebe er aber ruhiger und gesünder. "Du brauchst Energie, um ein Drogenabhängiger zu sein. Und ich habe diese Energie nicht." Auf die Frage, ob er noch trinke, sagte er: "Nicht mehr, nicht wirklich." Er habe im Restaurant noch ein paar Gläser Wein getrunken, aber sein Arzt habe ihm nahegelegt, damit aufzuhören. Auch das Vapen habe er aufgegeben. Inzwischen nehme er nur noch Cannabis-Pillen.
Neigung zu rechtsextremen Ideologien nimmt zu
Laut einer vom Bundeskriminalamt (BKA) koordinierten Untersuchung sind immer mehr Menschen in Deutschland rechtsextremen Ideologien gegenüber aufgeschlossen. Der Anteil derjenigen, die für solche Ideen offen sind, stieg den Angaben zufolge zwischen 2021 und 2025 von 21,8 Prozent auf 29,6 Prozent an.
Bei den latent rechtsextremen Einstellungen waren zuletzt laut Studie vor allem in den jüngeren Altersgruppen starke Zuwächse zu beobachten. 2025 fand sich demnach bei 27,3 Prozent der unter 40-Jährigen eine Offenheit für rechtsextremes Gedankengut. Zusammen mit 5,7 Prozent manifest rechtsextrem eingestellten Menschen sei damit rund ein Drittel der jüngeren Generation mindestens offen für autoritäres, rechtsextremes Gedankengut.
Um die Einstellungen zu messen, hatten die Forscherinnen und Forscher des MOTRA-Verbunds den Teilnehmern der repräsentativen Befragung zehn verschiedene Aussagen vorgelegt, zu denen sie sich positionieren sollten. Dazu zählen Aussagen wie "Ein Staat sollte einen Führer haben, der das Land zum Wohle aller mit starker Hand regiert." und "Juden haben in Deutschland zu viel Einfluss."
Mehr zu dieser Studie finden Sie in Kürze bei ntv.de
Ehefrau von Manuel Hagel wundert sich über die ganze Aufregung
Am Sonntag wird in Baden-Württemberg gewählt. Und die CDU, die lange einen Riesenvorsprung hatte, verliert in den Umfragen an Boden. Schuld daran ist wohl auch ein Video von vor acht Jahren, das nun wieder aufgetaucht ist. Darin schwärmt CDU-Kandidat Manuel Hagel auf eine unangemessene Weise von einer damals noch minderjährigen Schülerin. Wenn Sie es noch nicht kennen, hier ist es:
Nun meldet sich Hagels Frau zu Wort und nimmt ihren Mann in Schutz. "Dass dieser Satz mal solche Wellen schlägt, hätte ich, ganz ehrlich gesagt, nicht gedacht", sagt Franziska Hagel der "Bunten". Sie habe den Spruch damals "einfach nicht gut" gefunden, sagte Franziska Hagel. "Das hat irgendwie gar nicht zu ihm gepasst." Hagel rede "oft sehr launig, wenn er politische Sachverhalte entlang von Menschen erklärt, die er getroffen hat". Franziska Hagel fügte hinzu, sie würde ihren Mann "sofort wieder heiraten", denn er sei "ein Partner auf Augenhöhe".
Erster Politiker bringt "Tankrabatt" ins Spiel
Es ist Wahlkampf, nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kommt im Herbst der Osten dran: Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. In letzterem Bundesland versucht Sven Schulze, der Nachfolger von Reiner Haseloff als Ministerpräsident, an Profil zu gewinnen. Vielleicht klappt es hiermit:
Im Zuge des Iran-Kriegs steigen die Energiepreise, die Fahrt zur Tankstelle macht derzeit wenig Spaß. Am Morgen sprang der Preis für Diesel sogar über die 2-Euro-Marke. Schulze fordert in einem Politico-Podcast jetzt, über einen womöglich nötigen "Tankrabatt" nachzudenken. "Wichtig ist, dass wir zumindest Reaktionsmechanismen entwickeln müssen." Bleibt es bei den hohen Preisen an der Zapfsäule, dürfte diese Debatte an Fahrt gewinnen ...
Bierlaster verliert 100 Kisten auf der Autobahn
Mein Kollege sagte zu dieser Meldung: "In Bremen ist Hopfen und Malz verloren." Ich selbst dachte mir nur: "Das schöne Bier ..." Ein Laster biegt in Bremen auf die A281, als es rumpelt und klirrt: Rund 100 Kisten Bier rutschen von der Ladefläche, die Autobahnauffahrt ist voller Scherben und Gerstensaft. Der 56 Jahre alte Fahrer sei mit seinem Sattelzug in der Nacht zu schnell in die Kurve an der Anschlussstelle Neustadt gefahren, teilt die Polizei mit. Wegen der Fliehkräfte und der offensichtlich unzureichend gesicherten Ladung rutschten die Kisten vom Auflieger. Die Autobahn musste in Richtung Neustädter Hafen für die Bergungs- und Reinigungsarbeiten gesperrt werden, die Aufräumarbeiten dauerten zunächst noch an. Der Verkehr wurde abgeleitet.
