Der TagHolm nach Wahlsieg in MV: AfD soll Landtagspräsidenten stellen
Die AfD ist Wahlsieger in Mecklenburg-Vorpommern, aber zugleich auch nicht wirklich ein Gewinner, was die politische Mitgestaltung des Landes angeht. Die SPD-Spitzenkandidatin und bisherige Ministerpräsidentin Manuela Schwesig unterliegt bei der Landtagswahl nach beispielloser Aufholjagd knapp, aber es reicht für ein rot-rot-grünes Bündnis - sofern die Grünen und die Linke mitmachen. Also was hält der "zweite Platz" an Gewinnen bereit? AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm will das Amt des Landtagspräsidenten für seine Partei in Anspruch nehmen. "Wir haben 45 Prozent der Sitze jetzt im Parlament. Das ist eine enorme Zahl. Und das muss sich natürlich dann auch zeigen, finde ich", sagte Holm in Berlin vor Journalisten. Er rief die anderen Parteien im Parlament auf, "uns die Rechte zu gewähren, die einer solch starken Partei auch zustehen, und deswegen gehe ich davon aus, dass wir diesmal auch den Landtagspräsidenten stellen".
Wenig überraschend: Holm beabsichtigt nicht, selbst eine allzu große Rolle in dem Bundesland für seine Partei zu übernehmen. Er hatte zuvor bei NDR Info angekündigt, sein Mandat als Bundestagsabgeordneter in Berlin zu behalten, sollte die AfD erwartungsgemäß nicht zu einer Regierungsbeteiligung kommen. Kurz vor der Wahl fehlte Holm auch bei einem Wahlkampfauftritt in Pasewalk - eher ungewöhnlich für einen Spitzenkandidaten. Die AfD hatte die Wahl am Sonntag nach Angaben der Landeswahlleitung mit 38,2 Prozent der Stimmen gewonnen und ihr Ergebnis von vor fünf Jahren damit mehr als verdoppelt. Die SPD verzeichnete leichte Verluste und kommt auf 35,5 Prozent. Die Linke folgt mit 6,5 Prozent auf Platz drei. Die Grünen ziehen mit 5,7 Prozent ins Parlament ein. Die CDU blieb mit 4,9 Prozent unter der Sperrklausel und fliegt erstmals aus einem Landtag. Auch das BSW scheiterte mit 4,8 Prozent knapp.
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