"Magisch und aufregend": Bauministerin Hubertz zeigt sich mit Baby
Bundesbauministerin Verena Hubertz schickt "Herzliche Grüße aus dem Mutterschutz". Die SPD-Politikerin ist seit sechs Wochen Mutter und meldet sich jetzt bei Instagram zurück. "Ein Kind ist ein großes Glück. Es eröffnet völlig neue Perspektiven und man blickt anders in die Zukunft." Die vergangenen sechs Wochen seien "magisch und aufregend" gewesen, "zugleich aber auch anstrengend und definitiv von Schlafmangel geprägt".
Hubertz nutzte ihren Beitrag auch für eine Botschaft, die über das Private hinausgeht. Die Rolle als Elternteil verstehe man "wohl tatsächlich erst richtig, wenn man selbst mitten darin steht", räumte sie ein. Das erfülle sie "mit Respekt und Dankbarkeit", wenn sie an alle Mütter und Väter denke, "die jeden Tag Unglaubliches leisten und ganz besonders an diejenigen, die diese Verantwortung allein tragen". Sie resümiert: "Was Familien Tag für Tag leisten und möglich machen, verdient unsere höchste Anerkennung."
Feuerwehr rettet Hündin April aus Moor bei Stuttgart
Hundebellen lässt gestern um 15 Uhr Spaziergänger in einem Moorgebiet in Stuttgart aufhorchen. Es ist die völlig entkräftete Labrador-Hündin April, die auf sich aufmerksam macht! Es ist Eile geboten. Die Feuerwehr muss anrücken, um das Tier zu retten.
"Das Tier wurde seit dem Mittag vermisst und befand sich in einer lebensbedrohlichen Lage", heißt es in einer Mitteilung. Die elf Jahre alte Hündin war demzufolge im matschigen Uferbereich eingesunken und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien.
Zwei Einsatzkräfte mit speziellen Neoprenanzügen seien mit Leinen gesichert zu dem Tier gegangen. "Sie befreiten die entkräftete Hündin behutsam aus dem Morast und brachten sie über die Böschung auf festen Boden." Dort sei April mit Wasser versorgt und grob gereinigt worden. Decken sollten außerdem helfen, dass die Hündin nicht weiter auskühle.
Erneut Todesstrafe in Florida vollstreckt
Im US-Bundesstaat Florida die Todesstrafe gegen Billy Kearse vollstreckt worden. Der 53-jährige Mann erhielt wegen des Mordes an einem US-Polizisten mit dessen Dienstwaffe die Giftspritze. Kearse hatte im Jahr 1991 den Polizisten Danny Parrish bei einer Verkehrskontrolle erschossen. Es war die fünfte Hinrichtung in den USA in diesem Jahr und die dritte in Florida. Seit Jahresbeginn war außerdem in den US-Bundesstaaten Texas und Oklahoma jeweils ein Mensch hingerichtet worden.
Im vergangenen Jahr waren in den USA 47 Menschen hingerichtet worden, die meisten seit 2009, als 52 Häftlinge hingerichtet worden waren. Die meisten Hinrichtungen fanden in Florida statt. Dort wurden 19 Todesstrafen vollstreckt. An zweiter Stelle folgten Texas, Alabama und South Carolina, wo jeweils fünf Menschen hingerichtet wurden. Die in vielen Ländern geächtete Todesstrafe wird noch in 23 der 50 US-Bundesstaaten vollstreckt. US-Präsident Donald Trump ist ein Befürworter.
Das wird heute wichtig
Liebe Leserinnen und Leser,
Besuche im Weißen Haus können so oder so verlaufen - fragen Sie mal den ukrainischen Präsidenten Selenskyj, der einst von Donald Trump vor laufenden Kameras gemaßregelt wurde wie ein Schuljunge. Da dürfte es die Berater von Kanzler Merz ganz glücklich stimmen, dass sich ihr Chef mit dem Präsidenten der USA gut versteht. Hauptthema bei dem Treffen war natürlich der Krieg im Nahen Osten. Aber auch die Ukraine und Trumps Zollkrieg bestimmten das Gespräch. Wie der Besuch gestern genau lief und was davon bleibt, lesen Sie in dem wie immer sehr lesenswerten Text unseres US-Korrespondenten Roland Peters.
Natürlich bleibt der Iran und der Krieg in der Region auch heute das bestimmende Thema, unser Liveticker hält Sie dazu umfangreich auf dem Stand der Dinge. Und sonst so?
In Berlin debattiert auch der Bundestag über den Angriff Israels und der USA auf den Iran. Um 16:25 Uhr geht es in einer Aktuellen Stunde um das Thema. Zuvor gibt es eine Regierungsbefragung: Bildungs- und Familienministerin Karin Prien und Umweltminister Carsten Schneider sind dran.
Um 11:30 Uhr geht es wieder um die Zukunft der Berlinale und Intendantin Tricia Tuttle. Der Aufsichtsrat des Filmfestivals tagt. Dabei soll auch Tuttle selbst angehört werden.
Die EU-Kommission stellt heute ihren Vorschlag zur Stärkung der europäischen Industrie vor. Erwartet wird, dass staatliche Förderungen in kritischen Bereichen an die Produktion in Europa gekoppelt werden sollen.
SPD und CDU stellen heute in Brandenburg ihren Koalitionsvertrag vor.
In Freiburg fällt heute das Urteil im Fall des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs im Erlebnisbad Rulantica.
Am Abend gibt es wieder Fußball: Der Hamburger SV empfängt Bayer 04 Leverkusen zum Nachholspiel.
Und sonst so? Wir werden, wie immer, sehen. Falls Ihnen etwas auffällt oder aufstößt, freue ich mich über Hinweise unter dertag(at)ntv.de.
Neue Umfrage: Holen Özdemirs Grüne die CDU noch ein?
Der Trend verfestigt sich: Auch in einer Insa-Umfrage für die "Bild"-Zeitung holen die Grünen in Baden-Württemberg auf: Zwar liegt die CDU mit 27 Prozent nach wie vor vorne. Sie verliert aber im Vergleich zur Insa-Umfrage vom 23. Februar einen Punkt, während die Grünen um zwei Punkte auf 24 Prozent zulegen. Ein ähnlicher Trend hatte sich schon in zwei Umfragen von Infratest und Forschungsgruppe Wahlen gezeigt, die in der vergangenen Woche veröffentlicht worden waren.
Die AfD liegt im Vergleich zur letzten Insa-Befragung unverändert bei 20 Prozent. Die SPD verliert einen Punkt und steht jetzt bei 9 Prozent. Die FDP wäre mit unverändert 6 Prozent ebenfalls im Parlament vertreten. Die Linke verliert einen Punkt auf 6 Prozent und würde es somit ebenso über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen.
Atommüllendlager? Das finden wir schon - irgendwann
Manch einer hält die Atomenergie nach wie vor für die Energie der Zukunft. Doch eines der ungelösten Probleme bleibt die Frage: Wohin mit dem strahlenden Müll? Ein Referentenentwurf aus dem Bundesumweltministerium, der dem Deutschlandfunk vorliegt, offenbart da die Ratlosigkeit der Politik: Darin ist kein zeitliches Ziel mehr für die Entscheidung über das geplante Atommüllendlager zu finden. Das ursprüngliche Zieljahr 2031 wurde ersatzlos gestrichen. Dieses habe sich als nicht realistisch erwiesen, heißt es zur Begründung.
Bereits vor zwei Jahren war bekannt geworden, dass die Suche nach einem Standort bis in die 2070er-Jahre andauern könnte. Das Bundesumweltministerium hatte daraufhin eigentlich Maßnahmen zur Beschleunigung des Verfahrens angekündigt. Noch im November hatte Bundesumweltminister Carsten Schneider von der SPD erklärt, den Entscheidungsprozess bei der Suche nach einem Endlager-Standort beschleunigen zu wollen. Ihm sei wichtig, bei der Suche "ab 2027 deutlich schneller voranzukommen", hatte Schneider erklärt.
USA erkennen neue Bedrohung durch chinesische U-Boote
Die USA machen sich Sorgen. Gemeint ist nicht etwa die sich im Nahen Osten abspielende Eskalation, sondern es geht um China: Chinas wachsende militärische Unterwasserfähigkeiten "stellen eine ernsthafte Herausforderung dar", schreibt Vizeadmiral Richard Seif, Kommandeur der U-Boot-Streitkräfte der US-Marine, für eine Anhörung der U.S.-China Economic and Security Review Commission. China baut neue U-Boote, die größere Teile des US-Festlandes in Reichweite der chinesischen Marine bringen werden - und zwar aus Gewässern, die näher an der eigenen Küste liegen. Pekings Fortschritte unter Wasser würden es dem Land ermöglichen, seine Interessen weiter entfernt von seinen Küsten durchzusetzen. Dazu gehört der erwartete Einsatz von U-Booten, die mit präziseren ballistischen Raketen mit größerer Reichweite ausgestattet sind.